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Einsam und selber Schuld.

K

Kuraiko

Gast
Hallo nochmal,
habe ja heute schonmal ein Beitrag geschrieben über meine Kindheit und so aber ich will noch mehr loswerden.

Ich habe das Problem das ich jeden Tag Niedergeschlagen und Antriebslos bin.

Ich schaffe es einfach nicht Freundschaften zu schließen, oder Freundschaften zu pflegen immer wenn eine Nachricht oder ein Anruf bekam dachte ich mir:,, Ohh nein bitte nicht." und ignoriere es einfach. Ich weiß nicht warum ... echt nicht. Ich fühle mich auch einsam und allein. Aber wenn Freunde angerufen haben und was machen wollten gings am Anfang, aber irgenwann wollt ich nicht mehr ich wollte nur alleine sein und meine Ruhe haben und so gingen meine Freundschaften früher oder später kaputt einfach weil ich mich nicht mehr meldete.

Oft wollte ich mich wieder melden, doch dann konnte ich es einfach nich, weil ich schlimme schuldgefühle hatte, weil ich mich eben nie gemeldet hab.

Ich bin lieber alleine aber fühle mich deshalb einsam. Ein Teufelskreis. Was bin ich denn für ne Freundin wenn ich mich nur melde wenn ich mal lust drauf habe, ich bin ja selber Schuld. Habe schon oft versucht mich zu ändern. Doch am Schluss endet es immer so, dass ich es eindach nichmehr hinbekomme weil ich alleine sein will.

Hat jemand ähnliche Probleme?
Würde gerne was ihr davon haltet.
 

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spamburger

Sehr aktives Mitglied
Ja, nur mit dem Unterschied, dass bei mir seit Jahren keiner mehr anruft, was einerseits gut ist, andererseits auch wieder nicht, ach was weiss ich.
 

Sparrenburger

Aktives Mitglied
Ja so war ich früher ab 12 Jahren auch und hab mir 10 kostbare Jahre(die wichtigsten tollsten Jugendjahre) kaputt gemacht und mein Leben in Einsamkeit und Isolation verbracht.

Kann dir nur schreiben, wie ich raus gekommen bin. Irgentwann hatte ich die Einsamkeit so sat, dass ich alles nur erdenklich mögliche versucht hab, um neue Leute und Freunde kennenzulernen. Und als mir das gelang und dann auch tatsächlich von Erfolg gekrönt war, hat mich das immer weiter motiviert, sodass ich endlich aus diesem Teufelskreis der Antriebslosigkeit und Hoffnungslosigkeit entfliehen konnte.

Vielleicht kannst du es ja ähnlich schaffen.:)
 

Shorn

Sehr aktives Mitglied
Bei mir ist es so das ich die Einsamkeit suche,so verrückt es klingen mag.
So war es bei mir schon immer,die meisten Menschen machen mir Angst.
Habe keinerlei soziale Kontakte außer denen hier im HR.
Auch mein zukünftiges Leben habe ich ohne andere Menschen geplant.

Einsamkeit wenn frei gewählt kann sehr befreiend und wohltuend sein.
Unfreiwillige,Aufgezwungene oder Plötzliche (zb.bei Verlust) über einen längeren Zeitraum kann aber eben auch töten (Suizid).

Ich finde sie für mich persönlich Wohltuend.
 
Und warum pflegst du deine Freundschaften nicht? Diese Antriebslosigkeit muss doch eine Ursache haben. Klingt nach sozialer Phobie... Ich bin und war auch so. Früher wenn irgendwer angerufen hat, hab ich das auch ignoriert. Heut bereue ich es, weil keine Sau mehr anruft. Wobei mein Vater Alkoholiker ist und ich auch teilweise in der Schule mit Mobbing zu kämpfen hatte und wenn ich heimkam, wollte ich einfach niemanden mehr sehen und einfach meine Ruhe haben, so zog ich mich immer mehr zurück. Vor kurzem hab ich eine Psychotherapie begonnen und ich bin zuversichtlich dass ich diese sozialen Ängste in den Griff bekomme. Die erste Sitzung hat mir schon ziemlich geholfen. Der Antriebslosigkeit solltest du auf alle Fälle auf den Grund gehen. Ich bin zwar kein Psychiater/Psychologe, aber meine Psychologin meinte, dass manche Menschen eben zu wenig Serotonin (Glückshormon) im Hirn produzieren aus welchen Gründen auch immer. Und durch Medikamente kann man das zuführen. Man hört immer so schlechtes über Antidepressiva. Ich muss sagen ich hatte keine Nebenwirkungen, sondern kann nur positives berichten bis jetzt (nehm sie 1 Monat).

