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Eigene Schuld - fremde Schuld

Status
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[...]

Deine Frage jetzt: Wie gehe ich mit Schuld um?

1. Einsicht
2. Falsches Verhalten oder das Unterlassen bereuen
3. Ich kümmere mich um das Glück (je nach Situation - sowohl bei mir als auch bei anderen). Und mit "mich kümmern" meine ich das in meinen Augen Richtige tun.

Ich bezog mich auf deine Frage aus dem Eingangspost, die da in etwa lautete: "Wie geht Ihr mit Schuld um?" Hatte sie nur ein wenig umformuliert.

Und ich stellte die Frage gewissermaßen erneut, weil darauf aus meiner Sicht eventuell nicht genug eingegangen wurde.

Zu deinen drei Punkten.

1. Einsicht

Ich denke, alleine dieser Punkt ist schon sehr schwierig. So fühlen sich manche ständig für etwas schuldig bzw. verantwortlich, andere wiederum anscheinend niemals. Das heißt, dass die Einsicht auch nur so bedingt vorhanden ist, wie zwei Menschen sich darüber einigen können, dass eine Schuld vorliegt oder nicht? Womöglich übertreibt der eine ja, und der andere untertreibt? Das aber womöglich ist einfach die Einsicht des bzw. der jeweils Betroffenen? Was ich meine ist, dass es wohl sehr schwierig sein kann, Einsicht in Schuld zu haben, oder überhaupt eine Einsicht. Sehr relativ sozusagen. Oder anders: Wie lernt man Einsicht?

Ich belasse es erstmal bei Punkt 1, weil ich mir vorstelle, dass du mir aus dem Stand deine Erklärung/Erläuterung für Schuld

Durch Handeln zerstörtes oder durch Unterlassung versäumtes Glück.

anführen könntest/würdest. Es sei denn, du hättest zwischenzeitlich deine Meinung geändert oder würdest es anders formulieren.

