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Der Faden über die Schlechtigkeit der Welt

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Um ganz ehrlich zu sein, ja, schon interessant, aber eigentlich sollte dieser Faden nicht lange existieren, weil wir ja bessere Dinge zu tun haben?
 
Stimmt schon. Oft kann man aber durchaus darüber überein kommen, dass manche Dinge besser und andere schlechter sind.
Ich weiß auch garnicht, wieso manche Leute anstreben, im Austausch auf einen Nenner zu kommen. Das war nie so meins. Ich hab mich immer für verschiedene Sichtweisen interessiert, in einem Austausch, in dem jeder den anderen stehen lässt.
Aber eins suche ich schon, in gewissen Dingen suche ich Resonanz, damit ich nicht das Gefühl hab, alle anderen halten mich für unwahr.
 
Aber gut, soll ich mal darüber loslegen, was in dieser Welt wirklich schlecht ist?
Ich bitte darum, sprich, das würde mich interessieren, aber nur, wenn Du dich dazu auch mitteilen willst. Jedenfalls suche ich kein schnödes Entertainment.
Bestimmt gibt es ein paar negative Tendenzen in so ziemlich jedem Menschen, aber ich würde das nicht so extrem negativ sehen.

Wenn man so will, bekommt der Mensch einen gigantischen Werkzeugkasten. Und im Verlaufe des Lebens sieht man dann vermutlich, was besser funktioniert und was nicht so gut.

~~~

Mit einem Hammer kann man anderen den Kopf einschlagen oder auch einfach nur Näg
und bezogen auf @Hr. Pinguins Gedanken ob / dass die Menschen komplett schlecht / böse seien

I gehe mittlerweile davon aus, nehme an, dass es von bis alles gibt an Menschen. Die meisten Menschen sind vermutlich einfach menschlich. Und in der menschlichen Natur ist auch wieder alles möglich, von bis, oft braucht es ,,nur" die richtigen Auslöser.
Da ich so sehr gerne Krimis und Krimidokus gucke, fasziniert mich auch sehr die entsprechende Forschung. (Ich hab aber nicht die Kapazitäten, mich dazu zu belesen, darum schnappe ich wohl eher Häppchen auf.) Aus diesen fetzen entnehme ich mit dem Abgleich mit meinen Erfahrungen und dem, was ich im Leben mitbekomme, dass es so sein könnte, dass fast kein Mensch gut oder schlecht ist, und das die meisten Menschen theoretisch zu allem fähig wären, wenn. Aber, denke, das ist auch ein sehr sehr weites Feld, bestimmt hat auch kein Forscher da jetzt ,,die entscheidende" Erkenntnis, bestimmt geben dazu viele Aspekte ein großes Bild.

In Bezug auf die Schlechtigkeit der Welt
hab ich selbst Böses von Menschen erlebt, dass ich mir nicht erklären kann. Trotz einbeziehen verschiedener möglicher Aspekte, ergibt das Böse tun eines oder einiger Menschen im Fazit keinen Sinn.
Ich hab Böses erlebt von Menschen, die Opfer ihrer Täter sind, und daraus Taten begangen haben... das ist nachvollziehbar.
Dann hab ich zumindest einen Mitpatienten kennen gelernt, der Griff zur Waffe (nicht in meiner Anwesenheit, das war seine Geschichte), durch eine Psychose. Ich weiß nicht, was er mit der Waffe angestellt hat. Ich weiß daher nur, dass auch das möglich ist, Menschen, die in Krankheitszuständen schreckliche, gräuliche, böse Dinge tun.
Das ist für mich etwas sehr faszinierendes am Dunklen, Bösen, Schaurigen und Grauen.
So im Bild gesprochen: Geh in einen dunklen Raum, vielleicht gibt es darin doch Farbe oder leuchtende Steine...
oder einfach nur das dunkle, der Schrecken fasziniert an sich.
 
Hätte noch eine Frage in die Runde.
I denk, viele oder einige Menschen halten den Blick in den Abgrund, oder sowas wie hier, Reden über das Schlimme oder Schlechte einfach nicht aus. Bestimmt sind die Gründe dafür ganz verschieden. Für manche ist das vielleicht eine Strategie, um besser im Leben zurecht zu kommen.
Was denkt ihr?
 
Hätte noch eine Frage in die Runde.
