Liebe flower55, ich bin dir sehr dankbar für das, was du geschrieben hast. Es bestärkt mich in einer Haltung, die im Keim bereits in mir angelegt ist, aber noch ein zartes Pflänzchen ist. Mit der alten Wunde hast du recht - es war in meiner Ursprungsfamilie, wo die Grundlage für das geringe Selbstwertgefühl gelegt wurde, aber auch in der Schule. Erst jetzt, Jahrzehnte später, hat ein Heilungsprozess eingesetzt. Vielleicht sollte dieses “Ende mit Schrecken“ mich vor Schlimmerem bewahren oder für eine bessere Begegnung in der Zukunft frei halten.Hallo,
kann es sein, dass er mit seinem Verhalten in Dir eine alte Wunde sich hat
öffnen lassen.
Eine alte Wunde der Ablehnung, Abweisung; das, was es evtl. früher in
Deinem Leben gegeben hat. Und öffnet sie sich, tut sie nun einmal weh oder
macht traurig und schließt sich wieder.
Traurigkeit und Weinen gehört zum Leben dazu wie Freude und Glück.
Letztgenanntes ist einfacher und wohlwollender zu leben.
Sich Zeit nehmen für das, was traurig macht; es schließt sich von alleine
wieder. Die Traurigkeit pflegen. Tränen sind kostbare Juwelen.
Vielleicht ist es möglich, Dich morgen, übermorgen oder überübermorgen
oder einige Tage später etwas abzulenken und Dir selber Gutes zu schenken.
Begegnest Du ihm, wird sich das Herz wieder öffnen und Traurigkeit sich ein-
stellen oder Schmerz; es ist heilsam, das anzunehmen, es liebevoll umschließen.
Es ist etwas von Dir; was einfach gesehen werden möchte.
Wir können in unserem Leben der Traurigkeit, die wir in uns tragen, nicht aus
dem Weg gehen und verdrängen.
Sie liebevoll und sorgsam mit Dir.
Und sei Dir selber jeden Tag Deine allerliebste Freundin.
Du schaffst das auch während Deines Studiums; es wird, begegnest Du ihm
anfangs nicht einfach werden und sich auch für Dich nicht gut anfühlen.
Es braucht seine Zeit. Lass es einfach heilen. Konzentriere Dich auf Dein
eigenes Leben und wäge bei der nächsten Begegnung, die sich irgendwann
ergibt, ab, was für Dich okay ist und wo Vorsicht geboten ist.
Und seh das einfach nur als Lebenserfahrung. Wir machen alle unsere Lebens-
erfahrungen, die uns stärken, die uns traurig machen, die uns Freude schenken etc.
Und daran wachsen wir und finden zu unseren Stärken.
Sich selber liebevoll begegnet, schützt vor gewissen Abhängigkeiten endlich
geliebt und gesehen werden zu wollen. Liebe und sehe Dich selber.
Dir ein frohes Weihnachtsfest.
alles Liebe
flower55
Ich merke schon, dass ich an solchen Dingen wachsen kann. In den letzten Jahren und Monaten wurde ich mit sehr großen Herausforderungen konfrontiert. Zum Glück bin ich heute schon etwas weiter als früher, wo ich einfach aufgegeben hätte.
Der Punkt ist auch, dass man in der Lage sein muss, sich von Emotionen zu distanzieren und sich selbst an die Hand zu nehmen und zu sagen: „Hör mal, du brauchst keinen anderen Menschen, um dich gut zu fühlen. Abhängigkeit war gestern, jetzt steht Autonomie auf dem Plan.“
Vielen Dank nochmal. Ich merke, dass ich mich durch das Schreiben Millimeter für Millimeter von der Sache distanzieren kann.
Liebe Grüße und dir auch ein frohes Weihnachtsfest.
Cattleya