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Depressionen

M

Mia 28

Gast
Ich habe keine Lust mehr auf dieses Leben, so fern man das noch Leben nennen kann
Ich vegetiere nur noch vor mich hin, gehe Arbeiten und sonst mache ich nichts. Ich will mit der Welt da draußen einfach nichts mehr zu tun haben, ich fühle mich nur noch verarscht vom Leben. Ich weiss gar nicht wo ich anfangen soll. Es fing schon damit an das ich nie richtig Freunde hatte. In der Schule mochte man mich zwar, ich war immer die gut gelaunte die Witze machte, aber gefragt ob man außerhalb der Schule mal was machen möchte wurde ich wenig, statt dessen wurden lieber die gefragt hinter denen man sich hinterum lustig machte, da fängt doch schon die verarsche an. Dann war ich als Jugendliche in verschiedenen Cliquen wo ich auch nur gemobbt wurde wegen meinem Aussehen, ich wäre ja so hässlich und Bla Bla, ich habe mich in dem Alter halt nicht für Klamotten und Schminke interessiert, dass kam erst später als ich so 17, 18 war. Meine Eltern waren mir zu dem Zeitpunkt auch keine Hilfe, mein Vater meinte immer ich solle mal im Spiegel gucken und machte sich auch nur über mich lustig. Aber da war es schon zu spät und ich zog mich immer mehr zurück. Meine ganze Jugend war so gesehen für den A****, ich habe nichts tolles oder aufregendes zu erzählen wie andere. So zog sich das über Jahre das ich nie richtig Freunde hatte. Letztes Jahr dann hatte ich eine Freundschaft zu einem Mädchen aufgebaut, am Anfang lief alles so gut, wir verstanden uns und hatten viel spass, doch dann machte auch sie sich immer mehr über mich lustig, und dann gab es einen Streit wo sie meinte sie möchte nichts mehr mit mir zu tun haben, wir haben ja sooo wenig gemeinsam, das ist jetzt 1 Jahr her und seid dem sitze ich nur noch alleine daheim rum und frage mich immer warum das Leben es nur so scheisse mit mir meint. Ich bin einfach immer der A****. Für alle. Ich hatte einen Freund, ich hab fast 1 Jahr mit ihm zusammen gewohnt, ich hab fast alles alleine gemacht, Wäsche gewaschen, geputzt, ich war fast immer die jenige die gekocht hat, weil er ja wie er sagte " Keinen Hunger hat " aber mein Essen welches ich gekocht habe, das konnte er Essen. Ich war nur seine Putzfrau und Betthässchen, den auch sonst unternahmen wir nicht viel zusammen. Viel geredet, dass er sich ändern soll, gebracht hat es nichts. Immer Jaja mache ich, werde mich ändern. Alles bullshit. Alles nichts gebracht. Zu Geburtstag oder Weihnachten bekam ich nicht mal ein Geschenk von ihm, so viel bin ich also wert, undankbare scheisse verdammt. Ich habe ihm zum Geburtstag auch nichts Geschenk, er guckte mich an wie ein Esel und fragte mich wo den sein Geschenk sei, ich sagte ihm ich habe keins, ich hab ja zum Geburtstag auch nichts bekommen, wie du mir so ich dir, verdammt nochmal, dass manche Menschen einfach immer nur nehmen und nehmen können und nichts zurück geben ist doch krank. Egal, weg mit dem Typen. Brauch ich nicht. Viele meinen ich wäre eine kalte Person, so scheine ich wohl noch aussen zu wirken, doch das stimmt nicht! Ich habe so viel zu geben, warum sieht das den keiner verdammt nochmal? Ich bin jetzt 28 und habe überhaupt nichts erreicht im Leben. Ich habe mir so vieles vor genommen und dann fällt mir ein, dass dass ja alles gar nicht klappen kann wegen der Depression, ich fühle mich einfach nur noch ausgelaugt und wertlos, ich mag mich nicht mehr auf Menschen einlassen, ich fühle mich von Ihnen nur ausgenutzt und nicht geschätzt. Ich bin oft einfach nur wütend und traurig auf diese Welt und mein Leben frage mich immer womit ich das verdient habe. Ich hätte so gerne Kinder, einen lieben Mann, Freunde. Nichts davon wird klappen, gar nichts.

