B
Benjamin-29
Gast
Hallo Marcus,
es hat etwas gedauert mit meiner Antwort, sorry.
Ich wusste lange nicht, was ich antworten sollte - aber vieleicht können wir die Diskussion ja auch etwas längerfristiger führen.
Ich antworte mal etwas provokativ, als des Teufels Advokat, sozusagen:
Wenn man der Esoterik etwas gegenüber stellen will, dann wären das die exakten Wissenschaften - oder ?
Dort wird jede These und jedes Modell zur allgemeinen Diskussion gestellt. Ob nun in Philosophie, Mathematik, oder Physik - eine Behauptung muss so formuliert werden, dass alle Versuche, Überlegungen oder Berechnungen, die dem zu Grunde liegen für jeden nachvollziehbar sind. Es kann also jeder prüfen, ob in der These ein Fehler steckt - oder ob nicht. Allgemein anerkannt wird ein Modell erst, wenn es dieser Diskussion standhalten kann. Und jedes Modell wird durch neue Erkenntnisse verändert und verfeinert.
So wie du die Esoterik beschrieben hast, gibt es nicht die Möglichkeit der Prüfung.
Ich sehe hier die Gefahr, dass man sich bewusst oder unbewusst die Erkenntnisse heraussucht, die einem selbst am besten passen. Das kann zwar das persönliche Weltbild sehr bereichern - aber es kann nicht einem Anspruch der Objektivität genügen. Diese Gefahr sehe ich auch, wenn man sich mit sehr vielen Autoren beschäftigt. Das eigene Verstehen wird dann zwar differenzierter - aber es bleibt immer subjektiv.
(Ich will nicht behaupten, dass die exakten Wissenschaften zu objektiven Erkenntnissen kämen - es geht mir um die Methodik.)
Soweit zur Kritik. Was mich an der Esoterik interessiert ist das:
Es gab schon vor einigen Jahrzehnten einen Text des Club of Rome, in dem auf eine einseitige Entwicklung der Wissenschaften seit dem späten Mittelalter hingewiesen wird. Der Club of Rome vermutet, dass diese Entwicklung ursächlich für die ökonomischen und ökologischen Problematiken der heutigen Zeit ist. Beispielsweise wird gegenwärtig der Wert von einem Wald oder einem Fluss lediglich an wirtschafltichen Massstäben gemessen: Holz, Wasserkraft, Verkehrsweg, Erholungswert, CO2-Reduktion, Wasserspeicher, etc. Was nicht mehr berücksichtigt wird, ist der Wert als Solcher. Man nimmt nicht mehr an, dass ein Wald oder ein Fluss auch für sich selbst einen Wert haben könnten. Diese Werte waren im Mittelalter aber noch anerkannt - wurden aber im Gegensatz zu den exakten Wissenschaften nicht mehr weiterentwickelt. Der Club of Rome geht daher davon aus, dass die Entwicklung ethischer Massstäbe in unserer Zeit hinterherhinkt.
(Konkret haben wir ja das Problem, dass wir gegenwärtig die Fehler ausbügeln müssen, die vorherige Gernarationen gemacht haben. Gleichzeitig wissen wir aber nicht, welche Fehler wir gegenwärtig auf Kosten kommener Generationen machen.)
Kann es sein, dass das Bedürfniss der Menschen nach einem esoterischen Verständniss der Dinge mit dieser einseitigen Entwicklung zusammenhängt ?
Schöne Grüsse, Ben
es hat etwas gedauert mit meiner Antwort, sorry.
Ich wusste lange nicht, was ich antworten sollte - aber vieleicht können wir die Diskussion ja auch etwas längerfristiger führen.
Wichtig ist, daß man versteht, und nicht blind an irgendwas glaubt.
Ich halte es so, und was ich nicht verstehe, hinterfrage ich, oder komme dann zu dem Schluß, daß es Unsinn ist.
Ich antworte mal etwas provokativ, als des Teufels Advokat, sozusagen:
Wenn man der Esoterik etwas gegenüber stellen will, dann wären das die exakten Wissenschaften - oder ?
Dort wird jede These und jedes Modell zur allgemeinen Diskussion gestellt. Ob nun in Philosophie, Mathematik, oder Physik - eine Behauptung muss so formuliert werden, dass alle Versuche, Überlegungen oder Berechnungen, die dem zu Grunde liegen für jeden nachvollziehbar sind. Es kann also jeder prüfen, ob in der These ein Fehler steckt - oder ob nicht. Allgemein anerkannt wird ein Modell erst, wenn es dieser Diskussion standhalten kann. Und jedes Modell wird durch neue Erkenntnisse verändert und verfeinert.
So wie du die Esoterik beschrieben hast, gibt es nicht die Möglichkeit der Prüfung.
Ich sehe hier die Gefahr, dass man sich bewusst oder unbewusst die Erkenntnisse heraussucht, die einem selbst am besten passen. Das kann zwar das persönliche Weltbild sehr bereichern - aber es kann nicht einem Anspruch der Objektivität genügen. Diese Gefahr sehe ich auch, wenn man sich mit sehr vielen Autoren beschäftigt. Das eigene Verstehen wird dann zwar differenzierter - aber es bleibt immer subjektiv.
(Ich will nicht behaupten, dass die exakten Wissenschaften zu objektiven Erkenntnissen kämen - es geht mir um die Methodik.)
Soweit zur Kritik. Was mich an der Esoterik interessiert ist das:
Es gab schon vor einigen Jahrzehnten einen Text des Club of Rome, in dem auf eine einseitige Entwicklung der Wissenschaften seit dem späten Mittelalter hingewiesen wird. Der Club of Rome vermutet, dass diese Entwicklung ursächlich für die ökonomischen und ökologischen Problematiken der heutigen Zeit ist. Beispielsweise wird gegenwärtig der Wert von einem Wald oder einem Fluss lediglich an wirtschafltichen Massstäben gemessen: Holz, Wasserkraft, Verkehrsweg, Erholungswert, CO2-Reduktion, Wasserspeicher, etc. Was nicht mehr berücksichtigt wird, ist der Wert als Solcher. Man nimmt nicht mehr an, dass ein Wald oder ein Fluss auch für sich selbst einen Wert haben könnten. Diese Werte waren im Mittelalter aber noch anerkannt - wurden aber im Gegensatz zu den exakten Wissenschaften nicht mehr weiterentwickelt. Der Club of Rome geht daher davon aus, dass die Entwicklung ethischer Massstäbe in unserer Zeit hinterherhinkt.
(Konkret haben wir ja das Problem, dass wir gegenwärtig die Fehler ausbügeln müssen, die vorherige Gernarationen gemacht haben. Gleichzeitig wissen wir aber nicht, welche Fehler wir gegenwärtig auf Kosten kommener Generationen machen.)
Kann es sein, dass das Bedürfniss der Menschen nach einem esoterischen Verständniss der Dinge mit dieser einseitigen Entwicklung zusammenhängt ?
Schöne Grüsse, Ben