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Die Angst frißt mich auf

G

Gast

Gast
Vielleicht eines vorweg. Leide unter Depressionen und nehme seit 2 Jahren bereits ohne Unterbrechung ein Antidepressiva.

Jetzt frißt mich meine Angst auf. Ich lebe permanent mit der Angst an meinem Arbeitsplatz etwas falsch zu machen. Ich habe einige Verantwortung und ein Fehler könnte teure Auswirkungen haben.

Es geht so weit, dass ich fast nicht mehr schlafen kann. Die Angst ist allgegenwärtig. Jetzt sitze ich hier und habe Angst vor morgen, ob sich dann vielleicht zeigt, dass ich etwas falsch gemacht habe.
So geht das von Tag zu Tag. Eigentlich geht es mir nur Samstags gut, weil ich dann weiß, dass heute und morgen nichts passieren kann. Von meinem Jahresurlaub habe ich in diesem Jahr bisher 3 x 1 Tag genommen. Ich will keinen Urlaub machen, es könnte sich ein Fehler zeigen, den ich, wen ich anwesend bin, vielleicht noch ausbügeln könnte.

Was soll ich nur tun? Medikamente schluck ich doch schon!

Ich bin völlig fertig!

Schöne Grüße
 
Erstmal vorweg: Fehler machen ist menschlich und passiert jedem Mal. Dein Unvermögen, in einem gesunden Maß damit umzugehen, scheint doch einen schwerwiegende psychische Störung darzustellen. Nimmst du denn nur die Psychopharmaka, oder wirst du auch Psychotherapeutisch begleitet? Sprich mit dem Arzt, der dir die Medikamente verordnet hat, darüber, oder geh gleich zu einem Psychologen. Leider haben die oft sehr lange Wartelisten, so das du vielleicht sehr lange auf einen Termin warten mußt, aber wenn du dein Problem nicht angehst gehst du kaputt! Ich wünsch dir viel Kraft und Mut! Geh es an, du kannst nur gewinnen!
 
Hallo,
Du hast doch sicherlich einen Arzt, den Du vertraust.
Kann er Dich medikam.anders einstellen?
Hast Du Freunde, Hobbys, die Dich von Deinen Ängsten ablenken
können?
Röschen
 
Hallo,

könntest du dir keine andere Arbeit suchen ?
Die Situation frisst dich doch auf - ändern tun Medikamente da nichts dran.

Peter
 
Hi Gast!

Vielleicht eines vorweg. Leide unter Depressionen und nehme seit 2 Jahren bereits ohne Unterbrechung ein Antidepressiva.
Glaube mir - ich kenne deine Situation. Einer Freundin aus meinem damaligem Bekanntenkreis ging es
zeitweise genauso, gluecklicherweise hat sie nun den richtigen Pfad wiedergefunden.
Dennoch solltest du dir keine Hoffnung machen - deine Chancen auf Heilung sinken proportional mit
deiner Motivation, dich aus deiner momentanen Situation hinauszuzerren.
Nein, der einzige Ausweg fuer dich liegt bereits in deiner Hand: Antidepressiva - ein weiteres
Erzeugniss unserer glorreiche Wissenschaft.

Jetzt frißt mich meine Angst auf. Ich lebe permanent mit der Angst an meinem Arbeitsplatz etwas falsch zu machen. Ich habe einige Verantwortung und ein Fehler könnte teure Auswirkungen haben.
Nun, diese Angst ist tatsaechlich berechtigt - und sogar Gesund, so haelt sie deinen momentan
moeglicherweise instabilen Geist in seinen Grenzen - lasse dich nicht von aeuszeren Einfluessen
verwirren, denn du bist Stark! Die Kraft liegt in dir - und der Fehler bei Anderen. Verinnerliche dir
diese Tatsache und es wird dir sicher bald besser gehen.

Es geht so weit, dass ich fast nicht mehr schlafen kann. Die Angst ist allgegenwärtig. Jetzt sitze ich hier und habe Angst vor morgen, ob sich dann vielleicht zeigt, dass ich etwas falsch gemacht habe.
Ja, das hast du - Schlafmangel kann mitunter sogar zum Tode fuehren, aber mache dir keine
Gedanken, denn auch gegen diese Dysfunktion gibt es wirksame Medikamente.

So geht das von Tag zu Tag. Eigentlich geht es mir nur Samstags gut, weil ich dann weiß, dass heute und morgen nichts passieren kann.
Nun, ich denke, dass du dich hier in Unsicherheit wiegst - Rationalitaet ist in diesem Fall sogar dein Feind -
der Ausloeser fuer dein schlechtes Befinden liegt - wie bereits erwaehnt - ausserhalb deinem Umkreis und
kann dich selbstverstaendlich jederzeit Verfolgen - Montags, Dienstags, Mittwochs, Donnerstags, Freitags und
natuerlich auch an den darauffolgenden Tagen: Samstags und Sonntags!

Was soll ich nur tun? Medikamente schluck ich doch schon!
Ich habe mir zu dieser Thematik Rat eingeholt - erhoehe die Dosis deiner Antidepressiva und setze dich
mit einem Pscychologen in Verbindung - dieser sollte dir Helfen.

HTH,
Akbar "arab" Ben Hadit
 
Hallo an alle,

erst einmal danke für eure Antworten. Vor zwei Jahren war ich wegen einer schweren Depression in Behandlung. Mit dem Arzt kam ich nicht wirklich zurecht. Bin nur bei ihm geblieben, damit er mich medikamentös einstellt. Das ist ihm ja auch erst mal gelungen. Mein Rezept hole ich mir zurzeit beim Hausarzt.

