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Eheprobleme

Georg_B

Mitglied
Hallo,
ich bin seit mittlerweile bald zwei Jahren mit meiner Frau verheiratet. Ich habe meine Frau im Iran kennengelernt, sie dort geheiratet und lebe mit ihr seit etwa 1,5 Jahren in Deutschland. Am Anfang war es sehr schwer für sie sich zu akklimatisieren, da die Kultur hier sehr anders ist und ihre Familie und Freunde fehlen. Mit der Zeit wurde etwas besser, allerdings gibt es noch immer ein grundsätzliches Problem, welches sich durch den aktuellen Lockdown wegen Corona noch deutlich verschlimmert. Meine Frau hat im Iran in einer großen Familie gelebt und hatte viel Kontakt mit Freunden. Hier in Deutschland habe ich Arbeit auf dem Land gefunden. Sie wollte immer eher in der Stadt wohnen und mag es nicht so einsam. Die Wohnungssuche war deshalb nicht einfach. Wir haben uns dann darauf geeinigt, eine Wohnung in einem etwas größerem Ort zu nehmen, der ganz günstig liegt. Einerseits nur etwa 5 Kilometer von meiner Arbeitsstelle entfernt und andererseits etwa 30 Kilometer von nächsten Großstadt entfernt, die man mit Bus und Bahn erreichen kann. Am Anfang lief alles ganz gut, sie fing mit einem Deutschkurs an und schien sich mehr und mehr zu akklimatisieren. Mittlerweile hat sich ihre Stimmung aber wieder deutlich verschlechtert. Aufgrund des Lockdowns gibt es aktuell leider keinerlei Kurse und das öffentliche Leben steht still. Zuhause gibt es immer wieder Streit und sie weint oft. Sie will unbedingt in die Großstadt ziehen, da sich hier einsam fühlen würde. Für mich wäre das aber sehr ungünstig. Ich müsste dann jeden Tag 40 Kilometer zur Arbeit hin und zurück fahren. Ich verlöre also viel Zeit und zusätzlich auch noch Benzinkosten. Des Weiteren sind die Mieten in der Großstadt natürlich höher. Ich bin bis jetzt hart geblieben, da ich es nicht einsehe extra umzuziehen aufgrund der oben beschriebenen Nachteile. Ich habe es ihr erklärt, und ihr angeboten gerne mit ihr umziehen bzw. mir auch eine neue Arbeit zu suchen, wenn sie selbst eine entsprechende Arbeit in ihrem Fachgebiet gefunden hätte. Sie reagierte darauf aggressiv und machte mir Vorwürfe, dass ich mich nicht um sie kümmern würde und ein schlechter Mann wäre. Aber ich sehe das nicht ein. Des Weiteren habe ich das Gefühl ihr sprichwörtlich den Ar...ch hinterhertragen zu müssen. Alles soll ich machen, angefangen von der Vereinbarung eines Arzttermins bis hin zur Einholung von Informationen, wie sie hier ihren Abschluss anerkennen lassen kann. Ich meine prinzipiell helfe ich natürlich gerne und als Ehemann ist das ja auch meine Aufgabe, aber sie ist doch schon über ein Jahr lang hier und spricht mittlerweile auch ganz passabel Deutsch. Ich bin mittlerweile sehr verzweifelt und habe über die Zukunft unserer Ehe ernsthafte Sorgen. Ich liebe sie sehr und möchte sie nicht verlieren. Ich wollte daher fragen, ob meine Position falsch ist? Bin ich zu hart? Soll ich ihrem Drängen nachgeben?
 

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Schokoschnute

Aktives Mitglied
Deine Sorgen sind Berechtigt und manchmal muss man das, weil man es wirklich liebt, wieder Frei lassen.
Ich denke auch ein Umzug in eine Stadt würde ihr nicht helfen.
Vielleicht erstmal als Ablenkung , aber ein Familienmensch mit einer so anderen Kultur, wird so Einsam hier nicht Glücklich, selbst wenn Sie ein paar Menschen kennenlernt und einen Beruf ausführt.
Aber vllt irre ich mich,.. ich kann dir nicht mehr Tipps und Hoffnungsvolles mitgeben Sorry.
Das was Sie von dir einfordert ist vllt in ihrer Kultur selbstverständlich und es prallen verschiedene Welten zusammen.
Ich bin nicht der Meinung das eigene Glück von einem anderen Menschen abhängig zu machen,aber da lebe ich vllt auch in einer anderen Welt.^^
 

