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Dr. House
Gast
Das ist natürlich Unsinn. Die EU ist mittlerweile selbstverständlich eine politische Organisation. Sagt sie auch von sich selbst. Für eine Wirtschaftsgemeinschaft bedarf es keiner gemeinsamen Außen und Sicherheitspolitik, keines gemeinsamen Parlamentes, keiner 27 Kommissare, keines EU-Außenministers usw.Die Frage was ein anatolischer Bauer mit einem schwedischen Aalfänger gemeinsam hat ( hätte )ist ganz schnell erklärt. Beide sind keine Kameraden im Geiste, aber Mitglieder einer Wirtschaftsgemeinschaft. Etwas anderes ist die EU bislang tatsächlich nicht.
Sie war mal eine Wirtschaftsgemeinschaft. Aber auch schon damals war eine politische Gemeinschaft das Ziel. Robert Schuman, einer der Architekten der europäischen Integration, sagte mal vollkommen zutreffend: "Wirtschaftliche Integration führt zwangsläufig zu politischer Integration."
Was heute im Nachhinein völlig logisch ist. Für eine wirtschaftliche Gemeinschaft bedarf es gemeinsamer Regeln und daher müssen sie "harmonisiert" werden. Genau das macht die EU gerade. Und weil Wirtschaft nicht abgeschlossen vom restlichen Leben ist, ganz im Gegenteil, spürt man die Auswirkungen davon auch überall sonst.
Die wirtschaftliche Integration ist die Vorhut der politischen Integration.
Nur - ich kann es nur wiederholen in der Hoffnung das es doch noch mal verstanden wird: Das es in den meisten Ländern über die EU Mitgliedschaft keine Volksabstimmungen gibt, ist nicht das Problem der EU, sondern der betreffenden Länder.
Das kann man so nicht sagen. Die EU ist eigenständige Organisation. Und wenn es ihr ernst mit Demokratie wäre, so könnte sie ja zumindest öffentlich von den Mitgliedsstaaten Referenden fordern.
Das EU-Parlament ist europäisch und nicht national gefärbt. Ein Parlament nur von und für die EU. Und doch hat es dafür gestimmt, ein mögliches Nein der Iren zu ignorieren.