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Die Meinung meines Vaters ignorieren

Wie komme ich davon weg, erst mal darüber nachzudenken meinen Vater zu fragen?

Hallo Sonic,
"weg davon" ist erst der halbe Schritt – die Frage ist auch: "Wohin willst du?".

Gibt es denn schon ein anderes Muster der Problemlösung, wo du auch mal ausnahmsweise ohne deinen Vater klargekommen bist? Das könnte die Richtung vorgeben.
 
Hallo Sonic,
ich glaube das geht vielen erwachsenen Kindern ähnlich, daß sie irgendwann feststellen müssen, ihr großes Vorbild, ist auch nicht vollkommen, weil das eben nun mal niemand ist.
Es ist nochmal eine andere Geschichte wie Männer gelernt haben mit Fehlern umzugehen, und zumeist haben sie sehr große Probleme damit sich und anderen etwaige Feher einzugestehen. Ich habe neulich im Radio unterwegs auch gehört wie eine Psychologin zu diesem Thema sagte, Menschen die ein gutes Selbstbild von sich haben, tun sich damit weniger schwer, sich und anderen einen Fehler einzugestehen, und sieht es eher als Stärke es zu können. Diese Meinung teile ich unbedingt!
Man kann ja trotzdem versuchen es dann besser zu machen, und nicht noch mal den gleichen Fehler zu machen, sprich daraus zu lernen. Das wäre die Aufgabe deines Vaters, und deine Aufgabe wäre, eben wieder ein Stück weit erwachsener zu werden, und unabhängiger, und vielleicht etwas Milde dem Vater gegenüber zu entwickeln, daß würde dann deine Größe zeigen!
 
Ich bin schon etwas älter und wohne etwas weiter weg von meinen Eltern. Dies kurz zur Erklärung vornweg.

Mein Vater ist jemand der immer Recht haben muss. Ja, er kann wirklich unglaublich viel. Seien es Probleme mit dem PC, jegliche Handwerklichen Sachen (Schränke bauen, Stromleitungen verlegen, Wasseranschlüsse, eine Mauer hochziehen, Auto reparieren,usw.). Aber wenn es um soziale Dinge geht, ist er absolut abgestumpft.
Er ist der Meinung, er kann alles besser als Andere und hat die Absolute Ahnung was zu tun ist und wie man irgendwas richtig macht.