Yang

Sehr aktives Mitglied
Die Corona-Pandemie macht uns allen zu schaffen.
Wir alle sind gezwungen unser gewohntes Leben ein Stück weit aufzugeben, die meisten Kontakte zu vermeiden, das ist eine harte Zeit für uns alle.
Dass sich deine Frau jetzt sehr einsam fühlt, das kann ich sehr gut verstehen, weit weg von der Heimat und ohne ihre Familie, das muss ja zusätzlich noch mal mehr belasten.
Aber die Pandemie wird nicht ewig andauern, zumindest gibt es jetzt mit der Impfmöglichkeit die Chance bald unser Leben wieder zu leben wie es vorher war.
Deine Frau wird also ihre Kurse wieder weiter durchführen können und dadurch auch einen Job finden, wo sie mehr Kontakte pflegen kann und auch Freunde finden wird. Dann bekommt sie mehr Abwechslung in ihren Alltag und wird von ihren Kummer und der Sehnsucht nach ihrer Familie ein wenig abgelenkt.
Das Leben in einer Großstadt bietet natürlich viel mehr Möglichkeiten als in einer kleinen Stadt oder auf dem Lande. Aber ist man dort wirklich weniger einsam?
In einer Kleinstadt kennen sich die Leute, man grüßt sich, hält Smalltalk, nimmt sich Zeit für Einander.
In der Großstadt lebt man das Leben eher anonym, und ist es denn nicht so, dass wir unsere Möglichkeiten falsch einschätzen, manchmal schaffen wir es einfach nicht, diese Möglichkeiten zu nutzen, die wir in der großen Stadt haben, manchmal sind diese Möglichkeiten auch nicht so wie wir sie gerne sehen wollen. Denn die Einsamkeit ist wie eine Zelle in der wir uns selbst hineinbegeben. Und manche Menschen können da einfach nicht von allein herauskommen, egal wie verlockend die große Stadt auch ist.
 

tonytomate

Aktives Mitglied
Es ist ganz einfach. Deine Frau will in die Stadt, shoppen und chillen und Du willst lieber im hintersten Kaff leben um zu sparen. Du bist der Schwarzwald Typ, sie steht für Berlin. Entweder wirst Du Berliner oder die Ehe ist im A., glaub mir.
 

Weltkind

Aktives Mitglied
Wie lange lebt ihr schon in dem Ort?
War die Entscheidung für diesen Ort ein gemeinsam gefundener Konsens oder Kompromiss oder hast Du diese Entscheidung getroffen?

Konnte sie bisher keine Kontakte knüpfen?
Habt ihr Freunde?
Ohne Job und Sozialkontakte alleine auf dem Land, das ist schon eine Nummer.

Was genau verspricht sich Deine Frau vom Stadtleben? Was ist da für sie besser als im jetzigen Ort?

Wäre ein erster Schritt vielleicht der gemeinsame Versuch einer Kontaktanbahnung?
Und könnte sie über z. B. "Beste Freundin gesucht" jemanden für sich zum Austausch finden?

Hast Du herausgefundeb, weshalb sie aggressiv reagierte auf den Vorschlag dann umzuziehen, wenn sie Arbeit gefunden hat und Dir dort selbst eine andere Stelle zu suchen?
Möchte sie nicht mehr berufstätig sein?
Oder nicht mehr in ihrem Gebiet?
 

Youshri

Aktives Mitglied
Am Anfang war es sehr schwer für sie sich zu akklimatisieren, da die Kultur hier sehr anders ist und ihre Familie und Freunde fehlen.
Sie reagierte darauf aggressiv und machte mir Vorwürfe, dass ich mich nicht um sie kümmern würde und ein schlechter Mann wäre. Aber ich sehe das nicht ein.
Ich bin bis jetzt hart geblieben, da ich es nicht einsehe
aber sie ist doch schon über ein Jahr lang hier
Ich wollte daher fragen, ob meine Position falsch ist?
Ja.
Ja.
Soll ich ihrem Drängen nachgeben?
Ja.
 

Binchy

Aktives Mitglied
Ich denke, dass der Kompromiss wäre, dass sie sich etwas anstrengt, in ihrem Bereich was zu finden und Ihr dann ev. in die Großstadt ziehen würdet.

Mir wäre es auf dem Dorf kulturell auch zu karg. Ich brauche nicht ständig Menschen, aber gerne doch diverse Kinos, Restaurants, Theater etc.