Wie auch immer du dich entscheidest, wenn du deine Probleme selbst nicht mehr in den Griff bekommst, such dir professionelle Hilfe. Umso schneller, umso besser.

Gruß
destinoremoto
 

Crownless

Mitglied
Mir gehts ungefähr genauso.
Ich habe auch niemanden und wenn die Leute mich mal eingeladen haben, hatte ich irgendwie keine Lust.
Bei mir liegt das wahrscheinlich daran, dass ich a. andere Interessen als die meisten habe und b. schlechte Erfahrungen mit "Freunden" gemacht habe.
Genauso wie du habe ich auch versucht mich zu verändern (Interesse der anderen z. b. Fussball teilen) aber mit der Zeit wollte ich das nicht mehr.
Ich wollte nicht Interesse vorheucheln, außerdem waren das sowieso oberflächliche Leute, deshalb habe ich mich für die Einsamkeit entschieden.
Ich lebe lieber in Einsamkeit als mich mit oberflächlichen und falschen Leuten abgeben zu müssen.
Ich denke, du musst einfach die richtigen Leute finden, die deine Interessen teilen, dann löst sich das Problem der Antriebslosigkeit von alleine auf, außer du hast noch andere Probleme in deinem Leben, denn dann kann deine Antriebslosigkeit aus diesem einfach-so-daher-leben durch diese Probleme enstehen.
 

Shorn

Sehr aktives Mitglied
Menschen mit einer ausgeprägten Sozialphobie sind meist nicht im Stande Freundschaften auf zu bauen oder vorhandene zu pflegen.
So ist es bei mir auch,sie dauern wenn überhaupt wenige Wochen dann verliere ich das Interesse oder vergesse ihn einfach.
Dieses Verhalten ist in keinster Weise böse oder abwertend zu verstehen es ist normal gehört zum allgemein gültigen Bild der "Krankheit".
Bei mir wie bei den meisten gibt es für ihr Verhalten sogar einen rationalen Grund.
Sie haben irgendwann in jungen Jahren schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht.daher denken sie das wenn sie eine Mauer bauen geht es ihnen besser,niemand kann ihnen etwas.
Leider bauen die meisten diese Mauer aber so hoch,dick und massiv das sie später wenn wir älter sind nicht mehr einzureißen ist.

Das ist dann der Zeitpunkt wo wir uns einsam fühlen,wo uns die Einsamkeit krank macht,dann wird sie zur Phobie mit all ihren negativen Folgen.

Es ist zu vergleichen mit einem Schiffbrüchigen der viele Jahre lang auf einer einsamen Insel verhaart und auf Rettung wartet.
Er sieht viele Schiffe in weiter ferne an seinem Gefängnis vorbeifahren und weint jedesmal wenn sie vorbeiziehen.

Eines Tages kommt ein Schiff ganz nah er zündet sein Signalfeuer an,der Kapitän sie es und lässt ankern.
Das Beiboot wird zu Wasser gelassen uns rudert zum Strand.

Als der gestrandete das Boot sieht flieht er macht das Feuer aus und lässt das Schiff ohne ihn weiter seinen Weg ziehen.
Warum macht er das ?? aus dem gleichen Grund wie wir,er hat Angst vor Menschen.
Er ist so an der Einsamkeit gewohnt das er die Nähe der Menschen als Störend ja gefährlich empfindet er wüsste nichts mit ihnen an zu fangen.