Viele Jahre habe ich immer erst bei ihm nachgefragt wenn irgendwas war. Bis vor einigen Jahren ist er auch bei mir vorbei gekommen wenn irgendwas zu reparieren war in der Wohnung. Da er jetzt auch nicht mehr derJjüngste ist, möchte ich ihm aber die lange Autofahrt nicht mehr zumuten.
Wovon ich mich aber irgendwie nicht loslösen kann ist, dass ich ständig erst um seine Meinung frage ehe ich irgendwas mache.
Hier mal zwei Beispiele:
- Auto zickte rum. Musste eh zum TÜV und bat darum gleich nach dem Problem zu schauen. Mir wurde mitgeteilt, dass ich neue Zündkerzen brauche. Papa angerufen und gefragt ob das Sinn macht und was sowas kosten darf. Papa sagte, das sei Schwachsinn, ich bräuchte keine neue Zündkerzen. Er hätte ja erst vor vier Wochen mein Auto nochmal geckeckt wegen dem bevorstehenden TÜV. Ich solle denen sagen, dass mein Vater Automechaniker ist und bei seinem letzten Check die Zündkerzen noch in Ordnung waren. (Ohne Scheiß, genau das habe ich getan. Danach habe ich mich nie wieder in diese Werkstatt getraut, weil es mir so peinlich war).
Nach einigem Hin und Her wurden die Zündkerzen dann doch ausgetauscht. Aber nur unter der Voraussetzung, dass ich die "angeblich" deffekten Zündkerzen erhalte um sie meinem Papa zu zeigen. Der stellte dann fest, dass die tatsächlich marode waren. Aber statt zuzugeben dass er sich geirrt hatte, lag der Fehler nicht bei ihm sondern bei der Werkstatt. Vermutlich haben die mir ja nicht meine ausgebauten Zündkerzen mitgegeben sondern irgendwelche anderen die tatsächlich kaputt waren.
- PC und Laptop machten Probleme. Bin mit Beidem zu Papa gefahren. Eine Woche später wieder hin um die Geräte abzuholen.
Zu Hause stellte ich fest, dass die vorherigen Probleme zwar behoben waren, aber dafür plötzlich andere Sachen nicht mehr funktionierten. Laptop konnten wir dann telefonisch klären (wobei ich immer wieder zu hören bekam am Telefon, dass ich zu dumm sei ihm richtig mitzuteilen was für eine Meldung auf dem Bildschirm auftaucht, ich nicht das anklicken würde was er mir sagt, usw. Im Nachhinein stellte sich aber raus, ich habe sehr wohl alles richtig gemacht. Er konnte nur nicht zugeben, dass das Verständnisproblem bei ihm lag).
Für den PC sollte ich nochmal bei ihm vorbei kommen. Aufgrund der langen Fahrtstrecke habe ich mich dann aber für jemand in meiner Nähe aus dem Bekanntenkreis entschieden. Hierauf meinte mein Papa, dass der Bekannte mich nur Abzocken will, keine Ahnung hat und ich nachher nicht jammernd angrannt kommen soll weil der andre am PC rumgepfuscht hat.
Als ich sagte, dass der Bekannte kein Geld dafür von mir will, war mein Papa trotzdem davon überzeugt, dass er es besser kann und mehr Ahnung hat.
Nun hat mir der Bekannte mitgeteilt, dass er das Problem gefunden hat und ein neues Netzteil eingesetzt werden muss. Er würde sich mal schlau machen was sowas gebraucht kostet. Hier habe ich zum ersten mal angefangen mich gegen mein "inneres ängstliches Kind" zu wehren und nicht meinen Papa anzurufen um zu fragen ob das Sinn macht. Das war der erste Schritt zur Einsicht, dass sich bei mir etwas ändern muss.

Und hier fängt mein Problem an. Bisher habe ich immer vorher meinem Vater solche Dinge geschildert und bei ihm nachgefragt ob das Sinn macht (wie in diesen Beispielen). Wie, als müsste ich ihn erst um Erlaubnis bitten etwas zu tun, statt selbst Entscheidungen zu treffen.

Gestern ist mir dann zum ersten mal so richtig bewusst geworden, dass ich Angst habe in einigen Dingen einfach selbst Entscheidungen zu treffen. Und wenn ich bisher tatsächlich selbst Entscheidungen getroffen habe und dann doch was schief ging, habe ich Angst gehabt meinen Vater um Rat zu fragen weil er mich dann wieder als Dumm bezeichnet und mir mitteilt, dass ich vorher bei ihm hätte nachfragen sollen.
Schon in der Kindheit fing das ja an. Z.B. Mathe. Wenn er bei den Hausaufgaben geholfen hat, war ich dumm wenn ich irgendwas nicht verstanden habe. Habe ich dann einen anderen Rechenweg für mich selbst gefunden mit dem es mir leichter fiel, solte ich gefälligst den Rechenweg benutzen den er mir erklärt, weil das mehr Sinn macht und einfacher ist.

Wie komme ich davon weg, erst mal darüber nachzudenken meinen Vater zu fragen? Denn frage ich nicht nach und er bekommt mit dass was schief gelaufen ist, bin ich wieder das dumme Kind das von nichts eine Ahnung hat.


-
Gehört aber zum erwachsen werden dazu. Und du hast halt viel zu spät angefangen, richtig selbständig zu werden.

Bewältigst du diese Probleme auch alleine?

