hmm.. langer text.. viele gedanken und assoziationen, die dazu entstehen. ich werde versuchen, sie in adäquater form zu formulieren und aufzulisten.
1. ich fühle extrem mit, mit dir. ich bin auch depressiv. ich kann das was du durchmachst ansatzweise nachvollziehen. nicht ganz, denn das kannst natürlich nur du. aber du hast mein absolutes, vollstes verständnis. ich kann sehen, dass du sehr selbstkritisch bist. auch dass du dich schlecht fühlst, weil du noch keine beziehung und weitere erfahrungen gesammelt hast, kann ich extrem gut nachvollziehen. ich fühle mich auch oft einsam. ich hab nicht zu medikamenten, sondern zum gras gegriffen und es hilft mir, zumindest abends nicht weinend einzuschlafen, wegen solchen dingen, aber auch anderen. das ist natürlich nicht etwas, was ich dir empfehlen würde.
2. die medikamente: ich persönlich bin absolut gegen medikamente, ich bin aber schon suchtkrank. ich habe angst das ich "doppelt-süchtig" werden könnte. das ist ein absoluter albtraum von mir. deshalb mache ich es nicht. ich kenne aber auch leute, die medikamente nehmen und ich kenne insgesamt nur beschissene storys, bzw. fälle, in denen zwar konstant medikamente eingeworfen werden, aber keinerlei änderung, bzw. besserung des allgemeinen zustandes eintritt. wie denn auch. der glaube, das medikamente herzschmerz lösen können ist aus meiner sicht absoluter irrglaube. leichte dosierungen bei fällen von adhs und anderen, starken beeinträchtigungen? falls es geeignete medikation gibt, ja, definitiv! wenn es hilft? aber bei dir scheint es nicht zu helfen. ich denke auch, du hast ein vollkommen anderes problem. dein problem ist NICHT deine "fehlerhafte biochemie". es ist ein rationales. du hast keine "biochemische depression", sondern (noch) eine "rationale". ich würde dir empfehlen, andere wege gegen die depression zu suchen.
3. zb.: hobbys. ich weiss: offensichtlich. aber: hobbys, die dafür sorgen, das du es mit deinem eigendlichen problem leichter hast. zb fitness, gruppensport oder andere aktivitäten, die dich automatisch mit menschen in kontakt bringen oder deinen körper bzw. geist formen und verbessern. du investierst zeit in dich selbst, findest neue kontakte.
4. informiere dich.
5. unser krankensystem ist gut und gleichzeitig scheiße. die therapeuthen-branche im speziellen. krankenkassen-therapeuten sind teilweise eine absolute katastrophe, sehr unsensibel, teilweise diskriminierend. das was du erlebst ist normal.
6. das was du erlebst ist normal! du bist traurig. die welt in der wir aktuell leben ist wirklich mega anstrengend und kompliziert. egal ob mann oder frau.. alles ist im wandel.
7. versuch deinen zustand rational zu verstehen und nachvollziehen zu können. mir haben begriffe wie "aktualisierungstendenz", "reaktanztheorie", "erkenntnistheorie" sehr geholfen. der letzte begriff, der mir sehr geholfen hat, sehr viele meiner gedanken und gefühle einzuordnen, ist "neurodiversität/neurdivergenz". informier dich mal evtl. über diese begriffe.. und auch allgemein, versuch deine situation als chance zu sehen. ich weis, das ist schwer,aber:
8. du machst deinen master. das heisst, du hast schon nen bachelor. das heisst du kannst schon gut geld verdienen. du bist finanziell relativ abgesichert. herzlichen glückwunsch. darauf kannst du stolz sein. darauf kannst du dir etwas einbilden. 😉 evtl mal zu nem life-coach gehen, oder achtsamkeits-training oder sonstige weiterbildung, die dir selbst deine eigenen stärken und positiven eigenschaften und fähigkeiten bewusst machen. denn die hast du! das erkennt man auch an deinem text. du bist sehr sensibel und fühlst dich unsicher, aber du bist wirklich noch sehr jung.
9. wenn du willst können wir miteinander über pn schreiben, dann können wir uns ein wenig austauschen.. ich bin keine jungfrau mehr, soo viele frauen hab ich aber auch nicht flachgelegt, bzw. hatte wenn dann nur unglück oder mich einfach selbst vollkommen panne benommen.. und seit zwei jahren auch nicht wirklich mehr auf nem date gewesen.. eigtl. wollte ich dieses jahr wieder anfangen, aber ich merke, wie in mir mittlerweile zu viel depression, trauma und einprogrammierte selbstzweifel hoch kommen, immer wenn sich auch nur ansatzweise eine konkrete option ergibt.
ich wünsche dir viel erfolg, bleib am ball! lass dich nicht unterkriegen und dir nichts einreden. von niemandem außer dir selbst! du kriegst das hin! bücher lesen! menschen kennenlernen! weiterkämpfen. die welt ist absolut verrückt. du bist nicht allein. es gibt tausende, millionen von männern, frauen und anderen menschen, die sich so fühlen wie du und ich.
lg
oz