Anzeige(1)

  • Liebe Forenteilnehmer,

    Im Sinne einer respektvollen Forenkultur, werden die Moderatoren künftig noch stärker darauf achten, dass ein freundlicher Umgangston untereinander eingehalten wird. Unpassende Off-Topic Beiträge, Verunglimpfungen oder subtile bzw. direkte Provokationen und Unterstellungen oder abwertende Aussagen gegenüber Nutzern haben hier keinen Platz und werden nicht toleriert.

Ein Leben ohne Liebe ?

hass und liebe liegen meines erachtens sehr sehr nahe zusammen.

da du uns deine geschichte erzählt hast, will ich dir meine auch in kurzform erzählen.

als ich 16 jahre war wurde ich von 3 männern ( als ich mit freundinnen zelten war) vergewaltigt. irgendwann lernte ich dann meinen ersten freund kennen. unsere beziehung war eine ganze weile nur platonischer art. bis er die schnauze davon voll hatte. er stellte mir ein ultimatum. wenn ich nicht mit ihm an *diesen* samstag schlafen würde, würde er mich verlassen. naja, ich trank ein paar bacardi und ließ es über mich ergehen. er verließ mich trotzdem - war wohl nicht der renner im bett :-(
dann lernte ich meinen mann kennen. ich wurde schwanger und wir heirateten. dann ging der horror an. er war immer nur trinken, kiffte und ging fremd. wenn ich nicht meinen ehelichen pflichten nachging, flog ich auch schonmal durchs wohnzimmer. irgendwann ging es mir dann so schlecht, dass ich in der klinik landete. ich trennte mich dann von ihm. ich ließ mich scheiden. dann begann ich eine neue beziehung. sie dauerte 7 jahre.das selbe in grün!.....
dann verunglückte meine mutter tödlich. ihr tod hat auch sehr viel mit liebe zu tun...will ich aber jetzt nicht näher erläutern.
vor 3 jahren lernte ich dann meinen jetzigen partner kennen. er ist das absolute gegenteil von meinen vorigen partnern. er trinkt nicht, er betrügt mich oder schlägt mich nicht. er versteht mich einfach und liebt mich so wie ich bin. mit all meinen fehlern und kanten! er vertraut mir voll und ganz und ich vertrau ihm. wir verstehen uns ohne worte und wir sind eine einheit geworden!!!

ich dachte auch nicht mehr an die liebe. ich glaubte auch, das wäre nur ein märchen, das märchen von der wahren liebe. doch es gibt sie, es gibt sie wirklich. ich darf sie jetzt erfahren. glaub mir, ich musste einiges erleben und erleiden......

so, das wars in kurzform..

gruß
sg
 
Du hast dich nicht aufgegeben! Trotz all der Verletzungen aus der Vergangenheit (für die du GAR NICHTS konntest!) hast du dich nicht aufgegeben, sondern weitergemacht. Es ist kein Mitleid, was ich bei deiner Geschichte empfinde, sondern Respekt, tiefen und ehrlichen Respekt!!!
 
Hass

Tja, pete... ich war auch einmal extrem menschenscheu, obwohl meine Eltern in dieser Hinsicht nichts falsch gemacht haben, glaube ich.

Aber was den Hass betrifft, so bin ich nicht ganz deiner Meinung. Denn Hass ist nicht gleich Hass, ebenso wenig wie Liebe gleich Liebe ist. Liebe, Hass, Mut oder auch Angst können durchaus sehr gefühlsintensiv sein, genauso aber auch sehr kühl und rational - im Grunde genommen sind Gefühle so etwas wie undeutliche Gedanken. Ich bin immer noch der Ansicht, dass Hass im Dienste der Liebe steht, dass Hass aber zu einem Selbstläufer werden kann, ebenso wie auch Angst. Als sporadische, kurzzeitige emotionale Momente sind Angst, Trauer oder auch Hass etwas völlig natürliches und gesundes. Wenn sie allerdings zu einem chronischen Zustand werden, wenn unser Leben durch sie geprägt wird, so ist das ein eindeutiges Zeichen dafür, dass etwas in unserem Leben - und auch in unserer Gesellschaft! - falsch läuft.
 
