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Dunkle Sphäre

Sargiro

Mitglied
Liebe ist ein Traum aus längster Vergangenheit. Ich träume noch, aber nicht mehr davon, dass alles perfekt sein wird, sondern davon dass alles ein bisschen besser wird. Wahre Liebe ist zu perfekt um zu existieren. Der Glaube daran ist Tabak, es tut gut, doch man kann langsam daran zugrunde gehen.
An Gott zu glauben macht eben so wenig Sinn. Beweisen wird sich da ohnehin nie was lassen. Gott und die Liebe, zwei Wunderelexiere, die im Grunde lebensverneinenden Charakter haben.
Gott und wahre Liebe heißt seine Ziele aufgeben und einfach nur noch dahinhoffen. Am besten, man redet sich da noch ein, man wisse ganz genau es gäbe die beiden. Der Wahrsager hat gesagt, dieses Jahr läuft mir die große Liebe übern weg, der Pfarrer hat gesagt mir steht das Paradies bevor. Einfach dahinwarten, toter Fisch im Strom.

Was bleibt, wenn man Gott und die Liebe weglässt, ist für mich eine dunkle Sphäre. Keine Hoffnung auf Erlösung. Die einzige Hoffnung ist, dass alles Schritt für Schritt besser wird, bis man dann irgendwann den Geist aufgibt. Durch harte Arbeit. Gitterstäbe und Nagelfeilen, ein sehr aufwändiger Prozess. Man ist sich nicht sicher, ob man je frei sein kann, doch ists der einzige Weg.

Lossagen von kindlicher Naivität. Es gibt keine Freunde, es gibt nur Nutzgemeinschaften, die sich gegenseitig den Tag versüßen. Vage Gefühlchen, die keine Zukunft haben. Da bin ich bin froh, dass ich mir wenigstens selber treu bin.

Faulheit ist die einzig wahre Sünde, und zwar vor sich selbst, also immer weiterfeilen! Stratege und Puppenspieler im Alltag, Visionär wenn keiner hinschaut bin ich. Schlachtpläne und Kriegspläne. Kalt im Inneren, lauwarm nach außen hin, gefühlsentflammt nur im Traum, der nicht viel mehr als eine alte Narbe ist. Einem Kind möchte man sagen, dass die Welt wunderschön ist - auch wenn man selber daran zweifelt. Vorfreude, dann ein tiefer Schnitt, Verrat und Enttäuschung.

Und die Welt aus dem Projektionsgerät verblasst langsam. Zukunftsphantasien - VR-Brillen - und wenn man sie absetzt, sitzt man immer noch in seiner dunklen Sphäre. Schwarz und endlos wie das All.
Meine Sphäre. Jeder allein für sich. So lass ich die Puppen nochmal ihren Tanz aufführen, schmunzle leicht, drücke meine Arme an meine Brust und leg mich schlafen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ist es in deiner dunklen Sphäre denn so nun besser auszuhalten als in Gottes Licht....? Dein thread klingt eher nicht danach, sondern sehr resigniert und traurig.
Gruß Kay
 
schön geschrieben muss ich sagen...und ich gestehe..ich glaube auch nicht an gott...wie an jesus...wobei jesus..sogar sonne heißt...ich glaube auch nicht an den teufel..ich glaube nur daran..was ich sehe..und fühle...an das was man beweisen kann...mit fakten...und was für mich..sinnvoll erscheint..ich habe nie gott..gesehen..nie den teufel...und nie eliens...also glaube ich einfach nicht daran...sollte ich sie jemals erblicken...dann würde ich auch anfangen daran zu glauben...doch eine dunkle sphäre..ist es auch nicht..geh raus am tag 😛 und du wirst die sonne strahlen sehen..hehe..aber diese dunkle sphäre..ist wahrscheinlich auf dich bezogen...wie es in dir ist..dunkel..und leer?...ich sehe..dein schreiben..nur als eine art..hilfeschrei an...du hast..wohl etwas erlebt..das dich so runtergezogen hat...wahrscheinlich hat es was mit liebe zu tun...und du hast dich irgendwo selbst belogen...liebe ist nicht perfekt....perfekt..ist allein..nur die natur ..mit der begründung...sie kann ohne uns...exestieren...weil sie sich selbst aufbaut...nicht wie wir menschen..wir exestieren..nur weil etwas anderes exestiert..wir hängen auch von einander ab... also ist es ganz und gar nicht perfekt... liebe bedeutet auch schmerz...leid...usw...wenn du traurig bist..hat es auch was mit liebe zu tun..wenn du glücklich bist..hat es meist auch damit zu tun...den von liebe..ist nicht hass...das gegenteil..sondern..gleichgültigkeit..und wenn dir alles egal ist...dann ist es so..als würde man innendrin..sterben...ich habe es selbst..erlebt...ich habe es selbst 'gefühlt'...und das einzige..was mich rausbringen konnte...aus den gedanken..die auch dir durch den kopf gingen...war..ein guter mensch..der mich mag/mochte...solch eine gefühlslage...und solche gedanken..dauern..meist nicht immer/ewig an...es wird sich immer was ändern...denn das leben..hält immer eine neue herrausforderung für uns bereit...

mfg Eiskalter_Engel
 
Bei Gottes Licht kann es sein, dass es nur eine Illusion ist. Ob es ihn gibt weiß man nicht. Ein Leben nach ihm auszurichten ist riskant. Man lebt glücklicher, weil man sich sagt "Alles wird gut". Doch vielleicht behindert man sich dadurch nur.

