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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Für weitere Antworten geschlossen.
In den diversen Bibelausgaben die ich besitze (und lese!) wird vor Überheblichkeit gewarnt. Und davor, andere zu beurteilen. Das Urteil, wer ein gottgefälliges Leben führt und wer nicht steht Gott zu und niemandem sonst.

Jedenfalls kenne ich die Stelle mit den Pharisäern. Und an die erinnerst Du mich stark.

Ich bin nicht sicher, ob Jesus Dich besonders mögen würde, käme er nochmal auf die Welt.

Er kommt ganz sicher wieder. Ist Dir wichtig, dass Er Dich mögen wird?
 
Bei dem fett markierten Wort springt bei mir immer eine kleine Denkmaschinerie an. Warum sollte es nicht eine Menge Menschen geben, die "Gott gefallen", obwohl sie nicht an - den christlichen - Gott glauben und noch niemals eine Bibel gelesen haben? Warum sollte - der große - Gott da so kleinlich sein?

Hat - der christliche - Gott irgendwie/irgendwo gesagt, dass alle, die nicht an ihn glauben, irgendwie sch**ß* sind oder so?

Was erlaube?

Zu Deiner Frage an Phelia bzw. an alle schreibe ich Dir nachstehend meine Antwort:

Lieber Tsunami,
aus meinem Verständnis kann ich Dir sagen, dass Gott alle Menschen liebt. Vergiß bitte nicht, dass Jesus nicht nur für seine Jünger, die ihn lieben und achteten, starb. Er starb auch für die Menschen, die ihn nicht kannten und die auch seine Feinde waren oder es heute sind.
Wenn Du Dir vorstellst, dass Du einen sehr guten Freund hast, den Du liebst, der sich Dir gegenüber als Freund verhält, dann kann man nachvollziehen, im Falle eines Falles für diesen Freund auch sein eigenes Leben zu riskieren, zu sterben. Aber unlogisch und kaum nachvollziehbar ist doch, für jemanden zu sterben der sich Dir gegenüber ignorant, abweisend oder sogar feindlich verhält, oder? Aber das tat Jesus Christus!

Gott gefallen alle Menschen - aber nicht "automatisch" das was sie tun: Die Ignoranz, die Abweisung, die Feindlichkeit .... das sind doch Verhaltensweisen, die einem guten Verhältnis krass entgegenstehen, oder? Es nutzt den Menschen nichts, wenn sich nur Gott um ein gutes Verhältnis zu den Menschen bemüht.

Und was die Menschen betrifft, die nie auch nur einen Hauch einer Chance hatten und haben, etwas über Jesus Christus, über Gott und seine Liebe in Erfahrung zu bringen, da bin ich ganz fest der Meinung, dass Gott einen Weg kennt, diese Menschen anzusprechen und zu fragen.

Und um zu dem Thema dieses Fadens zurückzukehren: Das Ausschlagen Gottes Angebot, das "Nein" zu Gott liegt in der Verantwortung eines jeden Menschen, wann immer er mit der Frage konfrontiert wird. Der Mensch ist schuld daran, wenn er zu Gott bzw. zu Jesus Christus "nein" sagt und trägt dafür dann auch die Folgen. Gott zwingt niemanden zu einem "Ja". Und wenn Du mal einen Blick auf die weltweiten Katastrophen richtest, so könnte man diese auch als Schulden bezeichnen, die sich aufhäufen, weil so viele Menschen "nein" zu Gott bzw. Jesus Christus sagen. Katastrophen sehe ich nicht als Bestrafung Gottes an, sondern eher als Folgen vieler Nein's.
Gott ist nicht kleinlich, im Gegenteil. Wie oft haben Menschen zu Ihm schon Nein gesagt. Und doch leben sie noch.

LG; Nordrheiner
 
Zu Deiner Frage an Phelia bzw. an alle schreibe ich Dir nachstehend meine Antwort:

Lieber Tsunami,
aus meinem Verständnis kann ich Dir sagen, dass Gott alle Menschen liebt. Vergiß bitte nicht, dass Jesus nicht nur für seine Jünger, die ihn lieben und achteten, starb. Er starb auch für die Menschen, die ihn nicht kannten und die auch seine Feinde waren oder es heute sind.
Wenn Du Dir vorstellst, dass Du einen sehr guten Freund hast, den Du liebst, der sich Dir gegenüber als Freund verhält, dann kann man nachvollziehen, im Falle eines Falles für diesen Freund auch sein eigenes Leben zu riskieren, zu sterben. Aber unlogisch und kaum nachvollziehbar ist doch, für jemanden zu sterben der sich Dir gegenüber ignorant, abweisend oder sogar feindlich verhält, oder? Aber das tat Jesus Christus!

Gott gefallen alle Menschen - aber nicht "automatisch" das was sie tun: Die Ignoranz, die Abweisung, die Feindlichkeit .... das sind doch Verhaltensweisen, die einem guten Verhältnis krass entgegenstehen, oder? Es nutzt den Menschen nichts, wenn sich nur Gott um ein gutes Verhältnis zu den Menschen bemüht.

Und was die Menschen betrifft, die nie auch nur einen Hauch einer Chance hatten und haben, etwas über Jesus Christus, über Gott und seine Liebe in Erfahrung zu bringen, da bin ich ganz fest der Meinung, dass Gott einen Weg kennt, diese Menschen anzusprechen und zu fragen.

