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Der Stiefsohn und die Pubertät...ich mach wohl alles falsch

Hey Du,

erstmal herzlichen Glückwunsch zur Schwangerschaft!🙂
Puh, das klingt nach einer sehr schwierigen Situation. Dass dir das alles sehr zusetzt, kann ich gut verstehen. Entgegen deines Titels habe ich das Gefühl, dass ihr total viel richtig macht und ich finde auch sehr gut, dass ihr euch um therapeutische Hilfe gekümmert habt.
Für mich klingt es ein bisschen so, als gäbe es leider keine einfachen Lösungen. Du deutest es nur an manchen Stellen an, aber dein Stiefsohn hat wohl sehr schwierige Erfahrungen mit seiner Mutter und damit einhergehend auch mit Verlust/ unzuverlässiger Bindung gemacht. Das könnte eine mögliche Erklärung für die starken Reaktionen auf die Schwangerschaft/ Veränderungen sein und ist ein Thema, das hoffentlich gut therapeutisch begleitet werden kann.
Deswegen denke ich: Weder deine, noch die Gefühle deines Stiefsohns sind falsch, sondern eure Situation ist einfach sehr kompliziert.

Ich wünsche euch sehr, dass dein Stiefsohn die therapeutische Begleitung annehmen kann, vielleicht dauert es am Anfang ein wenig, bis er sich darauf einlassen kann. Ich würde euch raten, trotzdem dran zu bleiben und nicht zu schnell aufzugeben. Falls möglich, wären sicher auch Elterngespräche gut, gerade damit du und dein Mann eine einheitliche Linie erarbeiten könnt. Wenn ein Kind emotional so instabil/ aufgelöst ist, ist Klarheit oft sehr hilfreich, aber das ist im Alltag natürlich auch oft schwer durchzuhalten.

Alles Gute! 🙂
 
Er sagte mal zu seiner Oma "Ich hab die A. ja wirklich gerne, aber versuch nie mit ihr zu diskutieren, das verlierst du." 😅 Da war er zehn oder so.
Es war also nicht immer so, wie es jetzt ist.

Klingt fast so, als hätte er es vielleicht gerne gesehen, wenn es um sein Leben geht, dass er da gerne mehr mitbestimmt hätte oder irgendetwas in der Art, durch eine Diskussion. So in der Art vielleicht: Das ist abgemacht, dass dann das und das läuft, absolviert wird... Oder was junge Leute halt noch für Vorstellungen haben können.

Dann formuliere ich das mal anders:
Wenn wir ihn "auffordern" selbst zu entscheiden, was er denn gerne machen möchte, kommt "keine Ahnung".
Dann schlagen wir etwas vor und da kommt dann zu egal was "Nee, keine Lust, da waren wir schon, das ist langweilig".
Wenn wir zu ihm sagen "Komm, wir spielen ein Spiel" oder "Komm, wir gucken einen Film, such du einen aus" kommt "Näää, keine Lust"

Wie aktiv soll es denn noch werden?

Zwingen können wir ihn ja schlecht.

Vielleicht braucht er ja Erfolgserlebnisse: Also etwas, wo man ihm etwas abverlangt oder/und er sich selbst etwas abverlangt und dann etwas schafft, was seinen Interessen betrifft. Wer weiß? Zum Beispiel irgendein Hobby? Und man kann auch in nem Verein tätig werden. Oder: Sicher finden diverse junge Menschen etwas was mit Handarbeit erschaffen wird ja nicht immer so schlimm. In einer Ergotherapie oder gar in Schulen in AGs? Oder in Freizeitzentren kann man auch etwas tun. Oder man spielt da. Da kann man ja verschiedene Sachen machen.
 
Vielleicht braucht er ja Erfolgserlebnisse: Also etwas, wo man ihm etwas abverlangt oder/und er sich selbst etwas abverlangt und dann etwas schafft, was seinen Interessen betrifft. Wer weiß? Zum Beispiel irgendein Hobby? Und man kann auch in nem Verein tätig werden. Oder: Sicher finden diverse junge Menschen etwas was mit Handarbeit erschaffen wird ja nicht immer so schlimm. In einer Ergotherapie oder gar in Schulen in AGs? Oder in Freizeitzentren kann man auch etwas tun. Oder man spielt da. Da kann man ja verschiedene Sachen machen.
An sich kein verkehrter Ansatz würde ich meinen.
Leider hält er absolut nichts von Vereinen oder Teamsport. Mit anderen Menschen hat er nichts am Hut...und dementsprechend sind Vereine oder ähnliches nichts für ihn.
Selbst der Schachclub hier, zu dem wir ihn ermutigt haben, weil er gut Schach spielt, wurde nach den Probetagen abgelehnt. Begründung: Er spielt zwar gerne Schach, aber die Leute waren alle 'komusch'. Er fühlte sich nicht wohl und hatte dementsprechend auch keine Freunde dran.
Er hat genau zwei Kumpels, mit denen er sich ein bis zwei Mal die Woche trifft.
AGs in der Schule macht er auch nur, weil er muss. (Er mag seine Schule und Mitschüler nicht sonderlich)
Dabei kommt auch durchaus lobenswertes Rum und das wird hier auch gelobt. (Er kriegt ja hier nicht nur Gegenwind, falls das bislang der Eindruck war)
Er tut das Lob dann aber ab und einen Tag später findet man das, was man gelobt hat zerstört im Mülleimer. ???
Fragt man ihn warum, kommt "Ach, war doch eh Mist."
Eine Zeit lang hat er gerne gezeichnet. Und das nicht mal schlecht. Daraufhin haben wir ihm extra vernünftige Stifte und Zubehör in einem Set gekauft und haben ihn ermuntert, das doch weiter zu vertiefen, er sei ja echt gut darin.
Das Set liegt seitdem unbenutzt im Zimmer rum und kein Bild kam seitdem mehr von ihm. Fragt man nach, warum, kommt "Ach, ich kann's ja doch nicht." Und da kann man noch so viel reden, er bleibt bei seiner Meinung.
Als würde er sich seine Erfolge selbst nicht gönnen.

