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emotional instabile Persönlichkeitsstörung ..kämpfen um das was man liebt

Hallo 🙂

Mein Partner ist ebenfalls mit dieser Erkrankung belastet. Was mir persönlich immer sehr schwer fällt ist, diesen Rückzug nicht persönlich zu nehmen. Bei ihm ist es nämlich so, dass er alle anderen schon noch sehen uns treffen kann, mich aber nicht. Das kränkt mich sehr.

Solche Phasen kommen oft aus dem Nichts, aber meist nach einer Phase, in der er mir sehr sehr nahe war. Es gibt wirklich Wochen, da will er meine Anwesenheit ständig und plötzlich schlägt es um und er will mich wieder Wochen nicht sehen. Er sagt dann immer ich könnte nicht loslassen 😉 wenn ich ihn wieder mit Fragen löcher, warum er mal wieder zu mir sagt, dass er mich nicht mehr sehen will.

Er drückt das dann auch so knallhart aus. Er sagt, er will mich nie wieder sehen, nie wieder mit mir schlafen und solche Aussagen kommen aus heiterem Himmel.

Bisher ist er jedes Mal wieder angekommen, suchte meine Aufmerksamkeit. Ich denke, man muss sehr stark sein um das wirklich längerfristig ohne Therapie mitmachen zu können. Man muss sehr unabhängig sein, sich abgrenzen können. Ich habe mich oft gefragt wie es wäre, wenn wir Kinder hätten (würde ich später mal haben wollen). Wäre er wirklich ein guter Vater? Er kann sich ja jetzt noch nicht mal an Absprachen halten, bricht am laufenden Band Abmachungen. Das ginge mit Kindern einfach nicht, ohne dass die vielleicht auch einen Schaden davon tragen. Vor allem wenn er keine Therapie macht.

Ist dein Partner an einer Sucht erkrankt? Warum geht er nicht in Therapie?

Natürlich sind das auch liebenswerte Menschen und ich liebe meinen Freund auch sehr und dachte mit genügend Liebe und Verständnis würde man alles schaffen. Aber letztes Jahr wurde bei mir eine leichte Depression festgestellt, obwohl ich ein sehr lebensbejahender Mensch bin.
Man muss wirklich sehr auf sich achten.

Ein Patentrezept habe ich bisher nicht gefunden. Habe eher das Gefühl, egal was man tut, es ist falsch. Kümmer ich mich mehr um meine Belange, fühlt er sich vernachlässigt bzw ist eifersüchtig oder hat Verlustängste. Bin ich mehr bei ihm, dann fühlt er sich eingeengt.

Was ich aber weiß, dass du das nicht an dich ranlassen darfst. Nimm es nicht persönlich.
 
zu deinem selbstschutz solltest du dich von ihm trennen.
du wirst sonst selbst ein fall für den therapeuten.

ich spreche aus erfahrung.
 
Bei ihm sinds jegliche Menschen und je mehr man ihn unterstützen will, desto mehr macht er dicht. Er kann und will sich nicht helfen lassen.

Ich hatte mal ganz vorsichtig das Thema mit den antidepressiva angesprochen gehabt und er war auch darüber nicht begeistert
 
Gast
Bei meinem Partner kommen die phasen nicht von jetz auf gleich, die schleichen sie allmählich ein und er merkt sie auch. Deswegen haben wir auch vereinbart, dass er mich dann sofort darüber in Kenntnis setzt. So kann ich sein Handeln besser verstehen und selbst versuchen ein Gang herunter zu schalten. Er hat bisher solch Aussagen noch nie von sich gegeben, also dass er mich nie wieder sehen will ect pp.

Er hat auch keine suchterkrankungen, kein Alkohol, keine drogen, keine Tabletten oder sonstiges. Er bwgibtvsich nicht in therapie, weil ihm gesagt wurde, dass es für diese Erkrankung keine vollständige Heilung gibt (Was von nen Psychologen auch recht aufbauend ist).
 
Wenn dein Partner Therapie sowie Medikamente ablehnt, dann will er an seinem Zustand offenbar nichts ändern. Daher kämpst du auf verlorenem Posten.
Du richtest dich nach seinen Stimmungen und er kann sich in seiner Depriphase suhlen.
Sobald sich seine Stimmung hebt, darfst du wieder antanzen.
An dich denkt er dabei offensichtlich nicht.
Du solltest ihm die Trennung in Aussicht stellen, wenn er keinen Therapeuten aufsucht.
 
