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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Oh. Das ist ja mal was tolles. Mir einfach ganz pauschal absprechen was DU nicht nachvollziehen kannst. Folglich hat nur Dein Glaube samt Meinung und Interpretationen vom Leben Priorität und Richtigkeit. Intressant.

Was genau soll ich nicht nachvollziehen können? Meinst Du Deinen Beitrag, in welchem Du so getan hast, als ob Du mich aus einer früheren Mitgliedschaft kennen würdest, als jemand der mit Dir eine Beziehung gewollt habe - um mir dann per PN mitzuteilen, das sei alles nur Ironie gewesen? Ja, so konfuse Handlungen kann ich nicht nachvollziehen.

Das ich Gott nicht in meinem Herzen habe, bedeutet das ich nicht unterscheiden kann was richtig ist und was falsch?
Alle Menschen haben eine mehr oder weniger klare Vorstellung von richtig und was falsch. Nur solange der Mensch seine eigene oberste Instanz ist, ist richtig für den einen Menschen falsch und für den anderen Menschen gilt: falsch ist richtig.

Sorry, aber das ist doch ziemlich schräg für mich. Klar liegt nur an mir, weil Atheist. 😀 Man man man.......
Selbstverständlich halte ich den Glauben für wahr. Ich kann es nur nicht nachfühlen. DASS ist alles!

Es liegt an Dir, weil Atheist. Völlig richtig. Und noch eine kleine Korrektur: Glaube ist kein Gefühl.
 
Und was spricht dagegen?

Es fehlt Dir jegliche Autorität, um wirksam Menschen von ihrer Schuld freizusprechen.

1. Du kannst niemanden frei sprechen. Geh mal "nur"zu einem weltlichen Amts- oder Landgericht und erkläre dem jeweiligen Richter, dass Du den Angeklagten freisprichst. Es hätte Null Auswirkung.

2. Und noch viel weniger kannst Du alle Menschen von Schuld freisprechen. Du stellst Dich damit lediglich auf die Seite derjenigen, die sich schuldig an anderen Menschen machten. Es trifft dann für Dich zu: Mitgehangen, Mitgefangen.
Ist es das, was Du willst??
 
Bevor ich jetzt jedes einzelne Posting für sich und ausführlich beantworte, wozu die Zeit nicht reicht, und mir im Grunde auch die Lust fehlt, möchte ich nochmals auf die Themenstellung eingehen.
Das Thema ist Schuld. Was bedeutet Schuld für mich? Wie gehe ich mit meiner Schuld um? Was geschieht mit mir, wenn mich eigene Schuld erdrückt? Wie kann ich Schuld aufarbeiten?
Das alles sind Fragen, die sich Menschen im Zusammenhang mit der Schuldfrage stellen (können). Ich spreche nicht von Schuld im strafrechtlichen Sinne.
Da gibt es dann bei manchen Menschen diesen inneren Gerichtshof. Wie diese innere Instanz arbeitet, hängt davon ab, wie sie sich entwickelt hat, welches Bewusstsein sich in mir im Bezug auf die Verantwortlichkeit für mein eigenes Verhalten entwickelt hat, mir selbst gegenüber und meiner Umwelt.
Mir ist bewusst, dass es viele Menschen gibt, die keiner Religion angehören, die sich keinem Glauben verpflichtet fühlen und die gleichwohl verantwortlich handeln und die ebenso in der Lage sind, mit der Schuld ihrer Mitmenschen umzugehen, sie etwa nicht zu instrumentalisieren, um daraus einen eigenen Profit zu ziehen.
Weder ich, noch Nordrheiner bestreiten doch, dass Nicht-Gläubige verantwortlich handeln und vor ihrer eigenen inneren Instanz bestehen können.
Im Grunde verläuft diese Diskussion wie die Debatte über die Sinnfrage. Menschen beantworten diese Frage aus sehr unterschiedlichen Richtungen. Nordrheiner und ich argumentieren hier wie da auf unserem theologisch-christlichen Hintergrund. Wenn das dazu führt, dass weder er noch ich an unserem Leben verzweifeln, sondern wir uns beide eingebunden wissen in einen höheren Zusammenhang, dann ist das positiv.
Wenn jemand unseren Umgang mit der Schuldfrage hinterfragt, dann muss er sich gefallen lassen, dass er eine theologisch begründete Antwort erhält, die er freilich nicht übernehmen muss.
Kriterium allerdings sollte sein, und das sollte dann auch akzeptiert werden, dass da zwei Christenmenschen die Erfahrung gemacht haben, dass ihr Glaube die Frage nach Schuld und Verantwortung für sie beantwortet.
Das unterstelle ich jedem Atheisten, jedem Hindu oder auch jedem anderen Religionsangehörigen.

Ich mache nicht zum ersten Male bei der Diskussion solcher Themen und in einschlägigen Foren die Erfahrung, dass man nicht stehen lassen kann, was Menschen für sich als wichtig und hilfreich empfinden.
Das allerdings finde ich ärgerlich und es widerspricht dem Namen und Sinn des Forums, in dem wir schreiben.