schattenkind - auch da sind wir ja eigentlich wieder (oder beinahe) einer meinung. natürlich wenn wir mit einer bestimmten situation konfrontiert sind, empfinden wir erstmal auch hass, oder furcht. aber es darf wie du sagst nicht zum selbstläufer werden - weil wir uns dadurch zum negativen verändern.
ich hab mir in manchen situationen angewöhnt, nicht spontan und mit der allerersten emotion zu reagieren, sondern erstmal durchzuatmen oder auch drüber zu schlafen - geht natürlich nicht immer.
wir haben uns ja auch völlig unsinnigerweise gezofft, weil wir manche begriffe unterschiedlich interpretiert haben *g*
du kannst aber durchaus auch in einem negativen gespräch zu jemand sagen (und wenns der chef ist): ich möcht mich erst weiter mit ihnen unterhalten, wenn sie sich beruhigt (oder abgeregt) haben...

wenn ihr wollt, erzähl ich meine geschichte noch weiter (das eben war ja nur ein ausschnitt oder aspekt) - es ist aber ein bisschen mehr, und daher gehts nur abschnittsweise.
 
Schattenkind der Liebe meinte:
Du hast dich nicht aufgegeben! Trotz all der Verletzungen aus der Vergangenheit (für die du GAR NICHTS konntest!) hast du dich nicht aufgegeben, sondern weitergemacht. Es ist kein Mitleid, was ich bei deiner Geschichte empfinde, sondern Respekt, tiefen und ehrlichen Respekt!!!

nein schattenkind, respekt verdiene ich wirklich nicht!
ich denke oft, vielleicht hätte ich damals meinem mann nur etwas mehr zeit geben müssen, vielleicht hätte er sich ja noch geändert und ich hätte meinem sohn nicht den vater genommen ( zwecks scheidung mein ich). ich hätte einfach nur so sein müssen, wie mein mann es wollte und alles wäre okay gewesen. verstehst du was ich meine? ich bin ja selber schuld das alles so gekommen ist... aber egal. jetzt habe ich mein glück gefunden ohne jeglichen nebenwirkungen ;-)
wahrscheinlich muß man einfach immer lange leiden um irgendwann mal glück zu erfahren.

für mich hat das wort liebe eine sehr sehr große bedeutung. anfangs fühlt man meistens dieses gefühl verliebt zu sein. viele reden aber von anfang an immer gleich von liebe, und das gibt es meiner meinung nach nicht. liebe ist ein gefühl das wächst, und zwar stetig wächst. verliebtsein hört irgendwann auf, aber liebe die bleibt und wird immer stärker! meiner meinung nach sollte man mit dem wort LIEBE sehr sehr sparsam und vorsichtig umgehen. denn liebe ist so ein wahnsinnig starkes gefühl...genau wie der hass, das ist auch ein sehr starkes gefühl und liegt sehr nahe am gefühl liebe. ich kann das jetzt nicht richtig ausdrücken wie ich das meine. ohne liebe, keinen hass. die zwei gefühle liegen sehr sehr nahe beieinander. ( hoffentlich versteht mich noch jemand 🙂..)

ach, ich glaube ich sortier lieber erstmal meine gedanken bevor ich hier so einen wirrwarr schreibe - lach

ganz liebe grüße
sg
 
Die wahre Liebe

Ja, die Selbstvorwürfe kenne ich, dass man sich vielleicht doch nur hätte ändern müssen... aber das ist Unsinn! In der Liebe geht es eben NICHT darum, jemanden zu ändern. Eine Veränderung muss ganz von allein und durch Liebe geschehen, nicht erzwungen von außen.

Liebe ist nicht einfach ein Gefühl, wie du es beschreibst, sondern eine Lebenseinstellung. Es bestimmt die Art und Weise, wie du den Dingen in deinem Leben entgegentrittst. Zu lieben bedeutet: den Dingen in deinem Leben ein bedingungsloses "Ja" zu sagen!

Frage dich selbst, hat dein Mann wirklich DICH geliebt? Oder liebte er nicht viel mehr die Dinge, die du für ihn tatest? Hätte er auch dann noch zu dir gehalten, wenn du nichts für ihn getan hättest? Hätte er dich immer noch geliebt, wenn du ihm keine Unterhaltung, sexuelle Befriedigung, Freundschaft oder Treue geschenkt hättest? Wäre er immer noch für dich da gewesen, wenn du vielleicht einen Autounfall gehabt hättest und seitdem querschnittsgelähmt an einen Rollstuhl gefesselt gewesen wärst? Wie wäre es umgekehrt gewesen?

