Sie haben sich beide gehen lassen, das ist jetzt das Ergebnis 🤷♂️ Aber so hätte man ja vielleicht ein gemeinsames Ziel! Sie könnten versuchen, wieder attraktiver füreinander zu werden. Vielleicht ist es ja auch umgekehrt: Die Frau findet den Mann nicht mehr attraktiv? Was ist denn die Begründung für den fehlenden Sex?
Menschund Gesellschaft
Soso, du Schlaumeier. Sie haben sich also „gehen lassen“ und es ist „ekelig, wenn es überall nur so wabbelt“. Woher weißt du das eigentlich? Ich habe bisher nur gelesen, dass Schorschs Frau übergewichtig ist und sich mit ihrem Körper nicht wohlfühlt. Wie viele Kilos dafür nötig sind und wie sie tatsächlich aussieht, weiß hier kein Mensch. Und ob ihr Körpergefühl überhaupt der einzige Grund dafür ist, dass sie keine Lust mehr auf Intimität hat, wissen wir genauso wenig.
Lieber
@Schorsch, du steckst da wirklich in einem ziemlichen Dilemma. Eine Affäre oder offene Beziehung kommt für dich nicht infrage. Auf Nähe, Sexualität und vor allem das Gefühl, von deiner Frau noch begehrt zu werden, möchtest du aber verständlicherweise auch nicht für den Rest deines Lebens verzichten.
Ich kann dabei tatsächlich euch beide verstehen. Als Frau fände ich den Gedanken furchtbar, mit meinem Mann intim sein zu sollen, obwohl ich überhaupt kein Bedürfnis danach habe – nur damit er zufrieden ist. Und damit meine ich genauso die anderen Formen von Sexualität, von denen du sprichst. Begehren lässt sich nun einmal nicht aus Pflichtgefühl herstellen.
Gleichzeitig finde ich aber auch nicht, dass du deshalb deine eigenen Bedürfnisse einfach für den Rest eurer Ehe begraben musst. Du verlangst ja offenbar nicht, dass deine Frau gegen ihren Willen mit dir schläft. Was dir fehlt, ist etwas viel Grundsätzlicheres: Du möchtest dich in deiner Ehe nicht nur als Papa, Hausmeister und bester Freund fühlen, sondern auch noch als Mann und Partner wahrgenommen und begehrt werden. Dass einem das nach Jahren des Verzichts wehtut und irgendwann die Kraft ausgeht, finde ich sehr nachvollziehbar.
Ob es allerdings viel bringt, ihr zu sagen, dass du über Trennung nachdenkst, weiß ich nicht. Natürlich sollte sie wissen, wie ernst die Situation für dich inzwischen ist. Aber die Angst, dich zu verlieren, kann vielleicht Verhalten verändern – Lust und Begehren erzeugt sie nicht. Im schlimmsten Fall würde deine Frau dann versuchen, dir zuliebe etwas zu geben, was sie selbst eigentlich gar nicht möchte. Und nach allem, was du schreibst, glaube ich nicht, dass es das ist, wonach du dich sehnst.
Vielleicht wäre deshalb die wichtigere Frage gar nicht: „Wie bekommen wir wieder Sex?“, sondern: Was ist zwischen uns passiert, dass dieser Teil unserer Beziehung für dich vollständig verschwunden ist? Und gibt es auf ihrer Seite überhaupt noch den Wunsch, gemeinsam herauszufinden, ob sich daran etwas ändern kann?
Ihr wart schon mehrmals bei einer Eheberatung und du schreibst, dass euch das damals wirklich geholfen hat. Vielleicht wäre genau das noch einmal ein Ort, an dem nicht darum gerungen werden muss, wer von euch beiden recht hat oder wessen Bedürfnisse wichtiger sind, sondern an dem ihr ehrlich herausfinden könnt, ob es noch einen Weg gibt, auf dem keiner von euch dauerhaft gegen sich selbst leben muss.
Ich wünsche euch sehr, dass ihr eine Antwort darauf findet – wie auch immer sie am Ende aussieht.