Letztlich steht das Forum selbst zur Diskussion. Das aber nehme ich nicht auf meine Kappe und Nordrheiner muss das auch nicht.

Burbacher
 
Es fehlt Dir jegliche Autorität, um wirksam Menschen von ihrer Schuld freizusprechen.

1. Du kannst niemanden frei sprechen. Geh mal "nur"zu einem weltlichen Amts- oder Landgericht und erkläre dem jeweiligen Richter, dass Du den Angeklagten freisprichst. Es hätte Null Auswirkung.

2. Und noch viel weniger kannst Du alle Menschen von Schuld freisprechen. Du stellst Dich damit lediglich auf die Seite derjenigen, die sich schuldig an anderen Menschen machten. Es trifft dann für Dich zu: Mitgehangen, Mitgefangen.
Ist es das, was Du willst??

Meinst du, dass du Autorität hast?

Überlege dir lieber mehrere Male, was du von dir gibst. Mein Gott nimmt zwar Vieles hin, aber nicht alles.

Du hast es hier gerade mit einem fleißigen Vertreter Gottes zu tun. Ludwig, der 14., "Stellvertreter Gottes auf Erden", ist ein Scheiß dagegen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Du hast es doch gelesen: Tsunami spricht alle frei von Schuld.
Ja, aber mit dem Unterschied das ich ihm zutraue das sein Gott(Gewissen und Moral) sagt wo es lang geht. Du hingegen ließt nur die Buchstaben. Und zwar sehr dogmatisch interpretiert. Gegen Deinen Gott kommt keiner und darf keiner Widersprechen.
Das DEIN Gott oder wegen mir der Schöpfer uns allen den freien Willen gelassen hat, so das die vielfältigsten Galubenrichtungen erst enstehen können, damit sich auch ein Atheist/Ungläubiger etwas davon aussuchen kann. Das kommt DIR nichteinmal anssatzweise in den Sinn. Denn wenn nicht einmal Du dem "Blinden" die Farbe erklären kannst, wer denn dann, wenn nicht DU. Der Du ja mehr weißt. Angeblich.
Deine Erwartungshaltung gegenüber nicht oder andersgläubigen(?) ist geprägt von Vorurteilen. DAS ist das Bild was du mir lieferst.
Da bin ich wirklich glücklich drüber das der/Dein Glaube nix in der Politik zu suchen hat. Zumindest in deu..
 
Ich finde deine Fragestellung sehr interessant.
Nun, wie geht man mit der Schuldfrage um? Bei dir selber?
Stelle dir die Frage, wem hast du etwas getan?...Wie hast du es getan?...und "warum" hast du es getan?
Und wenn dir jemand etwas gemacht hat, dann stelle dir die selben Fragen.
Keiner von uns ist Gott oder hat einen scanner mit dem er alles durchleuchten kann. Aber wenn man ein einigermaßen funktionierendes Gewissen hat, dann denke ich ist das der beste Indikator. Und die oben genannten Fragen könnten vielleicht bei der Erforschung des eigenen Gewissens behilflich sein.
Ich bin kein Freund davon jemanden von aller Schuld frei zu sprechen, nur weil er vielleicht eine Geschichte hat. Ich bin aber auch kein Freund davon, jemanden zu verurteilen ohne nach den Gründen zu fragen.
Insofern kann die Frage nach einer vermeintlichen Schuld eigentlich immer nur individuell beantwortet werden. Zumindest wenn es sich um den "moralischen" Aspekt handelt. Was den gesesetzlichen angeht, braucht man nur das BGB aufschlagen. Allerdings glaube ich sehr stark an die These: "Recht haben ist nicht gleich Recht bekommen!"
Für mich ist Recht alles was ich moralisch vertreten, mit meinem Gewissen vereinbaren und zu dem ich irgendwo stehen kann. Für das ich gute Gründe habe und nicht die Absicht jemandem aus Böswilligkeit zu schaden.
Vorrausetzung hierfür ist natürlich ein einigermaßen gesunder Menschenverstand.
Und gerade wir deutschen sollten am besten wissen, dass es nicht immer richtig ist auf eine Gesetzgebung zu hören oder eine Regel zu befolgen. Also in letzter Instanz entscheiden wohl die Absichten eines Menschen über den Grad seiner Schuld. Nichtsdestotrotz kann auch hierbei jemand mal zu weit gehen....

Soweit meine Gedanken,
lg, Gazelle
 
Mal ein paar Beispiele:

Ist es richtig einen Menschen zu töten, der niemandem etwas getan hat?
Und ist es richtig einen Menschen zu töten, der viele andere getötet hat und im Begriff ist gerade in dem Moment noch mehr zu töten, wenn man ihn nicht anders bändigen kann?

