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EMDR Wunderwaffe ?

  • Starter*in Starter*in Benno 42
  • Datum Start Datum Start
B

Benno 42

Gast
Ich kann dem nichts abgewinnen, da ich selbst diese Therapieform bekommen habe. Der Effekt war gleich null. Es mag daran liegen, daß ich mittlerweile retraumatisiert bin.

Hat jemand ähnliche negative Erfahrungen gemacht ?

Sollte diese Therapieform eine Wunderwaffe sein, so dürfte es kaum noch psychisch kranke Patienten geben. Ich bin komplex traumatisiert; bestehend seid Jahrzehnte.
 
Ich bin überzeugt, dass diese Art nur etwas bringt, wenn man gut stabil ist, ansonsten wird man auch durch EMDR retraumatisiert, weil man nicht rechtzeitig "STOPP" sagen kann und ähnliches!
Man muss aber auch sagen, dass jede Therapieart gefährlich sein kann, da einfach unterbewusst vieles stattfindet und einerseits möchte man das ja auch.....aber es muss gut begleitet werden und sobald man alleine nicht mehr klar kommt, muss man entscheiden, was einem wichtiger ist.....
Man hat schließlich noch ein "Leben" außerhalb einer Therapie, auch wenn man es nur Stundenweise haben mag....
Die beste Therapie die ich bisher hatte, war eine Verhaltenstherapie Traumaadaptiert.
Die letzten Stunden machten wir bevor ich ging eine Imagination, damit alles Belastende was während der Stunde hoch kam, eben man verbannt.....
Kann ich nur jedem empfehlen, (der traumatisiert ist) das hätte man schon viel eher machen sollen..... 😉
 
Hallo Benno,

es gibt nichts, aber auch überhaupt und gar nichts, das für alle Menschen gleichermaßen hilfreich ist. Es gibt Medikamente, die für unheimlich viele Menschen äußerst hilfreich ist und deren Lebensqualität entscheidend verbessert. Allerdings gibt es auch Menschen, denen ein solch "gutes" Medikament überhaupt nicht hilft, ja sogar schadet. Dass das so ist, liegt aber nicht am Medikament, sondern daran, dass es einfach Unterschiede gibt zwischen Mensch und Mensch. EMDR ist eine Therapieform, die sehr wichtig geworden ist, weil sie in unzähligen Fällen sehr sehr viel positives bewirkt hat. In deinem Fall scheint sie, so wie du es angibst, nicht zu funktionieren. Sollen jetzt alle Menschen, denen EMDR hilft bzw. helfen könnte auf die "Genesung" durch EMDR verzichten, nur weil es in Deinem Fall nicht hilft? Ist das verantwortbar? Bitte versteh mich nicht falsch. Ich empfinde es als sehr schade, dass es bei Dir nicht geholfen hat. Du bist enttäuscht und wie du sagst retraumatisiert. Dass Dich das verärgert, ist normal und verständlich. Aber ich bitte Dich, nicht einfach alles in Frage zu stellen. Die Komplexität unserer Psyche ist - und das ist gut so - "GIGANTISCH". Es gibt kein Allerweltsheilmittel und das wird es niemals geben. Das bedeutet aber auch, dass es auch für Dich eine Therapie geben wird, die Dir hilft. EMDR ist eine Möglichkeit von vielen. Sie hilft bei sehr vielem. Aber nicht bei allen. Egal welchen Bereich der menschlichen Gesundheit man sich anschaut, es gibt nichts allgemeingültiges, sondern maximal nur mehrheitlich wirksames. Ich bitte Dich, gib nicht auf und suche weiter. Es gibt etwas, das Dir hilft. Davon bin ich überzeugt und ich drücke Dir die Daumen.

LG Gastro
 
Hi Gastro,
leider klären viele Therapeuten, die diese Form anbieten nicht auf, dass auch EMDR Langzeitfolgen haben kann und nicht nur Positive....
Ich meine, man sollte schon wissen, bevor man damit anfängt, dass u.U. da Dinge "hoch kommen" die nicht so doll sind und manche haben dann keine "Helfer"
Ich kenne einige Betroffene, also Traumapatienten, die ohne Medikamenten diese Therapieform gar nicht bewältigen konnten....
Und meiner Meinung ist EMDR genau das Gegensätzliche zu einer TT die Resourcen orientiert ist....
Selbst eine TT ist teilweise sehr schlimm....
Deshalb, wie ich oben schon schrieb, sollte man stabil sein....
Und nach der Therapie einige Stunden nicht alleine....
Oder abends eben...
 
Hallo Vermisst,

das liegt dann aber nicht an der Therapieform EMDR, sondern am Therapeuten selbst, der die falsche Vorgehensweise wählt. Bei einer verpfuschten OP ist weder das Skalpell schuld, noch in verallgemeinernder Weise die gesamte Ärzteschaft, sondern einzig und allein dieser eine Chirurg.
Einem Arzt oder Therapeuten wird, finde ich, allzu gerne mit einer Erwartungshaltung begegnet, die ansonsten nur einem allmächtigen und unfehlbaren Gott zusteht. Das halte ich aber für vorsätzlichen und blinden Selbstbetrug. Es sind Menschen, die genauso fehlbar sind, wie jeder andere auch.

Es sind leider in der Medizin Entscheidungen zu treffen, die weitreichende Konsequenzen haben können und der erhoffte Erfolg auf Grund der Komplexität eines Organismus, einschliesslich der Psyche, auch aus bleiben kann. In manchen Fällen mit negativen Folgen. Das ist leider nun mal so. 100%ige Garantie gibt es im Leben nicht und wird es niemals geben. Die einzige Alternative ist: Nichts machen. Dadurch ändert sich aber auch nichts.

Jeder Mensch ist einzigartig. Und daraus ergibt sich auch die logische Konsequenz, dass niemals alle Menschen mit einer einzigen allgemeingültigen "Klatsche" geheilt werden können. Es kann ein Arzt oder Therapeut niemals die verschiedenen genetischen und erlebnisbedingten Konstellationen jedes einzelnen von über 6 Milliarden Menschen kennen und entsprechend richtig handeln. Aber er hat durch sein Wissen und seine Erfahrung einfach die bessere Chance im Gegensatz zu mir, als Nicht-Mediziner, erfolgreich zu sein.
"Wie: Das Medizinstudium bzw. die therapeutische Qualifikation ist nur eine Art Schätzeisen?" Ich denke, wenn man so will - ja. Doch es ist erstaunlich gut und auch recht präzise - nur eben nicht vollkommen.

Ferner, wie du schon festgestellt hast, gibt es auch qualitative Unterschiede in der Arbeitsweise zwischen den einzelnen Ärzten und Therapeuten - es sind letztlich nur Menschen. Das bedeutet, dass man in manchen Fällen Initiative ergreift und vielleicht auch mehrere Anläufe benötigt, um den richtigen Arzt oder Therapeut für sich zu finden. Das ist sehr sehr ärgerlich, aber auf Grund der eben beschriebenen Tatsachen unumgänglich. Es sei denn, man entschließt sich, Nichts zu machen, oder seine Energie dahingehend zu verschwenden, dass man grundsätzlich über die Medizin und derselben Ausübende herzieht. Damit ist aber nur in den seltensten Fällen jemandem geholfen geworden.

LG

Gastro
 

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