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Eltern alt, krank und weit weg

Das Formular zur Pflegegradbeantragung kann man online ausfüllen, geht über die jeweiligen Landesbehörden für Familie und Soziales,
Das stimmt nicht, das geht online ganz einfach auf der Seite der jeweiligen Krankenkasse, zumindest hier in Deutschland. Viel auszufüllen ist auch nicht, ist ratzfatz erledigt. Den Rest macht der Gutachter vom MDK, der dann zeitnah kommt.

@Gene08 Beim lebenswerten Lebensabend kann man nur helfen, wenn von der anderen Seite auch daran mitgewirkt wird. Wenn sämtliche Hilfen, Umzug etc. konsequent abgelehnt werden, kann man, solange die Person noch geschäftsfähig ist, gar nicht viel machen. Und so ist es bei der derzeit alten Generation leider fast immer. Da wird von den erwachsenen Kindern nur verlangt, erwartet und gefordert, ohne jegliche Rücksicht auf deren eigenes Leben und Gesundheit.
Wer sich da nicht abgrenzen kann, ist ganz arm dran. Erlebe ich gerade wieder live bei einem Freund und habe es mit meiner eigenen Oma und Mutter genauso erlebt. Da wird sich gegen ein rechtzeitiges Kümmern gewehrt, bis der Karren voll im Dreck steckt. Und dann ist man am Ende immer noch der Trottel, der dann ruckzuck was organisieren muß.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kenne die Situation , wenn die Eltern weit weg und krank.
Das ist sehr belastend für dich.
Ich habe ein Problem wo ich keine Lösung weiß:
Es gibt da mehrere Lösungen.
Wenn deine Mutter im Krankenhaus ist, wäre es eine Möglichkeit, dass dein Vater dann für eine Zeit zu euch kommt?

Kann er alleine bleiben?
Was ist das , außer Einkaufen, was ihm Schwierigkeiten macht?
Kann man dafür Hilfe vor Ort besorgen?

Wie oben beschrieben wäre , wenn er einen Pflegegrad hätte, eine Möglichkeit für Tagespflege oder ein Heimplatz?

Kommt er wirklich nicht zurecht?
Oder ist er bloß gewöhnt von deiner Mutter versorgt zu werden?
Wenn du ihm das so sagst:" Papa, entweder kommst du alleine zurecht oder wir müssen eine Lösung finden, wie zum Beispiel einen Heimplatz suchen!"?
Würde ihn das vllt anspornen, sich selber versorgen zu lernen?

Was meint deine Mutter denn dazu?

Ich vermute näher zusammen zu ziehen, wäre weder für dich noch für deine Eltern eine Option?
Es ist wichtig, dass du eine Lösung findest, damit dich die Situation nicht zu sehr belastet.
Ich würde die beiden Mal besuchen und offen darüber sprechen, wie die Situation genau ist und auch welche Lósung sie selber sehen.
Ermutige sie Hilfen in Anspruch zu nehmen!
( Essen auf Rädern, Putzhilfe u. ähnliches..
)
 
Beim lebenswerten Lebensabend kann man nur helfen, wenn von der anderen Seite auch daran mitgewirkt wird. Wenn sämtliche Hilfen, Umzug etc. konsequent abgelehnt werden, kann man, solange die Person noch geschäftsfähig ist, gar nicht viel machen
Da möchte ich absolut mithalten,
denn wenn die betreffende Person nicht mithalten möchte , dann ist es echt
schwierig da was zu erreichen.
 
