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Der ''schöne Zeiten'' Tread ist eröffnet!!!

T

Tori

Gast
Der ''schöne Zeiten'' Thread ist eröffnet!!!

So ihr lieben mitposter,

Schön dass die luiserl uns darauf gebracht hat einen ''schöne Zeiten'' Thread zu eröffnen.

Tobt euch aus und lasst uns ein wenig an euerm Glück teilhaben welches ihr erlebt oder erlebt habt.
Dies soll eine ''gemütliche alte Zeiten Ecke'' werden und ich persönlich freu mich schon, es mir mit meinem gläserl Wein in dieser Ecke bequem zu machen um noch mehr über euch alle zu erfahren. Vielleicht mal mit nicht einem ganz so ernstem Gesicht;0)


Freu mich schon auf eure Beiträge

Tori *gaaanzgespanntist*
 
Will ich mal meine schönen Zeiten exemplarisch schildern.

Die Geschichte beginnt in einem kleinen Lokal auf tschechischer Seite der Grenze.
Ich sitze da gerade alleine, nach 1 1/2 Wochen schon allein im Gebirge, um so richtig endgültig von der Liebe loszukommen. Bin nach etlichen Tagen ohne Waschen und Klamotten wechseln schon ziemlich angeeuftet, war ja auch Sommer, eau de männlich-herb sozusagen.

Sitze da mittlerweile schon seit 6-7 Stunden. Sonne schien mir ständig in's Gesicht, die Kellnerinnen trugen hautenge Minikleidchen, 10cm hohe Stöckelschuhe und dezente Fusskettchen, und bedienten immer sehr eilig 🙂. War zwischendurch auch noch durch ein gutes Buch abgelenkt.
Daher trank ich auch schon daß 8. oder 9. Bier (schwarzes Bresznak) und musste sogar Kaffee trinken um zwischenzeitlich nicht in der Sonne einzudösen. Dazu muss man noch wissen das jedes Essen der Karte phantasmagoranisch schmeckt und ca.4 bis 6eur kostet.

Irgendwann war dann die Sonne hinter den gemeinen Felswänden verschwunden und erinnerte mich dass ich noch blöde 10l Wasser hochschleppen muss. Und Holz holen. Ist alles eine Frage des Timing, wer aber schon mal frustriert ohne Holz dasaß wenn halb 3 nachts noch Leute ankamen, der nimmt sich genug Zeit für's Holzholen, und um's trinkwasser kommt man im Sommer auch nicht drumherum.

Man muss den Weg nach oben direkt erklären, er hat zwar masochistische Züge ähnlich wie ein 10kmLauf, aber wenn man oben ist, oder aus Trunkenheit schneller war als vorher, ist man so stolz auf sich. Man trieft zwar und muss sofort Klamotten wechseln und sich ausruhen, ansonsten ziemlich genial. Vom Lokal beginnt es erst ganz ruhig mit ca 2-3km flach an der Elbe lang, dann um einen erstmal zu schocken in einem 40-45° Winkel durchs Elbdorf, aber nur hundert m, reicht aber. Dann kommt, viel zu früh, schon die letzte Quelle. Da heißt es 10 liter Wasser fassen, ich wollte am nächsten Tag nicht runter vom Plateau.

Dann versucht man sich mit Alkohol, Nahrung und Trinkwasser am Rücken an den nächsten hundert metern, die die Motivation mit 30-40° Steigung vollends aufbrauchen. Wie zum Hohn, als Ruhe vor dem Sturm, hat man dann 3-4 km fast keine Höhensteigung. Dann beginnt aber die "heilige Stiege", und ja sie hat den Namen verdient.