Aber jetzt habe ich die von mir beschriebene Angst. Habe heute vormittag versucht, irgendwo bei einem Behandler unterzukommen - bisher keine Chance.

Neue Stelle suchen kommt nicht in Frage. Erst mal denke ich, das ich das Problem mitnehmen würde, zweitens bin ich über das Alter hinaus wo eine Stellenbewerberin noch eine Chance hat.

Schöne Grüße
 
Ich kann esnicht mit bestimmtheit sagen, aber beim Gesundheitsamt gibt es auch Psychologen, ich glaube, da hat man nicht so ne lange wartezeit.
Probiers doch da einfach mal.

Viel Erfolg!
 
Hallo Gast, du schreibst du bist über das Alter hinaus wo man eventuell keine
neue stelle mehr bekommst. Ich vermute mal du bist weibl.
Hast du mal einen Hormontest beim Frauenarzt machen lassen. Die Antidepressiva können diesen auch durcheinander bringen.
Angstzustände können verschieden Ursachen haben. Schilddrüse oder so.
Erstmal kann ich dir nur raten, versuche es mit Sport, damit du auf einen normalen Level kommst, sozusagen als Ausgleich zu deiner Arbeit.
Nur mut, auch dein Hausartzt macht einen Hormontest.
Smallmum
 
Hallo Gast,

Angst kann zum Selbstläufer werden, das biochemische Gleichgewicht im Hirn ist dann gestört und dagegen hilft oft nur eine spezielle Medikamentation. Besprich also deine Angstzustände mit deinem Facharzt, oder vielleicht einem anderen Facharzt mit dem du besser kannst. Du hast das Recht zu wechseln und REcht auf freie Wahl deiner Ärzte.
Zusätzlich würde ich dir raten dich umgehend psychologisch "coachen" zu lassen., sprich ne Therapie zu machen. Es ist wichtig nicht nur mit Medikamenten an den Symptomen rumzudoktern, sondern auch die Ursachen ausfindig zu machen und per Verhaltenstherapie z.b. ein wenig zu entschärfen.
Falls die Angstzustände zu heftig sind würde ich raten in eine Klinik zu gehen...in Kombination mit Schlaflosigkeit kann daraus eine Psychose entstehen...

Wichtig bei der Medikamentation sind mehrere Dinge..Das Medikament muss bei dir wirken...ggf. hast du derzeit ein nicht sehr gut auf dich abgestimmtes Medikament oder die Dosis ist nicht richtig eingestellt. Absolut notwendig ist eine regelmäßige Einnahme...d.h. am besten jeden Tag ungefähr um die gleiche Uhrzeit etc..damit ein stabiler "Spiegel" erhalten bleibt. Niemals eigenmächtig die Dosis ändern...alles nur in Absprache mit dem Facharzt...diesem genauestens erklären wie man mit dem Medi klarkommt, wie die Reaktionen sind etc. Die Medikamentation niemals abrupt unterbrechen oder absetzen, sondern "ausschleichen", d.h. in Absprache mit dem Arzt die Dosis Stück für Stück herabsetzen...Ziel sollte es auf Dauer sein von der Medikamentation wieder runterzukommen, bzw. zumindest auf ein sehr niedriges Level runterzufahren..Zeitraum je nach Patient 1-2 Jahre. Unterstützend ist daher die Kombitherapie mit einer psychologischen Betreuung sehr wichtig, damit den Ursachen der Zahn gezogen werden kann und man präventiv arbeiten kann, d.h. lernen kann zukünftig depressive Akutschübe zu vermeiden.
Ein Arbeitskollege von mir,der auch an Depressionen leidet, hat das mittlerweile sehr gut in den Griff gekriegt und ist sehr stabil geworden...er kontrolliert mittlerweile die Krankheit..anstatt das die ihn kontrolliert und das ist ne Menge wert.

Du hast die Verantwortung für deine Gesundheit, such dir Ärzte, die zu dir passen und mit denen du gemeinsam diese Krankheit (die übrigens oft auch erblich ist!) in den Griff bekommst. Bleib also am Ball und guck was du machen kannst...das wird dich dann auf DAuer wieder stabilisieren. Ein gutes zusätzliches natürliches Antidepressivum ist viel Kontakt mit anderen Menschen, Freundschaften pflegen, Leute haben mit denen man über alles Quatschen kann, wo man sich auch mal auskotzen (bildlich!) oder ausheulen kann, also Seelenhygiene betreiben kann...sind keine Freunde vorhanden umbedingt zum Psychologen! Sonst ist die Psyche stets ein Pulverfass dass immer wieder hochgehen kann...da muss mal Grund und Boden rein! Weitere gute Maßnahme ist Sport...mit Sport schafft man Ausgleich für die Psyche, je nach Sportart lernt man auch neue nette Leute kennen mit denen man seinen Alltag bereichern und entlasten kann....also eine gute Dosis Vitamin B, die immer gut ist.

Bei Psychologen hat man leider oft ne längere Wartezeit..geschickt wäre es sich da bei einem guten Psychologen auf ne Liste setzen zu lassen und die Wartezeit mit Besuch einer Lebensberatung von Caritas oder Diakonie zu überbrücken..oder wie der Vorbeitrag riet zum Psychologen des Gesundheitsamtes zu gehen. Wenn man sich genügend umguckt findet man schon ne Möglichkeit.
Bevor die Angst dich auffrißt, beiß zurück und schick sie in die Wüste...ich bin sicher du packst das 😉

Ich wünsche dir dabei viel Erfolg!
Gruß
Tyra
 

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