Alles, was hier an Anregungen und Vorschlägen kam, haben wir in irgendeiner Form durch. Das ist ja der Grund, warum ich den Thread verfasst habe.
Ich weiß wirklich nicht, was wir noch (richtig) machen können. 🤷
 
Warum soll er sich geliebt fühlen? Primär soll er sich ins Familiengefüge einordnen. Er ist weder der Bestimmer, noch der Nabel der Welt.
Wenn man jetzt keine klaren Grenzen zieht, hat man mit 16 einen Vollasi am Hals.
Und wird ihn nicht mehr los.
Und hat immer Angst um die kleinen Halbgeschwister.
Ich würde ihn zur Mutter schicken. Oder der Oma.
Erstaunlich, wie bösartig du bist.

Ich hoffe, du hast keine Kinder oder hast irgendwie mit Kindern zu tun.
 
Alles, was hier an Anregungen und Vorschlägen kam, haben wir in irgendeiner Form durch. Das ist ja der Grund, warum ich den Thread verfasst habe.
Ich weiß wirklich nicht, was wir noch (richtig) machen können. 🤷

Oder ihm ist alles zu viel und braucht mal einige Zeit für sich? Manchmal nichts zu tun, kann auch befreiend wirken. Oder auch: Hier und da selbst tätig zu werden für sich irgendwo allein, kann auch ganz gut sein für den einen oder anderen Menschen. Vielen gibt zum Beispiel die Arbeit mit Pflanzen etwas. Oder einfach mal joggend durch die Gegend zu laufen. Was beides gut ist für Körper und Geist, wenn es ohne Probleme abläuft. Nur so als Idee. Aber eh man das ihm vielleicht vorschlagen sollte, es ist bestimmt hier und da besser selbst auf seine Interessen zu stoßen, sie zu entdecken. Da sollte er die Augen und Ohren offenhalten. Aber damit man nicht manchmal im Dunkeln stochert als bald Jugendlicher, sollte man schon einen Mentor haben, der Ahnung hat, wo man sich wenn man mag hinwenden kann, würde ich sagen. Und wenn es halt die eigenen Eltern sind.
 
Das Set liegt seitdem unbenutzt im Zimmer rum und kein Bild kam seitdem mehr von ihm. Fragt man nach, warum, kommt "Ach, ich kann's ja doch nicht." Und da kann man noch so viel reden, er bleibt bei seiner Meinung.
Hallo Maxi,
es klingt so, als ob er nicht wirklich etwas von sich hält. Ich vermute nach allem, was du hier schreibt,
dass er einiges von früher aufarbeiten muss.
Einiges erinnert mich auch an mein früheres Patenkind (heute 40), er war auch eher schwierig, jüngeren Bruder geärgert, hat sich aber oft auch gelangweilt, hatte 1-2 Freunde, war voller Selbstzweifel. Las mit 11 Nitzsche.
Mit 20 war das zum Glück vorbei. Zuvor war er in Therapie, und es stellte sich heraus, dass er hochintelligent ist (IQ von 150). Heute geht es ihm gut.
Ich finde auch, ihr macht alles richtig und kommt ihm entgegen.
Therapie wäre sicher gut und hilfreich für ihn.
Alles Gute für euch als Familie...!
 
Was sich heutzutage Kinder leisten dürfen, ist unglaublich. Da wird auf den Nasen der Eltern und Lehrern herumgetanzt unter dem Deckmantel Pubertät und psychisch krank ohne Konsequenzen

Ich würde dem Jungen erklären dass es so nicht weitergehen wird Eltern haben Recht auf Zukunfsgestaltung.

Ich würde ihn stationär einweisen lassen, damit er Therapie machen kann und lernt mit Gefühle wie Neid und Frust umzugehen. Das Leben ist nicht so gnädig wie Papa. 13 Jahre ist zwar Pubertät aber so jung ist es auch nicht um Verantwortung zu lernen. In 3 Jahren ist er theoretisch mit der Schule fertig. Ich würde jetzt anfangen

Ich würde ihn klipp und klar erklären, dass es Euer Wunsch nach weiteren Kindern ist und auch so bleibt.

Ihr fördert das Ego. Meine Güte mit 13 Jahren kapiert man so einiges. Wie ist er denn in der Schule?

Zu meiner Zrit war die Erziehung zu streng, heute einfach nur noch fehlgeleitet in Richtung Pudern und Pampern, das Kind könnte ja eine Neurose bekommen

So jetzt seid ihr dran (mit virtuellen Tomaten in meiner Richtung 😆)

Kolya
 

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