Ich glaube gar nicht, dass dein Vater das Problem ist. Du hast doch die Möglichkeit, dich endlich abzukapseln. Es geht doch gar nicht darum, dass dein Vater alles meint besser zu wissen und er viel kann.

Du hast gelernt, es ist einfacher, du fragst bei wirklich jedem Problem erst mal deinen Vater.

Ich habe übrigens auch sehr lange mich bei Sachen an meinen Vater gewandt, einfach um eine zweite Einschätzung einer Situation zu bekommen. Natürlich hat mir auch nicht immer seine Meinung gepasst, weil meine Eltern schon sehr früh uns kommuniziert haben, dass die Probleme von uns zu lösen sind und eigentlich immer, wenn ich mich ungerecht behandelt gefühlt habe, wurde das Problem bei mir gesehen.

Warum musst du bei jeder Gelegenheit deinen Vater fragen, wenn dir das nicht passt, dass er sich dann quasi um DEINE Probleme kümmert? Ist das bei dir so drin, dass du erst mal als Reflex quasi bei ihm anrufst, egal was ist?

Ich habe mich schon seit Jahren nie mit Problemen an meine Eltern gewandt, weil sie auch jetzt zu alt sind, um das zu erfassen, was man so macht. Sie kommen gerade so mit ihrem Alltag klar und die Beziehung hat sich so ziemlich gedreht, dass ich jetzt meinem Vater beraten muss.

Komm aus der erlernten Hilflosigkeit raus. Versucher erst mal selbst alles zu lösen, nicht aus Bequemlichkeit auf ewig das Kleinkind bleiben.
 
Und hier fängt mein Problem an. Bisher habe ich immer vorher meinem Vater solche Dinge geschildert und bei ihm nachgefragt ob das Sinn macht (wie in diesen Beispielen). Wie, als müsste ich ihn erst um Erlaubnis bitten etwas zu tun, statt selbst Entscheidungen zu treffen.

Hier beginnt die Lösung!
Du hast das Problem erkannt.

Gestern ist mir dann zum ersten mal so richtig bewusst geworden, dass ich Angst habe in einigen Dingen einfach selbst Entscheidungen zu treffen.

Die Angst davor, etwas falsch zu machen, wurde dir ja auch tief eingeimpft.

Dein Vorteil:
Du bist erwachsen, kannst mit diesen Ängsten also ganz anders umgehen als ein von den Eltern abhängiges Kind.

weil er mich dann wieder als Dumm bezeichnet
Schon in der Kindheit fing das ja an
war ich dumm wenn ich irgendwas nicht verstanden habe

Selbstvertrauen kann davonlaufen wie Milch aus einer Packung, auf die immer wieder mit dem Hammer draufgehauen wird.
Du legst dir vielleicht eine neue Packung Milch zu, legst sie dann aber brav unter den Hammer.

Du musst aber nicht mehr das brave Kind von damals sein und desen erlernten Muster folgen.
Du bist erwachsenen, darfst neue Wege kennenlernen, eigene Entscheidungen treffen, eigene Fehler machen.
Was wir Fehler nennen sind Lernchancen. Die sind wichtig, lerne sie dir zu erlauben und sie zu nutzen.

Habe ich dann einen anderen Rechenweg für mich selbst gefunden mit dem es mir leichter fiel, solte ich gefälligst den Rechenweg benutzen den er mir erklärt, weil das mehr Sinn macht und einfacher ist.

Es war wohl nicht gut für seinen Selbstwert, wenn du weniger klein warst als er dich machen wollte.
Dein Vater hat seine ganz eigenen Probleme. Er wird das nicht mehr lösen können.
Doch du kannst deine erkannten Probleme auflösen und alte, erlernte Muster überschreiben.

Wie komme ich davon weg, erst mal darüber nachzudenken meinen Vater zu fragen?

Aushalten üben.
Aushalten, ihn nicht zu fragen.
Die Emotionen und Gefühle, die dabei in dir hochkommen, aushalten.