Hallo Erikaa,

ich muss mich da sofia anschließen. Wenn er Therapie und Medikamente ablehnt, dann ist der Leidensdruck für ihn noch nicht groß genug und er will den momentanen Zustand nicht ändern. Du scheinst mehr zu leiden als er, aber das scheint ihn nicht dazu zu bringen eine Therapie zu beginnen. Liebe Erikaa, das würde mir zu denken geben.

Auch zweifel ich ein wenig an der Diagnose, denn zu dem Krankheitsbild gehört auch das selbstverletzende Verhalten bzw. eine Sucht (Magersucht, Fresssucht, Alkoholismus, Spielsucht usw.).
 
Hallo, liebe Erika. Ich war selber jahrelang mit einer diagnostizierten BPS/EIPS-Partnerin zusammen, und ich kann dir leider nicht viel Positives berichten.
Es war mit ihr ein permanentes Auf und Ab. Mal war sie der netteste Mensch der Welt, dann wieder vollkommen unausstehlich. Ihre Launen schlugen teilweise schneller um als das Wetter am K2. Zwar bemerkte sie das zuweilen selbst, und sah auch ein, dass es schwierig für mich war immer und unter allen Umständen empathisch mit ihr zu sein, aber das hielt nie lange vor. Sie manipulierte mich nach Strich und Faden, und als sie dann aufgrund der Tatsache dass ihr die elementarsten sozialen Regeln ('Was du nicht willst das man dir tu, das füg auch keinem andern zu') unklar waren, schließlich in Therapie musste, ruhte sie sich auf ihrer Diagnose aus, und sagte mir, ich solle sie eben so akzeptieren, wie sie sei, und um sie kämpfen.
Liebe Erika, ich sage dir aus Erfahrung, dass so etwas meist (nicht immer, das kommt sicherlich auf die Ausprägung der Krankheit an) ein Kampf gegen Windmühlen ist, und es sehr an der Einsicht des betroffenen Partners hängt, ob dieser Kampf tatsächlich Früchte trägt. Eines sollte dir jedoch klar sein: Kämpfen kostet immer Kraft. Teilweise so viel Kraft, dass die eigene Psyche darunter leidet.
Wenn dein Partner allerdings gar nicht erst einsehen will, dass er ein behandlungsbedürftiges Problem mit seinem Charakter hat, dann kämpfst du von vornherein eher auf verlorenem Posten. Für ihn läuft alles super, da du ihn und sein Gebahren erträgst, und ihm Mitgefühl entgegenbringst. Aber wo ist sein Mitgefühl dir gegenüber, wenn er es vollkommen ablehnt Hilfe anzunehmen, die den Umgang mit ihm für dich entsprechend leichter gestalten würde? Stell dir mal bewusst diese Frage, und dann stell dir anschließend auch noch die Frage, ob er den Aufwand und die Verletzungen wirklich wert ist, wenn du die Einzige bist, die am Ende für die Beziehung kämpft.

Meine Ex jedenfalls war vollkommen uneinsichtig, betrog mich, rechtfertigte das Ganze mit den abstrusesten Begründungen, ließ mich gleichzeitig bei ihren Eltern den Buckel krumm schuften, und wenn ich dagegen aufbegehrte sagte sie, sie könne ja nichts für ihr Verhalten, das sei ja gar nicht sie, das sei die Krankheit.
Das sagte sie im Übrigen auch zu den ganzen Gemeinheiten und Bösartigkeiten, die sie mir an den Kopf schmiss. Von subtiler Abwertung bis hin zu den unflätigsten Abscheulichkeiten, weit unterhalb der Gürtellinie.
Ich solle mich damit nicht so anstellen, ich wüsste ja was mit ihr sei.

Sicherlich gibt es Betroffene, die sich mit Hilfe von Therapien oder gegebenenfalls medikamentöser Behandlung so weit im Griff haben, dass mit ihnen ein konstruktives Miteinander durchaus möglich ist. Dennoch ist es wichtig, dass der betroffene Partner Einsicht darüber zeigt, dass ihn seine Emotionen und Impulse oft mehr im Griff haben als andersherum, und dass er Hilfe braucht, um seine inneren Spannungszustände zu beherrschen.
Nicht viele Menschen haben die emotionalen und nervlichen Ressourcen mit jemandem klarzukommen, der oft impulsiv, egoistisch und unberechenbar agiert, und nichtfunktionale Beziehungs- und Problembewältigungsmuster an den Tag legt.

Ich wünschte, ich könnte dir wirklich hilfreiche Tipps geben, wie du damit besser klarkommst, aber außer emotionaler Abschottung, und einer gewissen Abgeklärtheit, die reziprok aber auch oft dazu führt, dass man den BPS/EIPS Partner irgendwann nicht mehr wirklich ernst nimmt, oder sogar behandelt wie ein etwas verzogenes Kind, fällt mir keine Möglichkeit des Umganges ein.

