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Disput am öffentlichen Bücherschrank

Was mich hier sehr stört, das ist,
wie hier Wörter verwendet werden bzw. auf welche Akzeptanz diese stoßen.

"Ratte" .... es ist eine Entmenschlichung jemanden so zu bezeichnen
"assozial".... ist ein K.O.-Wort, ohne feste Definition. Der Begriff wurde von den Nazis geschaffen, um Menschen, die ihren gesetzten Verhaltensregeln nicht entsprechen, aus der Gemeinschaft auszuschließen. Assozial ist ein Kunstwort, ein politisches Gummi-Wort.
"Diebstahl" ... rechtlich falsch und sogar anmaßend, denn streng genommen wird der Schrank auf öffentlichem Straßenland installiert, vermutlich ohne Genehmigung. Rechtliche Ansprüche bestünden eher in die andere Richtung, z.B. Verkehrssicherungspflicht (Haftung, wenn der Schrank jemanden auf den Fuß fällt).

Dann die Definition von "guter Kinderschule".... die Anzahl der Bücherentnahme ist NICHT definierbar. Man kann seine eigene Norm nicht über alle Anderen stülpen.
Man muss akzeptieren, dass hier jeder Mensch eigene Normen hat. Und das zu Recht.

Den Betreiben -so löblich die ehrenamtliche Pflege ist- muss das klar sein. Sie haben nicht das Recht ihre Vorstellung durchzusetzen. Das ginge nur auf ihrem Privatgrundstück.
 
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Ich kümmere mich mit meine Freund zusammen um mehrere öffentliche Bücherschränke und grundsätzlich sind wir froh, wenn Leute mehrere Bücher mitnehmen.
Zumal ich selbst Vielleserin bin und 5 oder 6 Bücher am Wochenende problemlos "weglese". Ich finde es also völlig in Ordnung, wenn jemand 10 oder mehr Bücher mitnimmt, die ihm gefallen. Die dürfen auch gerne im heimischen Bücherregal verbleiben, denn meiner Erfahrung nach ist der Nachschub für Bücherschränke definitiv gesichert - zumindest hier bei uns im Umkreis.

Bei den Bücherschränken, die wir regelmäßig abfahren (neue Bücher bringen, Müll aussortieren, ordnen) handelt es sich auch ausnahmslos um Bücherschränke "ohne Regeln". Das heißt, es sind Bücherschränke in großen Supermärkten, Rathäusern oder auf Dorfplätzen. Normalerweise werden eben diese Bücherschränke zwar von jemandem gespendet, aber eben nicht betreut.


Wir treffen auf unseren Runden auch viele Nutzer der Bücherschränke und natürlich gibt es da solche und solche, aber nur weil jemand mehrere Bücher mitnimmt, würde ich ihn nie als "Ratte" o.ä. betiteln. Ich freue mich, wenn die Bücher eben nicht im Müll landen, sondern einen Leser finden.


Hin und wieder werden wir auch von Menschen angesprochen, die sich wundern, wenn wir mit großen Einkaufstaschen voller Bücher ankommen (oder weggehen, wenn wir beispielsweise aussortiert haben), aber bisher wurden wir fast immer freundlich behandelt. Viele Menschen fragen dann sogar, ob sie sich wirklich Bücher einfach so mitnehmen können und wir erklären das Konzept der Bücherschränke dann immer gerne.



Wenn sich jemand so aufführt, wie die Dame, die sich über die Mitnahme von 10 Büchern aufregt, dann handelt es sich entweder um keinen öffentlichen, sondern einen "semi-privaten" Bücherschrank (manche Leute haben bspw. ein kleines Schränkchen im Vorgarten und betrachten dies als ihr Eigentum, auch wenn die Bücher freiwillig hineingestellt werden) oder um jemanden, der meint Blockwart spielen zu müssen. Solche Leute frage ich höchstens noch nach ihrer Legitimation (Hausmeister? Besitzer?), die sie meistens nicht haben. Danach handle ich nach dem Prinzip "Lächeln und nicken".
 
Wenn eine Diskussion um kostenlose Bücher ausartet und man den Verantwortlichen für den Bücherschrank einen Vogel zeigt, dann sind von beiden Seiten Fehler gemacht worden. Ich denke schon, dass die Dame sich zumindest für verantwortlich hält und eine Entnahme von insgesamt 13 Bücher auf einmal nicht in ihrem Sinne war. Sie hätte es anders kommunizieren können. Man weiß aber nicht, wie die Diskussion von beiden geführt wurde. Dieser Bücherschrank wird vom TE nicht mehr frequentiert, worüber beide Seiten glücklich sein werden.

