Was besser ist hängt davon ab, wie man sich sein Leben vorstellt - hat man schon immer im Ort gelebt und steht es fest, dass man immer dort bleiben wird? Oder kann man nicht ausschließen, dass man vielleicht für eine neue Liebe oder einen neuen Job nicht doch weggehen würde? Wie hoch ist die Belastung eines Kaufes - also kann man sie auch tragen, wenn man finanziell mal schlechter dasteht? Prinzipiell bieten die eigenen vier Wände natürlich mehr Freiraum (Parkettboden z.B. käme für mich in einer Mietswohnung nie in Frage).
Am Beispiel von mir: Ich wollte nie etwas Eigenes haben, weil ich Abtragungszeiten von 30 Jahren noch zu weit gegriffen fand (bin 27) - wer weiß denn, was das Leben noch bringt... nun kam es so, dass ich in eine völlig andere Ecke von Deutschland ziehen wollte. Da wo ich bisher wohnte, zahlte ich 600€ Miete für 2 Zimmer, 58qm. Da wo ich hinwollte, gab es kaum was zur Miete, also beschäftigte ich mich mit Kauf. Das Haus, welches mich interessierte: 100qm Wohnfläche, mehrere Nebengebäude, 4000qm Grundstück. Monatliche Belastung: 360€ + NK. Da ich mit meinem Freund zusammenzog und dessen Miete (380€, 1 Zimmer, 35qm) dann auch wegfallen würde, ergab sich eine Kostenersparnis von 620€ abzgl. der Hausnebenkosten. Da habe ich dann ehrlich gesagt nicht mehr lange überlegt. Jetzt kann ich schalten und walten und umbauen wie ich will, kann die monatliche Belastung jederzeit tragen und wenn ich mal hier weg müsste und das Haus nicht vermietet bekäme, bleibt lediglich ein jetzt-brauch-ich-einen-4oo-Euro-Nebenjob-Risiko.
Meine Schwester hingegen ist gerade dabei ein Haus zu kaufen, das sie monatlich 1000€ + Nk kostet und sie gehört wahrlich nicht zu den Spitzenverdienern. Sie wird immer darauf angewiesen sein, dass sie mit ihrem Freund zusammenbleibt und keiner von beiden den Job verliert. Das wiederum wäre mir persönlich echt zu riskant. Dann lieber Miete, den Freiraum jederzeit, überall hinziehen zu können und beim Vermieter meckern zu können, wenn die Flurbeleuchtung nicht funktioniert.
Gel06