Hallo zusammen,
Ich bin hier schon seit einiger Zeit stiller Mitleser, aber da der Leidensdruck bei mir momentan einfach sehr groß ist wollte ich mir jetzt doch einmal die Seele vom Leib schreiben. Ich bin mir auch durchaus bewusst, dass es bereits einige Threads mit ähnlichen Problemen gibt. Auch wenn Beziehung das Hauptthema ist passt der Beitrag denke ich besser in die 'Ich' Kategorie.
Um es kurz zu fassen, mein Hauptproblem ist, dass ich mit fast 25 noch nie eine Freundin, Sex, geschweige denn ein richtiges Date hatte. Es ist durchaus ein Thema das mich schon länger beschäftigt, aber seit circa einem Jahr hab ich einen enormen Leidensdruck deswegen. Es geht dabei keineswegs nur um Sex. Teilweise liege ich Nachts im Bett, heule und verspüre regelrecht ein Ziehen im Bauch, weil ich mir nichts sehnlicher wünsche als eine zärtliche Umarmung. Damit verbunden ist auch ein starker Scham und eine starke Angst aufgrund der eigenen Unerfahrung im Bett und mit Beziehungen auf Ablehnung zu stoßen und als abnormal, beschädigt, Creep etc. stigmatisiert zu werden, falls man bei Dates auf vorangegangene Beziehungen angesprochen wird und die eigene Unerfahrenheit erwähnt. Irgendwelche Notlügen möchte ich nur ungern erzählen. Mit jedem Jahr das vergeht verstärkt sich das Problem und ich blicke bereits voller Sorge auf meinen 25 Geburtstag demnächst, weil ich dann wieder ein Jahr älter bin. Auch habe ich das Gefühl viel zu verpassen bzw. verpasst zu haben. Jedes mal wenn ich ein glückliches Pärchen sehe verpasst mir dass einen Stich in der Brust und ich merke was mir im Leben fehlt.
Mittlerweile bin ich deswegen sein circa einem Jahr auch in eine tiefe Depression gerutscht die mein Leben in so ziemlich allen Aspekten negativ beeinflusst. Ich schreibe momentan an meiner Masterarbeit und sah mich bereits im letzten Jahr dazu gezwungen die Masterarbeit für mehrere Monate zu pausieren, weil einfach gar nichts mehr ging. Momentan versuche ich wieder weiterzumachen, da ich das Gefühl habe, dass ein weiteres Aufschieben eher kontraproduktiv wäre. Mich setzt das Gefühl mit der Arbeit vorankommen zu müssen aber zusätzlich unter Druck.
Ich war bezüglich der Depression schon vor einem dreiviertel Jahr beim Hausarzt und habe mir Escitalopram verschreiben lassen, was aber selbst nach mehreren Wochen und Dosiserhöhung überhaupt nicht gewirkt hat. Auch mit einer Therapie habe ich es im Sommer bereits probiert, wobei ich mit dem Therapeuten nicht klar gekommen bin und die Therapie abgebrochen habe. Momentan versuche ich es mit einem neuen Medikament was aber auch noch nicht so wirklich wirkt. Auch mit einer neuen Therapie probiere ich es momentan. Mir taugt es zwar diesmal besser, allerdings ist es mir auch unangenehm meinen Eltern damit auf der Tasche zu liegen, da ich dieses mal dort als Selbstzahler bin.
Der Grund für meine Beziehungslosigkeit ist vermutlich eine Kombination aus ungünstigen Umständen und meiner Introvertiertheit. Ich denke nicht dass es an meinem Aussehen liegt. Ich ging auf eine Fachoberschule im Technikzweig und hatte daher fast ausschließlich männliche Schulkameraden in der Oberstufe. Auch mein naturwissenschaftliches Studium ist eher männerdominiert. Das ich zurückhaltend, teilweise schüchtern und definitiv keine Partysau bin tut ihr übriges. Ich habe zwar kein generelles Problem mit Frauen zu reden, tue mir aber schwer damit Interesse zu signalisieren und gerade wenn es körperlich werden soll (generell berühren, erster Kuss etc.) habe ich immer die Sorge ich könnte die andere Person verletzen bzw. Grenzen überschreiten.
