Hallo ihr,
ich habe ein Problem, dass wohl so ähnlich ist wie eure, aber irgendwie doch nicht ganz...
Und zwar ist meine Freundin extrem emotional abhängig von mir. Wir sind fast ein Jahr zusammen und führen eine sehr enge Beziehung. In letzter Zeit wird es jedoch immer schlimmer, sie ist total schlecht drauf wenn wir uns ein paar Tage nicht sehen können oder ist oft auch schon beleidigt und fühlt sich verletzt, wenn ich nur einen Tag mal keine Zeit für sie habe.
Normalerweise studiere ich in einer anderen Stadt (60 km zu meiner Freundin, die noch Schülerin ist, heuer Abi) und bin übers Wochenende immer zu Hause (5 km zu meiner Freundin), da momentan Semesterferien sind, bin ich aber durchgängig daheim, mache aber Ferienarbeit und arbeite jeden Tag 9 Stunden. Trotzdem haben wir es die letzten Wochen geschafft uns fast immer zu sehen (bzw letzte Woche jeden Tag). Vorgestern musste ich aber nach der Arbeit daheim noch einiges erledigen und es hätte sich einfach nicht mehr rentiert was mit meiner Freundin zu machen. Wir haben an dem Tag auch nichts ausgemacht gehabt oder überhaupt darüber geschrieben, abends hat sie mir dann aber geschrieben, ob ich nicht doch noch zu ihr kommen mag, was aber sinnlos gewesen wäre, da ich immer sehr früh ins bett gehe, weil ich früh aufstehen muss und deswegen hätte ich maximal eine Stunde bei ihr sein können.
Danach war sie anscheinend irgendwie sauer auf mich, was ich aber gar nicht so mitbekommen habe, da sie mir nicht mehr geschrieben hat, ich aber davon ausgegangen bin, dass sie etwas mit Freunden von uns unternimmt und mir das deswegen nicht komisch vorkam. Am nächsten Tag hat sie mir auch nicht geschrieben und erst als ich ein paar mal nachgefragt hab, was denn los ist, hat sie mir geschrieben.
Dass sie nicht mehr weis, wie es mit uns weitergehen soll, dass sie das alles nicht mehr erträgt. Ich hab ihr dann geschrieben, dass ich zu ihr komm, sobald ich aus der Arbeit daheim bin und wir das dann alles bereden. Das wollte sie aber nicht, weil sie sagt, dass es nichts bringt, weil das wieder nur daraus rausläuft, dass ich dann weine und sie mich trösten will und wir nicht zu ende reden (so enden in der Tat die meisten von unseren Streits...). Dann hab ich gesagt, dass ich sie wenigstens trösten will und ihr helfen will, dass es ihr dann besser geht und sie meinte, dass geht nicht, weil ich ja das Problem sei.
Sie hat dann gesagt, dass sie Zeit braucht für sich und ich war dann auch bereit ihr die zu geben und hab gesagt, dass ich ihr jetzt nicht mehr schreibe und sie so viel zeit bekommt, wie sie will. Wenn sie aber irgendwann dann mit mir reden will, dann soll sie mir einfach schreiben/mich anrufen und dann komm ich zu ihr.
Ich hab mir dann schon gedacht, dass es wohl darum geht, dass sie erkannt hat, dass es nicht gut für sie ist, so von mir abhängig zu sein und dass ich deswegen einfach nicht gut für sie bin. Wir haben da vor ein paar Wochen schon ein paar mal drüber geredet, dass sie zu abhängig ist von mir und ich hab ihr gesagt, dass sie das irgendwie ändern muss, weil nur sie diejenige ist, die das ändern kann, ich ihr aber so guts geht dabei helfen werde und sie irgendwie unterstützen werde. Aber sie wollte das immer nicht wirklich wahrhaben und wollte es nicht hören. Und gestern wurde ihr das wohl klar und ich habe dann daheim beschlossen, dass ich ihr das nicht noch schwerer machen werde und es akzeptieren werde, wenn sie schluss macht, damit sie wieder unabhängig von mir werden kann (bzw, ich wollte ihr vorschlagen, eine Art Pause einzulegen, wegen mir auch ein paar Monate, so lange sie eben braucht, bis sie wieder auf eigenen Beinen stehen kann). Irgendwann Abends hat sie mir dann geschrieben ob ich noch kommen könnte, ich bin natürlich sofort zu ihr gefahren.
Sie wollte dann wirklich Schluss machen und genau aus dem Grund, dass sie erkannt hat, dass ich nicht gut für sie bin. Ich hab ihr dann den Vorschlag mit der Pause gemacht, aber sie meinte dass das nicht funktionieren wird und hat das Weinen angefangen ich wollte sie dann trösten und hab dann auch das Weinen angefangen und irgendwann lagen wir zusammen auf dem Bett und haben geweint und sie hat gesagt, sie will nicht schluss machen, dass es aber das beste wäre und ich hab ihr eigentlich nur zugestimmt.
Wir haben dann trotzdem nicht Schluss gemacht, sondern wir sind noch zusammen, aber sie hat mir Versprochen, dass sie versuchen wird, daran zu Arbeiten und viel mit anderen Freunden machen wird und sich vielleicht auch noch irgendein Hobby sucht.
Ich bin natürlich einerseits ziemlich froh, dass ich immer noch mit ihr zusammen bin, andrerseits find ichs scheiße von mir, dass ich immer noch mit ihr zusammen bin, wenn es ihr dabei so schlecht geht.
Habt ihr Tips für mich/uns, wie wir, bzw sie da wieder rauskommen kann? Wie ich mit ihr umgehen soll?
Unsere situation unterscheidet sich glaube ich von euren Situationen schon ein bisschen, weil ich sie nie (zumindest nicht absichtlich) verletzt habe, höchstens mal mit irgendeinem unbedachten Satz, den sie dann falsch verstanden hat oder so. Kleinere Streitereien...
Sie hat auch teilweise Dysmorphophobie, glaube ich, sie ist extrem unsicher mit sich und ihrem Körper, findet sich selbst hässlich. Oft glaubt sie, cih wäre nur aus Mitleid mit ihr zusammen. Einmal wollte sie (wir schlafen oft nackt) sich nicht ausziehen und hatte einen Pulli zum schlafen an, kurz vor dem Einschlafen hat sie mich dann gefragt, ob sie den ausziehen könne. Sie hatte den Pulli in dem Fall hauptsächlich an, weil sie glaubte ich würde sie nicht nackt sehen wollen und fände das eklig...
Mittlerweile haben wir das einigermaßen in den Griff bekommen und ihre Probleme mit ihrem Körper sind in einem normalen Maß, glaub ich...
Ich will ihr wirklich helfen, aber ich glaube nicht, dass ich mit ihr schluss machen könnte, auch wenn es das beste für sie wäre...