Wie immer: Herzlichen Dank für eure Antworten!
Um es auf den Punkt zu bringen: ich kann nicht mehr. 🙁
Ich kann die Katzen definitiv nicht allein lassen.
Ich war kurz bei meinen Eltern (für nur 2-3 Stunden) und habe alles abgesperrt und weg getan. Die Katzenklos waren tadellos sauber, hab frisches Wasser hingestellt, Spielzeug hin und die Katzen noch gefüttert.
In dieser Zeit haben sie trotzdem alles zerlegt, was ging. Die Unordnung war heftig. Sie haben schon wieder Plastik und Verpackungen aufgerissen - weiß nicht, ob sie was gefressen haben. Irgendwo (keine Ahnung wo, ehrlich!) haben sie eine Tafel Schokolade aufgetan, die auch aufgerissen, alles verteilt und ich konnte nicht rekonstruieren, ob sie was gefressen haben oder nicht (war ja alles verteilt und verschmiert ...). Wenn es ihnen schlecht geht, packe ich sie und fahre sofort zum Nottierarzt.
Ich habe jetzt über eine Stunde mit meiner Mitbewohnerin die Wohnung aufgeräumt und nochmals erneut sorgfältig alles weggesperrt und weggepackt und im Endeffekt einen einzigen "gefahrenfreien" Raum für die Katzen leergeräumt - der Rest MUSS abgesperrt bleiben und sie dürfen auch nirgendwo anders unbeaufsichtigt hin --> sonst zerlegen sie wieder alles.
Das geht so nicht. Ich muss arbeiten und habe auch Termine. Mir ist klar, dass Katzen auch mal was ankratzen, dass sie haaren oder Sachen runterschmeißen, wenn sie wo rumklettern oder spielen. Aber ich muss mich doch darauf verlassen können, dass ich meine Katzen mal für eine oder zwei Stunden allein lassen kann, ohne dass sie mir was kaputt machen oder zerlegen ...
Ich kann doch nicht immer alles akribisch absperren und wegsperren und vor allem, die Katzen einsperren, wenn ich aus dem Haus gehe.
Es wird immer schlimmer und ich habe so das Gefühl, dass diese penetrante Suche nach Essen, diese Gier, das Müllfressen, die Sachen kaputt machen oder alles in Unordnung zu bringen schon Störungen oder Probleme sind, die ich als Katzenanfängerin nicht lösen kann ...
Und das bin ich. Ich bin zwar mit Katzen aufgewachsen, aber hatte immer eine sehr katzenerfahrene Mutter da, die sich um die Erziehung etc. hauptsächlich gekümmert hat. Und zum ersten Mal eigene Katzen zu haben, ist dann etwas völlig anderes.
Ich habe das auch von Anfang an sofort klargestellt und gesagt, dass dies meine ersten Tiere wären. Ich habe auch gesagt, dass ich in einer WG lebe, dass ich immer wieder Freunde zu Besuch habe etc. und gefragt: was ist die Vorgeschichte der Katzen, haben sie Eigenarten usw. und kommen sie mit meiner Lebenssituation zurecht (ich meine, ist ja was anderes, als Katze bei einer Rentnerin zu leben, die zurückgezogener lebt oder bei jemanden wie mir)
Sie wurden mir als Tiere "verkauft", die absolut unkompliziert und anfängergeeignet wären, ganz lieb, ohne Ticks oder störende Eigenarten und sehr anpassungsfähig. 🙁
Zur Vorgeschichte wurde mir gesagt, dass sie davor bei einer alten Frau gelebt haben, die dann entweder Demenz oder Alzheimer hatte und dann gestorben ist. Erst haben Nachbarn abwechselnd die Tiere zu sich genommen, dann entfernte Verwandte - wo es aber auch nicht auf Dauer ging, weil sie entweder Hunde hatten, keine Katzen wollten oder beruflich so eingespannt sind, dass sie so oft unterwegs sind für längere Zeit, dass Haustiere keinen Sinn machen würden. Sie hatten dann keine konstante Bezugsperson und waren oft allein - aber laut der Pflegestelle waren das "nur" 6-8 Wochen (davor waren sie bei der alten Frau) und haben keinerlei Schäden davongetragen. 🙄
Ich habe dann in meiner Verzweiflung die Pflegestelle kontaktiert - und die Probleme auf den Tisch gebracht und gefragt, was ich tun könnte. Da hieß es "Komisch, das haben die NIE bei uns gemacht." usw.
Ich habe gesagt: es geht mir um das Wohl der Tiere. Ich fühle mich nicht in der Lage, das in den Griff zu bekommen oder ihnen so helfen zu können, wie sie es verdienen. Wahrscheinlich brauchen sie doch eine "reizärmere" Umgebung. Vielleicht jemand, der definitiv den ganzen Tag da ist. Vielleicht kennen sie nur zwei Extreme: Entweder völlig allein oder jemand, der immer nur da ist und kommen nicht damit klar, dass jemand sich kümmert, aber auch mal weg muss.