Er hat eine Sozialphobie
 

Pichu

Mitglied
Ja, sowas ähnliches kenne ich auch. War immer schon eher Einzelgänger, aber so im Alter von 13/14 wurdes richtig schlimm. Ich wurde in der Schule gemobbt und ausgegrenzt, so das ich dann nur dachte "leckt mich alle, ich brauche niemanden". Lange kam ich auch alleine klar, aber inzwischen fühle ich mich doch oft einsam. Leider hab ich völlig verlernt wie man Freunde findet und behält und stehe jetzt mit 24 alleine da und denk mir ich blöde Kuh hab meine ganze Jugend verpasst :(
 
D

Dachs572

Gast
Tja mir geht´s ähnlich. Auch ich bin allein, aus dem einfachen Grund weil dass schon immer so war. Als Einzelkind der 70er lebte ich die ersten Jahre auf dem Dorf, auch die Zeit im Kindergarten habe ich meistens allein verbracht. Ich habe nie eine große Verbundenheit zu anderen erlebt, meine Eltern waren auch keine große Hilfe. Sie haben immer nur gearbeitet, und mir hat es auch wirtschaftlich an nichts gefehlt. Aber Gefühle von anderen zu empfangen, dass gab es nicht. Stattdessen hab ich immer und immer wieder gefressen und gefressen, Essen wurde mein Liebesersatz. Dann wurden die Dinge immer schlimmer, meine Eltern hatten so ihre Probleme und ich zog mich immer weiter zurück , ich wollte nicht stören, nur helfen und geliebt werden. Aber dazu kam es nie. Ich blieb immer alleine, wusste nicht einmal wie man Freundschaften knüpft oder sie unterhält. So vergingen viele Jahre, und ich bin immer noch mit sehr viel Übergewicht und starken Depressionen geschlagen. Ich kann Dich verstehen wenn Du keine Kraft hast mit anderen was zu unternehmen oder einfach vor die Tür zu gehen. Mir geht´s oft genauso. Dann fällt es schwer andere Menschen und ihre Probleme auszuhalten. Denn Menschen, die Du als Freunde ansiehst, verdienen mehr Deine Aufmerksamkeit. Du musst Dich dann ernsthaft mir Ihnen und ihren Problemen auseinandersetzen, Freundschaft ist halt kein Smalltalk, wo man geistlosen Gesprächsmüll absondert, der einem auch egal sein kann. Freundschaft verlangt Kraft, Aufmerksamkeit und Ehrlichkeit anderen gegenüber, dass kann jemand der allein mit sich selbst und seinen Seelenqualen ist, überfordern.
Ich hatte, die letzten vierzehn Tage ein zwei lichte Momente, wo es mir gut ging, die Depressionen nicht so stark waren, ich mich einigen meiner eigenen Problemen mit Erfolg stellen konnte, und es besser wurde. Frag mich nicht wie dass ging, wenn ich´s wüsste würde ich´s auf Flaschen ziehen und verkaufen. Die Kehrseite bei diesem Drachensiegen gegen meine Depressionsdämonen gab mir etwas Kraft mich am Leben anderer zu beteiligen, dass war noch keine große Leistung, nur ein Anfang, der mit gezeigt hat, Anteil am Leben anderer zu nehmen, einen Freund zu gewinnen, mit dem man reden kann, über die guten , die schlechten oder die schwierigen Dinge ist wichtig und toll. Niemand, außer Atlas vieleicht, kann die Welt allein auf seinen Schultern tragen, es braucht immer mehrere, um dass Leben zu meistern, leider sind viele unserer Mitmenschen selbstsüchtige A*********, die nur auf ihren eigen Vorteil bedacht sind und es ist leichter Gold in einem Bach zu finden, als einen wirklich guten Menschen, den man dann auch als Freund gewinnt.
Ich wünschte ich könnte Dir sagen geh raus, in einen Verein triff Leute, versuch Freunde zu gewinnen. Warum nicht, weil ich es selbst nicht kann und auch in den letzten zwei Jahren, diese einfachen Schritte nicht geschafft habe. Wenn die Kraft nicht da ist, geht es halt nicht. Das einzige was bei mir etwas gewirkt hat waren kleine, winzige schritte, manchmal nur zwei oder drei Minuten lang etwas zu tun, was die Dinge ändert, damit schmiert man letztlich sein Leben und kann dann mit wenig Kraft und Aufwand Dinge einfach mal angehen, dieser Flutscheffekt kann einen dann schon mal weiter bringen und vielleicht ändert sich das eine, dann das nächste und bevor Du Dich versieht, könnte Dein Leben eine neue Richtung einschlagen.
Bei mir ist es so, dass sich einige Dinge seit Anfang März in Bewegung gesetzt haben und ich nun schauen muss was draus wird, andererseits habe ich auch häufig Momente wo ich null Kraft habe und einfach depressiv und einsam in der Ecke liege.
So hoffe mein Leid hat Dich nicht ganz runter gezogen, sondern dass auch ein zwei lichte Momente durch kammen. Ich werde Dir nun nicht sagen Kopf hoch, Arschbacken zusammengekniffen Du Memme komm aus der Hüfte. Solche Dinge kann nur jemand sagen, der es nie erlebt hat einsam, traurig und unverstanden zu sein, wenn das Leben einfach wäre könnte es jeder Idiot, und Idioten gibt es ja nachweislich genug. So kann ich Dir nur Kraft, Schmieröl und bessere Tage wünschen. Dinge können sich ändern, man muss ihnen nur eine Chance geben. Also gib Dir selbst eine Chance, auch Du hast das Recht glücklich zu sein.
bye Dachs
 
