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Die Agonie meiner Seele

Das Konzept mit dem inneren Kind ist in der Psychologie nicht ganz unumstritten.
...
Mein Therapeut hat mir das auch mal vorgeschlagen, aber ich konnte und wollte nicht. Mir war das albern und ich sah für mich keine Notwendigkeit meine Kindheit in dieser Art noch mal aufzuwühlen.

Ich denke auch, dass der Weg über Rollenspiele Kontakt mit diesem Kind aufzunehmen für mich nicht der Richtige ist, weil es sich, wie Du auch beschreibst, albern anfühlt und ich mich schäme.

Es ist aber auch so, dass ich erst durch dieses Konzept entdeckt habe, wie tief meine Ablehnung diesem Kind gegenüber wirklich ist und schon alleine die Vorstellung davon sofort eine emotionale Reaktion zur Folge hat die Wut und Frust auslöst.

Ich nehme dies einfach als Hinweis auf einen ungelösten Konflikt wahr, dem ich mich auf irgendeine Art stellen muss. Rollenspiele sind aber auch für mich nicht der richtige Weg.

Gerade die Therapie ist der Raum, wo man auch mal die Kontrolle verlieren darf. Und sollte. Nur so kann der Therapeut hinter die Fassade schauen und das "Brecheisen" ansetzen. Nur so kann man an die wirklich relevanten Punkte herankommen, an denen man dann arbeiten kann.
Vielleicht solltest du mal die Kontrolle abgeben und schauen, was passiert?

Ich erlebe diese Fassade, dieses Schauspiel, als völlig automatisierter Vorgang von mir, den ich nicht kontrollieren kann sondern der einfach übernimmt.

Das Ganze ist so verfestigt, dass ich mittlerweile nicht mal mehr weiss, was jetzt Fassade ist und was nicht und anstatt anderen einen Einblick hinter die Fassade zu gewähren habe ich wohl einfach Dinge von der "anderen" Seite herausgepickt und in diese Fassade eingebaut.

Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass ich selber nicht mehr sehe, was eigentlich hinter der Maske alles los ist, ich spüre nur den Druck, der sich aufbaut.

Mein Therapeut kitzelte dann mit Fragen an den richtigen Stellen und brachte mich so aus dem Konzept... Ich verlor die Kontrolle und bekam dadurch das erste Mal Zugang zu meinen Gefühlen...

Genau das wünsche ich mir seit Jahren, jemand der mich und meinen Kontrolleur durchschaut und mich an die Wand stellen kann. Aber irgendwie hat das noch keiner geschafft, obwohl dich dieses Bedürfnis immer wieder äussere.

Das wird vielleicht überhört werden, obwohl es sicher lohnenswert wäre, dass man es liest.

Ich habe das Buch bestellt. Ob ich es dann auch tatsächlich lesen werde steht unter einem anderen Stern...

Mach mal eine Kopfreise und suche heraus, wo du dich echt wohl gefühlt hast, was hast du da gemacht?

Ich hatte als ich 25 war eine kurze Beziehung zu einer Frau, die 11 Jahre älter war als ich. Sie hatte unglaublich viel Selbstvertrauen und Klarheit, kommunizierte völlig direkt und offen. Sie konnte mir ihre Wünsche mitteilen, stellte echte Fragen und war ehrlich interessiert an meiner Person.

Gleich zu Beginn des Kennenlernens hat sie Tacheles geredet. Für sie war klar, dass sie in den nächsten paar Jahren eine Familie gründen wollte und hat mich gefragt, ob das für mich in Frage käme. Tat es nicht, worauf sie kurz und knapp sagte "Dann werden wir jetzt etwa 6 Monate lang eine schöne Zeit zusammen haben und unsere gegenseitige Anziehung geniessen, bevor die Gefühle zu tief werden."

Das hat mir so unglaublich viel Druck genommen. Die einzige Beziehung/Affäre in meinem Leben ohne permanente Selbstzweifel, zermarternde Eifersuchtsgefühle und ohne das Gedankenkarussell der Verschwörungstheorien gegenüber mir selber.

Ich habe ihr einfach geglaubt, dass sie mich attraktiv und liebenswert findet und konnte mich so fallen lassen.

Und wie von ihr prophezeit merkten wir beide nach ca. 6 Monaten, dass die Zeit um war und wir trennten uns. Völlig unkompliziert, liebevoll, ohne schlechte Gefühle und auch ohne jemals wieder den Kontakt zu suchen.

Diese Frau, diese kurze Beziehung, ist ein Lichtblick meines Lebens und ihr ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass sie mir seitdem mehrmals das Leben gerettet hat, weil ich durch diese Erfahrung gemerkt habe, dass das Leben auch einfach und schön sein kann.

Ich glaube von allem was ich gelesen habe ist das Hauptproblem das sich durch dein Leben zieht ist Dir selbst ein sicherer Hafen zu sein..

Das ist sicherlich sehr zutreffend.

Ich habe mal von einer Psychologin gelesen die die Theorie aufgestellt hat, dass traumatische Umstände in der Kindheit eine Art Sucht auslösen können.

Streit der Eltern, Abweisung, etc. lösen Biochemische Vorgänge aus (Ausschüttung von Adrenalin, Cortisol, etc.) und der Organismus gewöhnt sich an diese Ausschüttung und versucht anschliessend unterbewusst, diesen bekannten Zustand wiederherzustellen.

Oder aufzuhören Dinge verstehen zu wollen. Alle Dinge kann man nicht verstehen denn es würde dein Gehirn so und so nur überlasten.

