Ich war vorhin im Fitness Studio und habe das mal zu einer Uhrzeit beobachtet, zu der ich normal nie da bin. Ich bin normal morgens dort vor der Arbeit, da sind Rentner dort. Die sind anwesend, die sind aktiv, die schwätze mit einander, die sind gesellig. Und machen Sport.
Nachmittags fiel mir auf, nahezu jeder ist mit Smartphone in der Hand beschäftigt, egal welches Geschlecht. Jemanden ansprechen, egal wieso, es wäre quasi nur möglich, wenn ich ihn erschrecke, weil man garkeine Gelegenheit mehr hat, einen Blick zu treffen. Und wenn, dann sind die Leute so überrascht, dass man merkt, dass sie sozial komplett degeneriert sind.
Ich hab in manchen Kontexten auch mehr mit älteren Leuten zu tun und ich spüre da eine andere Atmosphäre und einen anderen Umgang als in meiner Generation (Mitte 30). Obwohl meine Generation ja so auf "achtsam" macht, finde ich etwas ältere Menschen viel natürlicher im Umgang in einer Gruppe. Ich sag's euch, das hat uns ruiniert und die Genertaion drunter, die um die 20jährigen, denen geht es auch nicht gut damit.
Ich finde den Preis für diese Bequemlichkeit aber sehr hoch. Es gibt auch Zeitschriften im Wartezimmer und letztens – ich lege es jetzt gezielt drauf an – kam ich auch in nette Gespräche. Die meisten glotzen auf ihr Handy, aber manchmal klappt es doch und man hält kurz ein Pläuschchen. Und diese scheinbar belanglosen, kleinen Kontakte tun der Seele auch gut. Man ist als Gesellschaft miteinander verbunden, im echten Leben, im hier und jetzt. Dann hab ich erfahren, was die andere Person erlebt hat, die da beim Orthopäden sitzt und auf einmal fühle ich mich nicht mehr so alleine. Hab ein bisschen von mir erzählt. Noch nen Anwalts Tip bekommen. Ich denke das Lebensgefühl war vor 30 Jahren noch ein ganz anderes.
Ich störe die Runde hoffentlich nicht, wenn ich ncht nur solche, sondrn auch andere Eindrücke mitbekomme?
Ein Praktikant war sehr mitteilsam, der andere grunzte eher bestätigend.
Die Cliquenbildung im Gym, wer mit wem redet und wer mit wem warum nicht, die Freundin dort kennengelernt, mit der Kumpeline dort gemeinsam trainiert - also einige bekommen es irgendwie hin, dort Kontakte zu knüpfen.
Da sie ihr Handy nutzen durften bekamen wir relativ viel mit, die hatten bisher alle ein Sozialleben, Hobbys, Freunde, Vereinszugehörigkeit (sehr unterschiedlicher Art).
Bei den Mitte 20- bis Mitte 40-Jährigen erlebe ich das auch sehr gemischt.
Da gibt's Hobbys, Partys, Grillfeiern, Bar- oder Clubbesuche mit Freunden, je nach Lust und Laune. Weniger häufig, weil alle ziemlich eingebunden sind, die ich kenne.
Und alle darüber werfe ich mal zu den Älteren mit der anderen Atmosphäre. Die ich da nur teilweise wahrnehme.
In Öffis oder zu Fuß unterwegs, in Wartezimmern begegnen mir auch Menschen, die den Eindruck entstehen lassen, es gäbe fast nur noch solche Leute. Das Problem sehe ich schon, abe auch, dass der Eindruck anhand solcher Kurzzeit-Aufnahmen täuschen kann.
Jede einzelne der o.g. Personen mit Freunden, Bekannten, Vereinsleben, auch ich, könnte zu irgendeinem Zeitpunkt einer dieser 'Handyhalter' sein.
Ich quatsche gerne mal mit Leuten.
Und manchmal will ich meine Ruhe haben.
Oder bin müde und beschäftige mich so, um nicht einzuschlafen.
Oder hatte online noch etwas zu erledigen und nutzte die Zeit.
Wäre ich auf Kontaktsuche, würde ich mich nicht ins Handy vertiefen.
Bei einigen scheint da aber Suchtverhalten und/oder soziale Ängste im Weg zu stehen.
Ich finde das Smartphone sehr praktisch.
Das eigentliche Problem, wenn es eins gibt, ist der persönliche Umgang damit.
Das Ding lässt sich auf stumm stellen und zur Seite legen. 🤷♀️
Erreichbar bin ich nur wenn ich das will.
Wir erleben einen starken Wandel mit; meine Generation hat die größte technische Entwicklung aller Zeiten miterlebt.
Der Mensch verändert sich mit, Verhaltensweisen passen sich an, und manchmal dauet es ein wenig, bis sich etwas einpendelt.
Ich hab einen Kollegen, den ich mag und geh ab und zu raus rauchen.
Allein: der hängt ununterbrochen an seinem handy.
Ich hab das Gefühl, ich würde ihn stören, wenn ich was sage.
Letztens bin ich woanders hin gegangen, hab da geraucht.
Hat er nicht mitbekommen.
Kriegen die das alle nicht mehr mit, dass sie sich isolieren oder hab ich einen Denkfehler?
Sicher, dass er dich ebenso mag?
Vielleicht ist er einfach ein Typ Mensch, der ab und zu eine Auszeit von anderen Menschen braucht und sich nonverbal abgrenzt, um in Ruhe gelassen zu werden?
Ich hasste es häufig, Pausen mit Kollegen zu verbringen, musste im Job ja sehr kommunikativ sein. Entweder wollte ich alleine regenerieren oder hörte mir lieber Geschichten von Fremden an: das hatte dann sicher nichts mit Arbeit zu tun.
Man kann nicht reinschauen in den Kollegen, er wird Gründe haben für sein Rückzugsverhalten.
Mein Vater hatte so etwas mit Fernsehen. Psst - sei ma still, da kommt grad was.
Wichtiger Punkt!
Das kenne ich auch!
So komisches Verhalten gab es wohl schon immer, nur fällt's jetzt mehr auf, weil es nicht mehr nur zu Hause stattfindet, wir vielleicht auch täglich mehr Menschen sehen.
Und mehr Menschen macht auch mehr komische Verhaltensweisen.
Welche Generation hatte denn keinen Sockenschuss? 😉