Boba1234Tea
Neues Mitglied
Kurz zu mir:
- Studentin in Berlin
- Fahrschulausbildung Anfang Mai 2025: Theorie im September bestanden, Mitte August 25 bis Februar 26 Praxis (+ 50 Fahrstunden schon)
- Persönlichkeit: introvertiert und emotional/sensibel
Ich bin durch die praktische Fahrprüfung gefallen. Während der Schulzeit habe ich mir immer Zeit genommen zur Fahrschule zu gehen und zu lernen. Doch in den höheren Semestern kam dann der Stress (Hausarbeiten, Gruppenarbeiten, Präsentationen, Abgaben), wodurch ich für eine lange Zeit eine Blockade im Rücken hatte. Jedenfalls waren die Fahrstunden eigentlich toll, ich hab mich gefreut fahren zu können. Mein Fahrlehrer ist ein netter älterer Herr, jedoch sehr streng. Meistens hatte ich das Gefühl eher mit ihm als Vaterfigur zu sprechen als mit einem Lehrer. Obwohl es ein paar Schwierigkeiten mit der Fahrzeugbedienung gab meinerseits und ich das Gefühl habe manche Stunden waren etwas unnötig (daher auch die 50+) empfand ich fahren als cool an. Bis mir dann der Prüfungstermin genannt wurde. Ab dem Zeitpunkt an habe ich jede Fahrstunde geweint, wurde zutiefst für Fehler angemeckert und konnte zu Hause keine Ruhe finden neben der Uni, Arbeit und Familie. Die Blockade im Rücken wurde deutlich schlimmer, ist dann aber nach einer Behandlung "verschwunden". Dieses falsche Gefühl von "ah mir geht´s gut dann kann ich ja auch wieder fahren" hat mich dann dazu verleitet den Prüfungstermin anzunehmen. Mein Fahrlehrer (so nett wie er auch sein mag) hat mich glaube auch eher gedrängt den Termin zu nehmen (im Sinne von ich leite dich in die Richtung - du bist so weit), und ich will hier auch keine komplette Schuld von mir abweisen: ich hatte kein gutes Gefühl dabei. Zwar hab ich gesagt das ich mich nicht bereit fühle, es danach aber wieder verdrängt (wann fühlt man sich denn je bereit). Die Nervosität ist ja etwas vollkommen normales, aber das Gefühl das ich verhaue hat mich nicht losgelassen. Es kommen mit dem nicht bestehen so viele Sachen mit sich: intensives Lernen vor der Prüfung, Verständnis der Straße/Situation, logisches Denken (z.B. korrigieren beim Parken) das dir keiner erklärt sondern du "einfach wissen musst" und die Krönung von allem - Enttäuschung. Enttäuschung gegenüber der Familie und gegenüber einem Selbst. Ich habe wirklich gelernt, mir Videos angeschaut, versucht nachzuvollziehen wie man was macht in welcher Situation. Mein Vater hat mir ruhig und bedacht wirklich alles erklärt und immer gemalt, da ich eher der visuelle Lerner bin. Doch irgendwie hat das alles nicht geklappt - es war einfach nicht genug.
Prüfungstag:
Ich bin aufgewacht mit leichten Kopfschmerzen. Den Tag davor habe ich eine Glanzleistung in der Fahrstunde abgelegt und hatte das Gefühl ich muss den Tag exakt so wiederholen. Durch die Kopfschmerzen wurde das aber nichts und ich musste mich beruhigen (Meditation). Angekommen in der Fahrschule hab ich 15 Minuten gewartet und danach 45 min lang parken geübt (da ich im Glauben war das das meine größte Schwierigkeit ist). Bei der Ankunft zur Dekra Prüfstelle ist dann alles wieder hochgekommen, die Angst zu versagen, das Druckgefühl in der Brust, Panik etc. Der Prüfer hat sich vorgestellt (und ich war zu nervös um mehr als ein paar Worte zu sagen + er war echt echt hübsch) und mir die Technikfragen gestellt, welche ich perfekt beantwortet habe. Beim Start in die Prüfung rein hab ich 15 min durchgehalten in welcher ich: mehrmals die Spur des anderen blockiert habe, zu lange gewartet hab um den Gegenverkehr durchzulassen, beim Spurwechsel mich links eingeordnet, dementsprechend auch die Prüfungsstrecke mir selbst verfälscht hab und abrupt vor einer gelben Ampel stehen geblieben bin. Der ultimative Grund warum ich durchgefallen bin, ist rechts vor links. Ich sollte links abbiegen und hab "vorausschauend" das Schild Vorfahrt gewähren für die Bahn gesehen und dachte aha gucken die Bahn hat Vorfahrt. Im Augenwinkel war auch das Zone 30 Schild zu erkennen. Mein Hirn hat komischerweise nur registriert das ich 30 fahren darf (obwohl die Regel rechts vor links automatisch damit einhergeht). Ich hab dann nicht den von rechts bemerkt und ihm die Vorfahrt