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Eltern mit Vornamen oder Mama und Papa ansprechen ?

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Gast

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Hallo!

seit ich ausgezogen bin hat sich einiges in meiner Familie gewandelt.
Vor etwa 1 Jahr gab es einen großen Streit in unserer Familie wegen einer peinlichen Unordnung in meiner Wohnung. Ich gebe auch zu dass das nicht feierlich war und habe auch aus meinem Fehler gelernt und halte die Wohnung immer sauber.
Heute habe ich mit meinen Eltern telefoniert, und dabei ist herausgekommen, dass ich meinen Vater mit Vornamen statt Papa und meine Mutter auch mit Vornamen statt Mama anspreche. Damals hatte ich das bewusst gemacht um zu zeigen, dass ich kein kleines Kind mehr bin, da durch die Unordnung sehr viele Erniedrigungen kamen. Diese waren zwar wohl nicht mit Absicht, aber ich hatte trotzdem das Bedürfnis dies zu betonen, zu betonen dass ich bereits erwachsen bin und kein kleines Kind mehr.
So heute nenne ich meine Eltern immer noch mit Vornamen. Als wir heute telefoniert haben gab es darüber einen Streit. Ich fühle mich auch ein bisschen Scheiße wegen der Sache. Das Problem ist aber dass es automatisch so in meinem Kopf drin ist mittlerweile.
Eine Freundin von mir redet mir ständig ins Gewissen deswegen, sie macht ja alles richtig und nennt ihre Eltern mama und papa. Sie wohnt noch bei ihren Eltern, vielleicht liegt es daran ? Auf jeden Fall nervt es mich, dass sie so tut als wäre sie der Engel auf Erden und ich so schlimm. Findet ihr es auch so verwerflich, seine Eltern mit Vornamen anzusprechen ?
Glaubt ihr man ist ein schlechterer Mensch. wenn man seine Eltern nicht mama und papa nennt ? Also ich bin ja der Meinung man muss nicht immer betonen wie sehr man seine Eltern doch respektiert und wie toll man sie findet. Es reicht doch, wenn man sich das für sich denkt. Das muss man doch niemandem erklären oder beweisen ? Es macht mich grad ein bisschen sauer, wie arrogant meine Freundin sich damit gibt und sich für was Besseres hält weil sie dies anders macht und wie sie das bei sich immer betont. Naja vielleicht liegts daran dass sie ein Mädchen ist und ich ein Bub. Keine ahnung. Sind Mädchen die besseren Menschen ? Was denkt ihr davon ? Was würdet ihr erwidern ?

Danke im Voraus und Freundliche Grüße
 

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Gast 50+

Gast
Hallo,
Also ich bin auch eine Mama und in letzter Zeit werde ich häufig erstaunt gefragt, woher das käme, dass meine Söhne (10 und 13) mich beim Vornamen und nicht Mama nennen. Ehrlich gesagt weiß ich es nicht. Interessanterweise rufen sie mich in letzter Zeit viel häufiger Mama als früher, oder Mutter oder Mutti, wenn sie mich ärgern wollen :) weil ich das so gar nicht mag. Vielleicht liegt es an meiner Einstellung - ich meine, dass "Mama" ein Teil, eine "Funktion sozusagen" von mir ist, und ich, wenn ich auch leidenschaftlich gerne Mama für meine Jungs bin, doch auch noch viel mehr bin. Ich nenne meine Söhne ja schließlich auch meistens bei ihren Namen und seltener "Sohn" oder "Kind". Forciert oder verlangt habe ich zumindest keine der Anreden, es hat sich einfach so entwickelt und wir drei sind sehr zufrieden damit. Abgesehen davon - zu deiner Situation eine Idee: Der Streit um die Anrede mag ein Ausdruck der Verletztheit deiner Eltern sein, weniger wohl die Ursache. Vielleicht hilft deinen Eltern und auch dir sich die Frage zu stellen, was ihnen, was dir wesentlich/ was Ihnen, was dir wirklich wichtig ist in eurer Beziehung zueinander...um aus dem Kampf um Verletztheit (sprich Streit) heraus zu finden.
Alles Gute,
Phia
PS: Beim Papa ist es genauso!
 