Aber sie sollte auch ihren Teil dazu tun, besonders, wenn sie ganz gut schon deutsch kann. Dann kann sie auch ihre Angelegenheiten selbst etwas regeln, Arztbesuche vereinbaren etc. Ich weiß nicht, wie sie erzogen ist, ob sehr behütet, so dass ihr alles abgenommen wurde.

Was die Geselligkeit betrifft, so waren die Iraner, die ich kennenlernte und mit denen ich zusammen waren, meistens von einem Pulk von Freunden umgeben. Da ist natürlich das Leben hier für sie sehr unterschiedlich und sie wird dann sicherlich darunter leiden und mitunter auch launisch und unleidlich sein.

Aber es liegt mit an ihr, ich würde ihr nicht alles abnehmen, aber schon in aussicht stellen, dass wenn sie finanziell durch einen Beruf mit dazu beiträgt, dass Ihr dann umziehen könntet.
 
Zuletzt bearbeitet:

Georg_B

Mitglied
Naja, ein absolutes Dorf ist das hier auch nicht... Es gibt 5000 Einwohner... Ich hatte ihr vorgeschlagen, dass sie so schnell wie möglich ihren Führerschein Schein macht bzw. umschreiben lässt. Sie hat einen internationalen Führerschein mit dem sie hier ein Jahr lang fahren konnte. Auf den Vorschlag reagierte sie dann aber gereizt, nach dem Motto:” Ich soll jeden Tag 30 Kilometer hin und zurückfahren, nur damit Du es hier bequem hast...

Nunja, sie hatte schon direkt am Anfang gesagt, dass sie in der Stadt leben möchte, aber sie war dann einverstanden, als wir uns als Kompromiss für diesen Ort hier entschieden hatten.

Soziale Kontakte hat sie fast gar keine. Wie soll sie die auch, ohne Arbeit oder Studium etc. hier haben. Im Deutschkurs hatte sie einen iranischen Flüchtling kennen gelernt. Mit ihm und dessen Bruder hatte sie bzw. wir einige Zeit lang Kontakt, aber eine enge Freundschaft ist daraus nicht geworden, des Weiteren hatte sich durch diesen Kontakt noch ein weiterer Kontakt mit einer älteren Dame ergeben, die in der Flüchtlingsbetreuung aktiv ist, sie ist auch so etwas orientalisch angehaucht und war mal mit einem Marokkaner verheiratet. Es wurde dann aber relativ schnell klar, dass der Kontakt eher einseitig von meiner Frau ausgeht und diese ältere Dame eher Interesse an Kontakten zu jüngeren arabischen Männern hat... Deshalb hat sich meine Frau natürlich abgewendet. Ja, ich weiß natürlich wie schwer das hier ist, aber ein bisschen hängt es doch von einem selbst ab, was man aus der Situation macht, oder? Ich habe einige iranische Bekannte aus Studienzeiten, wovon eine weibliche ehemalige Kommilitonin auch einen deutschen Freund hat bzw. jetzt mit ihm verheiratet ist. Sie hat organisiert ihr Leben mehr oder weniger komplett selbst, es war bei ihr von Anfang an klar, dass sie ihr Leben selbst organisiert. Natürlich hilft ihr Freund manchmal, aber Bewerbungen schreiben oder sich zum Deutschkurs anmelden macht sie alles selber. Sie plant ihr Leben selber, so wie alle anderen meiner iranischen Bekannten auch... Natürlich ist meine Frau anders hierher gekommen als meine iranischen Bekannten. Naja, ich denke dass sie bzw. wir (ist ja auch meine Schuld) uns nicht so sehr mit dem Leben in Deutschland auseinandergesetzt haben...
 

flower55

Aktives Mitglied
Hallo,
hart bleiben und ihr in Aussicht stellen, dass ich was ändern läßt, wenn sie selber
ihren Anteil dazu beigetragen hat, dass ihr beruflicher Abschluss hier anerkannt wird
und sie eine Arbeit gefunden hat. Das wird sie motivieren, selber aktiv zu werden.
Gibst Du nach, wird sie sich ihrem Selbstkümmern entziehen und die nächste
Beschwerde von ihr Dir gegenüber wird nicht lange auf sich warten lassen.