Es ist im Moment weder für die Katzen, noch für mich ein Zustand, der uns beide glücklich macht. Und ja, ich fühle mich gerade wie ein MONSTER, weil ich mir eingestehen muss, dass ich das nicht hinbekomme und ich an meine Grenzen stoße und den Katzen nicht helfen oder das Zuhause bieten kann, das sie glücklich macht. Die Pflegestelle will mir nicht helfen bei meinen Problemen, kann mir keinen Rat geben ("Leider wissen wir auch nicht, was man da machen könnte ...") und ich denke, es braucht Zeit, diese Probleme zu beheben - und da ich arbeite und Termine wahrnehmen MUSS, ist das immer ein Russisches Roulette, ob sie mir nicht doch wieder was zerlegen, kaputt machen oder Zeug fressen, das sie nicht fressen sollen.
Ich habe zur vorherigen Pflegestelle gesagt, dass ich auf keinen Fall voreilig die Flinte ins Korn werfen will, weil ich auch nur das Beste für die Katzen möchte und mir etwas an ihrem Wohl liegt. Aber dass ich mir dann auch irgendwann eingestehen muss, wenn es gar nicht mehr geht, dass ich an meine Grenzen stoße und etwas passieren muss. Und wir uns dann eine gemeinsame Lösung überlegen sollten - immerhin kommen die Katzen ja von ihnen.
Ich will auf jeden Fall den Tierschutzverein, der das vermittelt hat, mit ins Boot holen. Mal um Rat fragen und auch sagen, dass es im Moment heftig ist und wenn es so weitergeht, für mich nicht tragbar ist und für die Katzen alles andere, als ein schönes Leben ist, wenn man sie immer nur beaufsichtigen oder wegsperren muss. 🙁 Und dass vielleicht eine ganz andere Lebenssituation oder ein Halter/Pflegestelle mit Katzenerfahrung ihnen ein besseres Leben geben kann oder ihnen bei diesen Problemen helfen und besser damit umgehen kann ...
Ich fühle mich gerade ganz, ganz mies. Will die Katzen nicht hängen lassen. Aber ich kann sie nicht ständig überwachen und ich habe Angst, dass sie irgendwann doch etwas aufbrechen, oder etwas mal doch im Stress liegen bleibt, oder man unbeabsichtigt aus Zerstreutheit eine Tür offen lässt und sie dann Plastik fressen oder viel Schokolade oder ihnen was im Hals stecken bleibt an Verpackung - und sie dann elendig zugrunde gehen. Allein die Müllfresserei ist ja ungesund und kann tödlich enden.
Und ja, sie machen mich so verdammt sauer, wenn ein absolutes Chaos um sie herum ist und sie dich ansehen, als wären sie das nie gewesen. Und es ist nicht entspannt - man muss erst alles wegsperren, Katzen wegpacken, dann alles absichern usw. und wenn man wiederkommt, alles kontrollieren - und zwangsläufig aufräumen.
Und ich kann auch nicht von meiner Mitbewohnerin verlangen, dass sie ständig auch alles überwacht, absperrt, mit aufräumt etc. - es sind meine Katzen. Ich habe mir sehnlichst ein Haustier gewünscht, nicht sie.
Werde morgen auf jeden Fall beim Tierschutzverein anrufen. Die meinten ja, dass ich sie darüber unterrichten soll, wie es mir ergeht - egal wie gut oder schlecht das alles ist. Vielleicht gibt es eine Lösung oder ich bekomme Rat, oder ich kann etwas aufatmen, weil ich weiß: wenn es gar nicht mehr klappt, gibt es eine erfahrene gute Pflegestelle, wo sie unterkommen können und die mit ihnen richtig umgehen kann, bis man sie weitervermitteln kann und sie landen nicht auf der Straße. Oder im Tierheim, wo sie mit lauter anderen Katzen zusammen sind und sich vielleicht noch unglücklicher fühlen.
Jaja, ich weiß: mir ist klar, dass ich dumm und naiv war, die Katzen zu mir zu holen. Aber andererseits ... ich habe viele Fragen gestellt, war dort länger, sie waren so lieb, es hat gefunkt und dann meinte die Pflegestelle noch, dass sie tolle, unkomplizierte Katzen sind, die ihnen nie Probleme gemacht haben - ich dachte, es passt. Vielleicht bin ich auch nicht geeignet, Katzen zu verstehen oder mit ihnen umzugehen - gibt ja auch solche Leute.
Ich weiß, dass ich die Katzen im Stich lasse und wahrscheinlich voreilig und naiv war ... mir geht es jetzt echt sehr, sehr mies und gar nicht gut. 🙁