Ich brauche generell länger bis ich mit Menschen warm werde.
Ich habe zwar durchaus (männliche) Freunde, aber ich würde sagen dass es keine sehr gefestigten Freundschaften sind. In den meisten Fällen sind es Zweckfreundschaften die sich durch Uni etc. ergeben haben. Durch Corona, Wegzug etc. haben sich andere Freundeskreise auch etwas aufgelöst oder sind inaktiv geworden.
Auch mit 25 noch bei den Eltern zu wohnen ist sicherlich nicht hilfreich. Ich wäre durchaus gerne selbständig und würde gerne auf eigenen Beinen stehen und auch von Zuhause ausziehen aber die Mietpreise sind bei uns in der Gegend jenseits von Gut und Böse.
Mir ist vollkommen klar, dass mit Selbstmitleid im Bett liegen die Probleme nicht löst sondern nur verstärkt, was mich aber noch mehr unter Druck setzt und wie ein Teufelskreis agiert. Ich habe mich bereits vor knapp einem Jahr für einen Kampfsport angemeldet um wieder mehr Sport zu machen und evtl. mein Selbstvertrauen zu stärken. Momentan habe ich aber extreme Probleme mich dafür aufzuraffen und hinzugehen. Um neues Auszuprobieren und meine Komfortzone zu verlassen habe ich mich im Sommer auch für einen Single-Tanzkurs angemeldet. Da sich dort aber fast keine Frauen angemeldet hatten mussten Damen von fortgeschrittenen Kursen einspringen die natürlich eigentlich schon einen festen Tanzpartner hatten. Ich habe dabei zwar durchaus das Tanzen für mich entdeckt und würde es gerne weiter verfolgen mir fehlt aber momentan noch die passende Tanzpartnerin dazu. Ich habe auch auf entsprechenden Portalen für Tanzpartner c.a. ein dutzend Profile angeschrieben, bisher ohne Erfolg.
Demnächst werde ich mal auf ein Konzert meiner Lieblingsband gehen wenn auch alleine...
Die gängigen Datingapps habe ich auch mehr oder weniger probiert allerdings halte ich nicht sehr viel davon. Das ist mir zu oberflächlich und die wenigen Matches bzw. die allgemein geringe Resonanz dort zieht mich eher noch stärker runter.
Momentan fühle ich mich aufgrund meiner Situation oft verzweifelt und weis nicht weiter. Das Aufstehen in der Früh bereitet mir bereits enorme Mühe und mir ist sämtliche Spaß am Leben bzw. Frohsinn abhanden gekommen. Ich stecke teilweise komplett in negativen Gedankenspiralen fest.. Es fühlt sich an wie wenn ich einen wichtigen Entwicklungsschritt in meiner Jugend verpasst hätte und es nur schwer möglich ist das wieder aufzuholen/zu kompensieren. Auch habe ich teilweise das Gefühl, da es mir materiell gut geht und ich ein intaktes Umfeld habe, gar kein Recht habe mich deswegen so schlecht zu fühlen. Andere habe ja deutlich gravierendere Probleme/Schicksalsschläge.
Ich könnte sicher noch mehr schreiben, aber ich denke der Beitrag ist fürs erste schon verworren und mehr als lang genug.
Eine wirklich konkrete Frage habe ich eigentlich nicht, außer was würdet ihr in meiner Situation machen bzw. mir raten? In erster Linie wollte ich mir mal die Seele vom Leib schreiben.
Danke fürs Lesen 🙂
Ich bin hier schon seit einiger Zeit stiller Mitleser, aber da der Leidensdruck bei mir momentan einfach sehr groß ist wollte ich mir jetzt doch einmal die Seele vom Leib schreiben. Ich bin mir auch durchaus bewusst, dass es bereits einige Threads mit ähnlichen Problemen gibt. Auch wenn Beziehung das Hauptthema ist passt der Beitrag denke ich besser in die 'Ich' Kategorie.
