hirnundherz
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Aber was intelligent macht ist doch die längere und auch zum Teil mühsame Auseinandersetzung mit etwas, nicht das präsentieren einer Lösung. Was meine Intelligenz fördert ist, durch büffeln und üben eine Matheaufgabe zu lösen. Nicht die Lösung gezeigt zu bekommen und mir das zu "merken".Gegenfrage: Macht es dumm bei einer Tätigkeit ein Werkzeug zu benutzen? Macht es dumm wenn der Maurer eine Maurerkelle benutzt statt alles mit bloßen Händen zu machen?
KI ist ein Werkzeug. Es kann dir stundenlanges Googeln ersparen, es kann deine Rechtschreibung prüfen, Texte übersetzen und viel mehr. Das macht doch nicht dumm, sondern schafft Zeit um sich um andere Dinge zu kümmern.
Ich finde, dass der Einsatz und die Beschäftigung mit KI sogar sehr Intelligenz fördert. Als Kind bzw. Schüler wäre ich sehr dankbar für KI gewesen. Sie hätte mir beim formulieren von Aufsätzen geholfen und och hätte gelernt wie man gut formuliert. Ich hätte alle möglichen Fragen stellen und lernen können. Aber auch heute im Erwachsenenalter habe ich unheimlich viel durch KI gelernt. Sogar in der Freizeit! Ich finde es viel produktiver und intelligenzfördernder sich mit einer KI zu unterhalten statt sich vor den Fernseher zu setzen.
Erst kam die Schrift, dann der Buchdruck, dann das Internet und jetzt die KI. Die Verbreitung von Wissen wird dank KI exponentiell wachsen. Das ganze sogar auf einer sehr sozialen Ebene. Früher musste man teuer Software einkaufen, heute kann vieles KI erledigen.
Die Bedeutung des Buchdruckes war nicht die reine Wissensvermittlung, denn auch vor dem Druck gab es handgeschriebene Bücher. Diese waren aber extrem teuer und Bildung blieb ein Vorrecht der Reichen. Mit dem Buchdruck und heute der KI wird Wissen Allen leicht und günstig zugänglich. Ich bin überzeugt in 100 Jahren wird man zurückblicken und KI als Meilenstein in der Entwicklung der Menschheit betrachten, sowohl was Bildung, soziale Gerechtigkeit als auch Fortschritt generell anbelangt. Und ich glaube, die Meisten verstehen das heute leider immer noch nicht.
Dazu kommt, wie ich finde, dass dadurch ein wichtiger Teil wegfällt, der zur Charakterbildung beiträgt: Sich abarbeiten, eventuell scheitern, hadern, …
Und zu deinen letzten beiden Sätzen: Die aktuellen Entwicklungen deuten eher auf das Gegenteil hin.
Erste Generation in der Geschichte: Gen Z schneidet bei IQ-Tests schlechter ab als ihre Eltern
Studien aus mehreren Ländern zeigen: Der jahrzehntelange IQ-Anstieg hat angehalten und kehrt sich nun um. Digitale Reizüberflutung könnte eine zentrale Ursache sein.
Nur ein Beispiel.
Und zum Thema "es schafft Zeit" : Ich denke auch hier sieht man, dass die Entwicklung der letzten Jahrzehnte eher zeigt, dass Effizienzsteigerung eben nicht dazu führt, dass wir entspannter werden und mehr Zeit haben, sondern eben mehr in der gleichen Zeit schaffen als früher.
Wir können alles online bestellen, müssen zu keiner Bank mehr gehen, können uns Fertiggerichte kaufen, den Einkauf nach Hause liefern lassen, haben Wasch- und Spülmaschinen, Saugroboter, … trotzdem haben die Menschen immer mehr Stress, alles geht schneller. Ich bin sicher, die Tatsache, dass man Mails jetzt nicht mehr selbst schreiben muss, führt nicht dazu, dass alles entspannter wird, sondern dazu, dass man noch 10 zusätzliche ätzende KI-geschriebene Mails am Tag bekommt, die man beantworten (oder ignorieren) muss.
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