Liebe grüße, Mia ( die in einem Käfig gefangen ist)
 

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Werner

Sehr aktives Mitglied
Liebe Mia,
deine Ziele "Mann, Kind, Familie" sind ja verständlich,
aber mir scheint, deine Herangehensweise ("ich will")
nicht passend - und deshalb deine Schlussfolgerung,
dass das (so) nicht funktionieren wird, auch richtig.

Beziehungen und speziell Liebesbeziehungen kann man
nicht genau so "wollen", wie man eine sportliche Leistung
erbringen will - sondern durch Sich-Öffnen, Sich-Einlassen,
Sich-Interessieren, letztlich durch Liebe und Vertrautheit.

Wo gelingt es dir denn schon, zu lieben, dich einzulassen,
locker zu sein, freundlich, liebevoll, wo und bei wem
kannst du dich lieben lassen? Vielleicht ist es besser,
das nicht erst bei der Partnersuche zu lernen, sondern
schon vorher? Du wirst jetzt vielleicht lachen, aber ich
kenne Leute, die ähnlich gestrickt sind wie du, die erst
einmal üben, Beziehungen zu Pflanzen oder Tieren auf-
zubauen, bevor sie sich über den Schritt "beste Freundin"
dann auf einen Partnerkandidaten einlassen. Oder die
zuerst ehrenamtlich mit Kindern zu tun haben wollen,
um später besser mit ihren eigenen Kindern Beziehung
aufbauen zu können.

Ich verstehe übrigens auch, dass ein Leben, das nur
aus Arbeit, Pflicht und Leistung besteht, nicht sehr reiz-
voll ist. Roboter können damit gut umgehen, Menschen
mit einem Herz und einer Seele eher nicht. Deshalb
denke ich, dein Anliegen und deine Sehnsucht ist sehr
berechtigt und verdient Unterstützung.

Gruß, Werner
 
A

almansor

Gast
Hallo Mia,
ich muss sagen, dass ich mich in deinen Worten wirklich wiedererkannt habe, schon was das Thema Depressionen angeht. Ich schicke gleich vorweg, dass ich ein Mann bin, aber mit den selben Problemen konfrontiert wurde.

[.....]

Deine Art zu schreiben ist sehr rechtshirnig, mit anderen Worten, du hast dein kreatives Potential ausgeschöpft, um deine Probleme zu schildern, unverhüllt und unter der Haut. Ich kann deine Frustration verstehen, weil ich sie jeden Tag selbst erlebe. Ich schreibe dir nicht, weil ich dir kluge Ratschläge erteilen will, sondern weil ich mich, selbstsüchtigerweise, selbst zu verstehen suche, und in deinem Text viele Dinge entdeckt habe, die ich für mich selbst ausgeblendet habe, will sagen, bewusst ignoriert habe, um überhaupt ein Leben führen zu können, in dieser Situation...was nicht einfach ist, wenn das Leben von Alleinsein und Verzweifelung geprägt ist.

Allein an der schieren Menge deines Textes wird einem bewusst, dass du hier mehr versuchst zu sagen, als man mit dieser Menge Text sagen kann. Also versuche ich, deinen Text zu analysieren, Bruchstück für Bruchstück.

Fangen wir an: (ich fasse die einzelnen Passagen deines Textes zusammen und vereinfache sie auf die simple Idee - den Gedanken, der dahintersteckt.

