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Einsamkeit macht mich kaputt

Ich kenne das Problem, viel Therapie gemacht zu haben, und einiges kommt einfach nicht in Ordnung.
Ich kann dazu nur sagen, nicht jeder ist empfänglich für Therapien.
Egal wie gut der Therapeut ist.
Bestimmte Sachen sind so tief in einem Verwurzelt, liegen quasi in den Genen.
@Verkorkst
Du sagst, du fühlst dich einsam.
Das Gefühl ist ja echt, das bildest du dir nicht ein.
Es gehört zu dir.
 
Ich glaub kaum, dass es an Menschen mangelt, die dankbar wären, wäre jemand für sie ein treuer Freund.

Ich war gestern bei einer Kollegenfeier eingeladen, da war eine gewisse Trude, als ich operiert werden musste im Sommer, gab sie mir zu verstehen, ich bin immer da, wenn du wen brauchst... und sie hat mir sehr liebe Post geschickt und nachgefragt. Das könnte eine sehr liebe Freundin werden, eine rechtschaffene, beste Freundschaft entstehen zwischen uns beiden Frauen.
Neben mir saß Barbara- ihre Wohnsituation ist sehr abgelegen, sie ist sehr viel alleine. Vor einigen Jahren hat sie mir viel anvertraut, Trauriges, wir haben gemeinsam geweint, immer wieder auch gemeinsam gelacht, viel geplaudert, es ist eine Frau, die sehr ruhig ist und überaus gutmütig, redet aber nur, wenn sie angesprochen wird, weil sie sehr schüchtern ist. Ich bräuchte sie nur abholen, mit ihr zum Beispiel wandern gehen, darüber würde sie sich sehr freuen, wir haben das bereits vereinbahrt- gemeinsam mit Trude..die wäre auch gern dabei. Dann gabs noch die Susanne, die lacht sehr gern, ist pummelig und überaus liebenswert für mich, ich mag sie sehr gern, wegen ihrer Art- fragt man sie etwas, zu gern antwortet sie, zu gern erzählt sie, aber auch eher nur, wenn sie gefragt ist. Sie ist auch gern am Kräutersammeln wie ich, sie kennt sich sehr gut aus mit Pilzen, liebt die Natur und Garten, wie ich ebenso- also hier gäbe es auch Gemeinsamkeiten, die uns verbinden würden- man bräuchte das nur ausdehnen, um etwas bitten, zb...nimmst du mich mit das nächste Mal, wenn du sammeln gehst? Ganz bestimmt wäre sie dafür.
Nächste Woche gibts ein Nachhaken- jemand, von dem ich Hausgemachten Speck beziehe möchte ich auf unsere Hütte einladen und dort Krapfen-Back-Kurs geben. Das ist auch eine Kollegin, wir reden seit Jahren gern miteinander und als sie krank war, da brachte ich ihr Süppchen zum Aufbauen und sonstiges Selbstgemachtes zum Zaun- sie freute sich sehr. Mit ihr kann man Stundenlang über alles quatschen, besprechen, hinterfragen- bester AUSTAUSCH, also, irgendwie mein ich, das sind doch bereits Freunde, was sonst? Zwischen uns gibt es Vertrautheit, Mögen, Sympathie auf Gegenseitigkeit und immer wieder die Möglichkeit, daran anzuknüpfen.
 
Du sagst, du fühlst dich einsam.

Mir scheint, das dürfte mit Scheu, mit Schüchternheit zusammenhängen und Angst, Hemmungen, Blockaden.

Ich bring dich dazu, dass du lachst, ich bring dich dazu, dass du mitgehst, dass du genießt, dass du immer lockerer bist, immer weniger gehemmt, immer mutiger, ich bring dich dazu, dass du auf meine Fragen eingehst, dich mir öffnest, gern mit mir zum Essen gehst, mit mir in den Zoo gehst usw- oder bei dem Krapfenkurs mitmachst... oder endlich töpfern beginnst, das ist nett, das kannst du! Ich werde dir das beweisen...

So ungefähr geh ich vor, wenn ich jemand zu tun habe, wo ich weiß, spür, merke, die "Tür" klemmt, die geht schwer auf. Ich schmier die dann und mir scheint, mehr brauchts nicht, als die klemmende Tür offen zu bekommen. Körperübungen, Singen, Schreien, Tanzen, Mutproben machen, sich vornehmen, etwas zu tun, das man nie wagen würde, alles machen, das lockerer macht, die Ängste angehen- ganz bewusst in "Türe öffnen" investieren- seine eigene zuerst. Selbstverteidigungskurs besuchen, Yoga-Kurs, Kochkurse, Tanzkurse, Turntreffs mitmachen, bei einem Chor mitmachen- ich würde mir vornehmen, aus mit Ausweichen, jetzt überwinde ich diese Gehemmtheit und arbeite bewusst dagegen an.
 