denn wenn die betreffende Person nicht mithalten möchte , dann ist es echt
schwierig da was zu erreichen.
Das stimmt.
Ich hatte da auch einen krassen Fall in der Familie.
Meinte Tante hatte schwere Demenz, verweigerte aber jede Hilfe.
Nein ich geh nich zum Arzt, nein ich geh nicht ins Heim, zu allem nein, nein.
Ich sollte mich um sie kümmern, sie wohnte im selben Haus, aber eigene wohnung.
Ich bin fast irre geworden, weil ich sie nicht 24 Std. beaufsichtigen konnte, und sie sogar nachts ständig bei mir klingelte oder im Hausflur rumschrie. Ich kam nichtmal mehr zum schlafen.
Ich kochte jeden Tag essen für sie, was ich dann später samt dem zerbrochenen teller im Hinterhof wiederfand. Das warf sie einfach aus dem Fenster!
Das Klo war verstopft, weil sie da ihre Anziehsachen reinstopfte und dann dauernd die Spülung betätigte und überall Wasser war, und noch so einiges mehr.
Ich habe mich dann an den psychosozialen Dienst gewandt, die bauftragten einen Gutachter und der einen gerichtl. Betreuer, so das es irgendwie ging, sie ins Heim zu schaffen, wegen Eigen-und Fremdgefährdung.
Leider muss man dann zu solchen Mitteln greifen, ehe man selber kaputt geht 🙁 🙁
 
Ich zeige mal eine andere Perspektive auf: Du hast das GLÜCK, ein Stück weit weg zu wohnen. Besser wäre es, du würdest noch weiter weg wohnen.

Es gibt Kinder, die wandern aus und sind 1.500 km von den Eltern weg oder noch mehr.

Wir haben uns bewusst entschieden, weit weg von den jeweiligen Eltern zu wohnen, weil wir unser Leben führen wollen und weil wir keine Krankenpfleger sind und es auch nicht werden wollen.

Das Gesetz verlangt von dir als Kind nicht viel. Also machst du all das freiwillig. Überleg dir gut, ob du das willst. Es liest sich nicht so.

Disclaimer: Wir haben keine Kinder, von denen wir im Gegenzug irgendwas erwarten würden und finden dieses ganze System auf empfundenen Verpflichtungen als sehr toxisch.
 
Mit meinem Vater war es nie leicht, er hat psychische Erkrankungen, musste zum Arbeiten aufhören u. konnte nicht mal mehr einkaufen gehen, da er dann Panikattacken bekommt. Meine Mutter ging immer arbeiten, hat alles erledigt, sich um alles gekümmert. Als ich noch zu hause wohne erledigte natürlich auch ich die Einkäufe. Im Prinzip war meine ganze Kindheit mit den Krankheiten meines Vaters überschattet. Er ist zusätzlich auch ein Mensch der alles negativ sieht.
Ich rate dringend davon ab, den Vater bei dir aufzunehmen. Es ist schon schlimm genug, dass du als junger Mensch unter einem psychisch kranken, unfähigen Vater leiden musstest. Erspare das deinen Kindern mit dem Opa.
Sei froh, dass ihr weit weg wohnt.
Er braucht eine Pflegestufe und ambulante Betreuung.
Du musst und sollst das nicht leisten.
Und ruf deine Mutter nicht mehr täglich an.
Konzentriere dich auf DEINE Kernfamilie.
 
Das stimmt nicht, das geht online ganz einfach auf der Seite der jeweiligen Krankenkasse, zumindest hier in Deutschland. Viel auszufüllen ist auch nicht, ist ratzfatz erledigt. Den Rest macht der Gutachter vom MDK, der dann zeitnah kommt.
Das stimmt so auch nicht so ganz...
Pflegegrad = Pflegeversicherung (der Krankenkasse angegliedert)
Online kann der Antrag relativ schnell gestellt werden und dann kommen zusätzliche Formulare zum Ausfüllen.....erst dann kommt der Gutachter. Der muss auch nicht zeitnah kommen, die bezahlen auch pauschal € 70 pro Woche für Verspätung. Die Frist für den MD gilt ab Antrag.
Es gibt in DE 15 eigenständige Medizinische Dienste, die nicht alle gleich arbeiten und erstrecht nicht gleich entscheiden.
 
