Hallo Moni61,
in einer Beziehung schleichen sich gerade in so vielen Jahren manchmal eben auch "ungesunde" Gewohnheiten ein, die man viel besser "von außen" erkennen kann, als "von innen". Du wolltest Veränderungen, die ihm nicht möglich sind. Ob er sie nicht will und/oder nicht es einfach nicht kann, ist dabei fast schon nicht mehr wichtig. Ihr beiden habt ein Stadium der Zwänge erreicht, in dem es zu allererst nur noch um eure Zwänge geht und nicht mehr um eure Beziehung. Du stellst eine Kamera auf, um ihn auszuspionieren und begründest es damit, dass Du eine Wahrheit herausfinden willst, die Du doch schon längst kennst?!
Ja, ich glaube Dir, dass Du leidest und dass Dir das alles sehr weh tut, aber Du zerrst an einer Kette, an deren anderem Ende niemand mehr ist. Es schmerzt auf verschiedenen Ebenen, wenn man feststellen muss, das man in einer Beziehung nicht mehr auf einander zuzugehen vermag, sondern nur noch an den Fäden der Gewohnheiten und Abhängigkeiten ziehen kann, oder auch gezogen wird, und die "Bewegungen" zu einem grotesken Zappeln werden.
Wenn er nicht lügen würde, wenn er zuhören würde und endlich das tun würde, was Du von ihm erwartest, dann ... ja, was dann? Hältst Du ein solches "Szenario" allen Ernstes noch für möglich, nach all diesen Jahren?
Eine Lüge hat doch im Grunde nur einen Zweck: der Wahrheit und ihren Konsequenzen aus dem Weg zu gehen, ohne etwas ändern zu müssen. Eine Lüge kann "helfen", einen Zustand beizubehalten, den man beibehalten will, es aber mit der Wahrheit nicht schafft. Eine Lüge kann also das letzte Mittel der Wahl sein, wenn alles andere (auch man selbst) versagt hat und man mit dieser Lüge ein zu erwartetes Ergebnis abzuliefern vermag. Sieh es also auch einmal von dieser Seite: würde Dein Mann nichts mehr von Dir wollen, die Beziehung nicht mehr aufrecht erhalten wollen, würde er wahrscheinlich nicht lügen, denn dann wäre eine Lüge aus seiner Sicht nicht notwendig.
Du weist, DASS er bei dem Thema Pornos lügt und im Grunde auch, WARUM er lügt. Wie Trampelzwerg es geschrieben hat: weil er es so will und braucht und er über seinen Schatten nicht zu springen vermag. Du hast diesen Druck immer weiter erhöht und stellst nun fest, dass auch dies nichts bringt, im Gegenteil, der Gegendruck erhöht sich? Ist das übel? Ja, das ist es. War das notwendig? Keine Ahnung, es ist nun mal geschehen.
Es ist an der Zeit, dass Du Deine Augen nicht länger vor verschiedenen Tatsachen verschließt und die tun weh. So wie ihr beide mit einander umgeht, kann es nur in einer Katastrophe enden. Was er tut ist nicht hilfreich und was Du tust ebenso wenig. Dieses "Du bist nicht so, wie ich Dich haben will! Warum bist Du nicht so?!" bringt einfach nichts. Wenn Du mit IHM, so wie er nun mal ist, nicht leben kannst, dann musst Du gehen. Es ist leider so furchtbar einfach. Die Konsequenzen davon mögen sehr kompliziert sein.
Ich kann Dir nur raten, innerlich einen Schritt auf die Seite zu machen und eure Situation etwas nüchterner zu sehen: Du hast alles versucht. Er kommt Dir nicht entgegen. Dein Druck erzeugt nun Gegendruck. Es wird Zeit für Dich für einen Plan B.
PS: Deinen letzten Beitrag habe ich eben erst gelesen. Wie er nun "vorgeht" ist natürlich nicht in Ordnung. Habt ihr nicht vielleicht einen "guten Freund der Familie", der ihm ins Gewissen reden kann? So darf es wirklich nicht eskalieren, dieser "Rosenkrieg" bringt nur Schlimmes hervor. Deine Papiere darf er Dir nicht abnehmen. Wenn Du keine Alternative siehst, dann rufe die Polizei an. Eine andere Möglichkeit sehe ich gerade auch nicht.