Es gibt keine gemeingültigen Regeln für Bücherschränke. Aber wenn da jemand ist, der dafür verantwortlich ist, Zeit da reinsteckt, dass da auch mal Schrott aussortiert wird, der kann dann theoretisch schon ein bisschen die Regeln aufstellen, ohne dann noch einen Vogel gezeigt zu bekommen.
 
So ,also jetzt nochmal: Ich habe mich grammmatikalisch blöde ausgedrückt, das tut mir leid aber fest steht, die Bücher gehen wieder zurück und zwar in genau diesen Schrank. So haben wir das immer praktiziert und daran ändert auch unser "nettes" Erlebnis nichts. Danach war es das aber wirklich. Sollten wir der Dame dabei zufällig nochmal über den Weg laufen, bekommt sie die Tüte direkt in die Hand gedrückt mit den Worten "Vertrauen zahlt sich manchmal aus". Dass wir ihr begegnen, ist gar nicht so unwahrscheinlich, da sie laut eigener Aussage jeden Tag nach dem rechten sieht, wahrscheinlich um 2 umgefallene Bücher wieder aufzurichten. Einen übereifrigen Eindruck hat sie allemal hinterlassen.
 
Ich kenne öffentliche Bücherregale so, dass man Bücher mit hinnimmt und sich im Gegenzug dafür Lesestoff mitnehmen kann. Und todsicher nehme ich nicht 10 Bücher auf einmal mit, sondern maximal 1-2 und nicht mehr, als ich mitgebracht habe.

Ich glaube, ihr verwechselt die öffentlichen Bücherschränke mit einer Leihbücherei.
Besorgt Euch doch einen Leseausweis für die Bibliothek.
 
Alopecia,

im Grunde machst du genau das, was du selbst bei anderen bemängelst.

Wieso sind diese Bücher monatelang vergriffen? Weil irgendwelche Leute 10 Bücher vormerken, aus Bequemlichkeit, damit sie nicht warten müssen.


ich habe gar nichts bemängelt in meinem beitrag, nur den status quo bzw die damalige erfahrung beschrieben. heute kaufe ich mir bücher, die ich lesen will, keine lust auf schmutzige, von fremden leuten angegrabbelte bücher.

damals jedoch habe ich eben ausgeliehen, und wie gesagt - wenn ich nur 1 oder 2 bände ausgeliehen habe, dürfte ich jahrelang warten auf das, was ich lesen wollte - es war immer vergriffen. bemängelt habe ich da nichts, und auch niemandem vorwürfe gemacht - warum auch? es ist ja das gute recht der leute, diese bücher zu leihen.

mir ist nur klar geworden, - und damals war ich 10 oder so - dass man im leben auch mal (leider hat die erfahrung der folgenden jahre gelehrt, dass mal eher ein "öfters" ist) die ellbogen ausfahren muss, sonst ist man IMMER (!!) am ende der dumme.

resultat war, dass ich alles ausgeliehen habe, was ging, und so kam ich dann auch dazu, die bücher zu lesen, die mir gefallen haben.

Es ist aber egoistisch. Ganz einfach.

Es ist und bleibt egoistisch und man kann sich da auch nicht rausreden.

ich wüsste nicht, wo sich hier irgendwer rausgeredet hat. der TE war nur empört über die reaktion, mehr nicht.

viele stellen es hier so dar, als wäre egoismus das schlimmste überhaupt - da kann ich dann nur schallend loslachen. egoismus (ein gesunder, d.h. nicht in richtung egozentrismus gehend) ist notwendig, um im leben nicht unter die räder zu kommen. so einfach ist das. wer was anderes behauptet hat entweder schweineglück gehabt bis zum heutigen tage, oder merkt nicht, wie er oder sie verarscht und ausgenutzt wird.

und mein egoismus geht soweit, dass ich rücksicht nehme, wann immer es geht, aber nur, wenn ich selbst keinen nachteil dadurch erfahre, der signifikant wäre. und glaube mir, das ist möglich, sogar sehr oft. jmd vorlassen an der kasse, im auto, platz anbieten in öffentlichen verkehrsmitteln, nem bettler nen euro abdrücken etc pp. mache ich alles mehr als gerne, und fast schon viel zu regelmässig... sobald ich aber einen spürbaren nachteil habe (den ich auch als solchen wahrnehme, und hier empfinden die menschen natürlich anders) ists vorbei. thats it.

und so ein fall wäre im vorliegenden beispiel gegeben, wenn ich davon ausgehen muss, dass die gewollten bücher beim nächsten mal wohl nicht mehr da wären. dann nehme ich ALLE (!) mit, die mir gefallen, solange es nicht gegen irgendeine regel spricht, die dort vorliegt. gibt es eine solche, befolge ich diese auch.