Nicht mal meine Eltern interessieren sich für mich, sie melden sich nie von allein, es geht ausschließlich von mir aus.

Könnte es sein, dass deine soziale Isolation auch mit Verhalten deiner Eltern dir gegenüber zusammenhängt. Schließlich sind Elternbeziehungen sehr prägend für soziale Beziehungen. Hast du noch weitere Familienmitglieder. Wie ist dein Verhältnis zu den übrigen Familienmitgliedern?
 
Meine Kinder hatten das Glück, einen Lehrer in der Schule zu haben, der sich dieser "Verklemmtheit" angenommen hat- er führte ein Freifach ein, das nannte sich "Schulspiel".
In dieser Unterrichtsstunde haben sie singen müssen, einzeln, laut, leise, oder Rollenspiele machen müssen, oder Kritik laut aussprechen ( lernen) müssen, oder einfach und unkompliziert ganz normale Bitten vortragen lernen üben müssen- zum Beispiel ging er mit ihnen raus und jedes der Kinder musste einen Fremden ansprechen und um Rat bitten---entschuldigen Sie, wissen sie wo das Rathaus ist...??
Oder in ein Lokal gehen und um ein Glas Wasser bitten, oder um eine Umänderung, der Bestellung usw- so einfach, so kompliziert für Viele. Mut lernen war der Unterricht. Mut, aufeinander einzugehen, aufeinander zuzugehen, sich selber einzubringen, Couragierter zu sein- also meine Kinder schwärmen heute noch von diesem Schulfach, das nachhaltig dafür gesorgt hat, diese Fantasien abzulegen- von wegen vor dem da muss ich mich schämen, oder fürchten, oder Angst haben- zb vorm Lehrer selber.
Er hinterfragte mit ihnen "Autoritäten"- fürchte dich vor niemanden, vor nichts...

Dieser Lehrer hatte die Inspiration für dieses Fach von England, da soll das ein fixer Gegenstand sein, dieser Lehrer hat mir erzählt, das ist dort ein Pflichtfach. So gern hätt ich, dass das auch bei allen Schulen ein Pflichtfach ist. Wo Mobben zb auch hinterfragt wird und eliminiert wird, eben durch Mobben-Rollenspiel-Situationen und wie man damit umgeht.

Was man nicht kann, das lässt sich erlernen meist- zb eben locker sein. Sogar Lachen lässt sich erlernen.
 
Mir ist schlecht, mir ist übel- wenig Kontakte haben wird für manche als großes Übel empfunden, manche mögen das lieber und wollen es so und nicht anders.

Zwei unterschiedliche Gedanken über das Gleiche- alleine sein? Kein Problem!! Alleine sein? Schrecklich!!! Welcher Typ bist DU?

Hier heißts, ich muss immer heulen, jeden Tag heule ich mich in den Schlaf...
Dafür braucht es einen Zustand, einen, wo man sich schlecht fühlt. Dieser wird hervorgerufen und ausgelöst durch innere Bilder, die man sich vorstellt, durch Gedanken, die man denkt, durch ein Betätigen von bestimmten "Knöpfchen", auf die man drückt- drückt man drauf, fließen die Tränen... ein Triggern passiert. Eine Wunde fängt an zu bluten, jedesmal, wenn man dran kratzt...

Das ist, wie wenn ich nach Kummer greife, obwohl es alternativ auch andere Gedanken gäbe und andere Befindlichkeits-Knöpfchen, auf die man drücken könnte. Statt diesen Schluchz, Heul-Auslösern nachzugehen, geh ich mal etwas anderem nach- zb kann man sich ein gutes Buch gönnen, oder vom Urlaub träumen, an etwas Schönes statt dessen denken. Etwas, das keine Tränen auslöst.

Ich würde einmal hier ansetzen- dieses Triggern nicht mehr fördern. Bewusst nicht an diesem Thema kratzen, ein anderes vorziehen. Einer anderen Vorstellung nachgehen, nicht der, ach, mir gehts übel.

Mir hilft das immer- ins Kummerloch hineinfallen ist leicht, das passiert schnell- heraus komme ich aus so einem Getriggere, indem ich umdenke, also die Gedanken wo anders hinlenke.
 

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