Und um zu dem Thema dieses Fadens zurückzukehren: Das Ausschlagen Gottes Angebot, das "Nein" zu Gott liegt in der Verantwortung eines jeden Menschen, wann immer er mit der Frage konfrontiert wird. Der Mensch ist schuld daran, wenn er zu Gott bzw. zu Jesus Christus "nein" sagt und trägt dafür dann auch die Folgen. Gott zwingt niemanden zu einem "Ja". Und wenn Du mal einen Blick auf die weltweiten Katastrophen richtest, so könnte man diese auch als Schulden bezeichnen, die sich aufhäufen, weil so viele Menschen "nein" zu Gott bzw. Jesus Christus sagen. Katastrophen sehe ich nicht als Bestrafung Gottes an, sondern eher als Folgen vieler Nein's.
Gott ist nicht kleinlich, im Gegenteil. Wie oft haben Menschen zu Ihm schon Nein gesagt. Und doch leben sie noch.

LG; Nordrheiner

Ist das mit den Naturkatastrophen und den Neins nicht gehüpft wie gesprungen? Entweder Gott sorgt für die Naturkatastrophen als Strafe für die Neins oder er weigert sich die Menschen zu retten, weil sie Nein gesagt haben. Das kommt aber genauso auf eine Strafe hinaus. So doer so: Gott straft für ein Nein.

Das du von "Folgen" redest, ändert übrigens an der Sache nichts. Eine Gefängnisstrafe ist auch eine "Folge" einer Gesetzesübertretung. In dem Moment wo eine Folge durch ein aktives Handeln entsteht ist es eine Strafe oder eine Belohnung. Auch das Unterlassen einer Hilfe ist eine Handlung, was dazu führt, dass Gott für alle Folgen IMMER in die Pflicht genommen werden kann, da er sowohl allmächtig, als auch allwissend ist. D.h. er führt eine Rettung ganz bewusst nicht aus, er straft also.

Ich glaube auch nicht, dass Gott alle Menschen liebt. Wenn dem so wäre, dann würde er nicht manche Menschen homosexuell machen und gleichzeiig festlegen, dass ihre Sexualität eine Sünde gegen ihn ist. Mit Prüfung oder so etwas braucht man da auch nicht anzukommen, da das den nichtliebenden Teil nur unterstützen würde: Wenn ich einem einzelnen absichtlich eine schwierigere Prüfung auferlege als alen anderen, hat das nichts mit Liebe, sondern Verachtung zu tun. Gott liebt mit SIcherheit nicht alle Menschen und bei den Geboten und Strafen die in der Bibel verkündet werden, kann man Gott nicht lieben, sondern nur fürchten. Ein wahrhaft liebender Gott würde auch nicht Prüfungen wie die Opferung Isaaks (das die in letzter Sekunde abgeblasen wurde ist irrelevant, wenn dem nicht so wäre, wären Scheinhinrichtungen auch keine Folter) um den Glauben eines Menschen zu prüfen. Solche Anweisungen kommen von Diktatoren denen nur an einer Machtdemonstration etwas liegt.

Ich glaube an Gott und fürchte ihn, denn ich glaube nicht daran das er gütig ist. Kein gütiger Gott würde die ewige Verdammnis ohne Hoffnung auf Erlösung dafür geben, dass jemand Fehler in einer Zeitspanne gemacht hat, die gemessen an der Ewigkeit ein schlechter Scherz ist.
 
Ist das mit den Naturkatastrophen und den Neins nicht gehüpft wie gesprungen? Entweder Gott sorgt für die Naturkatastrophen als Strafe für die Neins oder er weigert sich die Menschen zu retten, weil sie Nein gesagt haben. Das kommt aber genauso auf eine Strafe hinaus. So doer so: Gott straft für ein Nein.

Das du von "Folgen" redest, ändert übrigens an der Sache nichts. Eine Gefängnisstrafe ist auch eine "Folge" einer Gesetzesübertretung. In dem Moment wo eine Folge durch ein aktives Handeln entsteht ist es eine Strafe oder eine Belohnung. Auch das Unterlassen einer Hilfe ist eine Handlung, was dazu führt, dass Gott für alle Folgen IMMER in die Pflicht genommen werden kann, da er sowohl allmächtig, als auch allwissend ist. D.h. er führt eine Rettung ganz bewusst nicht aus, er straft also.

Lieber oder liebe Gesger, (?)
danke für Deinen guten Beitrag, der aus meiner Sicht Vorurteile beinhält. Ich bin nicht allwissend und meine Antworten erheben nicht den Anspruch der Vollständigkeit oder der absoluten Gültigkeit. Aber evt. helfen sie Dir zu einem versöhnlichen Verständnis ...

Mein Beispiel zu Deinem ersten Absatz: Wenn ein z.B. 19 jähriger Sohn von zuhause wegläuft, in die Drogenszene gerät... wer trägt dann die Verantwortung? Wer ist Schuld an seinem "Leben"? Das Angebot seiner Eltern, zurückzukommen, schlägt er aus. Ich denke, Du tust Gott Unrecht, wenn Du Ihn für menschliches Unglück verantwortlich machst.

Naturkatastrophen als Strafe? Nein, das denke ich nicht. Wir Menschen lebten einmal bei Gott und haben durch unseren Eigenwillen die Trennung bewirkt. Seit dem leben wir in einer gott-losen Welt. Zu dieser gott-losen Welt gehören auch Naturkatastrophen. Das hier leben = "unsere" Wahl.

Muß Gott Menschen retten? Ich denke nicht, dass er das muß. Jede Situation, die wir bei uns oder bei anderen erleben, ist (für mich) mit einem Fragezeichen versehen:

entscheide ich mich in dieser Situation, Gott zu suchen:
1)Es geht "mir" sehr gut. "Ich" komme ganz gut zurecht. Gott sei Dank!
2) Es geht "mir" schlecht. Ich hoffe auf Gott, dass am Ende alles gut machen wird, auch für mich!

oder:
wähle ich "die jeweilige Situation" als weiteren Grund, Gott abzulehnen?
3) Es geht "mir" sehr gut. "Ich" komme ganz gut zurecht. Wozu also brauche ich Gott?
4) Es geht mir schlecht, Gott muß jetzt meine Situation verbessern, mir helfen, sonst bin ich auf Ihn sauer bzw. werde es ablehnen, auch nur an Ihn zu glauben.