Sie beginnt mit sehr langen Stufen, die keinen Rythmus zulassen, so 2m breite Stufen 30-40cm hoch, das eine ganze Weile bis man zu einer Holztreppe kommt, die von steile und enge denen in alten Dachetagen ähnlich. Diese führt ca.80m Höhenunterschied am Massiv hoch, wo noch vegetation ist.
Danach kommt man zu der leiter, die einige noch treppe nennen. Ca.100m Höhenmeter am Stück nochmal auf Metallleitern die man in eine Felsscharte gesetzt hat, aber so brutal, dass man sich bei Wind und mehr als 10kg auf dem Rücken sich lieber auf die Arme verläßt als auf die Beine. Habe schon etliche angetrunkene ältere Herren gesehen die dann nochmal einen riesigen Umweg gelaufen sind, aus Angst praktisch.

Weil wenn man an dem letzten Treppensegment steht, was genau 93 Stufen hat, und man leuchtet nach oben, dann sieht man das Ende der Treppe nicht, und dadurch, dass es, bis auf eine Kür, der letzte Aufstieg ist, verflucht man diese Treppe gehörig, hat das Gefühl man muss Ewigkeiten da hoch steigen, immer nur auf dieser Treppe, den Blick starr nach unten auf die Stufen, Tritt richtig, keine letzten Fehler, kein Blick nach oben, das deprimiert.

Aber man weiß sie ist nach 93 Stufen vorbei, und wenn man da oben ankommt, muss man zwar noch 15 min auch leichte Anstiege laufen, aber die fliegt man, so triumphiert man über diese blöde Stiege. Hat was supermetaphysisches. Zumal im Winter wenn man sozial immer versucht für die hinteren die Trittspuren breiter und tiefer zu machen.(Insgesamt sind glaub ich 400-450m Höhenunterscheid, und meistens mehr als 25kg auf dem Rücken.)

Dann steht man oben auf einem wunderhübschen Massiv was von gesundem Mischwald bepflanzt ist, muss in einer Felsscharte nochmal 30m absteigen und steht kurz darauf unter einem riesigen Felsenüberhang, da können im Winter bei Wind und Schneefall 50-60 Leute ohne nasse Schlafsäcke übernachten. ist ca.70-80m am Fels breit und das Dach ist so 10 bis 20 m über uns.

Da hat man dann eine entsprechend große Lagerfeuerstelle (die als Bauwerk aus mehr als 3 Baustämmen eine Baugenehmigung bräuchte), wo ich mich nach dem Anziehen von trocknen Klamotten hinsetze und erstmal gemütlich eine Tüte rauche und dann Holz holen gehe. Und Holz holen ist so ziemlich das genialste was geht und auch das anstrengendste.

Man kann mit guter Technik, ohne Werkzeuge, nur mit immer wieder an den Baum lehnen wenn er wegschwingt, riesige tote Bäume in solche Schwingungen versetzen das sie umfallen. Das ist das krasseste Triumphgefühl was man haben kann, so als 1,80Mensch einen 15-20 m Baum umzuschubsen, hat was von David und Goliath. Naja alleine kann man die Großen nicht gebrauchen, daher beschränkt man sich auf vernünftige Größen, muss dafür aber öfters gehen.

Und sie dann von oben vom Massiv wo man sammelt die 30-40 m zur Schlafstelle wieder runterwerfen. bei größeren Stämmen, pflanzt man sie mit der Spitze manchmal nochmal ein, bis dann ein Mikado-ähnlicher Tot-holzwald vor der Schlafstelle steht. Macht irre Fun, und bis jetzt ist oben noch keiner dem Holz hinterher, und trotz einigermale wo menschen im Suff, das Holz warfen und im gleichen Augenblick das erste mal "holzwurf" riefen, so das einige Menschen nur noch panisch aufschreien konnten statt wegspringen, ist noch nie was passiert.


Was man aber auch gerne macht, weil Holz ist echt genug da und sich mal alleine, sein selbst verdientes Holz in einem riesigen Feuer abzufackeln und da in Boxershorts am Feuer zu verweilen, auch wenn hinter dir 10°C sind, das ist auch irgendwie was ganz großes. Dazu gerösteter Käse, gebackne Kartoffeln und Zwiebeln, und viel Knoblauch.

