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Eigene Schuld - fremde Schuld

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Weil es in den Bereich der Selbstverantwortung fällt, einen Sinn im eigenen Leben zu haben, ist es in meinen Augen schon auch eigene Schuld, wenn ein Mensch keinen Sinn im eigenen Leben hat.

Nun, das ist schwierig bis heikel, aber zumindest vielfältig, würde ich sagen - also schon alleine dieser ganze Teilaspekt Sinnsuche und Sinnfindung, was ja von einer Unmenge von Faktoren abhängt. Nehmen wir als audio-visuelles Beispiel mal diesen Video-Clip.

Überdies dann aber auch der Begriff "Schuld", über dessen Definition bzw. mögliche Bedeutung hier schon ein wenig diskutiert wurde. Der TE, also Nordrheiner, scheint direkt oder implizit "Schuld" auf diese "Erbsünde" im Sinne eines "christlich-religiösen" Kontext zurückzuführen.

Ich wiederum versuche den Begriff "Schuld" so zu verwenden, wie ich meine, dass die meisten Menschen ihn verstehen, obwohl er für mich im Grunde nur "bessere oder schlechtere Wege" bedeutet, also Verantwortung.

Zum Sinn des Lebens finden Menschen auf verschiedene Art und Weise. Ich stelle mir das so vor: Wenn Du Dein Leben wie einen zusammengerollten Teppich verstehst und dann den Teppich ausrollst, dann werden Dir Punkte auffallen, wie z.B. Erlebnisse, Entwicklungen, Stärken, Eigenschaften..... alles Hinweise, die Dich zum Sinn Deines Lebens leiten.

Das erscheint mir als gut, richtig und mit einer Menge Potential versehen.

Es ist Deine Aufgabe, darüber nachzudenken und Dich selbstverantwortlich auf den Weg zur Erkenntnis "Sinn in meinem Leben" zu machen. Hast Du Probleme, die Hinweise in Deinem Leben zu erkennen und zu lesen, dann hole Dir Hilfe. Ich würde als Hilfe eine Existenzialanalyse vorschlagen.

Meinst du eine Existenzanalyse? Ich glaube, sowas habe ich schon mal gemacht.
 
Ich weiß nicht, ob es gut ist, wenn Du den Sinn (für andere Menschen) vorgeben möchtest. Aber es könnte Dein Projekt sein. Wie willst Du Dich da einbringen?

Nun ja, eine Vorgabe ist nur ein Vorschlag, eine Möglichkeit, keine Pflicht oder so. Zumindest möchte ich es so nicht verstanden sehen.

Wie ich mich einbringe? Gute Frage. Sehr gute Frage. Wohl aber etwas zu komplex bzw. multidimensional, um das in aller Kürze auf irgendeinen aussagekräftigen Punkt bringen zu können.

Im Zweifel könnte ich sagen, dass mir daran gelegen ist, dass alle Menschen wohlständig und glücklich leben können, aber was sagt das schon aus?
 
Das hängt doch von den Menschen ab, die da involviert sind. Also so allgemein lässt sich Deine Frage nicht beantworten. Ist Dir das passiert? Dann schenke Deine Liebe anderen Menschen....

Ich sehe es wohl - zumindest mittlerweile - etwas pragmatischer als andere Menschen. Klar, man kann rumschreien: "Du bist schuld daran, dass diese Beziehung nicht funktioniert."

Aus meiner Sicht wiederum: "Wenn es passt, dann passt es. Wenn nicht, dann eben nicht."
 
Überdies dann aber auch der Begriff "Schuld", über dessen Definition bzw. mögliche Bedeutung hier schon ein wenig diskutiert wurde. Der TE, also Nordrheiner, scheint direkt oder implizit "Schuld" auf diese "Erbsünde" im Sinne eines "christlich-religiösen" Kontext zurückzuführen.

Ich wiederum versuche den Begriff "Schuld" so zu verwenden, wie ich meine, dass die meisten Menschen ihn verstehen, obwohl er für mich im Grunde nur "bessere oder schlechtere Wege" bedeutet, also Verantwortung.

Damit es kein Missverständnis gibt, möchte ich erläutern:

Erbsünde als aktive böse Tat des Menschen sehe ich nicht. Vielmehr ist der Begriff Erbsünde eine religiöse Beschreibung für das menschliche Dasein, welches dazu führt, dass andere Menschen, z.B. die nachfolgenden Generationen, unter "meinem" Tun leiden. Ich bin in eine Welt geraten, die Ungerechtigkeiten aller Art sowie Unglück beherbergt. Diese Welt haben "mir" meine Vorfahren, alle mir vorausgehenden Menschen, vererbt. Sünde generell ist der Lebensbereich des Menschen.