Sehr belastend für Euch beide.
Auch sie muß sich mit dieser Corona-Phase auseinandersetzen und ist durchaus
auch in der Lage, sich über Deutsch-Programme des Internetes eigene
Deutschkenntnisse anzueignen. Da muß sie sich selber mit auseinandersetzen;
das ist ihre Aufgabe und nicht die Deinige.
Lass sie sich selber um ihre Arzttermine etc. kümmern und lass Dich nicht
"vorschieben" von ihr. Es ist ihre Verantwortung, der sie sich stellen muß.
Sie wußte vor Eurer Hochzeit, dass sie hier in Deutschland die deutsche Sprache
nicht spricht und es wertvoll ist, dass sie sich darum kümmert.
Und wenn sie diese Herausforderung nicht annimmt, wird es sehr, sehr schwierig
werden in Eurer Beziehung.

Kein guter Beziehungsstart für Euch beide und dann diese Corona-Phase.
Sie muß mehr Eigeninitiative entwickeln. Es gibt mittlerweile über ganz
Deutschland verteilt genügend Online-Möglichkeiten, z.B. Kurse an
Volkshochschulen oder Familienbildungsstätten. Es gibt Sportkurse, die
online angeboten werden. Die Online-Kurse der Volkshochschulen und
Familienbildungsstätten sind preisgünstig und es ergibt sich dadurch für sie die
Möglichkeit, dass sie aktiver werden muß, um sich sprachlich mitzuteilen.

Sie hat sich ihr Leben an Deiner Seite anders vorgestellt und begegnet nun den
realistischen Schwierigkeiten, die das mit sich bringt; Du hast Dein Arbeitsleben
und sie hat ihr Alltagsleben hier. Sie kann durchaus auch stundenweise arbeiten
gehen; einzig und alleine um die Sprache zu lernen.
Sie muß aktiver werden; egal, wie schwer das für sie ist.

alles Liebe
flower55
 

flower55

Aktives Mitglied
Sie plant ihr Leben selber, so wie alle anderen meiner iranischen Bekannten auch... Natürlich ist meine Frau anders hierher gekommen als meine iranischen Bekannten. Naja, ich denke dass sie bzw. wir (ist ja auch meine Schuld) uns nicht so sehr mit dem Leben in Deutschland auseinandergesetzt haben...
Hallo,
all das ist verständlich. Schwierig, schwierig.
Du kannst für sie nicht die "Kartoffeln aus dem Feuer" holen und ihr die Möglichkeit einräumen, wenn sie wieder in ihr altes Leben zurück möchte, dass sie dieses auch umsetzen kann und Du sie
dabei unterstützt.

Ich habe nicht den Eindruck, dass sie sich wohlfühlt und glücklich ist mit Dir.

Wenn ein Mensch etwas nicht will, kann man ihn von Außen hin auch dazu nicht bewegen.
Wenn sie für sich all das wirklich gewollt hätte, wäre sie von sich aus aktiver geworden.
Was ich damit mitteilen möchte: Sie bemüht sich nicht genug.

Du erlebst in Deinem Umfeld, dass es durchaus möglich ist, das eigene Leben selber
auch in solch einer Lebenssituation bewältigen zu können, wenn die Motivation dafür
da ist und auch die nötige Disziplin. Das es anfangs sehr, sehr schwer ist, ist verständlich.

Ich vermute, dass sie sich das Leben an Deiner Seite leichter und einfacher vorgestellt
hat und sie sich sehr, sehr schwer tut, sich mit diesen ihren eigenen Lebensschwierigkeiten
auseinanderzusetzen und selber die Initiative zu ergreifen.
Sie wird gefrustet sein. Ohne mehr Einsatz von ihrer Seite aus wird sich an ihrer
Lebenssituation hier nichts wandeln und das weißt Du selber aus eigener Erfahrung.

Das ist sehr belastend für Euch beide.
Klär das mit ihr, ob sie wirklich bleiben möchte oder lieber wieder zurück zu ihrer
Familie und ihren Freunden möchte.
Sprech das aus; damit es zwischen Euch klar ist und sie für sich weiß, dass die Tür für
sie offen ist und sie jederzeit wieder zurück kann in ihr eigenes Leben.

Bleibe ihr weiterhin gegenüber hart und greife nicht ein; das würde eine gewisse
Bequemlichkeit von ihr unterstützen.

Komme ich in ein anderes Land, ist es erst einmal vorbei mit der eigenen Bequemlichkeit
und ich habe mich um die Sprache zu kümmern und um all das, was es benötigt, damit
ich beruflich Fuss fassen kann. Dazu braucht es sehr viel eigene Motivation und
Disziplin.

alles Liebe
flower55
 

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