Man sitzt dann auch da, nach ein paar Tagen weiß man wieder wie so das Stück Wald klingt, und dann hört man Nachts immer wieder Tiere die nicht reingehören. wenn es dann was lautes ist, wie irgendwelche Füchse oder Kröten, steht man dann schon mal morgens um 4 im Wald, etliche km vom nächsten Haus entfernt und spricht den wald an: "Ich weiß das ihr da draußen seid" "Tolle Übung, könnt jetzt auskommen, hab euch gehört". Einem Kumpel von mir ist es schon mal passiert, das der BGS an ihm anschleichen geübt hat, da standen dann von jetzt auf sofort ein dutzend BGS um's Lagerfeuer, während er vorher noch allein war.(Manchmal gibt es auch Böen die Rufe aus dem 4-5 km entfernten Dorf hochtragen oder von anderen Schlafstellen. Bei sturm kann das ganze ziemlich gruslig werden.)

Irgendwann sind die Flaschen dann leer und man muss sich in seinen schlafsack pelzen. Und dann sehr schön dass aufwachen am nächsten Morgen, erstmal irgendwelche Kurzhalsmonster, "Mami, Mami, ein Höhlenmensch" und kurz darauf 3 noch junge Damen (Ende 30 o.so), die mich erstmal, der ich da so völlig angekatert noch im Schlafsack lag, mit belegten Broten versorgten und mir sogar Kaffee kochten, war echt der Hit.

Und das lustigste war, das die am Abend wiederkamen und den Abend bei mir verbracht haben. Die sind vor ihren Männern und Kindern geflüchtet. Und peinlich peinlich, mich als Punk haben die mit der Menge was sie getrunken haben, und der Trinkfestigkeit, wirklich ängstlich gemacht 🙂, lustig war auch das ich mich schon total müde in's Bett schleppte als die um 4 oder 5 nochmal eine Flasche Wein aufmachten. Sonst trinken sie nicht.haben sie gesagt.
Weiß nicht wie ich aus den Federn kam, bin aber ganz sicher am nächsten Tag wieder wandern gewesen🙂.

Das schöne am Leben im Gebirge ist auch, das man ständig konzentriert sein muss, gerade alleine, damit man sich nicht verletzt oder verunglückt. Nur ein paar meter von der Schlafstelle entfernt geht das Massiv in Form von 70-80 m langen Steilwänden abwärts, man muss ständig beim Holzholen aufpassen sich nicht mit dem Werkzeug zu verletzen oder vom Baum erschlagen zu werden, holz runterwerfen und nicht sich, immer wieder kleine Kletterstücke, der Fehler irgendwo die Lampe zu vergessen, der bis weit in den Mai hinein noch Lebensgefährlich sein kann, weil dunkel ist da wirklich dunkel, und verlaufen lädt ein zum einschlafen irgendwo, und einschlafen führt zu unterkühlung.

Dadurch dass man wirklich so ziemlich alles bedenken muss, bis zu der Tatsache, Mäusen was süßes hinzulegen damit sie nicht den Brotlaib der Länge nach eine Kerbe anfressen, macht man alles mit voller Konzentration. Das Leben wird unglaublich dicht und echt, weil man es sich in vielen Situationen nicht leisten kann sich durch Gedanken oder anderes ablenken zu lassen.

Dann ständig Tiere, Käuzchen, für die man, weil die immer dann schreien wenn man schlafen möchte, ein Blitzlichtgerät bräuchte, der natürliche Feind aller Käuzchen und ihres Nervensystems.Mäuse die sich hinterm Essen verstecken, und mich ängstlich angucken und total geniale Kletterkünstler am Felsen sind. Tollwütige Füchse, Riesige Kröten, die beim Springen haargenau dieselben Geräusche machen wie der Schritt eines Menschen. Und fiese Wildschweine die einem immer ne Heidenangst einjagen.

Und dann diese völlige Autonomität, genial. Als silvester 2000 alle dachten die Computer stürzen ab, saßen wir oben im Gebirge und überlegten wie die Welt wohl so aussieht wenn wir wieder runterkommen.

