Liebe Angel,
ich lese schon eine ganz Zeit mit, wusste aber nicht, was ich schreiben soll. Deine Lage ist verzwickt. Ich hab echt keinen Rat für dich. Aber ein Gedanke, geht mir schon die ganze Zeit im Kopf herum. Vielleicht hilft das ja doch irgendwie...
Wenn du deinen Partner + Kinderwunsch noch nicht aufgeben möchtest, könntet ihr vielleicht mal versuchen gemeinsam zu ergründen, woher sein Sinneswandel kommt.
Er war zwar nicht sooo sicher wie ich, aber er war pro Kinder. Und sprach auch oft von "unser Kind wird dann mal"
Ich bin sicher, wenn jemand sowas sagt, ist er wirklich offen für Kinder und tut nicht nur so, um seine Partnerin nicht zu verlieren. Und ich bin auch sicher, die Offenheit für Kinder, wie sie sich in so einem Satz zeigt, ist etwas Tiefes, Inneres, wo man normalerweise nicht mal eben seine Meinung ändert. Nachdem, was du über seine Gründe schreibst, möchte ich sogar soweit gehen und sagen, ich glaube nicht, dass sein Kinderwunsch plötzlich verschwunden ist. Tief drinnen, ist er vielleicht immer noch da. Er ist nur überlagert und verdeckt von Ängsten. (Ich will dich nicht zu einer unsinnigen Hoffnung verleiten. Mein Optimismus kann auch völlig falsch sein!)
Seine Ängste, die du hier aufzählst, kann man eigentlich mit einem Satz zusammenfassen. Er hat Angst vor einer Trennung. Er vertraut nicht (mehr) darauf, dass eure Beziehung stark genug ist, mit solchen (nicht zu leugnenden!) Herausforderungen fertig zu werden. Einerseits ist es ja normal, dass man am Anfang einer Beziehung alles toll findet und mit der rosaroten Brille, sich gar nicht vorstellen kann, dass es vielleicht mal heftig kriselt. Aber im Grunde kann man sich erst dann wirklich auf die Tragfähigkeit einer Beziehung verlassen, wenn man schon Krisen durchlebt hat und möglichst daran gewachsen ist. Aber manchmal wird man durch Krisen (auch wenns vielleicht scheinbar nur kleine sind), verunsichert. Das könnte vielleicht bei deinem Freund der Fall sein.
Eigentlich will ich da jetzt auch gar nicht länger darauf herumreiten. Ich kenn euch nicht, und weiß nicht, was die Gründe für seine Unsicherheit sein könnten. Aber da es mir ziemlich sicher scheint, dass sein Sinneswandel daher kommt, dass er an der Tragfähigkeit eurer Beziehung zweifelt, halte ich eine Paartherapie tatsächlich für eine gute Möglichkeit. Das haben ja schon manche vorgeschlagen, ohne das aber ausführlich zu begründen. Vielleicht denkst du ja jetzt anders darüber.
Alles Gute euch beiden.
M.