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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Woher hätten die Griechen es denn besser lernen sollen? Korruption, Vetternwirtschaft und Laissez-faire war in diesem Land doch seit jeher üblich, genauso wie in den Ländern ringsum (z. B. abermals: Italien, Türkei, bei den kleineren Nachbarn weiß ich nicht Bescheid). Und wer sollte an diesem System etwas ändern wollen, solange es so gut lief? Erst seit Rest-Europa den Geldhahn zudreht, kommt der Karren ins Schleudern, und wer ist der Böse? Klar, Deutschland, weil D. ja so reich ist und den armen, armen Griechen jetzt kein Geld mehr für weitere Vetternwirtschaft und Schluderei hinterherwerfen will. Die Bankenrettung für G. ist klar Unfug, weil das Geld sofort wieder an die Geldgeber retour fließt, davon hat der verarmte Otto Normalverbraucher in G. überhaupt nichts. Was G. bräuchte, sind Unterstützung für die armen Leute, sprich für Löhne, Krankenversicherung, soziale Zwecke und zugleich rigoroses Eintreiben der ins Ausland abgezogenen Gelder, und mit diesen letzteren Geldern sollten dann die Banken finanziert werden (hab erst gelesen, daß ein paar eifrige "Staatsdiener" vor nicht allzu langer Zeit über 2 Milliarden ins Ausland transferiert haben, um es vor dem Zugriff der Gläubiger zu schützen...) ... und mir soll keiner weismachen, es gelänge nicht, den Verbleib dieser Geldmengen nachzuvollziehen. Milliarden transportiert man nicht im Köfferchen ins Ausland, sondern verschiebt sie elektronisch, und das hinterläßt nachweisbare Spuren. Notfalls soll die EU halt bei der NSA nachfragen, die hat zweifellos die ganzen Daten gespeichert...
 
Das
[...] Aber ist es nicht merkwürdig, dass die "kleinen" Bürger sich so lange mit ihrer korrupten Regierung zufrieden gaben?[...]
ist doch bei uns nicht anders. Frag den kleinen Buerger mal, warum er sich mit Grosskapitalistenmarionetten zufrieden gibt.

Die Antwort duerfte meist "Häääh?!" sein. (...)
 
Wer finanziert denn (auch bei uns) die Politik/er? Doch besagte Großkapitalisten, und das nicht erst seit Franz Josef selig. Ist bei uns zwar noch nicht so dramatisch wie in USA, wo grundsätzlich nur noch Millionäre Präsidenten werden (Geld geht bekanntlich zu Geld) und deshalb Quadratidioten wie Bush I + Bush II an die Macht kommen. Aber, deshalb wehret den Anfängen, und macht das Kreuz bei der nächsten Wahl lieber bei den Wadlbeißern und Quertreibern, die den alteingesessenen Parteien Knüppel zwischen die Beine werfen. Wenn die Elefanten stolpern, bewegt sich wenigstens was, und sei es der Erdboden...😀
 
A propos Griechenland: heute ist ein wunderbarer Artikel auf Spiegel-online zu lesen: "Gabriel auf Distanz zu Tsipras: Frechheit, Schlichtheit, Vetternwirtschaft" - meine Rede!
 
Hat den Artikelschreiber auch gewundert, wie Gabriel da über "seinesgleichen" herzieht. Aber, `it takes one to know one´, eh? 😀
 
Nordrheiner,

wie schon hier geschrieben:

Man darf mich gerne als schuldigen Menschen bezeichnen.

Die Schuld anderer interessiert mich nicht. Wenn schon, dann meine eigene. Und du weißt, dass ich ein Verständnisproblem mit dem Begriff "Schuld" habe.

Ich sehe die Welt, das Leben, den Menschen und die Gesellschaft so - wie es gut und sinnvoll funktionieren kann. Und daran trage ich mindestens Beteiligung. Das ist jedoch nicht meine Schuld, sondern mein Wille.

~~~

Und ja, was mich und vermutlich auch dich interessiert:

Geld, Wissenschaft und Erfolg sind sicherlich supertoll, aber wenn die Liebe fehlt, warum mache ich das Ganze überhaupt?

~~~

Gesellschaft und Liebe?

Ja, eine desaströse.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich finde Schuld ist meistens das falsch Wort. Es läuft etwas schief. Irgendwer hat eine falsche Entscheidung getroffen, sich irgendwie falsch verhalten und anschließend gab es negative Konsequenzen.

Die Frage ist, ob man diese Konsequenzen gewußt hat. Weil das bezeichne ich als Schuld. Wollte ich wirklich jemanden oder mich selbst verletzten? War mir 100% klar, das es schief laufen würde?

Ich würde den Begriff der Schuld austauschen für Eigenveranwortung. Eigenverantwortung bedeutet, das man mit Konsequenzen umzugehen lernt.
Wenn wir jetzt von Schuld sprechen, gehen wir davon aus, das er sehendes Auge ins Verderben gerannt ist. Machen die meisten nicht. Man rutscht irgendwie rein. Falsche Entscheidung, dumm gehandelt. Wir sind Menschen, das passiert.

Das ist jetzt sehr theoretisches bla bla. Deswegen werde ich es an Beispielen verdeutlichen.

Jemand ist Alkoholiker. Nun würden alle sagen: Er hat Schuld an seiner Situation. Er hat das selbst herbei geführt.

Allerdings war ihm damals als er anfing zu trinken, nicht bewußt, das er Alkoholiker werden würde. Er hat gedacht, er hätte alles unter Kontrolle. Wollte sich entspannen, am Abend. Oder am Wochenende mit Kumpels feiern. Das es immer mehr wurde, hat er lange verdrängt. So wie es Süchtige (egal welche Sucht!) meistens machen.