Ich liebe mein Elbsandsteingebirge. Meiner Ansicht nach haben auch sich etliche deutsche Romantiker die Anregungen für Naturgedichte beim schlafen im Elbi geholt. Hat alles schon eine 130Jahre alte Tradition. Wobei man sich ja denken kann das solche praktisches Felsüberhänge schon immer genutzt wurden.

Das ist für mich das schönste auf der Welt.
 
Hallo atori, hallo amx,(uije, meine Augen laufen wohl über kreuz,aber ihr wißt ja, wie ihr heißt)
freut mich, dass ihr die Idee aufgegriffen habt.
Max Deine Geschichte ist ne Wucht.
Ich hab mich auf meiner Lieblingsalm, der Hanslhürttn, in der Steiermark widergefunden. Ich nehme an, Du bist gerade aufgestanden, ich verzieh mich jetzt in die Federn.
Erinnert mich morgen - meine natürlich heute irgendwann gegen abend -, dass ich Euch die Geschichte mit den fliegenden Ochsen im Gebirge erzähle.
Also gudde moasche.
Euer Luiserlmaulnichtschliessweilgähn.

Ich werde jetzt das Forum verlassen. Bin müde. Außerdem rührt sich schon wieder mein Hausgast, eine klitzekleine Maus, die sich ganz frech bei mir einquartiert hat, und durch nichts zu bewegen ist, das warme zuhause wieder zu verlassen. Jede Nacht nach 2 Uhr wird sie munter, setzt sich einen Meter von mir entfernt auf die Fensterbank und schnuppert fröhlich in meine Richtung. Ich brings nicht fertig, ihr was anzutun, obwohl im Radio gerade wieder vor diesem Virus gewarnt wird, der von Mäusen auf dem Luftwege auf die Menschen übertragen wird und meistens tödlich ausgehen soll. Aber so zutraulich sie scheint, wehe ich bewege mich, so schnell können die Augen gar nicht folgen, wie sie verschwindet. Wenn Sie munter ist, knappert sie jede Nacht an irgendetwas in der Küche herum und ich finde, ums Verplatzen, nicht heraus, was es ist. Andererseits muss sie sich doch von was ernähren, sie ist immerhin schon mindestens 14 Tage mein Gast. Aber zu fressen darf ich ihr auch nichts geben, sonst rückt sie vielleicht noch mit Mom und Dad und der ganzen Mischpoche an. Ob ich mir doch mal ne Katze ausleih? Unsere Katzen fressen hier die Mäuse nicht, sie spielen sie zu Tode. Will ich auch nicht, soll Mäuschen nur in die Flucht schlagen, am besten raus zur Terrassentür. Na ja, so richtigen Knabberlärm macht sie sowieso erst wenn das Licht aus ist, und ich versuche zu schlafen. Doofe kleine Maus.
Guat´s Nächtli wünscht
Luiserl
 
Klasse Max!

Danke für deine so schön beschriebene Geschichte, bin fast mit dabei gewesen;0) Du hast eine tolle Art dinge zu beschreiben, sehr lebendig. Man spürt die Liebe aus deinen Zeilen heraus.

Danke für deine Schönen Zeiten:0)

Tori
 
Hi ...
ja, ja ... "die schönen Zeiten" ... *lächel*... eine wirklich tolle Idee.

