Ich habe ihm nichts mehr gesagt, weil es sowieso zu nichts außer Streit bringen würde. Ich möchte, dass zwischen uns Ruhe und Harmonie herrscht.
Das könnte funktionieren, wenn er mit mir ehrlicher wäre und wenn er einverstanden wäre, zusammen an den Problemen zu arbeiten...
Schau mal, in JEDER Beziehung ist Vertrauen eigentlich eine Grundvoraussetzung. Aber es ist auch wichtig, zu vestehen, was da passiert, bevor man einen Strich zieht, den man später bereut.
Ich kann auch deinen Freund gut verstehen: er hat eine eigene Firma aufgebaut - und es fällt verdammt schwer, sich einzugestehen, das es nicht hinhaut. Und man ist manchmal so verbissen, die Sache nicht aufzugeben, dass man die richtige Einschätzung verlieren kann und weiter und wieder Zeit und Geld hineinpowert...
Und wenn er im Stress ist - und das ist er wohl seit Jahren, zumindest immer wieder, dann kann es vorkommen, dass er nicht anders kann, als den Frust an anderen auszulassen. Ist absolut unfair und nicht richtig, aber es ist vielleicht sein einziges "Abflussrohr", um nicht ganz zu verzweifeln. Ist ja gut, dass es nur selten passiert, wenn ich richtig verstanden hab.
Aber auch das ist zuviel, und es trifft wie so oft die schwächsten Glieder. So wie du es beschreibst hängt alles zusammen.
Ich finde es also wichtig, dass es eine absolute Trennung gibt - in seinem Kopf! - zwischen seiner Arbeit und dem Frust von dort, - und dem Leben zu Hause mit dir und dem Kind. Der Dampf darf nicht zu Hause am Kind abgelassen werden.
So würde ich dir raten, mal mit ihm offene Karten zu spielen. Setzt euch zusammen und fordere ihn auf, ALLES über seine Firma und die Schwierigkeiten zu erzählen - auch wenn es ihm schwer fällt, sich eine solche Blöße zu geben. Da spielt Vertrauen zu seiner liebsten Person eine wichtige Rolle.
Es kann kein Frieden und Harmonie geben, wenn es Probleme gibt, mach dir nichts vor.
Besteh darauf und lass dich nicht breit schlagen. Erzähl von dem, was die Bekannten alles gesagt haben. Spiel all dein Wissen aus. Und sei auch mal nicht nachgiebig, steh zu dir und zu deiner Überzeugung.
Es ist wichtig, keine Vorwürfe zu machen, denn diese bringen nur Unfrieden und Trennung. Sprich von deinen Gefühlen und deiner Betroffenheit. Von deinem Unverständnis über sein fehlendes Vertrauen. Im Ernstfall würde ich sogar eine Konsequenz ziehen, um ihm klar zu machen, dass du sein Verhalten nicht akzeptierst - mag er noch so viel toben...
Überleg dir also genau, was du bereit bist auch zu tun im Falle des Falles. Wenn du klar bist dann wird er es auch werden.
Willst du Klarheit zwischen euch? Was ist sie dir wert?
Zum Beispiel die Wörter wie "aus dir wird nichts" halte ich auch als Erniedrigung.
Das ist wie eine falsche Programmierung! Schau, wenn jemand widerholt: "aus dir wird nichts", dann nimmt die Person - und das Kind am allermeisten, weil es noch keine so guten Abwehrreaktionen ausgebildet hat - dies wie einen Befehl auf, wie eine Suggestion. Und es wird das so tun, um des Friedens und der Akzeptanz willen - der "Vater" hat es ja bestätigt. Insofern sind solche negativen Suggestionen absolut zu unterlassen. Kinder müssen ganz besonders positiv programmiert werden, müssen unterstützt und GELOBT werden. Auch die Hunde werden ja in der Hundeschule mit Leckerchen - also mit positiver Unterstützung - gelehrt, nicht mit Stock und Befehl, oder?
Sollte das Kind schlechter erzogen werden als ein Hund?
Ich muss ihn noch hier überzeugen.
Du kannst niemand überzeugen, wenn die Person nicht dazu willig ist. Das wäre auch nicht richtig, auf ihn so lange einzureden, bis er einwilligt, nur um dich los zu werden...
Du kannst aber deine Meinung klar und deutlich sagen und darauf bestehen, dass sie akzeptiert wird.