Santino hat es schon so gut zusammengefasst, dass es da eigentlich kaum noch was zu ergänzen gibt.
Im Endeffekt ist eine KI von der Funktionsweise an ein menschliches Gehirn angelegt: Daten Sammeln, bewerten, kombinieren und dann Rückschlüsse ziehen. Mit dem feinen Unterschied, dass Emotionen nicht vorhanden sind und nur "vorgetäuscht" werden, weil das so programmiert ist. Man kann das vielleicht am besten mit einem Psychopathen vergleichen, der zwar keine echten Emotionen hat, sie aber auf rationaler Ebene verstehen und im schlimmsten Fall auch zur Manipulation von Menschen nutzen kann.
Ich habe mich vor einer Weile mal aus Neugier mit ChatGPT "unterhalten" und fand es faszinierend, wie weit die Entwicklung doch schon fortgeschritten ist.
Und so sehr ich auch der Meinung bin, dass KI künftig einen Großteil dröger Aufgaben übernehmen wird, so sehr ich auch der Meinung bin, dass sie eine große Hilfe sein kann und so sehr ich auch der Meinung bin, dass die Entwicklung noch einen enormen Sprung machen wird, so sehr bin ich auch der Ansicht, dass es umso wichtiger ist, seinen eigenen Kompass und ein gesundes Misstrauen zu entwickeln, wenn man es mit KI (oder auch Social Media, aber das ist ein anderes Thema) zu tun hat.
Ich nutze KI hauptsächlich als Einstieg, um einen groben Überblick über etwas zu bekommen. Das verifiziere ich dann mit der guten, alten Eigenrecherche, wobei man auch hier mittlerweie sehr aufpassen muss, auf welche Quellen man zurückgreift.
Tatsächlich wird man sich hier (und man tut es ansatzweise auch schon) massiv mit einem neuen Aspekt vom Moral und Ethik beschäftigen müssen, eben weil KI keinen eigenen moralischen Kompass hat, sondern nur das tut, wozu sie programmiert ist.
Insofern wäre ich (und bin es auch), wenn es darum geht, Emotionen durch KI deuten zu lassen. Wenn man eine Art statistischer Auswertung haben möchte, um vielleicht andere Gesichtspunkte zu bekommen, mag sie (mit Abstrichen - siehe halluzinierende KI) durchaus taugen. Aber letztlich wird sie auf absehbare Zeit solche Dinge wie Empathie, die Menschen entwickeln können, nicht leisten können.
Die Ironie ist, dass die Diskussion pro / contra KI teilweise sehr emotional geführt wird, was IMHO nicht zielführend, aber eben menschlich ist. Als die erste Bahnstrecke Nürnberg - Fürth in Deutschland eröffnet wurde, befürchteten viele Menschen, dass die "enorm hohe Geschwindigkeit" der Züge von etwa 25 km/h die Menschn wahnsinnig machen müsste.
Angst vor neuen Dingen ist zutiefst menschlich, denn vor ein paar tausend Jahren hing unser Überleben davon ab. Und leider hat sich unsere Software seidem nicht so gut entwickelt, wie die KI in ein paar Jahrzehnten.
Aber es bleibt spannend. Und vor allem ist es eine Entwicklung, mit der man sich befassen sollte, weil man ihr nicht entkommen kann. Und nur, was man versteht, kann man auch beurteilen und ggf. beeinflussen. Insofern eine interessante Frage, die hier aufgeworfen wurde.