Du sagst, dass du dieses Leben unerträglich findest und dass du nie wirkliche Freunde hattest:

Da haust du direkt in die Kerbe rein, die mir im Herzen brennt und in so viele Individuen in diesem Forum zu quälen scheint. Ich meine, ich habe mich hier 20 Minuten umgeguckt, und dieses Gefühl teilen so viele von uns. Auch deine Aussage, dass du diejenige warst, die immer die Lustige warst, die ein Publikum erreichen konnte - das kenne ich nur allzu gut. Wenn man ein humoristisches Talent hat, spielt man es aus - das ist das natürlichste von der Welt. Nur gehören wir zu der Art Mensch, die nicht von vornherein mit ihrem Aussehen bestechen können. Das macht uns zu Menschen zweiter Klasse für alle Umstehenden. Die Menschen sagen dir nach, du bist jemand, der andere zum Lachen bringen kann, aber letztendlich bringt dir das keine Blumenstäuße ein. Du wirst immer noch nach deinem gesellschaftlichen Status gemessen, abhängig von deinem Aussehen - besonders in der Teenagerzeit. Mit anderen Worten: Du kannst noch so geistreich und witzig sein, kannst noch so viele Lacher ernten - im Endeffekt stößt du auf Ablehnung, weil du den Leuten nicht ins Bild passt. Und das prägt einen...prägt einen Ungemein. Ich meine, jeder Denkt, er wird für das geliebt was er tut, wie er sich darstellt, was er versucht zu erreichen. Aber das Leben ist kein besch...er Hollywoodfilm. Ich selbst war in verschieden Cliquen, war immer gern gesehen, war immer belacht für die trockenen Witze, die ich aus dem Hut zaubern konnte...aber die wirklich schönen Liebesgeschichten spielten sich immer zwischen den Menschen ab, die man sich gut auf dem Cover eines Boulevartblattes vorstellen könnte. Jeder hat so jemand in seiner Clique. Meistens sind das sogar die Leute, die diese Clique gründen, weil sie die Fähigkeit dazu haben, ein Publikum um sich zu scharren, die all ihre Liebesgeschichten beobachten, ihre Ausraster miterleben, ihr Herzeleid teilen (würg) und sie dann am Ende trösten, kurz bevor sie sich den nächsten Traumpartner nehmen, um wieder Mittelpunkt in der Clique zu sein.

Und alle anderen stehen drum herum und wünschen sich so zu sein...doch es passiert nicht. Alle anderen sind bloß Füllmaterial für langweiliges Miteinander-Rumgehänge, das nur darauf abzielt selbst so zu werden wie die da oben in der Clique, aber es passiert nicht. Wie kann es auch, man ist nun mal nicht auf der selben Stufe. Alle anderen gucken nur nach da oben. Und alle die nach oben gucken haben nur ihre Einsamkeit gemeinsam...das Gefühl, minderwertig zu sein.

Dieses Gefühl trägt man mit sich herum. Man trägt es in die Familie. Und wenn man dann noch einen Vater hat, wie Du einen hast, dann verschlimmert sich das Weltbild, dass sich dort entwickelt, extrem. Denn wem sollte man sonst vertrauen, wenn nicht seinen Erzeugern. Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen: Erzeuger, sprich Eltern, sind viel zu sehr in ihrer eigenen Welt gefangen, als dass sie sich verantwortlich um ihren Nachwuchs kümmern könnten. Viel zu viel Egoismus. Damit meine ich selbstredent nicht alle Erzeuger - es gibt sicherlich einen Haufen guter Menschen dort draußen, die sich liebevoll und intelligent um ihren Nachwuchs kümmern - aber im Fall von uns beiden, und unglaublich vielen anderen armen Seelen dort draußen ist das leider nicht der Fall. Und was ist die erste Reaktion auf solch schlechtes Verhalten unserer Eltern? Wir fragen uns, ob wir selbst etwas falsch gemacht hätten - was meiner Meinung nach an Schizophrenie grenzt: Unsere Eltern bauen Scheiße, also sind wir dafür Schuld. Aber wir machen das eben...was uns noch tiefer in die Enge treibt.