Die dunkle Sphäre ist mein zu Hause. Es ist der Ort, an den ich zurückkehre, wenn ich alleine bin. Planend, desillusioniert, dennoch auf eine seltsame Weise zufrieden.

Die Welt draußen kann schön sein, doch man muss dadurch, dass man sie so erleben will, auf vieles verzichten. Auf ein gutes Stück Fortschritt. Man feilt nicht an den Gitterstäben, sondern genießt die Zeit mit den Zellgenossen. Werden sie dann irgendwann umquartiert, was bleibt einem da? Erinnerung, die zehrt an einem..

Dann kehr ich zurück in meine dunkle Sphäre, denn sie ist alles was ich je haben werde. Immer weiterfeilen.. Resigniert? Ich bin doch der mit der Feile, der nicht aufgeben will.
 
hm..was ist alles?...dunkle sphäre ist nicht alles...für dich sicher auch nicht..du hast mit sicherheit mehr..als nur eine dunkle sphäre..und was ist..an hoffnung machen falsch?..oft...wenn man sich hoffnung macht..endet es auch gut..und..eine dunkle sphäre..da steckt auch etwas hoffnung drinne ^^
 
Die dunkle Sphäre und mich, das besitze ich. Der Rest ist nur Leihgut. Darum arbeite ich an mir. Sich total auf eine leise Hoffnung zu verlassen ist falsch, wenn man weiß, es gibt vielleicht einen anderen Weg. Der andre Weg ist harte Arbeit und lieber bastle ich jahrelang selbst an meinem Boot als bloß zu hoffen, dass irgendwann eins ans Ufer gespühlt kommt.
 
was falsch und richtig angeht..das ist alles relativ...mann muss immer für sich bestimmen..ob das für einen selbst als person gut ist..oder nicht..du hast deinen weg gewählt..und ich wünsche dir auf deinem wege...viel glück und erfolg..

mfg Eiskalter_Engel

ps: mir gefällt aber deine art wie du es schreibst...
 
So lass ich die Puppen nochmal ihren Tanz aufführen, schmunzle leicht, drücke meine Arme an meine Brust und leg mich schlafen.

wird auch Zeit mit Schlafengehn so morgens kurz vor 5 Uhr.😉

Ist die dunkle Sphäre ein Synonym für Depression? Deinem Text nach mit Konnotation auf vorwiegend negativen Ansichten scheint es so.

Ich finde es gut poetisch zu sublimieren..solange das hinhaut mit der Untergrenzung und die dunkle Sphäre nicht allzu weit von den Ufern der Realität abdriftet.
Sublimation klappt an sich nur wenn man im Alltag einen festen Stand hat, nicht zu sehr verkopft sondern den Rest des Körpers nicht vergisst und ihm das gibt was er braucht: viel Bewegung, frische Luft, herausforderungen, sinnvolle Beschäftigungen, Reibung mit der Welt (der realen Welt, nicht Internet) etc.

Gott und Liebe besitzen in ihrer Ambivalenz und Multivalenz auch lebensbejahenden Charakter,...je nach Standpunkt und Sichtweise. Eine verwirrte oder zeitweilig erkrankte (depressive) Sichtweise ist natürlich sehr eng und eingeschränkt auf die negativen Aspekte....das gilt es zu reflektieren. Ich selbst bin zwar Atheistin, glaube also nicht an Gott, glaube aber an die Liebe...habe den Glauben daran nie verloren, mich aber auch nie in einen blinden Glauben an eine ideale oder perfekte Liebe dabei verrannt. Ich habe mir meine kleine ideale Liebe in Kleinarbeit selbst zusammengebastelt....arbeite täglich an schönen Momenten darin....von nix kommt ja bekanntlich nix und jeder Mensch ist Architekt seines Lebens und auch seiner Liebe....

Freunde gibt es auch, aber gute Freunde sind schwer zu finden..wer jedoch an den falschen Orten sucht oder gar nicht mehr sucht, weil er nach Enttäuschungen oder mit der unrealistischen Erwartungshaltung dass die einem hinter her rennen oder von alleine über den Weg laufen aufgibt, also sich selbst aufgibt, der hat natürlich gar keine Chance jemals gute Freunde zu finden.
Um welche zu finden muss man sich manchmal schon was einfallen lassen....