Wenn Du die Bibel kennst, dann wirst Du vermutlich erkannt haben, dass sich diese Fragen wie ein roter Faden durch das AT sowie NT zieht. Es ist ein allgemeines Mißverständnis, dass es zu einem liebenden Gott gehört, hier und möglichst jetzt das Leben des Einzelnen so schön und lebenswert wie möglich zu machen.

Dein 2. Absatz. Du schreibst: "....D.h. er führt eine Rettung ganz bewusst nicht aus, er straft also."
Das ist in meinen Augen komplett falsch. Zum Einen beschränkt sich das, was viele Menschen unter Rettung verstehen, auf eine Wunscherfüllung unserer durchaus verständlichen Wünsche. Rettung aus einer schweren Krankheit etc. Aber diese Rettung, die durchaus auch vorkommt, ist aus Gottes Sicht (wie ich es verstehe) nicht das hauptsächliche Ziel Seiner Rettung. Stell' Dir vor, wieviele Menschen alleine zu Sylvester Versprechungen abgaben, die sie nie auch nur ansatzweise einhielten.
Matthäus 15, 8: "Dieses Volk ehrt mich nur mit Worten, sagt Gott, aber mit dem Herzen sind sie weit weg von mir."
Und wozu soll eine Rettung gut sein? Sagte Jesus nicht folgendes: "wer sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen. Was hat ein Mensch davon, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber zuletzt sein Leben verliert?" (Matth. 16, 25+26). Gott will nicht, dass auch nur ein Mensch verloren geht (Matth. 18, 12-14). Darum geht es Gott. Worum geht es Dir?
Einige Leute aus Galiläa kamen zu Jesus und erzählten von einigen Männern, die Pilatus töten lies, als sie gerade im Tempel waren. Jesus sollte dazu Stellung beziehen. "Jesus sagte zu ihnen: Meint ihr etwa, dass sie einen so schrecklichen Tod fanden, weil sie schlimmere Sünder waren als die anderen Leute in Galiläa? Nein, ich sage euch: Wenn ihr euch nicht ändert, werdet ihr alle genauso umkommen. Oder denkt an die 18, die der Turm am Teich Siloah unter sich begrub. Meint ihr, dass sie schlechter waren als die übrigen Einwohner Jerusalems? Nein, ich sage euch: Ihr werdet genauso umkommen, wenn ihr euch nicht ändert." (aus Lukas 13, 1-4).

Du, Gesger, fragst, warum Gott nicht dieses oder jenes zur Bewahrung oder Rettung von Menschen tut? Gott jedoch fragt, warum Menschen sich nicht ändern? Ich denke, wir sollten uns Katastrophen so zu Herzen nehmen, dass wir über uns selbst zum Nachdenken kommen. Die Anklage gegen Gott ist der völlig falsch Ansatz.

LG, Nordrheiner
 
Ich glaube auch nicht, dass Gott alle Menschen liebt. Wenn dem so wäre, dann würde er nicht manche Menschen homosexuell machen und gleichzeiig festlegen, dass ihre Sexualität eine Sünde gegen ihn ist. Mit Prüfung oder so etwas braucht man da auch nicht anzukommen, da das den nichtliebenden Teil nur unterstützen würde: Wenn ich einem einzelnen absichtlich eine schwierigere Prüfung auferlege als alen anderen, hat das nichts mit Liebe, sondern Verachtung zu tun. Gott liebt mit SIcherheit nicht alle Menschen und bei den Geboten und Strafen die in der Bibel verkündet werden, kann man Gott nicht lieben, sondern nur fürchten. Ein wahrhaft liebender Gott würde auch nicht Prüfungen wie die Opferung Isaaks (das die in letzter Sekunde abgeblasen wurde ist irrelevant, wenn dem nicht so wäre, wären Scheinhinrichtungen auch keine Folter) um den Glauben eines Menschen zu prüfen. Solche Anweisungen kommen von Diktatoren denen nur an einer Machtdemonstration etwas liegt.

Ich glaube an Gott und fürchte ihn, denn ich glaube nicht daran das er gütig ist. Kein gütiger Gott würde die ewige Verdammnis ohne Hoffnung auf Erlösung dafür geben, dass jemand Fehler in einer Zeitspanne gemacht hat, die gemessen an der Ewigkeit ein schlechter Scherz ist.

Die Frage zur Homosexualität ist auch für mich eine, die ich nicht wirklich beantworten kann. Für mich habe ich eine Antwort gefunden, die mich jedoch nicht so sicher macht, dass sich sie mitteilen möchte. Nur Deine Logik "wenn dem so wäre - dann...." kann ich nicht folgen. Gott ist nicht verpflichtet, sein Tun unserer Logik anzupassen. Das ist ebenfalls ein Mißverständnis... welches auf unserer Logik aufbaut.
In Markus 4 (11+12) sagte Jesus zu seinen Jüngern: Euch hat Gott seinen geheimnisvollen Plan erkennen lassen, nach dem Er schon begonnen hat, seine Herrschaft in der Welt aufzurichten; aber die Außenstehenden erfahren von alledem nur in Gleichnissen. Es heisst ja: Sie sollen hinsehen, so viel sie wollen, und doch nichts erkennen. Sie sollen zuhören, so viel sie wollen, und doch nichts verstehen, damit sie nicht zu Gott umkehren und er ihnen ihre Schuld vergibt."