genommen. Der Ton als mein Fahrlehrer eingreifen musste verfolgt mich im Schlaf. Die Prüfung war damit beendet. Der Prüfer hat sanft geredet und mir gesagt ich hab keinen verletzt, nichts ist zu Schaden gekommen es sei alles gut. Für mich? war alles vorbei. Bei der Rückfahrt zur Prüfstelle (wir waren ja nur ein paar Minuten entfernt) haben die dann Witze gemacht, dass jetzt früher Feierabend wäre und ich es in 30 Minuten geschafft habe vom Schüler zum Prüfer zu werden (ich saß im Prüfersitz haha). Mein Fahrlehrer hat mich dann noch zu einer Station gefahren und mir währenddessen alle Fehler aufgesagt + den Satz "ich weiß nicht warum du das gemacht hast, wir haben das nie so gemacht". Ich hab meine Leben rausgeheult. Der ganze Stress, die ganze Mühe, jede Träne die ich vergossen habe war im Prinzip unnötig. Rational verstehe ich natürlich, das der Führerschein ein so so kleiner Teil des Lebens ist, emotional jedoch ist alles zusammengebrochen wofür ich gearbeitet habe. Ich hab im Park geheult und mich davor versteckt nach Haus zu gehen und meinen Eltern zu sagen "Hey Leute all das Geld was ihr mir gegeben habt, ist für Katz. Ich hab verkackt" Die Theorie hat sich dann auch bestätigt: mein Vater redet nicht mehr mit mir weil er so sauer auf mich ist und meine Mutter meinte na ja wird schon jetzt musst du einfach weiter machen.
Wie komme ich mit dem Gefühl klar versagt zu haben? Wie komme ich zurück ins Autofahren und meine Angst zu überwinden? Wie lernt man vorausschauend zu denken?
Ich würde mich über Eure Stories und Tipps sehr freuen und danke Euch wenn ihr tatsächlich so lange geblieben seid.
- Studentin in Berlin
- Fahrschulausbildung Anfang Mai 2025: Theorie im September bestanden, Mitte August 25 bis Februar 26 Praxis (+ 50 Fahrstunden schon)
- Persönlichkeit: introvertiert und emotional/sensibel
Ich bin durch die praktische Fahrprüfung gefallen. Während der Schulzeit habe ich mir immer Zeit genommen zur Fahrschule zu gehen und zu lernen. Doch in den höheren Semestern kam dann der Stress (Hausarbeiten, Gruppenarbeiten, Präsentationen, Abgaben), wodurch ich für eine lange Zeit eine Blockade im Rücken hatte. Jedenfalls waren die Fahrstunden eigentlich toll, ich hab mich gefreut fahren zu können. Mein Fahrlehrer ist ein netter älterer Herr, jedoch sehr streng. Meistens hatte ich das Gefühl eher mit ihm als Vaterfigur zu sprechen als mit einem Lehrer. Obwohl es ein paar Schwierigkeiten mit der Fahrzeugbedienung gab meinerseits und ich das Gefühl habe manche Stunden waren etwas unnötig (daher auch die 50+) empfand ich fahren als cool an. Bis mir dann der Prüfungstermin genannt wurde. Ab dem Zeitpunkt an habe ich jede Fahrstunde geweint, wurde zutiefst für Fehler angemeckert und konnte zu Hause keine Ruhe finden neben der Uni, Arbeit und Familie. Die Blockade im Rücken wurde deutlich schlimmer, ist dann aber nach einer Behandlung "verschwunden". Dieses falsche Gefühl von "ah mir geht´s gut dann kann ich ja auch wieder fahren" hat mich dann dazu verleitet den Prüfungstermin anzunehmen. Mein Fahrlehrer (so nett wie er auch sein mag) hat mich glaube auch eher gedrängt den Termin zu nehmen (im Sinne von ich leite dich in die Richtung - du bist so weit), und ich will hier auch keine komplette Schuld von mir abweisen: ich hatte kein gutes Gefühl dabei. Zwar hab ich gesagt das ich mich nicht bereit fühle, es danach aber wieder verdrängt (wann fühlt man sich denn je bereit). Die Nervosität ist ja etwas vollkommen normales, aber das Gefühl das ich verhaue hat mich nicht losgelassen. Es kommen mit dem nicht bestehen so viele Sachen mit sich: intensives Lernen vor der Prüfung, Verständnis der Straße/Situation, logisches Denken (z.B. korrigieren beim Parken) das dir keiner erklärt sondern du "einfach wissen musst" und die Krönung von allem - Enttäuschung. Enttäuschung gegenüber der Familie und gegenüber einem Selbst. Ich habe wirklich gelernt, mir Videos angeschaut, versucht nachzuvollziehen wie man was macht in welcher Situation. Mein Vater hat mir ruhig und bedacht wirklich alles erklärt und immer gemalt, da ich eher der visuelle Lerner bin. Doch irgendwie hat das alles nicht geklappt - es war einfach nicht genug.