Diese Frage sollte sich jeder Mensch stellen... was lieben wir eigentlich wirklich und was lieben wir mehr? Die Menschen? Oder eher doch nur die Dinge, die dieser Mensch uns gibt und für uns tut, was wir mit diesem Menschen zusammen tun können? Ist es nicht so, dass unsere Liebe zu anderen Menschen oft an harte Bedingungen geknüpft ist?

Ist es nicht das größte Glück auf Erden, wenn zwei Menschen sich (unabhängig voneinander) wirklich lieben lernen, ohne ihre Liebe an irgendwelche Bedingungen zu knüpfen? Wer traut sich, jemanden freiwillig so zu lieben, ohne vom anderen etwas zu fordern? Gehört eine solche Liebe wirklich ins Reich der Mythen und Legenden?

Um es vorweg zu nehmen, ich weiß auf diese Fragen keine Antworten. Wer aber wirklich den Mut, die Stärke und die Geduld aufbringt, sich auf eine solche Liebe einzulassen - also ein bedingungsloses "Ja" zu sagen -, der hat meinen allertiefsten Respekt!!!
 
hallo schattenkind,

zwei fälle sind mir bekannt (ist schon einige jahrzehnte her), wo frauen ihre männer, die durch krankheit oder unfall schwerstbehindert waren, jahrzehnte gepflegt und nicht in ein heim abgeschoben haben. leider haben sich in beiden fällen die männer psychisch verändert (einen hab ich nicht persönlich gekannt, es war der mann einer arbeitskollegin), d.h. egoistisch wie kleine kinder geworden, und sich an ihre frauen regelrecht festgeklammert.
das machts dann besonders schwer mit der liebe, wenn der behindert gewordene partner sein schicksal nicht angenommen hat, und kann zu einer schweren bürde werden.
meine kollegin hatte es mit ihrer beruflichen tätigkeit wenigstens leicht, sie war ein durch und durch lieber mensch und auch dementsprechend geachtet in der firma, und sie hat durch die harmonie, die sie ausstrahlte, sehr davon profitiert, dass sie arbeiten gehen konnte und nicht ständig mit ihrem mann zusammen war. nervlich war sie aber doch so angespannt, dass ihre hände ständig heftig zitterten.

du hast erzählt, du arbeitest mit geistig behinderten menschen.
es ist ja auch eine frage - wir leben in der wegwerfgesellschaft, mit beziehungen auf zeit. wie denkst du über abtreibung - wenn sich bei werdenden eltern herausstellt, dass das kind (körper)behindert sein wird ?

ich meine, solche eltern sollten in sich gehen und sich prüfen, ob sie diese selbstlose liebe aufbringen können, und falls nicht, wäre es besser, wenn das kind nicht auf die welt käme..

peter
 
Hmm

Ich unterscheide immer zwischen Liebe (als Gefühl) einerseits und Beziehung (Partnerschaft / Freundschaft) auf der anderen Seite. Lieben kann jeder Mensch für sich, völlig unabhängig vom anderen, und Gefühle sind ständig im Wandel, sowohl von ihrer Qualität als auch von ihrer Quantität her. Eine Beziehung dagegen ist bzw. soll (je nach ihrer Art) etwas dauerhaftes sein und darauf abzielen, gemeinsam füreinander da zu sein, einander Trost, Geborgenheit, Sicherheit, Fürsorge, Aufmerksamkeit, sexuellen Genuss etc. zu schenken. Oder um es kurz zu machen: eine Beziehung soll zwei Menschen ermöglichen, zusammen glücklicher zu sein als alleine. Und obwohl beides miteinander im Zusammenhang steht, so ist Liebe doch eher etwas spontanes, während eine Beziehung etwas durchdachtes und geplantes ist. Es ist daher nicht verwunderlich, dass es oft Fälle geben kann, wo Liebe und Beziehung nicht miteinander vereinbar sind, dass man also durchaus jemanden vom ganzen Herzen lieben kann, jedoch nicht mit diesem Menschen zusammen durch's Leben gehen und eine Beziehung führen kann.