Du bezeichnest die angedeutete Opferung Isaaks als psychische Folter. Das mag zutreffend sein. Ich sehe schon noch einen anderen Sinn dahinter, als reine Machtdemonstration. Erkennst Du nicht auch, dass selbst Jesus, der in jeder Hinsicht schuldlos war, gefoltert wurde, sterben mußte? Und was war der Grund?
Gott hat die Menschen so sehr geliebt, dass Er seinen einzigen Sohn hergab. Nun werden alle, die sich auf ihn verlassen, nicht zugrunde gehen, sondern ewig leben. Gott sandte seinen Sohn nicht, um die Menschen zu verurteilen, sondern um sie zu retten. Wer sich an den Sohn Gottes hält, wird nicht verurteilt. Wer sich aber nicht an ihn hält, ist schon verurteilt, weil er Gottes einzigen Sohn nicht angenommen hat."
Also, Gesger, hast Du Recht, wenn Du sagst, dass Gott nicht liebt? Aus meiner Sicht begehst Du den Fehler, dass Du von Gott Liebesbeweise forderst, die menschlich verständlicher Natur sind.

Zu Deinem letzten Absatz: Es geht weniger um Fehler, um fehlerhaftes Verhalten, für die Menschen verurteilt werden. Es geht letztendlich darum, ob Menschen sich auf Jesus Christus verlassen, ihm nachfolgen wollen, oder eben nicht. Diese Nachfolge ist sicher nicht perfekt, weil wir Menschen eben nicht perfekt sind. Aber die grundsätzliche Haltung ist doch entscheidend. Der einzelne Mensch will Jesus vertrauen und ihm nachfolgen - oder nicht. Und wer ihm nachfolgt, kommt auch durch den Tod ins ewige Leben. Das ist aus meiner Sicht weniger eine Frage der Strafe oder Nicht-Strafe. Es ist aus meiner Sicht eine Frage von schuldhafter Ablehnung und der zugehörigen Konsequenz.

Es erschließt sich auch nicht meiner Logik, warum Menschen Jesus Christus ablehnen - aber mit ihm in Ewigkeit leben wollen? Und wenn sie auch nicht mit Jesus in Ewigkeit leben wollen, warum sollten sie dazu gezwungen werden?

Für mich sieht es so aus, als ob Du Gott die Schuld für alles mögliche in die Schuhe schieben willst. Wir verstehen nicht immer alles, auch nicht immer sofort. Manche Antworten ergeben sich oft erst in der Rückschau.
Aber bitte, liebe(r) Gesger, bohre nach, frage nach, wenn Du Fragen hast. Ich hoffe, ich konnte ein bißchen etwas verständlich machen, was Dir wichtig ist.

LG, Nordrheiner
 
Lieber Nordrheiner,

danke für deine, wie üblich, ausführliche Antwort. Kurze Vorbemerkung: Ich bin ein Mann.

Den Teil mit der ewigen Verdammnis und deiner Aussage, warum sollte jemand der Jesus nicht liebt errettet werden könnte ich verstehen, wenn den Verdammten die Möglichkeit gegeben werden würde umzukehren. Das ist aber nicht vorgesehen. Das ist für mich kein Zeichen von göttlicher Liebe, denn Liebe bedeutet verzeihen können und wollen. Wer jemandem aber noch nichteinmal die Möglichkeit gibt das ihm vergeben wird, liebt auch nicht.

Zu dem Folgen: Wenn wir nicht über Naturkatastrophen reden würden, würde ich dir recht geben. Der Unterschied zum Sohn der wegläuft und in die Drogenszene abrutscht und einem Vulkanausbruch ist der, dass wir für den Vulkanausbruch nicht verantwortlich sein können. Wenn aber etwas außerhalb der Verantwortung der Menschen liegt die darunter leiden und jemand könnte etwas dagegen tun, hat das wieder einen negativen Beigeschmack. Es mag sein, dass Gott die durch Naturkatastrophen Verstorbenen nach ihrem Tod trozdem errettet, aber auch das ändert nichts daran, dass der Massentod eine negative Machtdemonstration wie im Exodus durch die Tötung der Erstgeborenen ist.

Zum Paradies: Ja, unsere Vorfahren wurden durch die Missachtung von Gottes geboten aus dem Paradies verbannt. Dafür können wir aber nichts, das war nicht unsere Schuld und uns dafür zur verantwortung zu ziehen zeugt nur von einem fehlenden Gefühl für fairness.

Ich schiebe Gott nichts in die Schuhe, er ist mir keine Rechenschaft schuldig, auch niemand anderem sonst. Seinen eigenen Sohn zu opfern war schon schlimm genug (bzw. die Art), das ändert aber nichts an der psychischen Folter an Abraham. Im übrigen gibt es nicht "unsere Logik" oder "fremde Logik". Da Logik auf notwendigen Zusammenhängen basiert die aufeinander folgen müssen und sich andere Alternativen ausschließen ist sie universell. Ein Beispiel dafür ist die Frage, ob Gott einen Stein erschaffen kann der so schwer ist, dass er ihn selbst nicht heben kann? Egal wie die Antwort lautet, eine Alternative wird immer ausgeschlossen, daran ändert auch ein geheimer Plan im Hintergrund nichts.

