Irgendwie ist das mit diesem ganzen Reha-Vorbereitungslehrgang vollkommen surreal für mich. Ein anderer Begriff fällt mir dazu gerade nicht ein.
Ständig neue Eindrücke, neue Personen, neue Aufgaben und irgendwelche neue Aktionen, die ich gar nicht näher beschreiben kann. Und auf meine letzten Tage wollen sie es mir wohl noch mal richtig geben. Na ja, ich bin ja flexibel.
Mit dem Tastschreiben bin ich mittlerweile und wider Erwarten wohl gar nicht mehr so schlecht. Wohl immer noch nicht besonders schnell, aber würde meinen, dass ich alle Buchstaben recht zielsicher treffen kann. Demnächst stehen diesbezüglich wohl zwei Diktate an.
Die Klausuren/Leistungskontrollen und die allgemeine Einschätzung meiner Person sind wohl ganz okay. Scheine unter den Teilnehmern und selbst unter der Lehrerschaft ein durchaus akzeptables "standing" zu haben.
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In Anbetracht aller Umstände ist es bislang wohl ganz gut gelaufen.
Der letzte Block heute war Sozialkunde kombiniert mit Punktschrift. Fühlte mich irgendwie etwas fehl am Platz, und habe doch wieder eine Menge gelernt. Es ging um Texte aus dem Bereich BBiG (Berufsbildungsgesetz). Jetzt ist es natürlich einigermaßen aufwändig, als Blinder oder fast Blinder auch nur ein einziges Wort zu lesen, wenn man die Punktschrift nicht oder noch nicht beherrscht. Da kann das Lesen/Vorlesen eines Wortes schon mal 10 Sekunden dauern, für Normalsehende eher 2 Sekunden oder 1 Sekunde. Zum Glück hatte der gleichfalls blinde Lehrer vergessen, dass ich im Raum war, oder mich absichtlich vom Vorlesen ausgeschlossen. Hatte mir schon die ganze Zeit überlegt, wie ich möglichst langsam einen Textteil vorlesen soll, so dass die anderen Teilnehmer mit ihrer Braille-Zeile mitkommen, und wäre trotzdem "viel zu schnell" gewesen, und das hätte es ja nicht wirklich gebracht. Hoffe mal nicht, dass ich jemals blind sein werde, aber wenn, ja, dann hätte ich zumindest eine grobe Vorerfahrung. Manchmal schließe ich ja auch meine Augen, um das alles besser nachvollziehen zu können.