Das Gefühl "über Jahre" wie du schreibst, einfach nicht "dazu zu gehören", kenne ich nur allzu gut. Ich meine, man war in seiner Teenager Zeit keine große Nummer, was immer das heißen oder bedeuten mag, (denn warum sollte man sein Leben so leben, dass man jedem gefällt - Schwiegermamas -papas Liebling, mit all den Verstellungen, mit denen man sein wahres Ich kaschiert, nur um den Leuten zu gefallen). Aber man ist nun einmal ein Individuum mit Stolz, und warum sollte man sich jemandem anbiedern, nur um deren Zustimmung zu gewinnen? Ich meine, siehst du gut aus, hast du deren Zustimmung mit dem ersten Satz, den du sprichts - passt du den Leuten nicht ins Bild, kannst du dich überschlagen für sie...du wirst ihre Zustimmung nicht erlangen. Du wirst für nett gehalten werden, der Höflichkeit halber, aber keiner will wirklich dein Freund sein.

Ich weiß, dass was ich hier schreibe, sehr radikal erscheinen mag, für manche sogar anstößig zu sein scheit. Aber ich versuche hier nur meine Realität wiederzugeben. Ich denke Mia fühlt sich ähnlich. Ich gebe zu: stößt man genug auf Ablehnung, besonders in den Situationen in denen man die Menschen, die man kennt, wirklich braucht (zum Bleistift, wenn man mal ein ernstes Problem hat und sich ausweinen will, und dann nur auf Ablehnung stößt, weil die Menschen eine bestimmte Einstellung zu einem haben, weil man eben keine Ikone ist, sondern jemand ist, der leicht übersehen wird, und man denn dementsprechend gehandhabt wird) bla bla bal und dann obendrein noch angegriffen wird, anstatt wie "The Beautiful People" noch für ihre Leiden gestreichelt wird, dann zieht man sich automatisch zurück.

Die Geschichte mit der Freundin, die so verständnisvoll war, sich aber von dir abgesondert hat, je mehr der Fokus von ihr wegging und auf dich geleitet wurde - sicherlich durch dein eigenes Dazutun...selbe Geschichte, wie mit den schicken Futzies aus deider Clique, nur es tut mehr weh - weil man sich emotional viel mehr auf diesen Menschen eingelassen hat. Ich weiß nicht, ob du auf Hardrock oder Metal stehst, aber Henry Rollins hat in den neunzigern ein schönes Musikvideo gedreht mit dem Titel "Liar". Da hat er genau dieses Verhalten beschrieben, was Menschen an den Tag legen, wenn sie sich einen Freund oder eine Freundin suchen, nur um sich selbst darzustellen. Eigenes Dazutun von deiner Seite ist verpönt und wird rigoros bestraft.
Tut mir leid, dir das so vor den Latz zu knallen, aber ich bin auf dem Level, dass ich sage: Wer sich mit solchen Vampiren einlässt, ist selbst schuld. Also einmal auf so jemanden reinzufallen ist Schicksal. Lass das nicht ein zweites Mal zu. Das wäre schlichtweg Dummheit.

