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Die Depression

  • Starter*in Starter*in Gelöscht 32652
  • Datum Start Datum Start
Hmmm, also ganz ehrlich: Genau in dieser Frage selbst liegt (meiner Ansicht nach) irgendwie auch schon ein Teil der Antwort begründet. *nachdenklichschau*
Ich kann mich irren - doch die Frage hört sich irgendwie so an, als wären Depressionen etwas Besseres oder Normaleres als verrückt zu sein. Oder als wäre Verrücktsein etwas Schlimmeres oder Unnormaleres als depressiv zu sein.
Sie ist also wertend. Und genau wegen dieser weit verbreiteten Tendenz der Menschen, alles um sich herum zu werten und zu bewerten ... und auch wegen der Neigung der Menschen, sich selbst als normaler als die jeweils anderen ... also eben deshalb gibt es immer wieder diese Verachtung zwischen den einzelnen Gruppierungen der Menschen. Jeder glaubt von sich, grad noch etwas besser zu sein, als eine andere Untergruppe. Völlig egal, ob man diese Grüppchen nun nach Diagnosen, nach Hautfarbe, nach Religionszugehörigkeit, nach politischer Gesinnung, ... oder sonstwas einteilt.
Mich persönlich friert es, wenn ich sowas lese!
Da glauben die Depressiven, sie wären immer noch "normaler" als die Schizophrenen ... die mit der Zwangsstörung glauben vielleicht, sie wären immer noch "normaler" als die Borderliner ... die Magersüchtigen glauben vielleicht, sie wären immer noch "normaler" als die Fettsüchtigen ... die Traumatisierten glauben vielleicht, sie wären immer noch "normaler" als die Neurotiker ... usw. usf.
Wieso? Mit welchem Recht?
Und wer definiert eigentlich, was verrückt ist?
Es gibt eine Internetseite www. verrueckt.de - die spricht ALLE Menschen an, die an irgendeiner seelischen Krankheit leiden, ganz egal, ob Ängste, Zwänge, Depressionen,Magersucht, Psychosen oder sonstwas. Ist das die "Definition"?
Laut Wikipedia meint Verrücktheit je nach Fachgebiet Psychosen, Neurosen, Wahnsinn oder auch geistige Behinderungen. Ist das die Definition? Doch welche denn nun von den vieren?
Im Alltagssprachgebrauch meinen die meisten Menschen mit dem Wörtchen "verrückt" wohl sowas wie: anders als die Norm. Ist das nun die Definition?
Ganz ehrlich: Es scheint also keine allgemeingültige Definition von "verrückt" zu geben. Und ich persönlich glaube, dass verrückt einfach anders bedeutet, also eben ver-rückt, umgerückt. Und: Ich bin gerne anders - und auch gern verrückt!
Depressiv bin ich nicht - und ich hatte auch noch keine Depressionen. Doch dass mich das nun zu einem schlechteren oder besseren Menschen machen sollte, als jemanden, der eben eine Depression hat, glaube ich deswegen noch lange nicht!
Und anders - sind wir doch letztlich alle! Jeder ist einzigartig - und somit auch anders als alle anderen.
Und Menschen sollten also alle einfach wie Menschen behandelt werden - und sich auch wie Menschen verhalten. Doch da sind wir wohl weit entfernt davon ... leider ...
Traurige und sehr nachdenkliche Grüße von der Gänseblümin.
PS: Ja, es mag sein, dass manche Menschen andere Menschen gern in Schubladen schieben - doch mit dem Finger darauf zeigen darf man wohl nur, wenn man das selbst nie tut. Doch genau diese Frage ist für meine Begriffe selbst schon Schubladendenken ... schade!
 
weil du es nicht erlebt hast.



Stimmt, Shorn, DEINE Geschichte hat niemand so erlebt wie du und kann sie demzufolge auch nur sehr begrenzt - je nachdem, wie weit du dich zu öffnen bereit bist (womit wir mehr oder minder indirekt wieder bei HiTs Frage wären) - nachvollziehen.

Doch es gibt Geschichten auf anderer Ebene mit anderer Ausprägung, die dennoch zum gleichen Endergebnis kommen wie du mir der deinigen und bei denen man sich demzufolge am Endpunkt trifft.

Und sich letztlich darin dann doch ein Stück weit verstehen und begegnen kann.

LG

Mayar
 
Bist du dir da so sicher und wenn ja warum ?

Ja das bin ich Shorn. Ich habe mit Sicherheit nicht das erlebt, was du erlebt hast. Ich habe aber auch nicht erlebt, was mein Vater erlebt hat, was meine Mutter erlebt hat oder sonstewer und doch greife ich auf innere Bilder und Emotionen zu. Und die Emotionen, die du hier herausschickst sind es, die ich auffange.

Gleichzeitig sehe ich dein "Gefängnis", in dem du dich innerlich befindest. Aus dem du manchmal heraustrittst und in das du dich gleichsam wieder hineinbegibst. Und ich merke die Sperre, die Vorsicht, das Misstrauen.

Reicht dir das?
 

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