Q

quercus

Gast
Menschen mit einer ausgeprägten Sozialphobie sind meist nicht im Stande Freundschaften auf zu bauen oder vorhandene zu pflegen.
So ist es bei mir auch,sie dauern wenn überhaupt wenige Wochen dann verliere ich das Interesse oder vergesse ihn einfach.
Dieses Verhalten ist in keinster Weise böse oder abwertend zu verstehen es ist normal gehört zum allgemein gültigen Bild der "Krankheit".
Hui... jetzt bin ich etwas ueberrascht. Ist das wirklich ein Symptom einer Sozialphobie? Ich hatte eine Sozialphobie bei mir auch vermutet, aber mittlerweile spricht eigentlich einiges dagegen (was mich auch 18 Monate Arbeit an mir selber gekostet hat).

Ich bin jetzt 28 und habe keine richtigen Freunde. Allerdings bin ich meinen Arbeitskollegen durchaus sympathisch, wenn ich das richtig einschaetze und ich kann auch relativ gut Vortraege halten.

Nur mit den Freundschaften ist es genauso, wie du beschreibst. Es faellt mir wahnsinnig schwer welche aufzubauen, und wenn es mal kurz davor ist, dann hab ich irgendwie kein Interesse mehr.

Am liebsten bin ich eigentlich alleine, sowohl zu Hause als auch im Urlaub. Mir gehts momentan prima, aber ich habe etwas Sorge, dass ich mich irgendwann doch einsam fuehle.

Ich bin jetzt echt dabei Freundschaften aufzubauen und ich hoffe, dass das nicht wieder eine Nullnummer wird...

Bei mir vermute ich liegt es daran, dass ich waehrend der Schulzeit ziemlich ausgegrenzt wurde. Ich habe mich total zurueckgezogen und eigentlich die letzten 10 Jahre kaum Sozialkontakte gehabt, ausser wenn ich in der Uni war (aber nicht ausserhalb der Uni).

Vor zwei Jahren habe ich dann sozusagen die "Reissleine" gezogen und mir mehr oder weniger eine Scheiss-Egal-Haltung zugelegt. Dadurch konnte ich besser aus mir rauskommen und so habe ich es immerhin geschafft, dass die Leute in meiner Umgebung mich moegen und mich in Entscheidungen einbeziehen. Ich bin also mehr als nur Luft fuer die :D

Nun, der naechste Schritt sind wie gesagt richtige Freundschaften. Meiner Meinung nach, ist das machbar, haengt aber sehr von den Leuten ab. Wir hier, die gerne allein sind, muessen etwas laenger nach Leuten suchen, mit denen eine Freundschaft Spass macht und sich nicht wie eine Last anfuehlt. Aber auch diese Leute gibt es, allerdings verstecken die sich... genauso wie wir ;)

Kopf hoch! Keiner muss einsam sein. Die Welt ist voller netter Menschen und ein paar sind auch dabei, die auf unserer Wellenlaenge sind :)
 

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