Was mich wirklich vom Sockel gehauen hat war deine Beschreibenung deiner Beziehung zu diesem Jungen, mit dem du ein Jahr zusammen gewohnt hast, und für den du buchstäblich die Eierlegendewollmilchsau warst. Dasselbe ist mir passiert, nur von der männlichen Perspektive aus. Ich will gar nicht weiter darauf eingehen, weil ich denke, ich habe meinen Standpunkt oben schon deutlich gemacht. Ich will nur klarstellen, was mir in dieser Beziehung, in der ich als Fussabtreter und Diestbote benutzt wurde, am meisten die Füße weggehauen hat: Das Gefühl, wirklich jemand gefunden zu haben, der zu mir gehört. Jemand dem ich gehöre, und der mir gehört. Erster Teil dieses letzten Satzes traf voll zu, letzterer Teil so gut wie gar nicht. Ich will euch diesen Autounfall von Beziehung ersparen, aber es spiegelte genau dieses Verhaltensmuster wieder: Ich wollte jemanden, der mich akzeptiert und liebt, und ich war bereit, alles dafür zu tun. Und ich wurde nur ausgenutzt. Und das von einer Frau, die ich bis heute als eine meiner besten Freundinnen bezeichnen würde, aufgrund der Tatsache, dass wir uns Jahre später monatelang unterhalten haben, jeden Tag mehrere Stunden. Sie war also von grundauf kein schlechter Mensch. Aber diese Beziehung war von vornherein völlig im A... weil sie immer diese Denke hatte, sie könnte an jeder Ecke jemande besseres finden, also hätte ich mich ihr zu fügen und mich so zu verstellen, dass ich ihr gefällig sei. War ich nicht so, meldete sich mein Stolz, so wurde ich rigoros in den Boden gestampft. Selbes Schema wie vorher. Ich da unten, sie da oben. Dieses Gefühl, ich muss froh sein, dass sie überhaupt mit mir zusammen ist vs. sie muss sich kräftig anstrengen, mit mir zusammen zu sein, weil dort draußen so viele bessere Angebote sind... und ich kann froh sein, dass sie bei mir bleibt, obwohl dort so viele bessere Fische im Meer sind. Ich muss euch nicht sagen, dass sie sich für jemand besseren entschieden hat. Besser heisst hier - handzahmer und besser betucht. Aber das ist die männliche Perspektive. Frauen haben es da ja noch viel schwerer...

Zurück im Kontext: Die Sache mit den Geschenken kann ich auch unterstreichen. Ich habe nie etwas zum Geburtstag oder zu Weihnachten bekommen, weil sie da gerade zu viele Schachteln geraucht hatte, und deswegen keine zweifünfzig übrig hatte...alles das selbe Schema von Geringschätzung und Ausbeutung.

Die Aussage, dass du eine kalte Person wärst...ich kann mir darauf einiges zusammenreimen, aber du müsstest da konkreter werden. Damit kann ich zu wenig anfangen, aber es hört sich mächtig nach Resignation und Frustration an, die du nach außen trägst, wenn du Menschen begegenest. Was für mich nur verständlich ist. Wenn man jahrelang verarschst und durch den Dreck gezogen worden ist, wacht man nicht mit einem Lächeln auf. Geht einfach nicht.

Das du so viel zu Geben hast, stimmt hundert Prozent. Ich fühle dasselbe, obwohl ich ähnlich enttäuscht von dieser Welt bin. Ich persönlich frage mich nur: Wann bekomme ich endlich die Situation, diesen Menschen, bei dem es sich lohnt 100 Prozent zu geben? Ich möchte so viel Liebe und gute Laune schenken und will ein wenigstens jemand, der gleiches denkt, der mir das zurückgeben will. Harte Worte, schwere Antwort. Denn wo findet man so jemanden? Oder wer ist bereit dazu? Denn so viele Menschen dort draußen sind so desillusioniert, dass sie dich wie Dreck behandeln, nur weil sie selbst wie Dreck behandelt wurden. Wer ist so hellsichtig in dir seine Erfüllung zu finden?!?! Die meisten Menschen scheinen einfach zu abgestumpft durch ihre negativen Erfahrungen. Und das bekommt man dann am eigenen Leib und eigener Seele zu spüren, wenn man sich mit solchen Menschen einlässt.

Das Argument, dass du mit 28 noch nichts erreicht hast...tschuldige, wenn ich das jetzt so sagen muss... aber dieses Argument haut genau in diese Kerbe rein: Ich muss jemanden gefunden haben, dem ich etwas bedeute. Habe ich das nicht, bin ich eine komplette Versagerin. In meinen Augen ein Argument, das von Resignation geprägt ist. Du bist nicht schuld daran, dass du...wie in deinen Worten... nichts erreicht hast. Dein Umfeld und deine Erscheinung war einfach nicht perfekt. Millionen Menschen dort draußen geht es so. Manche gehen dann Kompromisse ein, verkaufen sich, andere haben Visionen, warten auf was besseres. Ich kann dir nicht sagen, welcher der bessere Weg ist (wenn ich die Antwort hätte, würde ich dir diesen Text nicht schreiben, sondern mit meiner perfekten Frau in meiner Villa kuscheln), ich kann dir nur sagen, dass du nicht allein mit diesem Problem bist. Das witzige daran ist, dass, wenn alle sich zusammen finden würden, die diese Probleme haben, sich treffen, unterhalten und zusammenfinden würden, wir in Deutschland auf einen Schlag millionen Singles weniger haben, und die Hälfte mehr an Paaren haben würden. Aber das Leben ist kein Hollywoodfilm.