I denk, viele oder einige Menschen halten den Blick in den Abgrund, oder sowas wie hier, Reden über das Schlimme oder Schlechte einfach nicht aus. Bestimmt sind die Gründe dafür ganz verschieden. Für manche ist das vielleicht eine Strategie, um besser im Leben zurecht zu kommen.
Was denkt ihr?
Ich denke, viele Menschen halten das nicht aus. Ist quasi dasselbe, wie über den Tod zu sprechen.
,,Alle anderen kann es ja betreffen, nur mich bitte nicht"...

Wir haben eine Stationshilfe auf der Arbeit, die 2x im Monat am WE da ist. Fast niemand möchte gerne Dienste mit ihr übernehmen, weil sie nur und ausschließlich von ihren Geldsorgen, Hundesorgen und Sorgen um ihren kranken Mann erzählt. Fast alle meiner Kolleg/innen versuchen sich so weit wie möglich fernzuhalten. Ganz ehrlich: Ich finde den Umgang mit ihr, mit allen Sorgen richtig schlimm, aber es fällt auch mir zunehmend schwerer, auf sie einzugehen und mir das ganze ,,traurig machende Zeug" anzuhören... Und natürlich hat sie keine anderen Gesprächsthemen, weil das einfach die Themen sind, die ihr Leben bestimmen. Es wird leider(!) bei ihr auch nicht mehr besser werden, aber immer nur dasselbe zu hören und selbst ja auch nur bedingt, bzw. gar nicht, helfen zu können, macht irgendwann Jede/n wahrscheinlich ziemlich traurig.

Aus meiner Perspektive muss ich sagen, dass ich Menschen gut verstehen kann, die schlechte Dinge verdrängen, wegschieben, sich nicht damit beschäftigen möchten. Ich möchte das auch nur selten und wenn, dann mit Distanz.
Mir ging es lange Zeit auch wirklich nicht gut und ich habe einfach Angst, dass es mich (wieder) zu sehr runterzieht, wenn ich mich mit mehr negativen als positiven Dingen beschäftige. Nichtsdestotrotz sehe ich, dass viele Menschen dieses Privileg, belastende Dinge zur Seite schieben zu können, nicht haben und das schmerzt ganz schön, wenn man länger darüber nachdenkt...
 
Mir geht's auch so, ich halte das aus echten Begegnungen raus. Am liebsten möchte ich das selber auch phasenweise ausblenden. Dann kompensiere ich über das Internet, ist ja auch nicht wirklich gesund. 😉
Genau das, was Du im letzten Satz schreibst.
In Phasen, in denen ich so mitten drin stecke, dass ich nicht mehr ausblenden kann, dann muss i halt den Deckel aufschieben und es tut dann gut, auf Menschen zu treffen, wie hier, wo es Austausch gibt.
 
Das stimmt! Wenn ich in einem Problem stecke, für das es (erstmal oder garnicht) keine Hilfe oder Lösung gibt, dann baut es ein kleines bisschen auf, dass Menschen mit fühlen.
Denn zum einen gibt es oft keine oder gerade nicht die passende Hilfe, tatsächlich,
oder aber andere, die das mitbekommen, können da nichts tun...

Ein Beispiel von mir.
Ich habe mich mit einem Problem und Hilfegesuch an verschiedene Stellen der Stadt und Beratungsstellen gewandt und wurde immer wieder abgewiesen.
Das ging so, keine Ahnung, über Jahre sogar?
Dann wollte ich es nochmal versuchen, und stieß dabei durch zufall auf eine Seite unser Stadt, wo die Person namentlich und mit Kontaktdaten erwähnt war, die über einen ganzen Bereich an der Spitze stand, und schrieb denjenigen an. Und zufällig war das dann genau der Mann, der vom Netz der Sozialarbeit unser Stadt weiß.
Aber auch, was ich danach wieder erlebte, war unglaublich.
Ich erfuhr so aus verantwortlicher Quelle, dass es in meiner Stadt für Entrümpelung keine Hilfen gibt, nur Darlehen.
Und es gibt doch einige Menschen in Armut und Not, die auch noch ein Messieproblem haben, auch schlimmer als ich.
Es ist dafür keine Hilfe vorgesehen.

Und so ist es durchaus manchmal. Was will man da machen?
Es ist doch zumindest ein bisschen tröstlich, wenn jeman - möglichst echt - Anteil nimmt.
