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Eltern haben mein Leben in Rechnung gestellt

Auch meine Mutter spart normalerweise nicht mit Vorwürfen und Forderungen, und ich denke, wenn ich sie pflegen würde, wäre das auf längere Sicht eine sehr belastende Situation für uns beide.
So wäre es. Mein hochbetagter Vater, der seine Kinder misshandelt und sich über 40 Jahre nicht gekümmert und keinen Kontakt hatte (weil er sich ein schönes Leben gemacht hat) meinte auch, ich würde ihn im Alter pflegen und am besten wäre, wir würden uns eine große Wohnung nehmen, damit ich 24/7 für ihn da sein könne. Er wohnte im ambulant betreuten Wohnen.

Ich habe mich zwar die letzten Jahre um seine Belange gekümmert, aber eben aus der Ferne, das war schon anstrengend genug, neben Arbeit und eigenem Leben. Ich habe ihn auch besucht, alleine die physische Nähe war schwierig für mich.
 
Wozu du verpflichtet bist und was du wann leisten musst (oder eher nicht) weißt du ja jetzt. Ich würde die Diskussion zu dem Thema auch konsequent verweigern - es ist alles gesagt, die Fakten geklärt. Nun können sie für den Bedarfsfall nach einer Lösung suchen. Rechnen können sie doch bis sie grün werden; auf das Zahlenwerk würde ich gar nicht eingehen. Eskalieren könnte es nur noch, indem sie dich a) enterben und/oder b) dich "verstoßen", indem sie ihrerseits beleidigt den Kontakt zu dir kappen. Das sind die einzigen Hebel, die sie noch haben.
Kämst du damit klar?

Nur interessehalber: Hättest du dich eigentlich kompromissbereiter gezeigt, wenn deine Brüder zugesagt hätten, sie zu gleichen Teilen mitzupflegen und sich mitzukümmern oder ist das Nein eine Grundsatzentscheidung?

Was ich so gar nicht nachempfinden kann:

Mal angenommen, sie würden in ein paar Jahren schwer pflegebedürftig werden.
Würden Sie tatsächlich erwarten, dass du ggf. deinen Job aufgeben würdest?

Du musst noch jahrzehntelang arbeiten gehen - den 'Luxus" ggf. ein paar Jahre für sie zu pausieren, wirst du dir vermutlich gar nicht leisten können(?)

Dein Wohlergehen scheint für deine Eltern keine große Rolle zu spielen.

Sind die beiden eigentlich noch berufstätig?

Wen meinst du mit "von allen Seiten"?
Deine Brüder?

Mich würde doch mal interessieren, ob du das älteste Kind bist ...

Falls du in der Mitte bist oder die jüngste, hast du ein hübsches Argument, sie hätten dich ja wohl besser nicht in die Welt gesetzt, schließlich hatten sie zu dem Zeitpunkt schon genauso teure Kinder.

Es liest sich jedenfalls, als hätten sie dich nur für ihre eigene Altersversorgung bekommen, nicht um deiner selbst willen.

Allerdings finde ich auch ziemlich krass, wie knallhart du jede Art von Hilfe abgelehnt hast (zumindest lese ich das EP so), du hättest ja auch sagen können, "Liebe Elternteile, ich bin natürlich für euch da, ihr wart auch für mich immer da - zweimal wöchentlich vorbeizukommen kann ich leisten. Wenn die Jungs genauso viel übernehmen, werden wir das wohl hinkriegen!"
Oder du hättest fein den Mund halten und in den nächsten Jahren 500 km weit weg ziehen können. Vermutlich ist das ja kein Thema für nächste Woche, wenn sie erst um die 60 sind.

Was war denn der Vorlauf des ganzen Streits? Oder wollten sie dich irgendwie vertraglich verpflichten und eine Unterschrift von dir?
Mir scheint jedenfalls, dass das vermeidbar war, die Sache dermaßen überkochen zu lassen.

Hallo.

Deine Eltern sind jung mit 60. Das kann auch 20 Jahre so bleiben und ihr streitet um etwas, das vielleicht nie eintreten wird, das pflegen.

Sind deine Brüder auch so drauf? Das wäre sehr schade. Aber dieses Verhalten deiner Eltern kann ja nicht von heute auf morgen kommen.
Hast du das schon als Kind gemerkt, mit Tisch abräumen etc, was deine Brüder nicht mussten?

Es ist auf jeden Fall so eine Kälte und Lieblosigkeit dir gegenüber, richtig schlimm.

Haben die auch keine Freunde?

Auf den Pflichtteil würde ich nicht verzichten. Du hast sie auch als Eltern bekommen ohne sie bestellt zu haben. Weshalb den Brüdern noch das Geld schenken.