Also zur Quintessenz, zum Schluss deines Textes:

Zitat:Ich bin oft einfach nur wütend und traurig auf diese Welt und mein Leben frage mich immer womit ich das verdient habe. Ich hätte so gerne Kinder, einen lieben Mann, Freunde. Nichts davon wird klappen, gar nichts.

Ich wette, du wartest jetzt auf eine Universallösung, bist aber schlau genug zu wissen, das es diese nicht geben kann. Also kann ich dir nur meine eigene Sichtweise schildern: Als Geek, der an Naturwissenschaften interessiert ist...ja, lies trotzdem weiter... ist es auffällig, dass unsere Spezies sich nur durch Weiterentwicklung dahin gebracht hat, wo sie ist. Ohne EVOLUTION hätten wir gar nichts. Und was ist Evolution anderes als Weiterentwicklung.
Eine gute Freundin von mir sagte mir mal, als ich ihr verzweifelt davon berichtete, dass ich mich so einsam fühle, und dass ich so gerne eine Partnerin hätte, einfach, damit ich mit besser fühlen könnet...sie sagte mir: "

Du kannst nicht da draußen nach etwas suchen, was du dir selbst nicht geben kannst. Mit anderen Worten: Niemand dort draußen kann dir geben, wonach du suchst. Das musst du dir selbst geben."

Und nun meine eigenen Gedanken zu dieser These:

Erstens: Stimmt!

Zweitens: Wenn du dieses Konzept umsetzt, katapultierst du dich automatisch in die Position solcher Menschen, zu denen zu aufgeschaut hast (und die dich letztendlich haben links liegen lassen, aus welchen Gründen auch immen)

Meine abschließende Meinung: Selbstvertauen ist das ultimative Allheilmittel. Nur um das zu erlangen, muss man so unglaublich an sich arbeiten. Die meisten Menschen schaffen das nicht...leben ihr miserables Leben, sterben einsam und unzufrieden, unbesungen, vergessen...als wären sie nie dagewesen.

Sich aufzuraffen, ein System zu entwickeln, das dich aus deiner Abwärtsschleife herauszieht, ist wohl das Schwierigste, was ein Erwachsener meistern muss - sofern er von vornherein in diesen Hexenkessel geschmissen wurde...wie beide, Mia.

Es gibt also einen Weg heraus, aber du musst ihn selbst für dich finden, musst den Willen haben, all diese negativen Emotionen aus der Vergangenheit abzublocken, und dich nur auf eine ungewisse Zukunft zu konzentrieren. Aber einen Traum zu haben, und auf diesen Traum zuzuarbeiten, ist das beste und sicherste, was man in seinem Leben machen kann. Das kann einem nur Vorteile bringen. Scheiß auf die Nachteile. Weiterentwicklung, Nutzung deiner Fähigkeiten. Verwandle dich in etwas, das du vorher nicht warst. Gib dir ein paar Jahre Zeit, starte dann dein gesellschaftliches Leben neu.

Ich habe mal gelesen, die beste Art, sich auf die Zukunft vorzubereiten, wäre, sich ganz auf die Gegenwart, auf den Tag vor dir zu konzentrieren. Ich will nicht zu weit abschweifen, aber was der Typ sagen wollte war: Das hier und jetzt zählt. Hier kannst du die meisten Fehler machen oder das beste für dich tun.

Sehen wir es, wie es ist: wenn du aus diesem Leben entfliehen willst, musst du dein Leben völlig umkempeln - ein neues Leben leben. Du hast die Wahl.
 
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