Ist es richtig einen gesunden Menschen sterben zu lassen?
Und ist es richtig einen Menschen sterben zu lassen, der niemals wieder gesund werden und kein schönes Leben mehr haben würde, z.B durch lebenserhaltende Maßnahmen?

Ist es richtig jemandem eine schmerzhafte Wahrheit, die ihm weh tut mitzuteilen, damit er etwas ändern kann?
Oder ist es richtig, ihn zu schonen und sie ihm zu verschweigen?

Ist es richtig jemanden im Stich zu lassen der unsere Hilfe braucht?
Oder ist es manchmal richtig jemandem die chance zu geben seine Stärke in Bezug auf seine eigenen Kämpfe für sich selbst und alle andern zu leben und unter Beweis zu stellen?

Ist es wirklich "immer" richtig jemanden zu schützen?
Und ist es wirklich "immer" richtig jemanden zu verurteilen, der gegen ein Gesetz, egal in welcher Epoche, verstoßen hat?

Ich denke es ist jedenfalls "immer" richtig, nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.
Anders kann ich die Frage auch nicht beantworten😱
 
Ja, mit den Fragen der Schuld und der Liebe ist es immer schwierig.

Hier mal die beeindruckenden Wörter einer Frau zum Thema Liebe:

Vielleicht weil sie unser ganzes Leben in einer kürzeren Zeitspanne repräsentieren, die Geburt, das Aufwachsen, das "Hineinwachsen", die Hoffnung, die Zuversicht, die Überforderung, das Älterwerden, das Loslassen und auch das Sterben. Vielleicht ist jede Liebe wie ein kleines Leben, das das große Rahmenleben vorantreibt, als würde man durch die Gänge eines Hauses streifen.

Vielleicht ist eine Beziehung dafür da, uns neu zu erschaffen im Angesicht unseres Gegenübers. "Das Ich entsteht aus dem Du", sagte einst ein Philosoph.

Und vielleicht lieben wir auch, um die Welt eines anderen zu erweitern. Um ihn zu erweitern, zu erhöhen und ihn gleichzeitig auch seiner eigenen Macht und Kraft bewusst zu machen.

Vielleicht müssen wir auch deswegen manchmal einander verlassen: Um dem anderen die Möglichkeit zu geben, aus Verzweiflung "neu" zu werden, sich neu zu erschaffen. Ihn zu einer Morphose zu zwingen.

Aber vielleicht ist das auch großer Unsinn, vielleicht ist alles nur biologischer Unfug (der aber relativ effizient arbeitet, wenn man sich die Welt mal so anschaut) oder vielleicht wollen wir auch alle einfach nicht alleine sein. nicht alleine stehen in diesem Leben.

Es gibt viele Gründe, und gar keine.

Alles Gute, in welchem Stadium ihr euch auch befindet


P.S.

Vielleicht ist die Frage "Wofür ist die Liebe gut?" auch grundsätzlich falsch. Vielleicht steht es nicht in unserer Befähigung und in unserer Befugnis, dies zu fragen. 1. Weil die Liebe eine übergeordnete Macht ist und 2. weil wir sowieso nicht ändern können, wenn sie uns "geschieht"...somit ist die Frage, ob sie "gut" (was ein sehr dehnbarer begriff ist") nichtig...

Die Liebe wählt uns manchmal aus, und das sollten wir schätzen, schon den Umstand an sich. Und sollten unserem Herz Mut zusprechen, dieser Liebe mit offenem Gesicht zu begegnen und zu sagen: Hier bin ich!

Wahrscheinlich haben wir gar keine Wahl, was die Liebe mit uns macht. Das Thema "Beziehung" steht natürlich auf einem ganz anderen Blatt, das anders behandelt werden muss.

Ob es "gut" oder "schlecht" ist, zu lieben, steht meiner Meinung nach außer Frage. Es ist wie ein Kind, das einem in kalter Winternacht vor die Tür gelegt wird. Es stellt sich dann nicht die Frage, ob es gut oder schlecht ist, dass da ein Kind vor der Tür liegt, sondern es stellt sich die Frage, wie man nun mit dieser Aufgabe umgehen sollte.

Denn das ist die Liebe: Eine Aufgabe, die uns jemand zutraut. Die Liebe ist eine Ehre und eine Anerkennung unseres Tuns, sie ist eine Herausforderung und eine Belohnung. Sie ist ein Gast, der freundlich bewirtet werden sollte.

Meine Liebe ist mein Schnee und mein Frost, meine Liebe ist meine Jacke und meine Schuhe. Die Liebe ist mein Schmerz und meine Erlösung. Die Liebe ist mein Gegenüber, und die Liebe ist in mir. Wenn ich der Liebe ins Gesicht schaue, dann schaue ich in mich.

Die Liebe wird uns anvertraut, wir werden uns selbst anvertraut mit der Botschaft: Sei gut zu dir.
 
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Du bist keinem Raum beigetreten.

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