Möpp Mööp

Mitglied
Es käme mir nie in den Sinn, meine Eltern mit ihren Vornamen anzusprechen. Das wäre wohl die größte Respektlosigkeit, die ich mir je vorstellen könnte. Ich liebe meine Eltern und die Worte "Mutti" und "Vati" sind für mich Ausdruck der Zuneigung. Sie lassen sich auch schön anpassen, je nach Situation (z.B. "Mutter" oder "Vater", wenn ich sauer bin, "Mami" oder "Papi", wenn ich was will :D). Auch für enge Freunde habe ich Spitznamen, die eine besondere Bedeutung für mich und sie haben.

Mit Vornamen rede ich Bekannte und Kollegen an. Mit anderen Worten: austauschbare Menschen, die keine allzu große Rolle in meinem Leben spielen, und dazu zählen meine Eltern ja nun wirklich nicht.

:blume:
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Findet ihr es auch so verwerflich, seine Eltern mit Vornamen anzusprechen ?
Glaubt ihr man ist ein schlechterer Mensch. wenn man seine Eltern nicht mama und papa nennt ?

Also ich bin ja der Meinung man muss nicht immer betonen wie sehr man seine Eltern doch respektiert und wie toll man sie findet. Es reicht doch, wenn man sich das für sich denkt. Das muss man doch niemandem erklären oder beweisen ? Es macht mich grad ein bisschen sauer, wie arrogant meine Freundin sich damit gibt und sich für was Besseres hält weil sie dies anders macht und wie sie das bei sich immer betont. Naja vielleicht liegts daran dass sie ein Mädchen ist und ich ein Bub. Keine ahnung. Sind Mädchen die besseren Menschen ? Was denkt ihr davon ? Was würdet ihr erwidern ?

Danke im Voraus und Freundliche Grüße
Hallo, lieber Gast,
zwischen Menschen die sich lieben, respektieren und schätzen kommt es oft zu Zeichen, die genau diese Liebe, diesen Respekt individuell ausdrücken. Nicht immer sind diese Zeichen für Dritte sicht- oder hörbar.

Die Bezeichnung - wie Eltern oder Kinder genannt werden - kann so ein Zeichen sein. Es ist nach meiner Meinung nicht wichtig, ob allgemein Eltern mit Vornamen oder mit Papa und Mama genannt werden. Die Bezeichnung ist eine Sache der Vereinbarung. Es ist ein Zeichen großer Ignoranz Eltern (oder auch Kinder) anders zu rufen, als diese es angenehm oder angemessen empfinden. Ignoranz ist nicht ein Zeichen von Respekt, sondern eher ein Zeichen mangelnden Respekts. Du setzt Dich damit über ihre Gefühle hinweg.

Als ich bereits erwachsen war, nannte mich meine Mutter "Bübchen". Es war für sie ein Ausdruck von Liebe und Zärtlichkeit. Erst als ich ihr sagte, dass mir dieser Ausdruck vermittelt, dass sie mich als Kleinkind betrachtet und sie mich damit lächerlich macht, war sie einsichtig, auch wenn es ihr ein bißchen schwer fiel.

Du irrst, wenn Du meinst, dass es völlig genügt, respektvoll zu denken. Dein Irrtum führt zu der Frage: Wie authentisch willst Du sein?

Wenn Du denkst, der andere hat Hunger, dann ist das völlig unerheblich, nutzlos, es sei denn, dieser Gedanke führt Dich dazu, dem anderen auch etwas zu essen zu geben. Und auch da sollte man auf den anderen eingehen. Dem Veganer gebe ich etwas ohne Fleisch zu essen und dem Baby gebe ich Babynahrung etc. etc.

Die Einstellung führt zu Gedanken und diese zu Worten und Taten. Fehlen Worte bzw. Taten, dann ist die angeblich gute Einstellung nicht vorhanden. Gedanklich hältst Du Respekt für richtig und Du willst Dich auch respektvoll verhalten - aber noch fehlt es an der Tat. Noch sträubst Du Dich dagegen, noch bist Du in diesem Punkt nicht authentisch.

Kann es sein, dass mit Deiner Weigerung immer noch ein Stück "Widerstand gegen die Eltern" verbunden ist? Schwingt evt. noch ein Stück Rache für erlittene Verletzungen mit?

Meine Empfehlung: Nenne Deine Eltern so, wie sie genannt werden wollen.
Aber setze Dich auch mal in einer ruhigen Minute mit ihnen hin und erkläre, wodurch Du Dich damals verletzt gefühlt hast - und das dies die Geburtsstunde war, sie nur noch mit Vornamen anzureden.