Begrüße den Gedanken wie einen vertrauten Bekannten, der etwas lästig und anstrengend sein kann, dich manchmal milde schmunzeln lässt:
"Da bist du ja wieder! Da, setz dich mit deinem Kaffee in die Ecke, ich bin gerade etwas beschäftigt, muss nachdenken."

Es ist kein Problem, daran zu denken, ihn anzurufen.
Ab jetzt wird das dein Startschuss mit dem eigentlichen Denkprozess zu beginnen, der Suche nach den nutzbaren Lösungsansätzen.

Und dann tust du. Etwas.
Etwas anderes, als diesen einen, bestimmten Anruf zu tätigen.

Und mit jedem Mal wirst du dich besser fühlen. Du wirst Erfolgserlebnisse haben.
Und sogar eine Fehlentscheidung, ein Fehler, ist ein Erfolg!
Weil DU ihn SELBST gemacht hast.
Und daraus lernen kannst.
Im Grunde kann gar nichts mehr schief gehen, wenn du den Mut zusammenkratzt, diese Anrufe zu unterlassen und deine Angst auszuhalten.

er bekommt mit dass was schief gelaufen ist,

Wie kann er das denn mitbekommen bei eurer Entfernung?
Hör auf, alles zu erzählen.
Halte das aus.
Üben.

bin ich wieder das dumme Kind das von nichts eine Ahnung hat.

Selbst das Kind hatte ja Ahnung.
Es durfte nur keine haben.
Jetzt bist du erwachsen.
Und musst nicht mehr darauf hören, worauf du als Kind hören musstest.
Abnabelung.
Schneide die Nabelschnur endlich durch.
 
Den ersten Schritt hast du doch bereits getan: Die Erkenntnis gewonnen, dass es nicht immer gut und angebracht ist, deinen Vater einzubinden.

Dass du das verinnerlicht hattest ist eine Folge fürsorglicher Erziehung und auch völlig in Ordnung gewesen. Der kleine Junge, dessen Papa sich um alles kümmert und es schon richten wird. Schon früher wird es allerdings so gewesen sein, dass dein Vater nicht alles richtig gemacht hat - nur hast du das nicht so wahrgenommen. Wohl aber jetzt.

Solche manifestierten Gewohnheiten, zuerst den Vater zu fragen, brauchen Zeit, wenn man sie ändern und sich "entwöhnen" will - aber die hast du ja. Frag dich ab sofort jedes Mal, ob es wirklich sinnvoll ist, den Vater einzubinden. Wenn nicht, dann tu es auch nicht. Überleg dir auch, ob du deinem Vater alles, was du so tust, haarklein berichten musst. Wenn er sagt, du seiest dumm, darfst du ihm ruhig sagend, dass er die Beschimpfungen unterlassen soll. Das hättest du übrigens auch als Kind schon machen können - da hat er selber sicherlich nicht klug geredet, wenn er dir im selben Moment doch etwas beibringen und dich motivieren wollte. Bzgl. Mathe ist es ja auch tatsächlich oft so, dass mehrere Wege zum Ziel führen können.

Ihn grundsätzlich ändern kannst und wirst du nicht - und diesen Kampf, ihm zu vorzuführen, dass er mit X nicht recht hatte, würde ich mir auch verkneifen. Das bringt einfach nichts und wenn er das für sein Ego braucht, dann lass es ihm doch. Schließlich weißt du, dass es sich anders verhält.