Prüfungstag:
Ich bin aufgewacht mit leichten Kopfschmerzen. Den Tag davor habe ich eine Glanzleistung in der Fahrstunde abgelegt und hatte das Gefühl ich muss den Tag exakt so wiederholen. Durch die Kopfschmerzen wurde das aber nichts und ich musste mich beruhigen (Meditation). Angekommen in der Fahrschule hab ich 15 Minuten gewartet und danach 45 min lang parken geübt (da ich im Glauben war das das meine größte Schwierigkeit ist). Bei der Ankunft zur Dekra Prüfstelle ist dann alles wieder hochgekommen, die Angst zu versagen, das Druckgefühl in der Brust, Panik etc. Der Prüfer hat sich vorgestellt (und ich war zu nervös um mehr als ein paar Worte zu sagen + er war echt echt hübsch) und mir die Technikfragen gestellt, welche ich perfekt beantwortet habe. Beim Start in die Prüfung rein hab ich 15 min durchgehalten in welcher ich: mehrmals die Spur des anderen blockiert habe, zu lange gewartet hab um den Gegenverkehr durchzulassen, beim Spurwechsel mich links eingeordnet, dementsprechend auch die Prüfungsstrecke mir selbst verfälscht hab und abrupt vor einer gelben Ampel stehen geblieben bin. Der ultimative Grund warum ich durchgefallen bin, ist rechts vor links. Ich sollte links abbiegen und hab "vorausschauend" das Schild Vorfahrt gewähren für die Bahn gesehen und dachte aha gucken die Bahn hat Vorfahrt. Im Augenwinkel war auch das Zone 30 Schild zu erkennen. Mein Hirn hat komischerweise nur registriert das ich 30 fahren darf (obwohl die Regel rechts vor links automatisch damit einhergeht). Ich hab dann nicht den von rechts bemerkt und ihm die Vorfahrt genommen. Der Ton als mein Fahrlehrer eingreifen musste verfolgt mich im Schlaf. Die Prüfung war damit beendet. Der Prüfer hat sanft geredet und mir gesagt ich hab keinen verletzt, nichts ist zu Schaden gekommen es sei alles gut. Für mich? war alles vorbei. Bei der Rückfahrt zur Prüfstelle (wir waren ja nur ein paar Minuten entfernt) haben die dann Witze gemacht, dass jetzt früher Feierabend wäre und ich es in 30 Minuten geschafft habe vom Schüler zum Prüfer zu werden (ich saß im Prüfersitz haha). Mein Fahrlehrer hat mich dann noch zu einer Station gefahren und mir währenddessen alle Fehler aufgesagt + den Satz "ich weiß nicht warum du das gemacht hast, wir haben das nie so gemacht". Ich hab meine Leben rausgeheult. Der ganze Stress, die ganze Mühe, jede Träne die ich vergossen habe war im Prinzip unnötig. Rational verstehe ich natürlich, das der Führerschein ein so so kleiner Teil des Lebens ist, emotional jedoch ist alles zusammengebrochen wofür ich gearbeitet habe. Ich hab im Park geheult und mich davor versteckt nach Haus zu gehen und meinen Eltern zu sagen "Hey Leute all das Geld was ihr mir gegeben habt, ist für Katz. Ich hab verkackt" Die Theorie hat sich dann auch bestätigt: mein Vater redet nicht mehr mit mir weil er so sauer auf mich ist und meine Mutter meinte na ja wird schon jetzt musst du einfach weiter machen.
Wie komme ich mit dem Gefühl klar versagt zu haben? Wie komme ich zurück ins Autofahren und meine Angst zu überwinden? Wie lernt man vorausschauend zu denken?
Ich würde mich über Eure Stories und Tipps sehr freuen und danke Euch wenn ihr tatsächlich so lange geblieben seid.