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Die Logik vom Glücklichsein

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Ich denke, dass es gar nicht so schwierig ist, glücklich zu sein, oder zumindest nicht unglücklich. Die Frage ist wohl eher, WIE man glücklich ist, also welchen Weg bzw. Wege man wählt. Es gibt logischerweise viele Möglichkeiten.
 
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Re: Die Logik vom Glücklichsein
Gerade hat mir ein netter, älterer Herr vor einem Gemeindehaus einen Flyer bzw. eine Einladung in die Hand gedrückt, auf welcher steht:

„Spaß, Fun, Action, möglichst viel und je intensiver, desto besser! Zu was ist man sonst auf der Welt.“ Das ist das Motto einer jungen Berlinerin.

Eine andere junge Frau hat einen „Carpe diem - Button“ (“Nutze den Tag“) an ihrer Pinnwand. Dem römischen Dichter Horaz ging es darum, die knappe Lebenszeit heute zu genießen und nichts auf den nächsten Tag zu verschieben. Ich will leben, hier und heute!

Doch für was lohnt es sich zu leben? Was macht ein Leben lebenswert? Das fragen Menschen nicht erst jetzt. Seit Jahrtausenden wird darüber nachgedacht, wurden alle möglichen „Glücksbringer“ ausprobiert.

Bist du wirklich glücklich? Zufrieden? Wenn nicht, höre Dir doch mal eine uralte, aber doch hochaktuelle Antwort aus dem Buch der Bücher an.

Wir freuen uns auf Dich. Herzlich willkommen!

Die Einladung stammt von einer evangelischen Gemeinde, und es gibt wohl Musik, ein Referat und ein Gemeindecafé. Bin zwar schon etwas zu spät, aber vielleicht sollte ich da mal vorbeigehen. Sollte ich da mal vorbeigehen?
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich war da. War zwar eine halbe Stunde zu spät, aber das hat wohl niemanden so wirklich gestört. Der Abend lief unter dem Motto "Ich will leben, wirklich leben!". Das Referat beinhaltete nicht viel Neues, aber war "okay" für mich. Für andere Anwesende war es wahrscheinlich gehaltvoller. Die Leute und Gespräche waren symphatisch. Sie waren wohl einigermaßen erstaunt darüber, dass mein Deutsch nicht schlecht ist und ich konfirmiert bin. Wie ich ihnen aber sagte, hat das nicht unbedingt viel zu bedeuten.

Insgesamt war es ein schöner Abend, bei dem ich tatsächlich sehr herzlich mit in die Runde aufgenommen wurde.

Im Übrigen nachfolgend noch die Internetseite der besagten evangelisch-freikirchlichen Gemeinde:

Gemeinde Hasenheide

~~~

So ganz allgemein würde ich sagen, dass auch Teil einer Freundschaft, Partnerschaft, Familie oder Gemeinde zu sein, Glück bedeuten KANN. Das wird sicherlich bei jedem ein wenig anders sein und hängt aus meiner Sicht nicht zuletzt von der Gesinnung bzw. Wertesystem des/der Beteiligten einer Gemeinschaft - im weitesten Sinne - ab. So eine evangelische Gemeinde scheint mir aus der jüngsten, aber auch aus älteren Erfahrungen heraus nicht die schlechteste Wahl zu sein, wobei es da sicherlich auch Unterschiede gibt.

Wenn ein anderer "das Zepter nicht richtig schwingt", muss man das wohl selber tun.

Oder anders ausgedrückt: "Mach's besser. Wenn andere nicht lernen wollen, dann lerne Du."

~~~

Alternativ und assoziativ fallen mir noch die Aleviten ein, die ich auch sehr symphatisch fand. Ein essentieller Text ihres Glaubens wie folgt:

1. Das Universum ist die sichtbare Gestalt Gottes.

2. Rituelle Gebete machen keinen Menschen besser.

3. Die Taten zählen, nicht die Worte.

4. Betet nicht mit den Knien, sondern mit dem Herzen.

5. Das wichtigste Buch zum Lesen ist der Mensch.

6. Glücklich ist, wer die Gedankenfinsternis erhellt.

7. Ermögliche den Frauen eine gute Bildung.

8. Es gibt kein Gegeneinander von Gott und Mensch, sondern ein Miteinander in tiefer Verbundenheit.

9. Rost glüht nicht von selbst, sondern durch das Feuer.

10. Der Verstand sitzt im Kopf, nicht in der Krone.

11. Was Du suchst, findest Du in Dir selbst, nicht in Jerusalem, nicht in Mekka.

~~~

WENN man nun

1. Das Universum ist die sichtbare Gestalt Gottes.

und

11. Was Du suchst, findest Du in Dir selbst, nicht in Jerusalem, nicht in Mekka.

genauer bzw. gemeinsam betrachtet, dann entbehrt das einer gewissen Logik nicht. Denn wenn das Universum die sichtbare Gestalt Gottes ist, dann ist auch der Mensch eine sichtbare Gestalt Gottes, woraus sich ergibt, dass der Mensch Gott auch und insbesondere in sich selbst findet. Geht man jetzt noch davon aus, dass Gott = Liebe ist, so ergibt sich, dass man Liebe auch und insbesondere in sich selbst findet.

Religion, Philosophie, Physik, Mathematik - faszinierend.

Der Rest ist Geschichte.
 
Zuletzt bearbeitet:
Denn wenn das Universum die sichtbare Gestalt Gottes ist, dann ist auch der Mensch eine sichtbare Gestalt Gottes, woraus sich ergibt, dass der Mensch Gott auch und insbesondere in sich selbst findet. Geht man jetzt noch davon aus, dass Gott = Liebe ist, so ergibt sich, dass man Liebe auch und insbesondere in sich selbst findet.

Religion, Philosophie, Physik, Mathematik - faszinierend.

Der Rest ist Geschichte.

Den Ausdruck "das Universum ist die sichtbare Gestalt Gottes" kenne ich nicht. Kann ich auch nicht nachvollziehen.

Aber ich freu mich für Dich, dass Du Dich bei diesen Leuten wohl fühltest.
 
Ich denke, dass dieses "das Universum ist die sichtbare Gestalt Gottes" einfach für "Gott ist groß, Gott ist alles" steht, wie es bei vielen Religions-/Glaubensgemeinschaften so üblich ist.

~~~

Was wiederum die "sichtbare Gestalt" bzw. Sichtbarkeit betrifft, so würde ich meinen, dass es impliziert, dass viele Menschen mit ihrem Blick an der Oberfläche von etwas verharren und eventuell niemals hinter/unter die Oberfläche gehen, also nicht in die Tiefe. Gewissermaßen ein Verharren an bzw. Fokussieren auf die Oberfläche, ohne sonderlich viel Geist.

Oder anders ausgedrückt: Materialität/Körperlichkeit kontra Spiritualität/Geistigkeit
 
Zuletzt bearbeitet:
Ein Faszinosum bzw. Paradox dürfte die oftmals starke Ausgerichtetheit des Menschen auf Materialität/Körperlichkeit sein, wobei das nur indirekt bzw. sekundär Glück ausmacht, aber primär durch Spiritualität/Geistigkeit gewährleistet wird.

So sind bspw. Gerechtigkeit, Freude und Glück primär keine materiellen Qualitäten, sondern hauptsächlich eine Domäne des Geistes.

Natürlich sind Menschen auch an Materialität gebunden, der eine mehr, der andere weniger, aber Materie ist Mittel zum Zweck, nicht der Zweck selbst.
 
"Es ist besser nichts zu tun, als etwas Schlechtes zu tun."

Ich denke, das könnte Teil eines Rezeptes zum Glücklichsein sein.

~~~

Ich denke, es ist insofern relevant, als dass man durchaus weiß, wenn man etwas Schlechtes tut. Und das macht nicht glücklich - zumindest dann nicht, wenn man ertappt wird. Macht es nun aber glücklich, wenn man Schlechtes tut und nicht ertappt wird?

~~~

Vielleicht ein etwas spezielles Beispiel dazu. Zuletzt fand eine Schülerin in der Berliner U-Bahn eine Tasche mit 14.000 EUR und hat sie bei einer Polizeiwache abgegeben.* Wäre es "schlecht" gewesen, wenn sie das Geld behalten hätte? Was hättet ihr gemacht?

* Artikel aus der Berliner Morgenpost
 
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