Der Rote Faden der sich durch die Bibel zieht ist vor allem der von Tod und Vernichtung für alle die sich von Gott abwenden, auch wenn sie unschuldig sind. SIehe dazu z.B. das Buch Hosea, Kapitel 14, Vers 1 in dem sogar die noch ngeborenen Kinder durch Gottes willen durch das Schwert sterben sollen wenn das Volk nicht zu Gott zurückkehrt. Wenn das keine Erpressung im Sinne von "Unterwirf dich mir oder ich töte dich" ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Wie man angesichts der eigen Verdammnis die immer wie ein Damoklesschwert über einem schwebt und solcher Geschichten keine Angst vor Gott haben kann weiß ich wirklich nicht.

Versteh mich übrigens nicht falsch: ich will dir deinen Glauben nicht ausreden, falls dieser Eindruck entstanden sein sollte. Es geht auch nicht darum, Gott für etwas die Schuld zu geben oder Liebesbeweise einzufordern. Er ist mir, wie gesagt, keine Rechenschaft schuldig. Ein gnädiger, verständiger, liebender Gott würde die ewige Verdammnis trotzdem niemandem antun. Das Gott nicht im Sinne des Guten handelt sieht man übrigens bereits im Genesis. Er verbietet Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Wieso? Was hat er zu befürchten? Wenn er gut handeln würde, dann würde die Erkenntnis darüber den Glauben an seine Güte nur stärken. Wenn ich aber nicht will, dass andere meine Absichten erkennen, so können sie schwerlich Gut sein. Anders wäre es, wenn es der Baum des Zweifels wäre oder etwas in der Art, DA wäre ein Verbot nachvollziehbar. Aber bei einem Baum der einen die Güte Gottes erkennen lässt? Naja, da denke sich jeder was er will...

Mein Standpunkt wird sich höchstwahrscheinlich auch nicht ändern und ich würde mich nur wiederholen, daher sage ich auch nichts weiter mehr dazu. Danke dennoch, dass du dir die Zeit genommen hast das zu lesen und (vielleicht) zu antworten.

LG,
gesger
 
Lieber Nordrheiner,

Du schreibst: " Katastrophen sehe ich nicht als Bestrafung Gottes an, sondern eher als Folgen vieler Nein's."

Wir sind uns sicher noch einig, dass es Menschen, die von solchen Katastrophen betroffen sind, letztendlich gleichgültig sein kann, welche Ursachen sie haben. Menschen leiden darunter, verlieren nicht selten ihr Leben in solchen Katastrophen und damit stellt sich die für diejenigen unter uns, die an Gott glauben, schon die Frage, wie das mit dem Bild eines gütigen Gottes zusammenpasst.
Das gilt für die Schicksale einzelner Menschen wie für die großen Katastrophen, etwa die, die sich gerade in Nepal ereignete, wie auch diejenige, derer wir gerade in den letzten Wochen vielfach gedacht haben.
Kann ein Mensch nach all diesen Ereignissen, diesem unendlichen Leid noch an Gott glauben, und warum ließ Gott zu, was alle menschliche Fantasie an Grausamkeit übersteigt?
Auf welches Nein, ich gebrauche deine Diktion, antwortete Gott den Juden in Ausschwitz? Was hatte dieser Junge, fast ein Kind noch, von dem Elie Wiesel berichtet, und der vor den angetretenen Lagerinsassen gehängt wurde, was hatte dieser Junge verneint?
Ich weiß es nicht, Nordrheiner. Wirklich nicht, und ich fürchte, dass sich aus deiner Vermutung die Antwort auch nicht ableiten lässt, denn letztlich hätte Gott nicht nur an diesem Jungen grausam Rache genommen, sondern an all den vielen Opfern in Vergangenheit und Gegenwart, die aufgrund fremder Schuld zu Schaden und zu Tode gekommen sind.
Gestatte mir, dass ich in diesem Zusammenhang noch einmal auf einen meiner Lieblingsautoren, den Rabbi und Juden Harold Kushner zu sprechen komme.
In seinem Buch "Wenn guten Menschen Böses widerfährt", versucht Kushner eine Antwort, die mir, je älter ich werde, zunehmend plausibler wird. Gott, so Kushner, sei nicht allmächtig und sei an die Gesetze der Natur und des Lebens, die er selbst geschaffen habe, gebunden.
Dann aber kommen wir, wir Mitmenschen ins Spiel, weil wir zur aktiven Hilfe aufgefordert sind, was nichts Anderes bedeutet, als Menschen in ihrem Leid und Elend beizustehen. Da trifft sich der Jude Kushner mit dem Christen Bonhoeffer, der mal feststellte, Gott habe keine anderen Hände als unsere Hände.
Und da befindet er sich in Übereinstimmung mit Jesus, der uns wissen ließ, was wir den Geschundenen und Elenden getan haben, das hätten wir ihm getan.
Im Umkehrschluss: Was wir den Menschen, die der Hilfe, des Trostes bedürfen, schuldig bleiben, bleiben wir Gott schuldig.

Burbacher
 
Lieber Nordrheiner,

danke für deine, wie üblich, ausführliche Antwort. Ich verstehe das als kleinen Wink. Ok, ich versuche mich kürzer zu fassen....
Kurze Vorbemerkung: Ich bin ein Mann.

Den Teil mit der ewigen Verdammnis und deiner Aussage, warum sollte jemand der Jesus nicht liebt errettet werden könnte ich verstehen, wenn den Verdammten die Möglichkeit gegeben werden würde umzukehren. Das ist aber nicht vorgesehen. Das ist für mich kein Zeichen von göttlicher Liebe, denn Liebe bedeutet verzeihen können und wollen. Wer jemandem aber noch nichteinmal die Möglichkeit gibt das ihm vergeben wird, liebt auch nicht.
Einspruch ! Begründung 1) Wir wissen nicht, ob die Verdammnis mit einem Begnadigungsangebot beendet werden könnte. Sollte es sowas geben, wäre dieses vermutlich anzunehmen sein, andernfalls zur Fortsetzung der Verdammnis führt. 2) Aber obwohl ich nur ein Mensch bin, ist für mich schon klar, dass ich hiervon niemals im voraus erzählen würde. Täte ich das, gäbe es mit Sicherheit noch mehr Menschen, als heute, die es nicht für nötig halten, Gott zu ehren und sich Ihm zuzuwenden.