Der Kern des aktuellen und schon seit Jahren laufenden Problems, fing mit dem Tag meiner Geburt an.

Es gab bei uns klar getrennte Erziehungen. Mädchen- und Jungserziehung. Meine Brüder durften quasi immer alles machen, solange es Jungssachen waren. Sie hätten z.B. niemals Puppen bekommen. Ich durfte nur Mädchensachen machen und musste mich anständig benehmen, weil Mädchen nicht wild sind. Ich bin aber bis heute eigentlich mehr so für Aktion und Abenteuer. Außerdem musste ich im haushalt helfen und meine Brüder nicht.

Das Verhältnis zu meinen Brüdern ist auch nicht gut und sie machen mir wegen der Sache jetzt auch Druck. Sie benehmen sich mittlerweile genau so, wie sie es „gelernt“ haben.
Es war bei uns dann irgendwann so weit, dass ich sogar meinen Brüdern Essen machen sollte, wenn unsere Eltern mal nicht da waren. Und das haben sie dann auch verlangt, weil ich ja dann die Frau im Haus war.

Das hat nie funktioniert und so ab 12/13 wurde ich aufmüpfig. Ich habe mich an diese ganzen Vorgaben nicht gehalten und seitdem gab es immer Streit deswegen.

Meine Brüder haben auch studiert. Sie wurden emotional und finanziell unterstützt. Ich nicht. Es gibt kein Studium für Hausfrau und Mutter. Frauen brauchen sowas nicht, also gab es keine Unterstützung.

Und jetzt erwarten meine Eltern, dass ich sie pflege. Es ist offensichtlich nicht ausreichend, dass ich 7000 km entfernt wohne. Sie erwarten dann, dass ich wieder zurück ziehe, damit ich sie pflegen kann. Sie sollen sich doch auf ihre Söhne verlassen, auf die sie so stolz sind. Sie habe so tolle Jobs durch ihr Studium bekommen und ganz tolle Familien gegründet. Im Gegensatz dazu, wissen sie nicht mal was ich studiert habe oder beruflich mache.

Aktuell ist es ja nicht so. Es geht beiden gut. Mein Vater geht arbeiten. Meine Mutter hat nie gearbeitet.

Hey, redet doch MIT der TE.

ja dazu müsste sie sich mal einbringen und reagieren.

Ich bringe mich ein und lese hier auch direkt mit. Es dauert nur teilweise viele viele Stunden, bis meine Beiträge freigeschaltet werden. Ich kann daher nicht so schnell reagieren.
 
Der Kern des aktuellen und schon seit Jahren laufenden Problems, fing mit dem Tag meiner Geburt an.
....

Mit diesem Hintergrund würde ich mich grundsätzlich raushalten. Du bist ja auch räumlich weit genug entfernt, um Distanz zu halten.
Ich verstehe, warum du das so zu deinen Eltern gesagt hast, wie du es getan hast.

Wie hoch wird denn dein Pflichtteil etwa sein? Wie stehst du zu deinen Brüdern?
 
Eine derartige "Erziehung" habe ich auch genossen, wobei ich als Altersversorgung für meinen Bruder dienen sollte. Pflegeansprüche hingegen haben meine Eltern nie gestellt. Ich wurde aber mehrfach darum gebeten, sie ins Heim zu geben, wenn sie sich nicht mehr selbst versorgen könnten.

Nein, du bist deinen Eltern nichts schuldig, und deinen Brüdern schon gar nicht. Es ist eine bodenlose Unverschämtheit, derart mit der eigenen Tochter umzugehen. Das erste, was man in einer solchen Familie lernt ist, dass man als Frau nichts wert ist, minderwertig, und keine Entwicklungschancen bekommt. Vorletztes Jahrhundert, in der bayerischen Provinz teilweise noch allgegenwärtig.

Befrei dich von ihnen und ihrem Gedankengut, und zwar ohne schlechtes Gewissen. Du bist mehr als der Haustrampel deiner Familie.
 
Nun, deine Eltern und Brüder können soviel erwarten wie sie wollen.
Wie willst du das künftig lösen?
Ignorieren?
Du hast ja schon Grenzen gesetzt, in dem du ihnen mit geteilt hast, dass du nicht zur Verfügung stehst.

Hast du irgendwelche positive Gefühle deiner Familie gegenüber?
 
Egal, wer, was wann von wem verlangt: irgendeiner wird zuerst gehen und derjenige der übrig bleibt muss mit seiner/ihrer Entscheidung leben können/müssen.

Ich bin gut damit gefahren meinen Eltern alles zu verzeihen, was nicht in Ordnung war und mein Leben nachhaltig schwerer gemacht hat! Ich habe meine Mutter gepflegt und war für sie da, wurde dadurch selber krank - und würde es immer wieder machen .....

Grisu
 

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