Nabel dich ab - vermutlich ist das schon längst überfällig - und beschränke dich bei deinen Bitten an ihn auf das, was erfolgversprechend ist, was er wirklich/sicher kann und wss euch bzw. insbesondere dir gut tut. Väter sind nur in den Augen ihrer kleinen Kinder allwissend. Die Annahme hielte bei kritischer Überprügung regelmäßig nicht in allen Fällen stand. 😉
 
Zuletzt bearbeitet:
Dein Vater ist ein klassischer Fall von jemandem, dessen Selbstwert komplett an seiner Kompetenz hängt. Er muss der Schlauste im Raum sein, um sich wertvoll zu fühlen. Dass er Fehler nicht zugeben kann und lieber eine Verschwörung der Autowerkstatt erfindet, zeigt ja nur, wie fragil sein Ego eigentlich ist. Das Problem ist, dass er diesen Drang, Recht zu haben, jahrelang auf deine Kosten ausgelebt hat. Er hat dich klein gehalten, damit er groß sein kann. Kein Wunder, dass dein inneres Kind bei jeder Entscheidung in Panik gerät. Du hast gelernt: "Wenn ich selbst entscheide, bin ich dumm. Wenn ich ihn frage, bin ich sicher, werde aber trotzdem erniedrigt."

Wie kommst du da jetzt raus? Der wichtigste Hebel ist radikale Informationsdiät. Dein Vater kann dich für eine falsche Entscheidung nur verurteilen, wenn er überhaupt davon erfährt. Du bist erwachsen, du wohnst weiter weg und du musst ihm keinen Rechenschaftsbericht mehr über dein Leben ablegen. Wenn das Auto kaputt ist, bringst du es in die Werkstatt, lässt es reparieren und erzählst ihm am Telefon schlichtweg nichts davon. Wenn er fragt, wie es dir geht, sagst du: "Alles super, keine besonderen Vorkommnisse." Du musst lernen, dein Leben von seinem Urteil abzukoppeln, und das geht am besten, indem du ihm die Angriffsfläche nimmst.
 
Was mir allerdings bei deinem Vater einen Heidenspass bereiten würde, wäre zu erzählen, dass du ein Problem gelöst hast. Aber mache das erst, wenn du sicherer geworden bist.
Das habe ich tatsächlich zwei oder dreimal gemacht in der Vergangenheit. Seine Reaktion war ein gleichgültig gelangweiltes "Na dann ist ja gut".
Er hat nicht mal nachgefragt wie ich es gelöst habe. So, als wäre es einfach nur Zufall gewesen, dass ich es überhaupt hinbekommen habe.
Warum musst du bei jeder Gelegenheit deinen Vater fragen, wenn dir das nicht passt, dass er sich dann quasi um DEINE Probleme kümmert? Ist das bei dir so drin, dass du erst mal als Reflex quasi bei ihm anrufst, egal was ist?
.....
Komm aus der erlernten Hilflosigkeit raus. Versucher erst mal selbst alles zu lösen, nicht aus Bequemlichkeit auf ewig das Kleinkind bleiben.
Ja, das ist tatsächlich so bei mir drin, dass bei einem Problem sofort mein Vater in meinem Kopf rumspuckt.
Es hat nichts mit Bequemlichkeit zu tun. Bequemer wäre es z.B. mit Computer Problemen jemand in meiner Nähe zu suchen statt ständig lange Autofahrten auf mich zu nehmen. Ok, genau das habe ich ja sogar dieses mal getan. Also doch ein kleiner Schritt in die richtige Richtung.

Du musst aber nicht mehr das brave Kind von damals sein und desen erlernten Muster folgen.
Du bist erwachsenen, darfst neue Wege kennenlernen, eigene Entscheidungen treffen, eigene Fehler machen.
Was wir Fehler nennen sind Lernchancen. Die sind wichtig, lerne sie dir zu erlauben und sie zu nutzen.
Das mit den Lernchancen habe ich vor einiger Zeit mal ähnlich irgendwo gelesen, wo eine Lehrerin sowas zu ihren Schülern sagte. Das hat mich ziemlich beeindruckt. Schön, das du mich wieder daran erinnert hast. Vielleicht hänge ich mir das mal neben mein Bett oder Sofa. Und jedesmal wenn ich an meinen Vater denke, schaue ich auf diesen Satz und mach mir erst mal eine Tasse Kaffee. Und dann denke ich an deinen folgenden Ratschlag (der mich schon beim Gedanken, das mal auszuprobieren, schmuzeln lies):
Begrüße den Gedanken wie einen vertrauten Bekannten, der etwas lästig und anstrengend sein kann, dich manchmal milde schmunzeln lässt:
"Da bist du ja wieder! Da, setz dich mit deinem Kaffee in die Ecke, ich bin gerade etwas beschäftigt, muss nachdenken."