Deshalb vermutlich auch der Cannabis-Konsum. Ich versuche damit, dieser Überlastung entgegen zu wirken indem ich mich mit der Substanz "dümmer" mache. Dass das auf Dauer nicht funktioniert weiss ich allerdings schon eine gute Weile.

Ich danke Euch allen für Eure Beiträge und Interpretationen. Ich fühle mich von vielen Beiträgen verstanden und "gesehen" und bin ehrlich positiv überrascht über die tollen Rückmeldungen.

Euch allen wünsche ich eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit!

Liebe Grüsse

Santa
 
Ich denke auch, dass der Weg über Rollenspiele Kontakt mit diesem Kind aufzunehmen für mich nicht der Richtige ist, weil es sich, wie Du auch beschreibst, albern anfühlt und ich mich schäme.

Es ist aber auch so, dass ich erst durch dieses Konzept entdeckt habe, wie tief meine Ablehnung diesem Kind gegenüber wirklich ist und schon alleine die Vorstellung davon sofort eine emotionale Reaktion zur Folge hat die Wut und Frust auslöst.

Ich nehme dies einfach als Hinweis auf einen ungelösten Konflikt wahr, dem ich mich auf irgendeine Art stellen muss. Rollenspiele sind aber auch für mich nicht der richtige Weg.



Ich erlebe diese Fassade, dieses Schauspiel, als völlig automatisierter Vorgang von mir, den ich nicht kontrollieren kann sondern der einfach übernimmt.

Das Ganze ist so verfestigt, dass ich mittlerweile nicht mal mehr weiss, was jetzt Fassade ist und was nicht und anstatt anderen einen Einblick hinter die Fassade zu gewähren habe ich wohl einfach Dinge von der "anderen" Seite herausgepickt und in diese Fassade eingebaut.

Manchmal habe ich sogar das Gefühl, dass ich selber nicht mehr sehe, was eigentlich hinter der Maske alles los ist, ich spüre nur den Druck, der sich aufbaut.



Genau das wünsche ich mir seit Jahren, jemand der mich und meinen Kontrolleur durchschaut und mich an die Wand stellen kann. Aber irgendwie hat das noch keiner geschafft, obwohl dich dieses Bedürfnis immer wieder äussere.



Ich habe das Buch bestellt. Ob ich es dann auch tatsächlich lesen werde steht unter einem anderen Stern...



Ich hatte als ich 25 war eine kurze Beziehung zu einer Frau, die 11 Jahre älter war als ich. Sie hatte unglaublich viel Selbstvertrauen und Klarheit, kommunizierte völlig direkt und offen. Sie konnte mir ihre Wünsche mitteilen, stellte echte Fragen und war ehrlich interessiert an meiner Person.

Gleich zu Beginn des Kennenlernens hat sie Tacheles geredet. Für sie war klar, dass sie in den nächsten paar Jahren eine Familie gründen wollte und hat mich gefragt, ob das für mich in Frage käme. Tat es nicht, worauf sie kurz und knapp sagte "Dann werden wir jetzt etwa 6 Monate lang eine schöne Zeit zusammen haben und unsere gegenseitige Anziehung geniessen, bevor die Gefühle zu tief werden."

Das hat mir so unglaublich viel Druck genommen. Die einzige Beziehung/Affäre in meinem Leben ohne permanente Selbstzweifel, zermarternde Eifersuchtsgefühle und ohne das Gedankenkarussell der Verschwörungstheorien gegenüber mir selber.

Ich habe ihr einfach geglaubt, dass sie mich attraktiv und liebenswert findet und konnte mich so fallen lassen.

Und wie von ihr prophezeit merkten wir beide nach ca. 6 Monaten, dass die Zeit um war und wir trennten uns. Völlig unkompliziert, liebevoll, ohne schlechte Gefühle und auch ohne jemals wieder den Kontakt zu suchen.

Diese Frau, diese kurze Beziehung, ist ein Lichtblick meines Lebens und ihr ist wahrscheinlich gar nicht bewusst, dass sie mir seitdem mehrmals das Leben gerettet hat, weil ich durch diese Erfahrung gemerkt habe, dass das Leben auch einfach und schön sein kann.



Das ist sicherlich sehr zutreffend.

Ich habe mal von einer Psychologin gelesen die die Theorie aufgestellt hat, dass traumatische Umstände in der Kindheit eine Art Sucht auslösen können.

Streit der Eltern, Abweisung, etc. lösen Biochemische Vorgänge aus (Ausschüttung von Adrenalin, Cortisol, etc.) und der Organismus gewöhnt sich an diese Ausschüttung und versucht anschliessend unterbewusst, diesen bekannten Zustand wiederherzustellen.



Deshalb vermutlich auch der Cannabis-Konsum. Ich versuche damit, dieser Überlastung entgegen zu wirken indem ich mich mit der Substanz "dümmer" mache. Dass das auf Dauer nicht funktioniert weiss ich allerdings schon eine gute Weile.

Ich danke Euch allen für Eure Beiträge und Interpretationen. Ich fühle mich von vielen Beiträgen verstanden und "gesehen" und bin ehrlich positiv überrascht über die tollen Rückmeldungen.

Euch allen wünsche ich eine schöne und besinnliche Weihnachtszeit!

Liebe Grüsse

Santa

Dir auch Santa. Ich wünsch uns allen das wir den „Weg“ oder viele finden um den metaphorischen gordischen Knoten lösen zu können.
 

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