Zu dem Folgen: Wenn wir nicht über Naturkatastrophen reden würden, würde ich dir recht geben. Der Unterschied zum Sohn der wegläuft und in die Drogenszene abrutscht und einem Vulkanausbruch ist der, dass wir für den Vulkanausbruch nicht verantwortlich sein können. Wenn aber etwas außerhalb der Verantwortung der Menschen liegt die darunter leiden und jemand könnte etwas dagegen tun, hat das wieder einen negativen Beigeschmack. Es mag sein, dass Gott die durch Naturkatastrophen Verstorbenen nach ihrem Tod trozdem errettet, aber auch das ändert nichts daran, dass der Massentod eine negative Machtdemonstration wie im Exodus durch die Tötung der Erstgeborenen ist. Immerhin scheinst Du jetzt mir insofern zuzustimmen, dass ein Mensch, der Gott bzw. Jesus Christus ablehnt, die Folgen seiner Entscheidung zu tragen hat (Mein vorheriges Bsp. "Drogen) Zu den Naturkatastrophen... siehe meine Antwort zum nächsten Abschnitt.

Zum Paradies: Ja, unsere Vorfahren wurden durch die Missachtung von Gottes geboten aus dem Paradies verbannt. Dafür können wir aber nichts, das war nicht unsere Schuld und uns dafür zur verantwortung zu ziehen zeugt nur von einem fehlenden Gefühl für fairness.
Einspruch: Gott zieht uns nicht für die Entscheidung unserer Vorfahren zur Verantwortung. Wir haben nur unter dieser Entscheidung unserer Vorfahren zu leiden. Und dazu gehören auch die Naturkatastrophen, jedenfalls nach meinem Verständnis.

Ich schiebe Gott nichts in die Schuhe, er ist mir keine Rechenschaft schuldig, auch niemand anderem sonst. Seinen eigenen Sohn zu opfern war schon schlimm genug (bzw. die Art), das ändert aber nichts an der psychischen Folter an Abraham.
Ich habe den Eindruck, dass Du die Geschehnisse um Abraham nicht verstanden hast. Dies liegt evt. daran, dass Du den Zusammenhang nicht beachtest. Sieh' doch einfach als Teil 1 der Geschichte die Zusage nach einem Sohn. Sarah war über ihre Wechseljahre weit hinaus. Der versprochene Sohn war immer noch nicht da. Abraham riß der Geduldsfaden und er schaffte sich selbst die Lösung, in dem er mit seiner Magd einen Sohn (Ismael) zeugte. Gott tadelte ihn für seine (menschlich verständliche) Ungeduld. Als dann Isaak durch Sarah (nach den Wechseljahren) gezeugt viele Jahre später zur Welt kam und ein kleiner Junge war, prüfte er den Lernerfolg Abrahams. Für Abraham war diese Prüfung sicherlich schlimm. Aber Du solltest das von Abraham Erlebte nicht nur aus der Sicht Abrahams sehen. Wir können heute noch lernen, dass wir in Situationen kommen, in denen wir keine andere Lösung zu sehen glauben, als selbst die Dinge in unsere Hand zu nehmen, auch wenn dies bedeutet, Gottes Zusagen zu "vergessen" bzw. gegen Gottes Gebote zu handeln. Für mich sagt diese Erzählung im Zusammenhang gesehen, aus: Gott führt alles zu einem guten Ende, gerade dann, wenn ich beim besten Willen keine (menschlich machbare) Lösung mehr erkennen kann. Es geht also auch um "Hoffnung auf Gott setzen", wenn die Lage eigentlich hoffnungslos ist.

Im übrigen gibt es nicht "unsere Logik" oder "fremde Logik". Da Logik auf notwendigen Zusammenhängen basiert die aufeinander folgen müssen und sich andere Alternativen ausschließen ist sie universell. Ein Beispiel dafür ist die Frage, ob Gott einen Stein erschaffen kann der so schwer ist, dass er ihn selbst nicht heben kann? Egal wie die Antwort lautet, eine Alternative wird immer ausgeschlossen, daran ändert auch ein geheimer Plan im Hintergrund nichts.
Antwort auf Deine Steinfrage erscheint mir einfach: Gott macht nichts Unsinniges.

