Hallo,
im Grunde ist es egal, ob es rechtlich eine Vergewaltigung war oder nicht. So wie du erzählst, hat dich das Erlebte traumatisiert und für dich sollte im Augenblick nur das wichtig sein.
Ich lese das hier häufig, dass geschrieben wird, du musst den Kerl anzeigen, denke daran, dass es ein nächstes Opfer geben könnte. Nicht mal in so einer Situation denken die Leute an die Frau. Nicht mal dann ist es ihr erlaubt, erst mal ihre Wunden zu lecken. Sogar dann wird sie auf altruistisch getrimmt. Das ist meiner Meinung nach mehr als schockierend.
Nun geht es erst mal um dich. Such dir Hilfe. Geh zu einer Beratungsstelle. Dort reicht es erst mal völlig, wenn du davon redest, wie es dir momentan geht. Niemand verlangt dort von dir eine Beschreibung der Tat. Das ist irrelevant, denn es ist nur wichtig, dass es dir grottenschlecht geht.
Sieh erst mal zu, dass du wieder Fuß fassen kannst, das Erlebte einigermaßen verkraftest, dass du wieder stabil wirst. Dann kannst du immer noch über eine Anzeige nachdenken und das dann immer nur in Begleitung einer Sozialarbeiterin und mit der Unterstützung einer Anwältin.
Man kann verstehen, dass die Polizei die Geschichte in Frage stellen muss, dass sie unangenehme und vielleicht sogar retraumatisierende Fragen stellen muss, weil es leider Frauen gibt, die auf diese Weise Rache nehmen wollen. Aber dann hast du mindestens das Recht, Menschen an deiner Seite zu haben, die aufpassen, dass es du nicht völlig abstürzt und dass deine Würde bewahrt bleibt. Keine Frau muss in der Situation alleine bleiben.
Von hier aus kannst du deine Suche nach Unterstützung starten:
BV Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe
Weitere Adressen in deiner Nähe bekommst du auch über das Frauenhaus.
Ich wünsche dir ganz viel Kraft und denk daran, jetzt zählt nur das, was du brauchst. Das ist kein Egoismus, das ist gesunder Selbstschutz!
Tuesday