Daraus könntet ihr sogar eine Art Geheimsprache machen. Immer wenn Du Dich verletzt fühlst, fragst Du Deinen Vater, ob Du ihn mit seinem Vornamen ansprechen darfst... eine Frage, mit der Du ausdrückst: "Durch Deine Bemerkung von soeben hast Du mich verletzt. Mach' das bitte nicht mehr." Und dann ist es an Deinem Vater, an der Heilung zu arbeiten.

Was meinst Du?

LG; Nordrheiner
 

Sparkling Emerald

Aktives Mitglied
Hallo Gast,

ich finde es nicht verwerflich, seine Eltern mit Vornamen anzusprechen. Das Wichtigste ist doch, dass es für deine Eltern in Ordnung ist. Wenn die sich das verbitten, solltest du sie nicht mit Vornamen anreden, aber ansonsten? Was geht es deine Freundin denn überhaupt an wie du deine Eltern nennst? Verstehe ich nicht.

Ist doch okay, wenn sie ihre Eltern Mutter und Vater oder wie auch immer anspricht, aber deshalb musst du das doch nicht genauso machen. Und was soll das mit dem Geschlecht zu tun haben, das ist doch ausgemachter Blödsinn.

Ich würde erwidern was ich schon geschrieben habe, nämlich, dass es deine Sache ist wie du deine Eltern nennst und sie da nicht reinzureden hat.

Ich persönlich erlaube meinen Söhnen nicht mich mit Vornamen anzusprechen, auch wenn sie bereits erwachsen sind. Ich nenne meine Eltern Dad und Mutter, weil ich es für mich als Erwachsene albern finde noch Mutti und Vati oder ähnliches zu sagen, als Kind habe ich sie noch so genannt. Aber sollen andere machen wie sie wollen, ist mir egal.
 
G

Gast

Gast
Hallo,

ich bin Vater von 2 Kindern (7 und 9) und das einzige Wort, das ich respektlos in Bezug auf Ansprache finde, ist "Alder".
Noch sagen Sie Papa, manchmal auch Mampa (da Mama leider vor 3,5 Jahren gestorben ist), aber ich werde auch kein Problem haben, wenn Sie mich später mit Vornamen ansprechen. Ich sehe das bei meinem Nachbarn, da ist der Sohn jetzt 14, die Tochter ist bereits ausgezogen (21) und sie reden sich unter einander mit Vornamen an und das funktioniert wunderbar. Es kann gut sein, dass wenn du älter wirst wieder Mama oder Papa sagst.

Ich würde mir darüber keinen Kopf machen.
 

Findefuchs

Moderator
Teammitglied
Ich denke, wie man seine Eltern anspricht, ist eigene Ermessenssache und legt jeder anders für sich fest.

Es ist nichts schlimmes daran, seine Eltern beim Vornamen zu nennen, es ist aber auch nicht verkehrt, sie als Erwachsener immer noch "Mama" oder "Papa" zu nennen.

Das ist meiner Meinung nach ein wenig wie mit Spitznamen: meine Freunde und Eltern dürfen mich so nennen, bei einfachen Bekannten mag ich das nicht.

Früher hat man übrigens nur "Herr Vater" und "Frau Mutter" gesagt - der Zeitgeist wandelt sich halt auch.

Ich glaube, deine Eltern hängen sich so daran auf, weil die Tatsache, dass du sie beim Vornamen nennst zum Ausdruck bringt, dass da mal ein größerer Konflikt bei euch war und du das getan hast, bzw. vielleicht immer noch tust, um dich abzugrenzen und eine gewisse Distanz zu schaffen.

Wenn bei euch alles paletti gewesen wäre bzw. jetzt ist, würde das fehlende "Mama" und "Papa" nicht so schwer aufwiegen. Darüber solltet ihr eher reden.
 
G

Gast

Gast
Ich finde es verwunderlich, dass hier doch einige schreiben, dass man die Eltern so nennen soll, wie die Eltern es wünschen. Dies empfinde ich persönlich als nicht ok. Man ist ja ein erwachsener Mensch und entscheidet m.E. selbst darüber, wie man seine Eltern nennt.