Kann es sein, dass es dir um Anerkennung von ihm geht?
Diese Frage ist berechtigt. Denn darüber habe ich mir tatsächlich schon oft Gedanken gemacht.
Und ich glaube, es ist so, dass es mir um Anerkennung von ihm geht. Wenigstens ganz nebensächlich könnte er doch wenigstens mal andeuten, dass er es toll findet wie ich X oder Y so gut hinbekommen habe.
Ich hatte ihn tatsächlich mal gefragt, ob er nicht stolz auf mich ist, dass ich mein Leben im Griff habe. Im Gegensatz zu meinen Geschwistern, die Beruflich lange Zeit nichts wirklich hinbekommen haben, habe ich eine Ausbildung gemacht, bin ich mit 18 ausgezogen, habe direkt mit der ersten Bewerbung einen Arbeitsvertrag in meinem Traumberuf bekommen und werde dort von meinen Vorgesetzten sehr geschätzt für meine Arbeitsleistung.
Die Reaktion meines Vaters war lediglich irgdwas in die Richtung: "Na dann sei doch froh. Was hat das damit zu tun stolz auf dich zu sein?"

Und auf die allgemeine Frage hin, wie mein Vater etwas erfahren sollte was ich ihm nicht berichte.
In diesem Fall dürfte ich weder mit meinen Geschwistern noch mit meiner Mutter oder sonstigen Verwandten über irgendwas persönliches reden. Irgendwo sickert immer was durch.

Danke euch auf jeden Fall für eure zahlreichen Antworten. Das Ein oder Andere hat mir auf jeden Fall mal einen Denkanstoß gegeben.
 
Weißt du was ich mit so einem Vater machen würde? Dem würde ich nichts mehr erzählen.
Soll er sehen wie er mit seinem Egoismus zurechtkommt. Freue dich über deine Erfolge. Feier das mit Kaffee und Kuchen und lass es dir gut gehen. Du wirst von deinem Vater nie Anerkennung oder Freude erhalten/erleben. Mach dir da keine Hoffnungen.
Ich hatte auch so eine Type an der Backe. Der hat sich auch für nichts interessiert, was man macht. Mit dem habe ich überhaupt nicht mehr geredet. Den interessierte sowieso nichts.
 
Zuletzt bearbeitet:
Dein Vater erhöht sich dir gegenüber, in dem er dir das Gefühl gibt, dass du dumm bist und er alles kann. Heißt im Grunde, dass er andere braucht um seinen Selbstwert aufzupolieren.
Und du gibst ihm diese Gelegenheit immer wieder aufs Neue, wenn du ihn um Hilfe bittest.

Er wird dir niemals das geben, wonach du dich sehnst: Anerkennung, Lob.
Das wird nicht passieren.

Du bist jetzt erwachsen, lerne für dich selbst da zu sein.
Triff Entscheidungen und lasse ihn außen vor.
Lobe oder belohne dich selbst mit Etwas, wenn du für dich selbst gehst.
 
Du reflektierst Dich. Das ist sehr klug.

Er hatte wohl schon immer Angst, von Dir überholt zu werden. Er konnte es nicht verhindern, aber lange verzögern.

Gut, dass Du den Anfang gemacht hast, Dich zu lösen.

Meiner Meinung nach musst Du ihn nicht aus Deinem Leben verbannen.

Das Lösen wird ein hartes Stück Arbeit. Den Anfang hast Du schon geschafft und damit die größte Hürde genommen.
 

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