Schuld ist die Fortführung falscher Entscheidungen.

Aber was ist gut bzw. richtig, was ist schlecht bzw. falsch?

Karl sagt: Ich handle so, weil ich so bin. Das finde ich gut.
Jutta sagt: Ich handle anders, weil ich anders bin. Das finde ich gut.

Jetzt zu beurteilen, wer von beiden das richtige "gut" gefunden hat oder beide oder keiner von beiden, kann nicht an gesellschaftlicher Moralvorstellungen ausgemacht werden, denn diese sind je nach Kultur und Zeit wechselhaft, also willkürlich.

Hilfreicher finde ich den Hinweis auf das Gewissen. Dabei meine ich nicht die anerzogenen Moral-Regeln, sondern die innere Stimme, die uns "sagt", was erforderlich war oder ist.

Hierzu folgendes:

Das Gewissen ist irrational, alogisch oder noch besser: Prälogisch. Genauso wie es ein vorwissenschaftliches und ihm ontologisch noch vorgelagertes Seinsverständnis gibt, genauso gibt es auch ein prämoralisches Wertverständnis, daß aller expliziten Moral wesentlich vorgängig ist – eben das Gewissen.

Irrational ist das Gewissen deshalb, weil es, zumindest in seiner unmittelbaren Vollzugswirklichkeit, niemals restlos rationalisierbar ist. Es ist immer nur nachträglich, nur in einer sekundären Rationalisierung erschließbar. Alle sogenannte Gewissensforschung ist ebenfalls nur als nachträglich denkbar – auch der Ratschluß des Gewissens ist nämlich ein unerforschlicher.

Fragen wir uns danach, aus welchem Grunde das Gewissen notwendig irrational wirksam ist, dann hätten wir folgenden Tatbestand zu bedenken: Dem Bewusstsein erschließt sich Seiendes – dem Gewissen jedoch erschließt sich nicht ein Seiendes, vielmehr ein noch nicht Seiendes: Ein erst SEIN-SOLLENDES. Dieses Sein-Sollende ist also nichts Wirkliches, sondern ein erst zu Verwirklichendes. Es ist nichts Wirkliches, sondern bloß Mögliches. Dies allerdings in einem höheren Sinne, eben im moralischen Sinne wiederum eine Notwendigkeit darstellend. Sofern aber uns das, was uns vom Gewissen erschlossen wird, ein erst zu Verwirklichendes ist, sofern es erst realisiert werden soll, kann es nicht anders realisiert werden als dadurch, daß es vorerst einmal geistig antizipiert wird.

Dieses Antizipieren, diese geistige Vorwegnahme, erfolgt nun in dem, was man Intuition nennt. In einem Akt des „Schauens“.

Ontologisch ist das Gewissen irreduzibel. Aus der Ursprungsproblematik des Gewissens führt kein psychologischer, kein psychogenetischer, sondern nur ein ontologischer Ausgang.

Und ich denke, dass - wenn wir unser Gewissen befragen - wir erfahren können, was das Sein-Sollende ist bzw. welche Handlungen zu diesem Sein-Sollenden hinführen. Dagegen zu verstoßen, diese Stimme zu überhören, führt zu persönlicher Schuld.

LG, Nordrheiner

 
Tut mir leid, wenn ich das so sage, aber ich glaube eher nicht, dass viele Menschen nach der Maxime leben, gut zu sein.

Ist das schon eine Schuld?
 
Lieber Nordrheiner,

ganz gewiss möchte ich niemandem eine Schuld einreden, natürlich auch dir nicht, obwohl ich das vermutlich könnte.

Wenn es aber um Schuld geht, würde ich doch eher mir die meiste Schuld geben. Warum? Das kannst du sicherlich fragen.

Vielleicht, weil ich nicht so gut war, wie ich es hätte sein können und sollen.

So ist das Leben aber manchmal. Ich werde mir oder anderen keine schlaflosen Nächte über die Fehlbarkeiten des Menschen machen. Davon hatte ich genug.

Viele Dinge muss man auch einfach mit einer Prise Humor nehmen.

Grüße.
 
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