Und auch, wenn jemand echt zuhört und sich auch durchaus mal echt empört. Denn über den Weg kann man manchmal sogar Aufmerksamkeit auf ein Problem lenken, und wenn die Aufmerksamkeit groß genug wird, und die Verantwortlichen nicht mehr weg sehen können, müssen sie eben doch manchmal eine Lösung basteln.

So auch eine Bekannte von mir. Sitzt im Rollstuhl. Als sie in den Rollstuhl kam, war sie ca. 1,5 Jahre in ihrer Wohnung gefangen, weil kein Aufzug. Es interessierte niemanden und keine Stelle, also fing sie an, Filmchen aufzunehmen und zu erzählen. Durch 6 Monate lange Werbung für unsere Stadt in den sozialen Medien wurde die Stadt aufmerksam... es kam jemand, es schaltete sich der Bürgermeister ein, und sie bekam fast übernacht eine barrierefreie Wohnung zugewiesen.
Viele sind nicht so stark und taff. Und das kann man den Menschen auch nicht zum Vorwurf machen.
Ich bin mit einigen in meiner Stadt hier und da im Kontakt mit ganz unterschiedlichen Problemen, mit denen sie auch immer wieder allein und hilflos dastehen, einfach, weil es keine Hilfe gibt, oder sich niemand kümmern will.

Auf meiner Suche konnte ich entdecken, wie viele Sozialarbeiter und Betreuer es gibt... die ins Haus kommen, aber deren Stellenbeschreibungen so ausgelegt sind, dass sie bei einigen echten Problemen nicht helfen können, das gehört nicht zu ihrem Tätigkeitsfeld, dafür zahlt keiner, also tun sie es nicht. Und dann kommt jemand halt nicht zum Arzt.

So sieht halt oft genug die reale Hilflosigkeit aus.
 
Das stimmt! Wenn ich in einem Problem stecke, für das es (erstmal oder garnicht) keine Hilfe oder Lösung gibt, dann baut es ein kleines bisschen auf, dass Menschen mit fühlen.
Denn zum einen gibt es oft keine oder gerade nicht die passende Hilfe, tatsächlich,
oder aber andere, die das mitbekommen, können da nichts tun...

Ein Beispiel von mir.
Ich habe mich mit einem Problem und Hilfegesuch an verschiedene Stellen der Stadt und Beratungsstellen gewandt und wurde immer wieder abgewiesen.
Das ging so, keine Ahnung, über Jahre sogar?
Dann wollte ich es nochmal versuchen, und stieß dabei durch zufall auf eine Seite unser Stadt, wo die Person namentlich und mit Kontaktdaten erwähnt war, die über einen ganzen Bereich an der Spitze stand, und schrieb denjenigen an. Und zufällig war das dann genau der Mann, der vom Netz der Sozialarbeit unser Stadt weiß.
Aber auch, was ich danach wieder erlebte, war unglaublich.
Ich erfuhr so aus verantwortlicher Quelle, dass es in meiner Stadt für Entrümpelung keine Hilfen gibt, nur Darlehen.
Und es gibt doch einige Menschen in Armut und Not, die auch noch ein Messieproblem haben, auch schlimmer als ich.
Es ist dafür keine Hilfe vorgesehen.

Und so ist es durchaus manchmal. Was will man da machen?
Es ist doch zumindest ein bisschen tröstlich, wenn jeman - möglichst echt - Anteil nimmt.
Und auch, wenn jemand echt zuhört und sich auch durchaus mal echt empört. Denn über den Weg kann man manchmal sogar Aufmerksamkeit auf ein Problem lenken, und wenn die Aufmerksamkeit groß genug wird, und die Verantwortlichen nicht mehr weg sehen können, müssen sie eben doch manchmal eine Lösung basteln.

So auch eine Bekannte von mir. Sitzt im Rollstuhl. Als sie in den Rollstuhl kam, war sie ca. 1,5 Jahre in ihrer Wohnung gefangen, weil kein Aufzug. Es interessierte niemanden und keine Stelle, also fing sie an, Filmchen aufzunehmen und zu erzählen. Durch 6 Monate lange Werbung für unsere Stadt in den sozialen Medien wurde die Stadt aufmerksam... es kam jemand, es schaltete sich der Bürgermeister ein, und sie bekam fast übernacht eine barrierefreie Wohnung zugewiesen.
Viele sind nicht so stark und taff. Und das kann man den Menschen auch nicht zum Vorwurf machen.
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So sieht halt oft genug die reale Hilflosigkeit aus.
 
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