Ich haben momentan das große Glück, die schönsten Zeiten meines Lebens zu erleben und muss zugeben, dass ich es kaum fassen kann.
Nach einer langen Dunkelheit und als ich es am wenigsten erwartet habe, ging meine Sonne wieder auf und genau in diesem Augenblick wurde mir bewusst, was ich all die Jahre vermisst hatte, ohne es so richtig zu wissen.
Ganz kurz zu meiner Geschichte ...
Mein Noch-Ehemann stürzte uns vor ca. 9 Jahren in ein absolutes finanzielles Chaos, das ich noch am abbezahlen bin. Nur hat er sich damals nicht darum gekümmert und da alles auf meinen Namen lief, musste ich dafür gerade stehen. Na mit arbeiten hatte er es auch nicht sonderlich und dann fing er an zu trinken. Ich habe 3 Jahre gegen diese Sucht gekämpft und bin dabei durch die Hölle gegangen. Während dieser Zeit wurde ich immer kleiner und mutloser, bis kaum noch etwas von mir übrig war. Zum Glück hatte ich zu der Zeit gute Freunde, die mir beistanden und die Worte eines dieser Freunde werde ich nie vergessen. Er sagte : "Wenn Du hier nicht rauskommst, werden Du und Dein Kind daran zerbrechen. Denk daran, dass Du auch eine große Verantwortung hast für Dein Kind". Nun gut, ich brach aus ... das war vor ca. 3 Jahren. Danach kam eine Zeit, in der ich emotionslos war ... nichts kam an mich ran, aber ich bemerkte das nicht einmal. Ich war froh, endlich Ruhe zu haben. Ich war einfach nur dankbar, dass zu Hause kein Streit, kein Stress und keine Angst mehr herrschten, obwohl das Leben als Alleinerziehende auch nicht einfach war. Da ich eigentlich ein sehr emotionaler Mensch bin, war es nur eine Frage Zeit, bis ich zum nächsten GAU kam. Ja ... so ganz plötztlich verliebte ich mich unsterblich in einen Mann und kam damit nicht klar. Es folgte eine absolut schwarze Zeit, in der alle Abgründe meiner Vergangenheit aufgetan wurden und ich war nur noch am weinen. Meistens wusste ich nicht mal, warum ich weine. Dieser Mann kann nichts dafür und die Begegnung mit ihm für mein "Heilen" total notwendig. Wir verloren uns aus den Augen und ich kam so langsam wieder zu mir. Ich wurde Selbstbewusster und konnte nun endlich meine Vergangenheit loslassen. Nicht vergessen, aber so annehmen wie sie war, mit allen positiven und negativen Erlebnissen und mit ein großes VORBEI !!! Nun war ich endlich Zufrieden und kam auch endlich wieder mit mir klar. Ich habe nicht mehr gesucht ... ich habe nicht mehr bedauert, allein zu sein. In großen und ganzen hatte ich ein erfülltes Leben. Und genau in dieser Phase bin ich dem Mann meiner Träume begegnet und dieser Traum geht bis zum heutigen Tag weiter.
Ich hatte vorher nie so gefühlt, nie in dieser Intensität, nie mit dieser Sicherheit. Und die Liebe, die ich entgegengebracht bekomme war mir auch unbekannt. Es ist einfach nur schön und manchmal denke ich, zu schön um wahr zu sein.
Ich mache jetzt ganz unsichere Schritte in einer mir unbekannten Dimension, aber total glücklich, weil ich wieder fliegen kann.
Mich hat oft der Gedanke beschäftigt, ob es die ganz große und wahre Liebe gibt. Diese Liebe, die nicht mehr zu toppen ist... und ... ich darf sie erleben. Das ist der absolute Wahnsinn.
Ich kann zwar immer noch nicht fassen, das es gerade mir passiert, aber ich will NIE wieder anders leben.
 
Hallo Ihr lieben,

zu Moonlights Worten fällt mir ein Gedicht ein, das ich mal vor vielen Jahren geschrieben habe.

Für mich drückte es - damals wie heute - dieses unglaublich starke Gefühl der Hoffnung aus, irgendwann die "guten Zeiten" spürbar zu erleben. Mit dem Verstand, der Seele, dem Geist und dem ganzen Körper.

An alle die hoffnungslos und zermürbt sind, an alle, die das Licht am Ende des Tunnels nicht sehen, aber daran glauben, dass es da ist...und an Euch alle, die hier so wunderbare Worte finden, um den Menschen zu helfen.

Euer *Parzi

ES IST WIE ES IST

Und manchmal kommt es anders
Und manchmal als man denkt
Und manchmal hast du dann im Leben
Alles schon verschenkt.

Und manchmal läufst du einfach fort
Und manchmal ohne Grund
Und manchmal machst du mittendrin
Auf einmal einen Punkt.

Und manchmal fühlst du dich betroffen
Und manchmal bist du leer
Und manchmal denkst du still und heimlich
Gott, ich will nicht mehr.

