AW: Die Musik stirbt
Ich kann das manchmal auch kaum fassen, wenn ich was Schönes höre, und meine Kinder kennen die Gruppe/Sänger weder noch gefällt es ihnen.
Aber die Remakes dann werden angehört.
Das liegt dann aber individuell an deinen Kindern und deren Interessen.
Dann interessieren diese sich eben weniger für Kunst/Musik oder sie wollen
sich eben auch abgrenzen und nicht das gleiche hören wie die Eltern, was ja
völlig normal ist dieser Abgrenzungsprozess und das Finden des eigenen
Geschmacks.
Trotzdem kann man es nicht pauschalisieren. Es gibt auch junge Leute, die anders sind und die
viele Stücke aus vielen Zeiten kennen.
Ich selbst bin ganz am Ende der 80er geboren, meine Eltern sind in den frühen 50ern geboren, meine Geschwister sind in den frühen 70ern geboren.
Ich kenne und mag Musik aus all diesen Zeiten sowie auch danach.
Meine Eltern hörten eben Musik der 50er-70er und durchaus gibt es da Lieder oder Interpreten, die mir gefallen und ich kenne und erkenne da viele.
Meine Geschwister hören überwiegend Lieder der 80er, teilweise der frühen 90er.
Die 90er und 00er und alles danach habe ich selbst ja auch selbst mitbekommen.
Mir selbst gefallen musikalisch die 80er am besten, aber auch heute sowie aus anderen Zeiten gibt es viel gutes.
Als ich so 13-15 war, war es in den Charts irgendwie "in" solche komischen Dance/Trance-Cover von Liedern aus den 80ern herauszubringen z.B. mit Madhouse mit "Like a prayer" (Madonna-Cover) oder Groove Coverage mit "Moonlight Shadow" oder Lieder wie "Strange but this feeling" oder "Call on me" (Das Musikvideo war sehr sexistisch!) etc...
Das waren alles Hits der 80er und ich kannte die Originale und mochte diese Dance-Cover nicht und in den Musikvideos tänzelten nur halbnackte Mädels rum. Meine gleichaltrigen Kollegen kannten eben oft die Originale nicht oder haben damals behauptet das hätten die Sänger*_innen geschrieben usw...
Ich erinnere mich auch noch an einen "Streit" aus der Grundschule als ich so 8 oder 9 war.
Da hatte Blümchen einen Hit namens "Bicycle Race" und man wollte mir nicht glauben, dass das
Original von Queen war. Ich hätte mir die Band Queen angeblich ausgedacht und Blümchen hätte
dieses Lied selbst geschrieben.
Oder Interpreten, die Lieder oder Bands coverten, welche ich im Original wirklich privat sehr mochte.
Dieser Gary Jules z.B. mit seiner Emo-Version von "Mad World", welches bei Tears for Fears viel schneller ist.
Marilyn Manson, der "Personal Jesus" von Depeche Mode gecovert hat, welches ich bereits als Baby/Kleinkind kannte.
(Er hat ja auch "Tainted Love" gecovert, welches im Original ein R'n'B-Hit aus den 60ern ist. So Mo-Town. Von Soft Cell ist das Original nicht, aber ich mag Marc Almond sehr und finde die Soft Cell Version am Besten).
Whetus, die "Give a little respect" von Erasure (<3) gecovert haben.
Als das rauskam alles stand ich bereits auf die Originale. Viele Gleichaltrige kennen diese aber nicht.
Trotzdem kann man da aber eben nicht pauschalisieren.
Selbst als Britney Spears damals "I can't get no satisfaction" von den Stones coverte, kannten einige Gleichaltrige (Wir waren da so 12) die Stones nicht. Einige haben eben jüngere Eltern oder so und woher sollen sie das dann kennen?
Es gibt aber eben auch immer wieder Stücke, die meine Eltern hören, die ich ganz fürchterlich finde.
Mit Zarah Leander oder Heintje z.B. kann ich so gar nichts anfangen. Auch nicht, wenn meine Eltern
das dann ganz laut anmachen und toll finden.
Und es gibt dieses Phänomen auch andersrum
😉 Meine Mutter findet diesen trollartigen Betroffenheitssänger
Ed Sheeran z.B. ganz toll. Aber nur seine langsamen Betroffenheitslieder in denen er über Prostituierte singt, die an harten Drogen sterben oder Lieder in denen er singt, dass wir alle in einem Feuer sterben werden (Sie kann kein Englisch). Seine schnellen Lieder wie "Shape of you" oder das Lied, das er mit Eminem gemacht hat, mag sie dann wieder nicht.
Weil meine Mutter einmal irgendein Video auf Facebook gesehen hat, proklamierte sie, dass sie Disturbed ganz toll fände. Der Sänger von Disturbed hätte eine ganz, ganz tolle Stimme. Ich mag das Lied "Down with the sickness" auch und spielte ihr das vor. Sie meinte daraufhin, dass das ganz furchtbarer Krach sei, den man nicht aushalten könne.
Ich: Das ist Disturbed!
Es kam heraus, dass sie nur ein einziges Lied von denen kannte, in welchen sie als Acoustic-Version "The sound of silence" von Simon & Garfunkel gecovert haben.
Nach dem Motto: Wenn sie die Lieder von früher in dem Stil covern, dann mag man sie, aber so wie sie eigentlich sind mit ihren eigentlichen Liedern nicht^^