Hallo Vermisst,
das liegt dann aber nicht an der Therapieform EMDR, sondern am Therapeuten selbst, der die falsche Vorgehensweise wählt. Bei einer verpfuschten OP ist weder das Skalpell schuld, noch in verallgemeinernder Weise die gesamte Ärzteschaft, sondern einzig und allein dieser eine Chirurg.
Einem Arzt oder Therapeuten wird, finde ich, allzu gerne mit einer Erwartungshaltung begegnet, die ansonsten nur einem allmächtigen und unfehlbaren Gott zusteht. Das halte ich aber für vorsätzlichen und blinden Selbstbetrug. Es sind Menschen, die genauso fehlbar sind, wie jeder andere auch.
Es sind leider in der Medizin Entscheidungen zu treffen, die weitreichende Konsequenzen haben können und der erhoffte Erfolg auf Grund der Komplexität eines Organismus, einschliesslich der Psyche, auch aus bleiben kann. In manchen Fällen mit negativen Folgen. Das ist leider nun mal so. 100%ige Garantie gibt es im Leben nicht und wird es niemals geben. Die einzige Alternative ist: Nichts machen. Dadurch ändert sich aber auch nichts.
Jeder Mensch ist einzigartig. Und daraus ergibt sich auch die logische Konsequenz, dass niemals alle Menschen mit einer einzigen allgemeingültigen "Klatsche" geheilt werden können. Es kann ein Arzt oder Therapeut niemals die verschiedenen genetischen und erlebnisbedingten Konstellationen jedes einzelnen von über 6 Milliarden Menschen kennen und entsprechend richtig handeln. Aber er hat durch sein Wissen und seine Erfahrung einfach die bessere Chance im Gegensatz zu mir, als Nicht-Mediziner, erfolgreich zu sein.
"Wie: Das Medizinstudium bzw. die therapeutische Qualifikation ist nur eine Art Schätzeisen?" Ich denke, wenn man so will - ja. Doch es ist erstaunlich gut und auch recht präzise - nur eben nicht vollkommen.
Ferner, wie du schon festgestellt hast, gibt es auch qualitative Unterschiede in der Arbeitsweise zwischen den einzelnen Ärzten und Therapeuten - es sind letztlich nur Menschen. Das bedeutet, dass man in manchen Fällen Initiative ergreift und vielleicht auch mehrere Anläufe benötigt, um den richtigen Arzt oder Therapeut für sich zu finden. Das ist sehr sehr ärgerlich, aber auf Grund der eben beschriebenen Tatsachen unumgänglich. Es sei denn, man entschließt sich, Nichts zu machen, oder seine Energie dahingehend zu verschwenden, dass man grundsätzlich über die Medizin und derselben Ausübende herzieht. Damit ist aber nur in den seltensten Fällen jemandem geholfen geworden.
LG
Gastro