Doch eines Tages, glaube mir
Wirst du der Sieger sein
Denn eines Tages dann, mein Freund
Bist du nicht mehr allein.

ie. Januar 93 ©
 
Hallo, meine Lieben und Geplagten, kommt her und erholt Euch ein wenig bei den Schönen Zeiten. Auch wenn Ihr Euch vielleicht nicht an schöne Zeiten erinnern könnt, so möchte ich Euch sagen, dass wohl nichts im späteren Leben ein solcher Kraftquell sein kann, wie EIN schönes Erlebnis in Kinder- oder Jugendtagen.
Dann versucht, Euren Kindern ein schönes Erlebnis mit auf den Weg zu geben, aus dem sie später Kraft schöpfen können, wenn es nötig ist.

Jetzt will ichs endlich wahr machen und meinen Senf dazugeben, weiß nur nicht, ob "fliegende Ochsen" oder "Krawutzke".

Ich glaub heute ist mir mehr nach Krawutzke:

Mein 16. Geburtstag stand kurz bevor, Tanzstunde war gerade abgeschlossen, und ich beabsichtigte eine große Geburtstagsfete zu machen. Mein 1,5 Jahre älterer Bruder Roland und ich hatten die Tanzstunde gemeinsam absolviert und dadurch auch zu der Zeit einen gemeinsamen Freundeskreis.

Wir schrieben verkohlte, auf antik gemachte Einladungen "Zum Spukschloss im Eichwäldchen" und bekamen sehr phantasievolle Zusageschreiben zurück. Auch Ritter Graf von und zu ..... wollte mit seinen schnellsten Pferden mit ihro hochwohlgeborenen Jungfer Kunikunde unserem Schloss entgegeneilen.

Eine Woche noch Zeit bis zum großen Ereignis.
Wir gingen mit vereinten Kräften daran, das Elternhaus in ein Gespensterschloss zu verwandeln, denn schließlich war Fasching.

Mein Vater, Elektroing. sorgte im Haus für die entsprechende Beleuchtung, meine Mutter verwandelte die Kinderzimmer und das gesamte obere Stockwerk in verschiedene Schlosskemenaten, und ich dachte, zu einem Spukschloss gehört auch ein Erhängter.

Also bastelte ich einen 1,70 großen Mann, Stiefel Größe 47, Maske vor ein ausgestopftes Strumfgesicht, langer Mantel, Krempenhut mit angeklebten Haaren. So, bitteschön wurde Krawutzke ins Leben gerufen.

Wir hatten beim Hintereingang, der zur Garage und zum Keller führte ein kleines Podest entlang der Treppenstufen, über dem die Kindergardarobe war.

Tja, nun war Krawurzke 2 Tage vor der großen Party fertig, und ich wußte nicht, wohin damit.
Also setzten wir ihn auf das Podest, damit er erstmal aus dem Weg war. Keine gute Idee!!!
Wir hatten nicht daran gedacht, dass Vati oft von der Garage aus den Hintereingang benutzte.
So auch an diesem Abend.

Wie gewohnt, schloss er die Tür auf und warf sie mit gewohntem Schung hinter sich zu. Dieser Luftstoss, war des guten zuviel für Krawutzke, er verneigte sich artig und fiel meinem Vater vor die Füße. Der erschrak dermaßen, dass er den armen Krawutzke am Genick packte, und ihn links und rechts erstmal ohrfeigte. Meine beiden Brüde und ich, die durch die schlagende Kellertür auf Vaters Heimkehr aufmerksam wurden, sahen gerade noch Vatis übertriebene Reaktion und brachen in schallenden Gelächter aus. Irgendwie hatte Vati aber nicht den richtigen Draht zu dieser humoristischen Einlage. Er raunzte nur: macht dass dieses Ungetüm hier wegkommt.