Es ist daher meines Erachtens kein Widerspruch, wenn ein Mensch (vielleicht aus Selbstliebe) die Beziehung zu einem geliebten Menschen aufgibt, weil trotz der Liebe ein Zusammenleben einfach unmöglich geworden ist und nur noch gegenseitiges Unglück stiftet. Ich denke aber, dass so etwas seltener anzutreffen ist, als den umgekehrten Fall, wo zwei Menschen eine reine Nutzbeziehung führen, sich also gegenseitige Bedürfnisse befriedigen, sich jedoch im Grunde gar nicht lieben oder wo einer der Partner der Nutznießer der Liebe des anderen ist (man blicke nur auf die "Beziehungskisten" in den Fernseh-Talkshows).

Es ist das Verhängnis unserer heutigen Zeit, dass die Menschen zunehmend bindungsunfähig werden, dass Liebe zu einem oberflächlichen und kurzzeitigen Gefühl (Verliebtheit) wird, dass die Menschen das eigentliche "Problem" umgehen, sich nämlich für einen bestimmten Menschen zu entscheiden, dass Partnerschaften also zu einer Konsum- und Wegwerfware mit Verfallsdatum werden.

Was das Problem der Abtreibung angeht... ich habe hierzu keine eindeutige Meinung. Ich denke nicht, dass es hier ein Patentrezept gibt, aber ich denke, ein Mensch muss selbst wissen, wieviel er sich selbst zumuten kann. Ich glaube nicht, dass alle Eltern fähig sind, ein gesundes Kind großzuziehen, geschweige denn ein (egal ob geistig oder körperlich) behindertes Kind! Ich habe keine Lösung... andererseits denke ich, dass behinderte Kinder in der Obhut der "richtigen" Eltern auch ein großes Geschenk sein können.
 
naja, fernsehen hab ich abgeschafft 😉

ich denke dass nicht liebe zu verliebtheit wird, sondern umgekehrt - erst steht man ja mal gemand gegenüber, und dann "wird" vielleicht eine beziehung daraus (ich sehs als eine art der liebe) - oder eine nutzbeziehung, oder "nur" freundschaft, oder nichts - nächstenliebe ist wieder etwas völlig anderes - aber im grunde bin ich deiner meinung.
die heutige zeit hat so ihre verhängnisse, aber man muss sie trotzdem nicht negativer sehen als sie ist. mein vater hatte einen bekannten, von dem er mir erzählt hat, dass der für sein schwerstbehindertes kind sowas wie einen stall gebaut hat, ging wohl nicht in der wohnung, ich weiss es auch nur vom erzählen, aber ist erst 2 oder 3 generationen her..
sicher leben wir in der wegwerfgesellschaft, wo alles ein verfallsdatum hat, aber das wird von den kommenden generationen - eigentlich ja heut schon - doch wieder in frage gestellt.
ich nehm da gerne die kirchen als beispiel, denen die jungen menschen in scharen weglaufen. tja, wenn man vor 1500 jahren die lehre von der wiedergeburt - und damit die eigenverantwortlichkeit des menschen gegenüber sogenannten sünden - aus der lehre herausgenommen hat, stattdessen die sünden per ablass oder beichte selbst vergeben wollte (und den unfug mit der ewigen verdammnis oder ewigen seligkeit an diese stelle gesetzt hat), dann war der mensch gegen bezahlung seine verantwortung los. und die kirchen hatten macht, die sie jahrhundertelang blutig mit inquisiton, hexenverbrennungen usw. durchsetzen konnten.
heute geht das nicht mehr - diese lehre und all die dogmen finde ich kindlich.
als "pubertät" könnte man jetzt den materialismus und die wegwerfgesellschaft bezeichnen, und wer "erwachsen" werden will, muss weitersuchen.
und ich bin überzeugt, dass mehr und mehr menschen "erwachsen" werden wollen und suchen, dass sie über das stadium der kindlichen kirchengläubigkeit und über den materialismus und die wegwerfgesellschaft hinauswachsen wollen.
da bin ich optimistisch und setze auf die jugend - ich glaube nicht, dass sich diese heutigen zustände noch verschlimmern werden.
 

Anzeige (6)

Autor Ähnliche Themen Forum Antworten Datum
Kylar Ist hier ein Besitzer eines Tiny-Hauses? Leben 58
Hajooo Was ist das für ein Phänomen (Helfersyndrom) ? Leben 5
P Suche auf ein Auswanderabenteuer? Leben 12

Ähnliche Themen

Thema gelesen (Total: 3) Details

Anzeige (6)

Anzeige(8)

Regeln Hilfe Benutzer

Du bist keinem Raum beigetreten.

      Du bist keinem Raum beigetreten.

      Anzeige (2)

      Oben