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Dissoziale Persönlichkeitsstörung

Ghul

Mitglied
Hallo Zusammen,

wie der Titel schon besagt bin ich stolzer Besitzer einer dissozialen Persönlichkeitsstörung.
Im Unterschied zu normalen "Soziopathen" ist diese Störung bei mir meines Wissens nach aber nicht bereits seit der Geburt mein Begleiter.
Ich glaube mich an eine Zeit erinnern zu können als Emotionen und Gefühle noch Teil meines Lebens waren. Vielleicht täusch ich mich da aber auch einfach nur.

Jedenfalls bin ich mir meiner Leere bewusst, was es aber nicht leichter macht damit umzugehen. Eher im Gegenteil. Da ich mir dem fehlen von Gefühlen bewusst bin ist das durchaus eine Belastung. Als würde man nur noch stumm schreien können obwohl man weiß, dass dabei eigentlich Laute zur Kommunikation entstehen müssten.

Nun meine Frage. Wie sollte ich am sinnvollsten damit umgehen?

Therapiemöglichkeiten erachte ich als nicht besonders sinnvoll. Zumindest waren die letzten 5 Jahre Therapie reine Zeitverschwendung.

Vielen Dank schonmal
 
Hallo Ghul,

wie bist du bisher mit deiner Störung umgegangen und woher meinst du, wurde sie ausgelöst?
Was hat man während der Therapie bei dir gemacht und welche Ratschläge bekamst du?


Timo
 
Hey Timo,

damit umgegangen bin ich bisher nicht. Ich hab sie und die Tatsache, dass die Störung mein Leben kontrolliert inzwischen akzeptiert.

Man ist sich inzwischen sicher, dass Kindheitserlebnisse dazu geführt haben und hat daher auch versucht durch gezieltes neu-durchleben der Situationen Emotionen hervorzurufen. Allerdings ist das kompliziert jemanden so zu provozieren dem das eigentlich egal ist.

Ich denke die Ärzte sind schon ganz froh, dass ich keine Bedrohung für mich oder andere zu sein scheine. 😀
 
Hallo Ghul,

schön das du deine "Krankheit" akzeptieren kannst, als Teil von Dir! Du sagst das
du auch schon in etwa über die Ursachen Bescheid weißt. Damit bist du schon sehr weit!
Das sind schon mal zwei große Hürden , die du überwunden hast.

Ich denke auch, Teraphien sind nicht immer das non plus Ultra!.. Der Rest kann ganz allein von dir, aus dir heraus kommen, indem du mit dem "arbeitest", was du in der Hand hast.. Und das ist schon eine ganze Menge!

Gibt es Menschen in deiner Vergangenheit, denen du die Schuld an der "Misere" gibst? Und wie äußerst sich diese Krankheit?? (Apropos Krankheit... nicht unbedingt darauf versteifen, die Psychologen benennen gern Probleme anderer irgendwie, nur um damit arbeiten zu können 🙂)

Hilfe für dich findest du nicht .. indem du lernst mit der Krankheit zu leben.. sondern wie du ihr ein "schnippchen" schlagen kannst.. um fit für die Zukunft zu sein🙂🙂
 
Hey Lila,

Ja es gibt einige Leute die ich für meine Situation verantwortlich machen könnte.
Aber das würd die Situation nicht ändern und auch Rache nicht, da sie meine Situation nicht begreifen würden.

Ich habe auch gern einen Namen dafür. Denn damit lässt sich dann leichter Leben. Ich kann jedoch einen Teil von mir nicht betrügen wie du es vorschlägst. Dazu bin ich wohl nicht blöd genug. ;-)
 
Falls ich das so einwerfen darf auch wenns sicher nicht Produktiv ist.

Es ist interessant zu lesen das es Menschen gibt die Tatsächlich die Persönlichkeitsstörung haben. Da ich oftmals denke das selbe zu haben. Jedoch kein großes Interesse habe dies von irgend einem betitelten klarzustellen.

Kannst du wirklich nichts fühlen? Also nicht einmal wirklich an kleinen dingen dich erfreuen und wenn es auch nur, ich sag mal in die böse Richtung geht, Schadenfreude ist?
 
Hallo Ghul.. ich sprach nicht davon sich zu belügen, im Gegenteil.. Sondern,
davon sich mit der Krankheit auseinanderzusetzen. Die Ursachen dafür zu
ergründen und so aufarbeiten zu können.

Ich selbst habe auch eine "Erkrankung", verstecke mich aber nicht dahinter,
sondern versuche einen Weg zu finden, möglichst gut damit zu leben.

Darf ich fragen, wie sich deine PS im Alltag zeigt? Ist es in erster Linie der Umgang mit
anderen der dir Probleme macht?

LG
 
Entschuldige bitte, dass ich erst jetzt schreibe. Am Donnerstag kam meine Tochter zur Welt und da war ich termintechnisch etwas eingespannt.