Tja, würden wir ja gern, nur wohin?
Darauf mein 9-jähriger kleiner Bruder: Legt ihn doch auf Muttis Bett.
Was ne Schnapsideee, wenn er doch an der Kellertür schon Unheil anrichtete, wie soll das erst in Muttis Bett werden? Aber O.K. uns fiel nichts anderes ein und wir nahmen uns fest vor, Mutti vor diesem Besuch in ihrem Bett zu warnen.
Aber ihr wißt ja selber wie das ist, wenn man mit einer Mutter kurz vor dem Abendessen sprechen möchte, sie antwortet mit: Ja, ist gut! und hat doch überhaupt nicht zugehört.
Wussten wir aber nicht.

So geschah es, wie es kommen musste: es war Zeit ins Bett zu gehen, wir Kinder lagen längst in unseren Betten, als ein gellender Schrei durchs Haus schrillte: Richard, Richard komm schnell, da liegt ein Mann in meinem Bett.

Diesmal hätte Krawutzke die erneute Schreckattacke beinahe mit dem Leben bezahlt. Klar dass wir 3 bei dem gellenden Schrei sofort aus unseren Zimmern gestürzt kamen, gerade noch rechtzeitig um unseren Krawutzke, dessen Todesstunde ja erst bei der Party sein sollte, wenn er malerisch über das Treppengeländer nach unten hing, aus des Vaters eisernen Fäusten zu befreien. Nachdem wir die wohlverdiente Gardinenpredigt über uns ergehen lassen hatten, krabbelten wir wieder kichernd in unsere Betten.

Mal ehrlich, es hatte sich ja bis jetzt schon gelohnt, Krawutzke ins Leben zu rufen, was da wohl erst am Partyabend los sein sollte?

Je nun, nachdem Krawutzke abwechseln die restlichen 2 Nächte in unseren Kinderzimmern verbrachte, war der Partyabend gekommen.
Die 30 Gäste wurden von den Eltern im Wohnzimmer begrüßt, die Flügeltimmer zum Flur und der Treppe blieben noch geschlossen.
Roland und ich schlichen uns hinaus, jeder zog eine Hexenmaske übers Gesicht und Gummihandschuhe an, die vorher noch gründlich in Wasser eingetauscht wurden. Die Flurbeleuchtung wurde umgestellt auf Vatis schummrige Spukschlossanlage, mein Brüderchen, als Hase verkleidet kam in die große Truhe im Treppenhaus direkt unter Krawutzke, der malerisch vonm Treppengeländer hing. Nun wurde mit entsprechender Geistermusik (der alte Schlager "Morgen, morgen ist die Welt noch....was weiß ich, mein Bruder hatte das Lied rückwärts aufgenommen, so dass es als Negrom, negrom durch den Flur schallte, mit Echoeffekt), also die Flügeltüren wurden geöffnet und unsere Gäste kamen aus dem hell erleuchteten Wohnzimmer in den Treppenflur, der nur ganz schummrig beleuchtet war. Nun kam unser kompensierter Auftritt, Rainer sprang aus der Truhe, Roland umarmte mit glitschigen Gummihänden die erstbesten Mädchen, die in seinen Kreis traten, und drückte Ihnen sein Gummigesicht an die Wangen, während ich dasselbe mit den Jungs machte. Großes Gejohle, mädchenhaftes Igitt- und huch-Geschrei und Flucht auf die Treppe. Jetzt wurde aber Krawutzke in schauerliches Licht getaucht, ummalt von stöhnender Musik. Dieser Schreck ließ sogar die Jungs, die schon mitten auf der Treppe standen, vor Schreck zurückweichen, die daraufhin tapfer den Mädchen den Vortritt ließen, wie sich das für frisch gebackene Tanzstundenkavaliere ja auch gehörte. Aber oh Graus, aus einer Nische im oberen Stockwerk bewegte sich ganz langsam, untermalt von klappertem Knochengeräusch, der in schwarz gekleidete, mit einem phosphorizierendem aufgedruckte Skelett gar ekelhaft anzusehende Freund meines Bruders.
Da war es um die Nerven der Mädchen geschehen, mit Vehemenz drückten sie nach unten, während die Jungs, die in der Treppenkurve standen, das Skelett noch gar nicht sehen konnten, und deshalb nach oben drängten. Es war ein einziges Tohuwabohu im nicht sehr großen Treppenflur, sodass Krawutzkes Seil sich als zu schwach erwies, und er vom Treppengeländer nach unten krachte.
Meine Brüder und ich machten uns vor Lachen und lauter Vergnügen bald in die Hose.

