Hi,
ich stimme darkside zu...letztlich muss der Selbstmörder ja mit sich selber leben oder äh sterben. Nur in der allgemeinen gesellschaftlichen WErtung werden Selbstmörder halt bemitleidet und auch irgendwo verachtet..so sind die Menschen nun mal..Stärke wird honoriert, Schwäche negativ bewertet...bzw. manchmal noch mehr: sogar auf die Schwachen und Angeschlagenen noch zusätzlich eingehackt...ist sone Art Instinkthandlung um die Art stark und lebensfähig zu halten..ne gewisse Grundstärke wird schon abverlangt, die Schwachen wegselektiert. Auch Menschen sind nicht vollkommen frei von solchen natürlichen instinktiven Handlungen..natürlich haben wir auch Moral und Ethik, können mitfühlen, haben bei uns eine Kultur der Unterstützung und Hilfe für Schwache entwickelt (was nicht selbstverständlich und überall auf dieser Welt der Fall ist!) und auf dieser Ebene fühle ich auch unter einem Aspekt meines menschlichen SEins mit Selbstmördern mit...aber auf anderen Ebenen...nun ja da bewerte ich auch...Denn oft habe ich Fälle erlebt in denen Menschen mit an sich lösbaren und relativ geringfügigen Problemen einfach so ihr Leben wegwarfen ohne zu versuchen ihre Probleme zu lösen, sich dem Leben zu stellen...das ist nicht fair ggü denen die sich abrackern und bemühen und auch unwürdig und höchst undankbar ggü dem wertvollen Geschenk des Lebens, dass man wie einen kostbaren Schatz ehren und hüten und pflegen sollte....egal wie dick die Sch***auch manchmal regnen mag...Also folgendes Denkbeispiel: wie erklärt ein Selbstmörder einem hungernden, traditionell beschnittenem (Klitoris halb weggemetzelt + vernäht) aidskranken mißbrauchten Mädchen in Afrika, dass mit jeder Faser seines SEins 24 Stunden am TAg um sein Leben kämpft sein Leben, sein Leiden und seine Entscheidung zu sterben, also Selbstmord zu begehen? nur mal so als Extrembeispiel..würden einem hier nicht irgendwo die Argumente für Selbstmord schamvoll im Hals stecken bleiben?
Das Glück lässt sich nicht erzwingen, auch durch Selbstmord nicht...irgendwo sehe ich in gescheiterten Selbstmorden immer auch diesen Aspekt des Druckmittels ggü der Umwelt..ich kenne persönlich einige Menschen, die mit diesem Druckmittel gearbeitet haben...nicht o.k. unwürdig...womit ich nicht sagen will, dass alle Selbstmörder so drauf sind!!!Bei vielen ist es ja durchaus totale Verzweiflung..aber oft halt auch an einen Adressaten gerichtet...in Mißbrauchsfällen oft ggü den Täter..der sich letztlich gar drüber freut, dass auf diese Art und Weise sein GEheimnis gewahrt ist...Oder bei Jugendlichen oft als Extremschock für die Eltern...klar oft ein SChrei nach Aufmerksamkeit..aber an sich könnte man ja würdiger schreien oder seine Interessen vertreten?
Alles nur so Gedankenspiele zum Thema. Und jeder Einzelfall liegt ja auch anders..aber es gibt sehr oft Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten...
Tja, die Härte der Realität...ich sehe Selbstmord vollkommen wertfrei unterm STrich, einfach eine Variante des menschlichen Verhaltens...Focault hat dazu glaube ich ein gutes Buch drüber geschrieben..muss da nochmal nachlesen, was der dazu meinte...
Gruß
Tyra
P.S. Das mit dem nicht schlecht über Tote sprechen ist eh ein Hype..ich sage immer: Leute strengt euch genug im Leben an dass ihr den Leuten keinen Anlass gebt zu schlecht über euch zu reden...getratscht wird immer, geurteilt und verurteilt auch..und posthum kann einem Selbstmörder ja auch egal sein wie seine TAt, sein MORD an sich selber bewertet wird, oder? In dem Wort Selbstmord liegt ja bereit klar ne Bewertung mit drin...