Nun, der Weg um möglichst gut damit zu leben ist der Grund warum ich hier bin. Probleme bereitet mir APS nicht wirklich. Ich bin sehr gut als Schauspieler. Was ich andere glauben lassen möchte, kann ich sie auch glauben lassen. Egal um welche Emotionen es sich handelt.

Ein damit Auseinandersetzen ist unnötig. Ich kenne die Gründe, ich kenne die Personen dahinter und ich kenne jede Einzelheit ihres damaligen und jetzigen Lebens. Ich weiß was sie getan haben und warum sie es getan haben. Und ich weiß, dass ihnen das Ausmaß ihrer Handlungen nicht bewusst ist.

Das Kapitel "Warum?" ist für mich abgeschlossen. Jetzt geht es mir nur noch darum möglichst unauffällig mit meiner Störung zu leben um nicht noch mehr Schaden anzurichten.

@Blackout:
Gut und Böse sind Werte welche die Menschheit eingeführt hat um ein geregeltes Miteinander führen zu können. So kann ein und die selbe Handlung aus verschiedenen Gründen verschiedene Wertungen zwischen Gut und Böse bekommen. Daher lasse ich diese Wertung mal aussen vor.

Nun ich war am Donnerstag dabei wie meine Tochter geboren wurde. Ich habe ihren ersten Schrei gehört, die Nabelschnur durchschnitten, sie nur Sekunden danach in meinem Arm gehalten. Und: Nichts. Ich habe kein Gefühl dabei Menschen glücklich zu sehen ebenso wenig wenn Menschen leiden. Um mich am Leid meiner Mitmenschen erfreuen zu können, müsste ich sadistisch veranlagt sein, was bei mir aber nicht der Fall ist.

Mein Leben verläuft logisch nach klar berechneten Vorgängen. Entsprechend unauffällig bin ich, da Überschreitungen der sozialen Normen für mich nur selten einen solchen Gewinn bringen, dass sie die Reaktionen auf meine Überschreitung überwiegen. Das ist jedoch lediglich eine Frage des Preises/Gewinns.

Und doch würdest du mich auf der Straße nie erkennen. Ich lache viel, beschütze meine Freunde bzw. die die sich dafür halten, flirte, helfe trauern usw. nur eben ohne etwas dabei zu empfinden. Ich bin sehr gut angepasst und umgehe jedweden Konflikt so gut es geht.
Wenn ich jedoch beschlossen habe, dass eine Person den Aufwand wert ist, sollte die betroffene Person einen Umzug in Erwägung ziehen, da ich sie dann nach allen Regeln der Kunst vernichte.
 
Hallo Du,


schön das Du Dich noch nicht aufgegeben hast, das zeigt hier Dein echt offener Beitrag.
Aber dieses Wort, haste bestimmt von einem Fachmann. Was sagt Dir denn das?

Du hast ne ganz normale Depression, Gefühlsverlust ist da ganz klar ein Symptom,
das Dir das ewig vorkommt, kann ich mir vorstellen. Die Leere allerdings nur schwer, denn bei mir wirken Depressionen anders, so wie sie eben auch bei jedem anders wirken.

Was wichtig ist, Du musst in Dir wieder eine Feuer entfachen, und ganz bewusst etwas für Dich unternehmen, obwohl Du weißt das es schnulzig ist oder kitschig, aber wieder Vertrauen investieren.

Schau Dir Dokumentationen an, mach Dir viele Gedanken um die Welt und Deine Zukunft, was Du kannst, was Du willst, was Du mal "Früher" wolltest. Greif ein abgelegtes Hobby wieder auf, oder wage etwas vollig Neues.

Am Anfang mußt Du Dich zwingen, schaue in den Spiegel, grinse, auch wenn es schwer fällt.
Suche etwas das Dir spaß macht. Comedy´s, lustige Serien, versuche Dich in ein Leben hineinzudenken.

Geh raus, unter Menschen. Lade mal einen ein und wenns nur ein Saufabend wird.
Oder ein Instrument spielen. Ein E-Gitarrenset (inkl. Miniamp) bekommt man für 200,-€,
warum nicht?

Nicht aufgeben, und immer zwingen, auch an eine gesunde Ernährung denken.
dann geht es bald besser, die Gefühle kommen bestimmt wieder zurück.


Tschöö
 
Find das außerordentlich mutig von Dir, dass Du Dich hier in dieser Form stellst. Also ist dochein Gefühl da, dass etwas nicht stimmt. Du wirkst sehr angepaßt, spielst eine perfekte soziale Rolle. Vielleicht kannst Du durch das Durchbrechen der sozialen Rolle, auch wieder was empfinden? Nein, nicht Job aufgeben etc., sondern andere Definitionen für Dich finden, die nicht vorgegeben sind? Sind nur so ein paar Dinge, die mir hierzu eingefallen sind.
 

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