Wichtig ist, dass DU jedoch DEINE Grenzen (er-) kennst, und weißt wann es an der Zeit ist, einen Haken zu machen, und weiterzuziehen.

Viel Glück.
 
Manchmal denke ich mir schon, dass ich es leichter haben könnte,indem ich mich trenne. Doch das kommt für mich nicht in frage. Ich werde ihn zur Seite stehen und wenn es sein muss, dann bin ich stark für uns zwei.

Und wie lange kannst Du das sein , bevor Du selbst irgendwann zusammenbrichst?

Ich habe da noch ein altmodisches denken, "reparieren statt wegschmeißen"

Und was tut er dazu , um beim reparieren zu helfen?

Oder reißt er nur ein und Du reparierst nur?
 
hallo erikaa,

hast du mit den beiträgen was anfangen können?

wie gehst du jetzt weiter mit deiner beziehung um ?
 
Liebe erikaa3,

Ich kann verstehen, dass Du verzweifelt bist, denn Borderline/emotionale Instabilität ist für niemanden angenehm - weder für den Betroffenen noch für die Angehörigen. Umso schöner ist es, dass Du dennoch kämpfen und nicht einfach alles hinschmeißen willst, wobei es da trotzdem ein paar Dinge gibt, auf die man achten sollte:

a) Borderline ist nicht gleich Borderline. Klar gibt es immer Gemeinsamkeiten, nämlich die emotionale Instabilität, aber wie sich die auswirkt, ist meiner Erfahrung nach von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Es gibt zum Beispiel solche, die manipulieren, und jene, die sich eher zurückziehen, wenn sie gerade in einem Tief sind. Ich selbst bin definitiv letzteres, wobei es ratsam sein kann, dagegen anzukämpfen (das Bedürfnis in einem Tief ist ja eher das nach Nähe und Verständnis, man schaufelt sich also sein eigenes Grab, wenn man aus Angst heraus einen Rückzieher macht). Auch gibt es Borderliner, die sich selbst verletzen, und jene, die es nicht tun - und je nachdem, wie sich Borderline bei einem Menschen zeigt, kann es leichter oder schwerer sein, als Angehörige(r) damit umzugehen.

b) Ich ganz persönlich finde, dass eine Therapie, auch mit zusätzlicher medikamentöser Behandlung, sehr sinnvoll sein kann. Das ist wie gesagt meine eigene Meinung und wahrscheinlich ist es da auch wieder von Mensch zu Mensch unterschiedlich, ob eine Therapie hilfreich ist oder sich das ganze so "löst" (was ich jedoch für unwahrscheinlich halte, ganz ehrlich). Das ist aber eine Entscheidung, die man jemandem nicht einfach so aufdrücken kann, denn letztlich muss man eine Therapie auch wirklich wollen, damit sie Erfolg hat. Wie jedoch gesagt, ich selbst halte das für die beste Möglichkeit, um mit solchen Dingen wie Borderline umgehen zu können.

Letzten Endes kann Dir niemand sagen, was das beste für Dich und für ihn ist. Ich selbst finde es unschön, dass er sich nicht in Therapie begeben will, aber wie gesagt, das ist nur meine Meinung. Oh, und was diese Aussage von dem einen Psychologen betrifft, von wegen Borderline sei nicht heilbar - es ist so, dass Borderline meist mit Anfang bis Mitte zwanzig am stärksten auftritt, sich danach aber wieder verlaufen kann. Ich persönlich gehe auch eher davon aus, dass ich wohl nie ganz "geheilt" werden kann (schwer zu erklären, irgendwie), aber es gibt so viele Wege und Möglichkeiten, gut mit dieser emotionalen Instabilität umzugehen, dass ich durchaus gewillt bin, so viel möglich darüber zu lernen und mir anzueignen. Zumal man nicht vergessen darf, dass ein Psychologe nicht einfach schnippst und dann sämtliche Probleme verschwunden sind. Er begleitet einen lediglich, denn im Grunde genommen macht man selbst die ganze Arbeit - der Psychologe gibt einem lediglich das Handwerkszeug dafür.

Falls Du noch irgendwelche weiteren Fragen haben solltest, stell sie ruhig. Ich habe nicht wirklich ein Problem damit, offen über dieses Thema zu reden. Ansonsten wünsche ich Dir ganz viel Glück und Stärke auf Deinem Weg. 🙂

glyphenseele
 

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