Ich selbst sage immer noch Mama und Papa, oder Mutti oder Dad. Oder auch mal Mutter. Sowohl Mutter als auch Mutti findet meine Mutter total doof - trotzdem sage ich es. Ich bin erwachsen und komme mir echt blöd vor, wenn ich - vor allem im Anwesenheit Dritter - Mama oder Mami sage. Trotzdem würde ich persönlich meine Eltern nicht mit Vornamen anreden. Man hat ja nur einmal eine Mutter und einen Vater und da finde ich es für mich völlig ok dies auch so zu benennen. Allerdings kenne ich schon einige Leute, die ihre Eltern mit Vornamen ansprechen - aus welchen Gründen auch immer. Und natürlich passt es nicht jedem Elternteil - aber was sollen sie den machen?

Ich bin der Meinung, wenn Du Deine Eltern mit Vornamen ansprechen willst, dann tu das. Wenn sich diese Anrede aus einer ehemaligen Verletzung heraus ergeben hat und nun Gewohnheit geworden ist, dann wird es doch sowieso schwierig, das abzustellen. Das merkt man ja oft, wenn man Freunde nicht mehr mit Spitznamen ansprechen soll - das ist auch total schwierig, nervig und man vergisst es.

Das einzige, was ich hier für mich klären würde und evtl. auch nochmal im Gespräch mit den Eltern, dass diese Anrede kein Ausdruck von Verletzung mehr ist (wenn es denn tatsächlich so ist). Wenn immer noch Verletzung mitschwingt für Dich, dann würde ich das klären. Keine Ahnung, was so schlimm war bei Deiner Unordnung, aber da müssen ja Worte und/oder Taten Deiner Eltern erfolgt sein, die ja massiv bei Dir gewirkt haben.
 

Nordrheiner

Sehr aktives Mitglied
Hallo!

seit ich ausgezogen bin hat sich einiges in meiner Familie gewandelt.
Vor etwa 1 Jahr gab es einen großen Streit in unserer Familie wegen einer peinlichen Unordnung in meiner Wohnung. Ich gebe auch zu dass das nicht feierlich war und habe auch aus meinem Fehler gelernt und halte die Wohnung immer sauber.
Heute habe ich mit meinen Eltern telefoniert, und dabei ist herausgekommen, dass ich meinen Vater mit Vornamen statt Papa und meine Mutter auch mit Vornamen statt Mama anspreche.
Damals hatte ich das bewusst gemacht um zu zeigen, dass ich kein kleines Kind mehr bin, da durch die Unordnung sehr viele Erniedrigungen kamen.

Lieber Gast,

mir scheint, in deiner Familie herrscht eine strenge Hierarchie und du wirst nicht als alleinlebender, erwachsener Mensch anerkannt. Sonst würde sich niemand erlauben, dich wegen DEINER unordentlichen Wohnung maßzuregeln.
Ich verstehe, dass du die Bezeichnungen "Mama" und "Papa" nicht mehr verwenden willst, um aus dem Kindermodus rauszukommen. Bleib dabei.
Und lass dir das mit den "sehr vielen Erniedrigungen" nicht länger bieten.
Ich kann nicht erkennen, dass unser Gast als erwachsener Mensch nicht anerkannt wird. Sowohl unter wirklichen Freunden als auch innerhalb der Familie würde ich mich wundern, wenn eine Person unsauber lebt, so dass es schon peinlich ist, und niemand was sagt.

Wenn ich unseren Gast richtig verstehe, schreibt er über 2 verschiedene Zeiträume.
Zeitraum 1: "damals"
Zeitraum 2: "vor etwa einem Jahr"

Unser Gast hat dies (vor etwa einem Jahr) selbst als seinen Fehler erkannt. Und dann ist es doch offensichtlich gut, dass seine Wohnverhältnisse beanstandet wurden. Der Ton macht natürlich die Musik, aber wie das ablief, wissen wir nicht.
Jedenfalls sehe ich keinen Anlass, die familiäre Kritik als Maßregelung zu beschreiben. Erniedrigend - zumindest kritikwürdig - waren wohl eher seine Wohnverhältnisse "vor etwa einem Jahr".

Unser Gast schreibt auch über "damals" empfundene Erniedrigungen. Hier hätte ich die Frage an Dich, unseren Gast:
Wie alt warst Du damals, als Du Dich erniedrigt fühltest - und wie können wir uns diese Erniedrigungen vorstellen?

LG, Nordrheiner
 

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