Mit dem "Glück" ist das aber genauso eine Sache wie mit der "Schuld", weil Menschen davon sehr verschiedene Ansichten haben bzw. Einsichten pflegen. Das heißt, der Punkt Einsicht in bspw. "zerstörtes Glück" anderer oder des eigenen, bzw. "Schuld", scheitert ja schon daran, dass mangels einem allgemeingültigen Konsens man ja gar nicht weiß, in was man Einsicht haben sollte.

~~~

Habe vielleicht etwas unsauber/unordentlich geschrieben/formuliert, aber ja, was denkst Du dazu?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich verwende hier mal Erkenntnis und Einsicht gleich.

Einsicht ist individuell. Einsicht ist von individuellem Wissen abhängig. Zum Wissen gehört dann noch die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen und Schlußfolgerungen zu ziehen. Aus diesen Gründen ergibt sich der Fakt, dass eben Einsicht von Mensch zu Mensch verschieden ist. Dies trifft auch auf das individuelle Verständnis der Begriffe wie Glück oder Schuld zu.

Ein besonderes Problem ist die Umsetzung von dem, was der Mensch erkannt hat. Setzt der Mensch seine Erkenntnis nicht in die mögliche Tat um, fällt er geistig hinter den Stand zurück, den er vor der Einsicht/Erkenntnis hatte.

Wenn z.B. jemand die Einsicht hat, er müßte sich bei X entschuldigen, tut es aber nicht, ist er schlechter dran, als wenn er die Einsicht nicht gehabt hätte. Wenn z.B. jemand die Erkenntnis hat, dass er zur Annäherung seines Glücks Y tun müsste, tut es aber nicht, fällt er geistig soweit zurück, als ob er diese Erkenntnis nicht gehabt hätte.
 
Es gibt kein "geistiges Zurückfallen". Was da ist ist da, und wird nicht mehr gelöscht, außer derjenige kriegt Alzheimer. Und längst nicht jede Erkenntnis kann in Handeln umgesetzt werden. Wenn ich mir irgendeinen Dokumentarfilm über fremde Länder anschaue, erlange ich auch neue Erkenntnisse, über fremde Kulturen und so weiter, aber das heißt trotzdem nicht daß ich dann unbedingt in den nächsten Flieger nach Thailand oder Australien hüpfe. Ich weil dann mehr, daß es woanders so und so ist, und damit Punkt. Nice to know aber tangiert mein alltägliches Leben in Deutschland trotzdem nicht. Keine Handlung.
 
Es gibt kein "geistiges Zurückfallen". Was da ist ist da, und wird nicht mehr gelöscht, außer derjenige kriegt Alzheimer.

Dem eben widerspricht meine Erfahrung.
Nehmen wir mal an, Klaus hat gedankenlos dahergeredet und so jemanden beleidigt. Er erkennt es und er erkennt auch, dass er sich dafür entschuldigen müsste. Aber er tut es nicht. Dann befindet er sich jetzt ethisch auf einer niedrigeren Stufe als zum Zeitpunkt vor der Erkenntnis seines Fehlverhaltens. Auf diese Weise entwickelt er sich ethisch-moralisch zurück. Das meine ich mit geistiges Zurückfallen.


Und längst nicht jede Erkenntnis kann in Handeln umgesetzt werden. Wenn ich mir irgendeinen Dokumentarfilm über fremde Länder anschaue, erlange ich auch neue Erkenntnisse, über fremde Kulturen und so weiter, aber das heißt trotzdem nicht daß ich dann unbedingt in den nächsten Flieger nach Thailand oder Australien hüpfe. Ich weil dann mehr, daß es woanders so und so ist, und damit Punkt. Nice to know aber tangiert mein alltägliches Leben in Deutschland trotzdem nicht. Keine Handlung.

Was Du hier mit Erkenntnis bezeichnest, bezeichne ich mit Wissen, Kenntnisse. Und manches Wissen ist eben lediglich "nice to have" aber praktisch nicht verwertbar.
 
Dem eben widerspricht meine Erfahrung.
Nehmen wir mal an, Klaus hat gedankenlos dahergeredet und so jemanden beleidigt. Er erkennt es und er erkennt auch, dass er sich dafür entschuldigen müsste. Aber er tut es nicht. Dann befindet er sich jetzt ethisch auf einer niedrigeren Stufe als zum Zeitpunkt vor der Erkenntnis seines Fehlverhaltens. Auf diese Weise entwickelt er sich ethisch-moralisch zurück. Das meine ich mit geistiges Zurückfallen.

Ein Fehlverhalten zu erkennen ist eine Weiterentwicklung. Aber ein Zurückfallen gibt es nicht. Denn er wird ja wohl gute Gründe haben, sich nicht zu entschuldigen, sonst täte er es doch einfach, oder? Die Weiterentwicklung hält sich also die Waage mit anderen Faktoren, die wir hier nicht kennen. Und deshalb auch nicht auf ihren "ethisch-moralischen" Inhalt prüfen können.
Du gehst wohl davon aus, daß jeder Mensch es irgendwie psychisch nötig hätte, jeden Fehler den er irgendwie und irgendwo begeht, sofort wieder auszubügeln. Stimmt nur nicht. Die menschliche Psyche ist flexibel und hält viele Fehltritte aus, bei manchen mehr und bei manchen weniger. Shit happens, und über vieles geht einfach die Zeit oder die menschliche Fähigkeit zu vergessen hinweg. Und über vieles, was heute hochkocht wie ein Streit um des Kaisers Bart, kräht schon morgen kein Hahn mehr.
 
Ein Fehlverhalten zu erkennen ist eine Weiterentwicklung. Aber ein Zurückfallen gibt es nicht. Denn er wird ja wohl gute Gründe haben, sich nicht zu entschuldigen, sonst täte er es doch einfach, oder?

Ob es Gründe gibt, weswegen sich Klaus nicht entschuldigt, ist in dem Beispiel nicht angegeben und daher spielt Dein Gedanke an möglicherweise "gute Gründe" aus meiner Sicht hier keine Rolle.


Du gehst wohl davon aus, daß jeder Mensch es irgendwie psychisch nötig hätte, jeden Fehler den er irgendwie und irgendwo begeht, sofort wieder auszubügeln.

Nein, so denke ich nicht. Ich denke eher so: Es gibt in Anlehnung an I. Kant (kategorischer Imperativ) ein ethisches Erfordernis, welches darauf aufbaut, dass der Mensch sich selbst verpflichtet ist, gemäß seiner Erkenntnisse auch zu handeln. Und dem gegenüber gibt es das häufig anzutreffende Problem, dass Menschen sagen (oder denken): Ich hätte ... tun müssen. Habe es aber einfach nicht getan.
Gute Gründe, die eigene Erkenntnis nicht umzusetzen, liegen also nicht vor.
 
Warum sollte ich irgendetwas, was ich in meinem Leben getan habe, bereuen? Und wer kann mir schon tatsächlich sagen, was falsch oder richtig ist?

Die Antworten hängen davon ab, inwiefern es Dir gelingt, zu jeder Frage Dir eine Meinung zu bilden, die in Deinen Augen von hoher Qualität und auch morgen noch richtig ist.

Ich könnte Dir sehr leicht die Antworten vorgeben. Aber das würde nur Sinn machen, wenn Du unselbstständig bist.
 
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