Du hast eine widerliche Einstellung.
Zum Glück gibt es nur wenige von deiner Sorte!
mad.gif


Warum fällt es so vielen schwer mit jemandem zu Teilen oder mal anderen den Vorzug zu geben?

zuallererst : deine reaktion, weil ich mich selbst als egoisten beschreibe und so dreist war, mir ein paar bücher mehr auszuleihen, spottet jeder beschreibung. "widerliche einstellung" "zum glück nur wenige deiner sorte" - klingt so, als hätte ich ein kind umgebracht oder so. ne andere natur als ich dürfte ob solcher aussagen verletzt sein, ich hingegen bemitleide dich nur für deine naivität.

denn du irrst dich. wenn dir das noch nicht aufgefallen ist, dann bist du wohl mit verschlossenen augen durchs leben getingelt. die welt ist voller egoisten, ich würde sagen 90% aller menschen sind mehr oder weniger stark ausgeprägt egoistisch. meinen egoismus habe ich oben beschrieben. er hat absolut genau das gesunde maß aus egoismus und rücksichtnahme, wann immer möglich, dies sehe ich selbst so, und dies wurde mir im laufe meines lebens immer und immer wieder von aussen bestätigt (aber ich hinterfrage mich sowieso jederzeit, wäre also nicht nötig gewesen).

dass du allen ernstes behauptet, dass es "von meiner sorte" nur sehr wenige gibt, hat mich wirklich schmunzeln lassen. irgendwo hast du sogar recht, denn mein egoismus ist keinesfalls besonders ausgeprägt, im gegenteil. deutlich mehr gibt es von der sorte "komplette egoisten" - denen ist komplett egal, was mit anderen ist, und selbst wenn sie ohne grosse nachteile "zurückziehen" könnten, machen sie es nicht. und so handelt ein guter, ich will sogar sagen pronzentual sehr grosser teil dieser unserer erdbevölkerung.
 
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Egoismus ist gut? Wenn du meinst. Ich sehe auch nicht, dass man bei einem öffentlichen Bücherschrank, bei dem es ja offensichtlich reiner Zufall ist, wenn mal was Gescheites drin ist, den Kürzeren ziehen kann. Aber bitte. Handelt so, wie ihr das für richtig haltet, aber wundert euch dann nicht, wenn andere das etwas anders sehen.

Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum man nicht einfach mit der Frau vom Bücherschrank normal geredet hat. Ihr besteht darauf, die vielen Bücher auf einmal mitzunehmen und das kommt nicht gut an. Kommuniziert habt ihr schlecht, sonst wäre das nicht eskaliert. Dann richtet man sich eben nach den "Regeln" des jeweiligen Bücherschrankes. Bei einem steht dann halt "Nehmt bitte soviel wie möglich!". Bei dem hier stand das ungeschriebene Gesetz "Bescheidenheit ist eine Zier" und dummerweise war da die Verantwortliche anwesend. Was der Spruch jetzt soll, dass ihr eben nicht Diebe und Hamsterer seid, kann ich nicht nachvollziehen. Benehmt euch gleich anständig, dann passieren auch solche Situationen nicht.
 
Wenn ich jetzt beurteilen wollte, welche Haltung mir die sympathischste ist, dann wäre es die von Alopecia. Hier spüre ich Ehrlichkeit. Sein Egoismus ist auch nur bis zu einem gesunden Maß ausgeprägt. Da weiß ich, wo ich dran bin.

Der Flaschensammler hingegen, der hat schon einen Heiligenschein im hochgeladenen Bild. Da wäre ich vorsichtig. Ich habe schon viel schlechte Erfahrungen machen müssen mit Leuten, die heilig tun und plötzlich unerwartet eine ganz andere Haltung zeigen.

Die wirklich guten Menschen machen nicht so viel Radau um Gerechtigkeit. Sie betrachten mit Nachsicht des Herrgotts bunten Tiergarten.
Wer meint, dass man regulieren muss, der stellt halt Regeln auf, statt den "Blockwart" (guter Begriff eines Vorredners) zu spielen.
Diejenigen, die so laut um das bisschen Altpapier tröten, sind doch die, die Angst haben, an der nächsten Ecke übervorteilt zu werden. Und damit das nicht passiert, wird Moral von selbsternannten Moralaposteln gepredigt. Wenn man dann nicht genau hinsieht, bedienen die sich aber an entsprechender Stelle auch ganz tüchtig. Machen wir uns doch nichts vor.

Ich finde, dass beide Parteien nicht friedfertig kommuniziert haben.
Das habe ich hier auch nicht. Aber mir war eben danach.
 
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