Aus meiner Sicht wichtige Punkte:
Pflegegrad für beide Eltern beantragen wurde schon vorgeschlagen, sofern noch nicht vorhanden.
Bei Bedarf Pflegedienst beauftragen.
Mit Eltern sprechen, möglichst vor Ort.
Vor dem Gespräch herauszufinden, was man als Kind leisten kann und möchte. Das Ergebnis möglichst deutlich kommunizieren. Zum Beispiel: ich helfe euch bei Anträgen usw., aber nicht bei der Pflege. Der Vater kann nicht bei uns wohnen.
Vorsorgevollmacht: gibt es eine? Wenn ja, wer ist bevollmächtigt, wer ist Ersatz?
Möchtest du bevollmächtigt sein? Für Mutter, für Vater, für beide, für keinen?
Antwort darauf bitte ganz deutlich mit den Eltern kommunizieren, ganz wichtig!
Von deinem Beitrag her würde ich für deinen Vater keine Vollmacht übernehmen wollen.
Ich würde die Mutter bevollmächtigen und als Ersatz jemand anderes nehmen. Kommt niemand in Frage (anderer Verwandter, Freund, Bekannter, Nachbar usw.), wird ein Betreuer bestimmt.
Beide Eltern machen eine Patientenverfügung, sofern noch nicht vorhanden.
 
Hallo Elisabeth12,

deine Zeilen zu lesen, tut mir im Herzen weh. Man spürt mit jedem Wort, unter welchem enormen Druck du stehst und wie dich die Verlustangst um deine Mutter und die Sorge wegen deines Vaters innerlich auffressen. Dass du bereits mit Bauchschmerzen an die abendlichen Telefonate gehst, ist ein ganz deutliches Warnsignal deines Körpers.

Ich möchte dir als Erstes sagen: Du bist nicht allein, und du musst dich für diese Gefühle nicht schämen. Es ist völlig legitim, dass du dich schützt. Du hast eine eigene Familie mit zwei minderjährigen Kindern – das ist jetzt deine Kernfamilie, und die braucht deine Kraft. Du kannst und musst nicht die psychischen Probleme deines Vaters auffangen, die deine Mutter jahrzehntelang getragen hat. Aus 150 km Entfernung ist das ohnehin unmöglich.

Versuche mal, das Problem in zwei Teile zu trennen: das Akute und das Strukturelle.

1. Das Akute (Jetzt, wo die Mutter im KH ist):Wenn dein Vater dich anruft und jammert, darfst du das Gespräch sanft, aber bestimmt begrenzen. Du darfst sagen: „Papa, ich höre, dass es dir schlecht geht, aber ich kann dir von hier aus gerade nicht helfen. Bitte wende dich an [Arzt/Nachbarn] oder warte, bis der Einkaufsdienst kommt.“ Du bist nicht seine Therapeutin. Wenn es gar nicht geht, ist für den Übergang die Kurzzeitpflege oder der sozialpsychiatrische Dienst vor Ort die richtige Anlaufstelle.

2. Das Strukturelle (Für die Zukunft):Geh das Thema Bürokratie an, sobald wieder etwas Ruhe einkehrt. BlueVelvet hat das in Beitrag #19 super zusammengefasst: Pflegegrad beantragen (für beide!), das Gespräch mit dem Sozialdienst im Krankenhaus deiner Mutter suchen und das Thema Vorsorgevollmacht klären.

Setze dir selbst eine klare Grenze, was du leisten kannst (z.B. Telefonate mit Ämtern, Organisation von Hilfe) und was du nicht leisten kannst (z.B. Pflege vor Ort oder den Vater bei dir aufnehmen). Wenn du diese Klarheit für dich hast, werden auch die Verlustängste und das Gedankenkarussell leiser.

Ich wünsche dir und deiner Familie ganz viel Kraft und deiner Mutter eine gute Genesung. Pass auf dich auf!
 

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