So langsam legte sich die Aufregung, mein Vater schenkte erst einmal Bowle zu Beruhigung aus, meine Mutter reichte die heißen, mit Speck, Tomaten, Paprika und Käse überbackenen WEißbrotscheiben herum, dazu ihr unübertroffener Erbsen-Karotten-Apfelsalat, während mein Bruder und ich den armen am Boden liegenden KrawUtzke aufhoben und auf die Gästetoilette setzten. Da saß er nun, ein Arm aufgestützt auf dem Knie, den Kopf in die Hand gestützt und Gesicht Richtung Spiegel gedreht, der sich gegenüber der Klotür befand, den anderen Arm in die Kloschüssel hängend, mit zwischen die Maskenlippen gesteckter Zigarette und roten pausbäckigen Wangen, die ziemlich denen eines notorischen Säufers glichen.

Endlich konnten wir uns den Gästen widmen. Als der erste Gast nach der Toilette fragte, begleiteten wir ihn höflich nach unten und deuteten auf die entsprechende Tür, innerlich vor Vergnügen kreischend, was jetzt wohl geschieht.
Und es geschah wie nicht anders zu erwarten. Unser Gast öffnete die Toilettentür, schrak zurück und schloss sie schnell wieder mit einem gemurmeltem: Oh, Entschuldigung.

Jetzt waren wir auch noch so gemein, und ließen ihn vor der Tür so lange warten, bis er richtig zappelig wurde, erst dann klärten wir ihn auf und zeigtem ihm das Badezimmer im oberen Stockwerk. Naja, so besetzte Krawutzke noch für viele Gäste an diesem Abend die Toilette, den jeder Gast der ihn erlebt hatte, lotzte den nächsten nach unten, schließlich sollten ja auch andere auf Krawutzke reinfallen.

Was soll ich noch viel erzählen, um Mitternacht wurde eine Polonaise veranstalten, die durch das ganze Haus verlief, auch durch die Küche, wo meine Mutter vor eiem großen Pott Gulaschsuppe stand, um nochmal eine gesunde Unterlage für die Bowle, die es schon ein wenig in sich hatte, zu schaffen.
So gegen 2 Uhr war die Party dann zu Ende. Meine Eltern hatten teilweise Die Eltern der Freunde ebenfalls zu einer Erwachsenenparty eingeladen, allerdings gabs da Alkohol nur für die Väter, die Müttter hatten sich als Fahrdienst zu Verfügung gestellt, sodass auch alle sicher so nach und nach zuhause eintrafen.

Es war mein allerschönster Geburtstag. Jahre später wurde im Freundeskreis immer noch von meiner charmanten Mutter, der Gulaschsuppe, dem Krawutzke und meinem Vater erzählt, der es sich nicht nehmen ließ, die Absolventinnen der Tanzstunden über den Steinfussboden im Flur zu wirbeln, denn mein Vater war ein sagenhafter Tänzer. Bei seinen 1,98 hatte so manches Mädchen es schwer, noch Kontakt zum Fußboden zu haben.

Tja, und was wurde aus Krawutzke, dem wir ein Großteil der wirklich gelungenen Party zu verdanken hatten?

Ehrlich gesagt, ich weiß es gar nicht mehr, irgendwann wurde er wohl zerlegt und dem Müll übergeben.

So meine Lieben, ich hoffe, es ist mir gelungen, Euch einwenig von den traurigen Gedanken abzulenken.

Die anderen kleinen Schmunzelgeschichten werde ich ein andermal zum Besten geben, aber ich hoffe, dass dieser Thread noch viel Zuspruch findet, damit man die schönen Zeiten, die es in jedem Leben gab, oder wieder gibt, nicht ganz vergisst.
Euer Luiserl
 

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