Der Rote Faden der sich durch die Bibel zieht ist vor allem der von Tod und Vernichtung für alle die sich von Gott abwenden, auch wenn sie unschuldig sind. SIehe dazu z.B. das Buch Hosea, Kapitel 14, Vers 1 in dem sogar die noch ngeborenen Kinder durch Gottes willen durch das Schwert sterben sollen wenn das Volk nicht zu Gott zurückkehrt. Wenn das keine Erpressung im Sinne von "Unterwirf dich mir oder ich töte dich" ist, dann weiß ich auch nicht weiter. Wie man angesichts der eigen Verdammnis die immer wie ein Damoklesschwert über einem schwebt und solcher Geschichten keine Angst vor Gott haben kann weiß ich wirklich nicht.
Auch hier erhebe ich Einspruch: 1) Genau gelesen ist es nicht Gott, der diese Gräueltaten veranlasst oder durchführt, sondern die Feinde Israels. 2) Das ganze Hoseabuch ist eine Anklage gegen Israel. Beispiel: "Gilead ist eine Stadt voller Verbrecher, Blutspuren überall. An der Straße nach Sichem liegen Priester auf der Lauer wie eine Räuberbande; sie morden, sie begehen Verbrechen. ... Jetzt werden sie von ihren eigenen Taten eingekreist, die sie mir zum Trotz begangen haben. (aus Hosea 6, 7 - 11 und 7, 1 bis... eigentlich das ganze Buch lang.) Die von Dir angesprochene Stelle zeigt auf, was mit Städten in Israel passiert, wenn sich die Menschen von Gott abwenden. Also Ursache - Wirkung. 3) Dieses Buch Hosea ist typisch für das AT, ja, auch für das NT. Denn es zeigt, dass Menschen, die sich von Gott abwenden, ohne Gott schutzlos sind und dann - ohne Schutz - passieren auch die schrecklichen Dinge, die Du in Hosea 14, 1 erwähnt hast. Aber lies bitte auch das Ende von dem Hosea-Buch. Dort steht u.a.: 14, 5: Ich überwinde ihre Auflehnung gegen mich, sagt der Herr. Ich wende ihnen meine Liebe zu, obwohl sie es nicht verdient haben; ich will nicht länger zornig sein."

Versteh mich übrigens nicht falsch: ich will dir deinen Glauben nicht ausreden, falls dieser Eindruck entstanden sein sollte. Nein, kein Problem.Es geht auch nicht darum, Gott für etwas die Schuld zu geben oder Liebesbeweise einzufordern. Er ist mir, wie gesagt, keine Rechenschaft schuldig. Ein gnädiger, verständiger, liebender Gott würde die ewige Verdammnis trotzdem niemandem antun. Das Gott nicht im Sinne des Guten handelt sieht man übrigens bereits im Genesis. Er verbietet Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis von Gut und Böse zu essen. Wieso? Was hat er zu befürchten? Wenn er gut handeln würde, dann würde die Erkenntnis darüber den Glauben an seine Güte nur stärken. Wenn ich aber nicht will, dass andere meine Absichten erkennen, so können sie schwerlich Gut sein. Anders wäre es, wenn es der Baum des Zweifels wäre oder etwas in der Art, DA wäre ein Verbot nachvollziehbar. Aber bei einem Baum der einen die Güte Gottes erkennen lässt? Naja, da denke sich jeder was er will... Du hast ein prächtiges Talent, Dir immer die Begründungen zu suchen, die gegen die Liebe Gottes sprechen. Auch bei diesem Beispiel erhebe ich gegen Deine Begründung Einspruch - ich liefer auch auf Wunsch gerne meine völlig anderslautende Begründung nach.

Mein Standpunkt wird sich höchstwahrscheinlich auch nicht ändern und ich würde mich nur wiederholen, daher sage ich auch nichts weiter mehr dazu. Danke dennoch, dass du dir die Zeit genommen hast das zu lesen und (vielleicht) zu antworten.

LG,
gesger

Ich denke, lieber Gesger, wir können viel und lange über die Liebe Gottes reden. Aber wie vor der ersten Verliebtheit, bei der die Schmetterlinge im Bauch Tango tanzen (entschuldige den Vergleich), ist jede Diskussion "ob es sowas wirklich gibt und "wie es denn ist" müßig. Du musst die Liebe Gottes am eigenen Leib erfahren haben, diese Erfahrung ändert alles. Glaub' es mir (oder auch nicht).
LG, Nordrheiner
 
Du musst die Liebe Gottes am eigenen Leib erfahren haben, diese Erfahrung ändert alles. Glaub' es mir (oder auch nicht).
LG, Nordrheiner

Um auf den Threadtitel zu kommen:

Ist es eigene Schuld, wenn man die Liebe Gottes noch nicht am eigenen Leib erfahren hat?

Oder ist es eigene Schuld, wenn man nicht in der Lage ist, diese Liebe zu erkennen?

Oder ist es fremde Schuld, weil man noch nicht erklärt bekommen hat, diese Liebe Gottes zu erkennen?

Wenn jemand sagt "ich habe die Liebe Gottes erfahren" und ein anderer "ich noch nie".
Wer hat dann recht ???????????
 
Lieber Nordrheiner,

Du schreibst: " Katastrophen sehe ich nicht als Bestrafung Gottes an, sondern eher als Folgen vieler Nein's."

Wir sind uns sicher noch einig, dass es Menschen, die von solchen Katastrophen betroffen sind, letztendlich gleichgültig sein kann, welche Ursachen sie haben. eine theoretische Annahme, aber nicht die einzige.Menschen leiden darunter, verlieren nicht selten ihr Leben in solchen Katastrophen und damit stellt sich die für diejenigen unter uns, die an Gott glauben, schon die Frage, wie das mit dem Bild eines gütigen Gottes zusammenpasst. Ok

