Vielleicht wären die beiden ja sogar glücklich, wenn sie endlich mal getrennt werden würden. Wenn sie sich überhaupt nicht leiden können.
Und jede von ihnen hätte ungeteilte Aufmerksamkeit.
Aber das ist wohl auch nicht einfacher, nur für die Katze ein neues Zuhause zu finden?
Falls du den Kater überhaupt behalten wollen würdest.
Ja, habe schon bei besonderen Anlaufstellen gesagt, dass es am wichtigsten wäre, dass zumindest eine/r von beiden einen Platz bekommt oder eine Pflegestelle. Ein Traum wäre ja eine Pflegestelle, wo man vorerst die Katze unterbringen kann um zu sehen, wie es funktioniert, wenn sie getrennt sind und wo ich notfalls den Kater dann auch hingeben kann, sollten die beiden sich total vermissen und brauchen. Aber wie gesagt, ich will das alles noch gut beobachten und überlegen und wenn sich beide gegenseitig ganz arg brauchen sollten (weiß man ja nicht), dann gebe ich nur beide ab. Dann brauchen sie aber jemand erfahrenen, der die Konflikte zwischen den beiden gut klären kann und sich auskennt, wie man beiden gleichzeitig Sicherheit und Stabilität gibt und dafür sorgt, dass sie nicht ständig in Konkurrenz zueinander stehen oder um Aufmerksamkeit kämpfen.
Eine erfahrene Dame von einem Tierschutzverein, der mir wirklich versucht zu helfen hat gemeint, sie glaubt, dass gerade die Katze eine Einzelkatze ist und einen Platz braucht, wo sie nichts teilen oder um nichts zu fürchten braucht, weil andere Katzen für sie aktuell und wahrscheinlich auch langfristig nach ihrer Geschichte nur stressige Konkurrenten sind und sie nicht gerne teilt. Ich sehe das genauso, sie ist sehr dominant und besitzergreifend und wird schnell eifersüchtig.
Beim Kater könnte es sein, dass er später, wenn er sich erholt hat, durchaus gesellig ist. Aber dann sollte es eine Katze sein, die nicht so dominant und fordernd ist, sondern eher seinem Naturell entspricht: er ist sehr ruhig und zurückhaltend, sehr friedlich und er kämpft aktuell vermutlich nur, weil er durch die Katze so gestresst wird und ja, sich behaupten möchte, weil er doch auch bei mir schlafen und mit mir schmusen möchte.
Im Gegensatz zur Katze kann der Kater sich aber auch gut mit sich selbst beschäftigen. Er ist es auch, der von sich aus gerne und aktuell viel spielt und der mit Freude dabei ist, wenn man ihn geistig fordert (Leckerlie versteckt, rumwirft, damit er ihnen nachrennen muss, den Snackball benutzt etc.). Die Katze braucht aktuell immer einen Mensch und dessen Bezug. Spielen tut sie fast gar nicht, wenn dann nur ganz kurz und sie ist sehr fordernd und dominant.
Z. B. ist es so: wenn ich am Notebook sitze, dann will der Kater einfach nur bei mir sitzen. Ab und zu streicht er dezent um meine Beine oder stößt leise, gurrende und zirpende Laute aus, um auf sich Aufmerksam zu machen und dann will er auch gestreichelt werden. Aber er akzeptiert auch, dass ich dann gerade keine Zeit habe und schläft dann bei mir oder guckt aus dem Fenster (liebt er extrem) oder folgt mir wie ein Schatten, ohne aufdringlich zu sein und sitzt dann im Hintergrund oder neben mir auf dem Badewannenrand, wenn ich mich Morgens schminke usw. Die Katze hingegen legt sich dann fordernd quer über das Notebook und über meinen Arm, maunzt ständig herum, schmust herum usw. und hört erst auf, wenn man sie lange und ausgiebig beachtet und gekrault hat. Wenn man ihr Spielzeug gibt oder Leckerlie versteckt, damit sie sich auch mal anstrengt, dann ist sie schnell frustriert und will gar nicht. Aber sie spielt auch allgemein kaum.