Irgendwann wird ihm bewußt, das er ein Problem hat.

Jetzt könnte man ihm Vorwürfe machen. Das er mit dem trinken überhaupt angefangen hat, wo er doch eher labil vom Charakter ist. Aber diese Vorwürfe würden nicht weiterhelfen. Er würde sich nur schlechter fühlen.

Was sinnvoll ist, ist in diesem Augenblick von Eigenverantwortung zu sprechen. Ja, er hat die Kiste an die Wand gefahren. Als er mit seinen Kumpels feierte, war ihm klar, das er irgendwann Alkoholiker wird? Nein.Aber jetzt nützt das auch nichts mehr. Wenn er da raus will, muss er die Verantwortung für sein Leben übernehmen. Er ist der einzige, der seine Situation ändern kann. Da nützt auch kein jammern oder "Ausreden suchen". Nur er kann entziehen, eine Therapie machen, sich ändern. Andere Menschen können helfen, aber nicht diese Last für ihn übernehmen.

Das finde ich wichtig. Jeder von uns hat schon mal die Karre an der Wand gefahren. Im Job, im Beziehungen, wenn es ums Geld ging. Irgendetwas gemacht, was er besser nicht getan hätte. Aber die allermeisten haben es nicht mit böser Absicht gemacht, konnten die Konsequenzen nicht absehen oder waren vielleicht naiv. Das ist keine Schuld, das ist menschlich.

Zweite Beispiel finde ich auch sehr wichtig. Wenn es nicht die "eigene Schuld" ist.

Jemand wird als Fußgänger von einem anderen Autofahrer angefahren und schwer verletzt. Der Autofahrer war betrunken, der Fußgänger hat keine Schuld. Ist aber nach dem Unfall schwerbehindert. Zuerst wird ihn das in eine schwere Krise stürzen. Er wird auch wütend sein auf den Autofahrer. Das ist normal, das ist verständlich. Kann jeder nach vollziehen.

Aber irgendwann greift hier auch die Eigenverantwortung. Und die fängt mit einer entscheidenden Frage an: Wird das Unfallopfer anfangen sich sein Leben so gut es irgendwie geht zurück zu holen oder wird er sich hängen lassen. Vielleicht sogar verbittert sein. Jeder hat Verständnis für eine solche Verbitterung. Aber sie hilft nicht weiter. Irgendwann muss sich das Unfallopfer aufrappeln. Muss eine Physiotherapie beginnen, was meistens sehr anstrengend ist. Muss sich mit Behörden und Versicherungen auseinander setzten. Muss lernen mit Einschränken zu leben und trotzdem glücklich sein.

Ist das ätzend und ungerecht? Der Autofahrer hat nur eine Geldbuße und den Führerschein entzogen bekommen. Das Opfer hat ggfs. lebenslänglich an den Folgen zu knabbern. Es ist ungerecht und es ist ätzend.

Aber irgendwann muss man auch hier wieder die Eigenverantwortung erkennen und annehmen. Weil egal wie sehr die anderen einen stützten, man selbst muss das meiste leisten.

Ähnlich sieht es auch in anderen Fällen aus. Egal ob Mobbing, schlimme Kindheit etc. Schuld hat das Opfer hier auch nicht. Irgendwann reicht es nicht mehr aus, darüber zu "weinen". Irgendwann muss man einen Weg finden mit solchen Dingen umzugehen und Lösungen für sich suchen. Weil man sonst sein Leben nicht lebt. Auch keine Freude mehr hat. Sondern nur Verbitterung und man bemitleidet sich nur noch. Das bringt auf Dauer einfach nichts, weil es nichts an der Situation ändert!


Was vielen nicht bewußt ist, ist die Freiheit die mit Eigenverantwortung einher geht. Egal wie ich in eine Situation geraten bin, wer daran beteiligt war, ich habe immer die Möglichkeit irgendwie damit umzugehen. Ich bin kein Opfer meines Schicksals. Niemand anders als ich bestimmt über mich. Wenn ich einen Fehler mache, bügle ich den auch aus.

Leider wollen viele diese Eigenverantwortung nicht übernehmen. Sie sind einfach noch zu sehr damit beschäftigt, zu klären wer an was die Schuld trägt. Dabei ist das doch total egal. Die Konsequenzen muss man selbst ausbaden. Da muss man mehr oder weniger alleine durch.
Es bringt auch überhaupt nicht, wenn man sich als Opfer sieht und deswegen ständig selbst bemitleidet. Wie es leider hier oft im Forum geschieht. Das ändert einfach nichts an der Situation. Nur man selbst kann etwas ändern.

Dem Alkoholiker kann keiner den Entzug abnehmen. Dem Unfallopfer nicht die schmerzhafte Reha. Aber wenn beide das durchstehen würden, würde sich ihr Leben verbessern. Und das Resultat ist das einzige, was zählt am Ende.

Im Forum hier würde ich mir wünschen, das die Menschen eher konstruktiv mit ihren Problemen umgehen würde. Wirklich Lösungen suchen. Und nicht bei den Vorschlägen die gemacht werden, teilweise sehr gut sind, so mauern. Das man das Gefühl hat, der- oder diejenige ist gar nicht an eine Lösung interessiert. Sich mehr hängen lassen. Ich habe auch oft Mitleid mit manchen Schicksalen, aber das hilft auf Dauer einfach nicht weiter!
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich kenne den Gebrauch von Alkohol und sonstigen Drogen sehr gut.

Für manche Menschen ist es ein Mittel zu Spaß und Freude.

Für andere ist es ein Mittel, um ihr Leben überhaupt ertragen zu können.
 
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