Das gilt für die Schicksale einzelner Menschen wie für die großen Katastrophen, etwa die, die sich gerade in Nepal ereignete, wie auch diejenige, derer wir gerade in den letzten Wochen vielfach gedacht haben.
Kann ein Mensch nach all diesen Ereignissen, diesem unendlichen Leid noch an Gott glauben, und warum ließ Gott zu, was alle menschliche Fantasie an Grausamkeit übersteigt?
Auf welches Nein, ich gebrauche deine Diktion, antwortete Gott den Juden in Ausschwitz? Was hatte dieser Junge, fast ein Kind noch, von dem Elie Wiesel berichtet, und der vor den angetretenen Lagerinsassen gehängt wurde, was hatte dieser Junge verneint?
Ich weiß es nicht, Nordrheiner. Wirklich nicht, und ich fürchte, dass sich aus deiner Vermutung die Antwort auch nicht ableiten lässt, denn letztlich hätte Gott nicht nur an diesem Jungen grausam Rache genommen, sondern an all den vielen Opfern in Vergangenheit und Gegenwart, die aufgrund fremder Schuld zu Schaden und zu Tode gekommen sind.
Einspruch ! Menschen (in diesem Fall Nazis) sind schlecht, tun Böses. Dass in KZ'S Menschen ermordet wurden, darfst Du doch nicht als Gottes Rache auslegen. Diese Schuldzuweisung kann ich nicht akzeptieren, noch nicht einmal nachvollziehen! Möglicherweise könntest Du mit "unterlassener Hilfeleistung (als Rache?)" argumentieren. Aber auch das geht aus meiner Sicht an der Realität weit vorbei. Wie im Hosea-Buch (siehe meine Antwort bei gesger) warnt Gott sein Volk und im NT alle Menschen vor den Problemen, die entstehen, wenn sich Menschen von Ihm abwenden: Sie fallen den Feinden zum Opfer. Das Handeln der Väter verursacht auch Leiden der Söhne. Wenn ich einen Vater warne, er solle den Gashahn im Keller seines Hauses abdichten, er tut es nicht und das Haus fliegt mit seiner unschuldigen Familie in die Luft, so kannst Du doch mich nicht dafür in Anspruch nehmen! Klar, Gott könnte selbst in den Keller gehen und den undichten Gashahn abdichten. Aber das tut Er nicht. Ich denke, dass hat etwas mit dem Baum der Erkenntnis (Paradiesgeschichte) zu tun. Wir Menschen haben den Weg gewählt, zur Erkenntnis des Guten oder des Bösen zu gelangen. Na, sind wir jetzt zufrieden, was dabei rauskommt? Unsere Wahl, nicht Gottes Empfehlung.

Gestatte mir, dass ich in diesem Zusammenhang noch einmal auf einen meiner Lieblingsautoren, den Rabbi und Juden Harold Kushner zu sprechen komme.
In seinem Buch "Wenn guten Menschen Böses widerfährt", versucht Kushner eine Antwort, die mir, je älter ich werde, zunehmend plausibler wird. Gott, so Kushner, sei nicht allmächtig und sei an die Gesetze der Natur und des Lebens, die er selbst geschaffen habe, gebunden. Klar, der Rabbi kennt das NT auch nicht und hat anscheinend das AT selbst nicht richtig gelesen.

Dann aber kommen wir, wir Mitmenschen ins Spiel, weil wir zur aktiven Hilfe aufgefordert sind, was nichts Anderes bedeutet, als Menschen in ihrem Leid und Elend beizustehen. Da trifft sich der Jude Kushner mit dem Christen Bonhoeffer, der mal feststellte, Gott habe keine anderen Hände als unsere Hände.
Und da befindet er sich in Übereinstimmung mit Jesus, der uns wissen ließ, was wir den Geschundenen und Elenden getan haben, das hätten wir ihm getan. Diesem Absatz stimme ich zu.

Im Umkehrschluss: Was wir den Menschen, die der Hilfe, des Trostes bedürfen, schuldig bleiben, bleiben wir Gott schuldig.

Burbacher

Lieber Burbacher,
zu den Erkenntnissen des Rabbi Kushner können wir nur gelangen, wenn wir Teile des AT herausschneiden sowie das komplette NT ignorieren oder als mystische Fabel umdeuten. So zu handeln ist mir jedoch zuwider.
Ich denke folgendes: "Einst, als ich noch ein Kind war, da redete ich wie ein Kind. Ich fühlte und dachte wie ein KInd. Als ich dann aber erwachsen war, habe ich die kindlichen Vorstellungen abgelegt. Jetzt sehen wir nur ein unklares Bild...." "Denn unser Erkennen ist Stückwerk..." Aus 1. Kor. 13, 9 + 11. "Wenn ihr in irgendeiner Einzelheit anderer Meinung seid, wird euch Gott auch das noch offenbaren. Aber lasst uns auf jeden Fall auf dem Weg bleiben, den wir als richtig erkannt haben." aus Philipper 3, 15. Und damit kein Mißverständnis entsteht: Dies wurde denen gesagt, die sich in der Nachfolge Jesu befanden. Damit will ich erklären, dass ich nicht alles weiß und mich auch in Details irren kann.

Für mich ist deutlich, dass Gott nicht der "liebe Gott" ist, der Auf- und Ablehnung gnädig und großzügig übersieht. Und dieses Nicht-Übersehen sehe ich nicht in einer Ungnädigkeit oder Lieblosigkeit. Im Gegenteil. Für mich ist deutlich, dass Auf- oder Ablehnung nicht nur negative Folgen für den Täter haben, sondern diese Folgen auch andere Menschen, unschuldige Kinder betreffen. Gäbe es diese Folgen nicht, wären Menschen viel großzügiger mit Gott und würden einer Strafe des Täters unbedenklich zustimmen. Da aber durch die Taten von Menschen auch z.B. unschuldige Kinder betroffen sind, suchen "wir" nach einer Schuld bei Gott, und sei es durch den Vorwurf "unterlassene Hilfeleistung". Dadurch liefern Menschen sich und anderen einen Grund, sich eben nicht Gott zu- sondern abzuwenden. Damit, so denke ich, entsteht neues schuldhaftes Verhalten, womit wir wieder beim Thema dieses Fadens angelangt sind.

Jede Situation kann uns Gott näher bringen, oder - je nach unserer Entscheidung - von Ihm weiter wegführen. Der Vorwurf von "unterlassene Hilfeleistung" oder von Dir geäusserte der Gedanke, der Hilflosigkeit Gottes, führt Menschen von Gott weiter weg. So denke ich.

LG, Nordrheiner
 
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