Was den Wahrsager und die große Liebe angeht: wer keine Wege geht oder auf ungünstige Pfaden wandelt dem begegnet auch die Liebe nie...um ihr zu begegnen muss man die reale Welt bereisen, sie beackern und in ihr präsent sein......sich überall nach der Liebe umschauen...sie rennt dir nicht hinterher und klingelt von sich aus an deine Haustür und sagt: "hier bin ich". Manchmal trifft die Liebe einen wie ein Blitz, aber machmal ist die Liebe auch wie ein träger Gaul den man erst mit Zuckerbrot und Peitsche in Bewegung bekommt.
Auch die Liebe zu sich selbst begegnet einem nicht im Stillstand sondern nur indem man sich regt und in Bewegung bleibt und dabei sich selbst erprobt und kennen lernt.

Die Schönheit der Welt offenbart sich oft in Momenten in denen man es manchmal am wenigsten erwartet. Manchmal in kleinen Dingen. Wichtig dabei ist niemals den Glauben an sich selbst und an die Welt zu verlieren...Glaube an sich selbst und die Welt sind ohnehin untrennbar miteinander verbunden.
Nur ein zerspaltenes Ich (ggf durch psychische Erkrankung die therapiert werden sollte) das sich selbst und der Welt entzweit ist...bzw. nicht wirklich ist, sondern sich entzweit fühlt verliert zeitweilig den Glauben und sollte alles dafür tun ihn wieder zu finden, denn ohne diesen Glauben läuft gar nichts.

Ich finde deinen Ansatz mit Arbeit an dir und dein Leben eigenständig gestalten gut. Wie genau arbeitest du derzeit an dir?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die dunkle Sphäre ist, wenns schon ein Synonym sein soll, eins fürs Alleinsein in der Welt der Gedanken. Eine Heimat, an die man immer wieder zurückkehren muss. Das ist nichts Schlimmes, eine Heimat vermittelt einem ein gewisses Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. An diesem Ort zählen die glücklichen Momente, die man so erlebt hat, nicht. Man ist nur man selbst und nichts außer sich selbst kann man dorthin mitnehmen. Wenn man mit sich selbst zufrieden ist, dann ist man auch an diesem Ort zufrieden.

Die Schönheit der Welt ist Illusion und vergänglich. Schon Morgen ist von einem schönen Moment von heute nichts mehr da. Es bleiben nur Gefühle wie ein Sehnen zurück danach, eine Vorfreude auf einen ähnlichen Moment und dergleichen. Doch auch wenn man ihn ein zweites und drittes Mal erleben kann, so macht ihn das nicht beständiger. Zurück in der dunklen Sphäre ist der Moment nichtig und nur das, was man daraus gelernt hat, zählt.

Arbeit an mirselbst macht mich zufriedener als alles Glück der Welt. Je mehr man an sich arbeitet, umso mehr Potenzial Glück zu erfahren besteht dann auch. Das heißt aber nicht, dass man es auch einlösen muss.

Ich lerne, ich übe, ich forsche, ich probiere, ich plane. So arbeite ich an mir. Ich projeziere mein Ich in die Außenwelt, ich gestalte sie nach meinen Wünschen. So wird diese Arbeit sichtbar.
 
es ist natürlich ein Unterschied ob man aussschließlich für sich isoliert statisch in seiner Denke rumschwimmt oder das Denken einem ständigen lebendigen Diskurs ausgesetzt ist und sich dynamisch wandelt...

Außenirritation (offener Diskurs, face to face-Diskussionen etc.) ist wichtig...damit das Denken realistisch bleibt.

Deine Beiträge klingen sehr vage und ungenau.

Nochmals die Frage: wie genau arbeitest du an dir?
Wie sieht deine Tagesplanung aus?
Berücksichtigst du bei deiner Arbeit an dir selbst den Leitspruch dass nur in einem gesunden Körper auch ein gesunder Geist leben kann, du also viel Bewegung und Kontakt zur Außenwelt benötigst?

Arbeit an sich selbst bedeutet Arbeit an der Welt..so sind deine Kontakt- und Reibungspunkte zur realen Welt? Also konkret: was arbeitest du? lebst du in einer Beziehung oder in einer Familie? Bist du sozial aktiv, viel mit Freunden unterwegs etc.?

Was genau forschst du, übst du, planst du derzeit?

Tyra

VETO dazu dass die Schönheit der Welt Illusion ist...ist sie nicht..sie ist HIER und JETZT Realität..was gestern und morgen ist dabei egal....klar ist alles vergänglich..gerade deshalb ist es so wichtig im Hier und Jetzt den Augenblick der Schönheit nicht zu verpassen und sich davor zu verschließen.
 
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