Um es kurz zu fassen, mein Hauptproblem ist, dass ich mit fast 25 noch nie eine Freundin, Sex, geschweige denn ein richtiges Date hatte. Es ist durchaus ein Thema das mich schon länger beschäftigt, aber seit circa einem Jahr hab ich einen enormen Leidensdruck deswegen. Es geht dabei keineswegs nur um Sex. Teilweise liege ich Nachts im Bett, heule und verspüre regelrecht ein Ziehen im Bauch, weil ich mir nichts sehnlicher wünsche als eine zärtliche Umarmung. Damit verbunden ist auch ein starker Scham und eine starke Angst aufgrund der eigenen Unerfahrung im Bett und mit Beziehungen auf Ablehnung zu stoßen und als abnormal, beschädigt, Creep etc. stigmatisiert zu werden, falls man bei Dates auf vorangegangene Beziehungen angesprochen wird und die eigene Unerfahrenheit erwähnt. Irgendwelche Notlügen möchte ich nur ungern erzählen. Mit jedem Jahr das vergeht verstärkt sich das Problem und ich blicke bereits voller Sorge auf meinen 25 Geburtstag demnächst, weil ich dann wieder ein Jahr älter bin. Auch habe ich das Gefühl viel zu verpassen bzw. verpasst zu haben. Jedes mal wenn ich ein glückliches Pärchen sehe verpasst mir dass einen Stich in der Brust und ich merke was mir im Leben fehlt.
Mittlerweile bin ich deswegen sein circa einem Jahr auch in eine tiefe Depression gerutscht die mein Leben in so ziemlich allen Aspekten negativ beeinflusst. Ich schreibe momentan an meiner Masterarbeit und sah mich bereits im letzten Jahr dazu gezwungen die Masterarbeit für mehrere Monate zu pausieren, weil einfach gar nichts mehr ging. Momentan versuche ich wieder weiterzumachen, da ich das Gefühl habe, dass ein weiteres Aufschieben eher kontraproduktiv wäre. Mich setzt das Gefühl mit der Arbeit vorankommen zu müssen aber zusätzlich unter Druck.
Ich war bezüglich der Depression schon vor einem dreiviertel Jahr beim Hausarzt und habe mir Escitalopram verschreiben lassen, was aber selbst nach mehreren Wochen und Dosiserhöhung überhaupt nicht gewirkt hat. Auch mit einer Therapie habe ich es im Sommer bereits probiert, wobei ich mit dem Therapeuten nicht klar gekommen bin und die Therapie abgebrochen habe. Momentan versuche ich es mit einem neuen Medikament was aber auch noch nicht so wirklich wirkt. Auch mit einer neuen Therapie probiere ich es momentan. Mir taugt es zwar diesmal besser, allerdings ist es mir auch unangenehm meinen Eltern damit auf der Tasche zu liegen, da ich dieses mal dort als Selbstzahler bin.
Der Grund für meine Beziehungslosigkeit ist vermutlich eine Kombination aus ungünstigen Umständen und meiner Introvertiertheit. Ich denke nicht dass es an meinem Aussehen liegt. Ich ging auf eine Fachoberschule im Technikzweig und hatte daher fast ausschließlich männliche Schulkameraden in der Oberstufe. Auch mein naturwissenschaftliches Studium ist eher männerdominiert. Das ich zurückhaltend, teilweise schüchtern und definitiv keine Partysau bin tut ihr übriges. Ich habe zwar kein generelles Problem mit Frauen zu reden, tue mir aber schwer damit Interesse zu signalisieren und gerade wenn es körperlich werden soll (generell berühren, erster Kuss etc.) habe ich immer die Sorge ich könnte die andere Person verletzen bzw. Grenzen überschreiten.
Ich brauche generell länger bis ich mit Menschen warm werde.
Ich habe zwar durchaus (männliche) Freunde, aber ich würde sagen dass es keine sehr gefestigten Freundschaften sind. In den meisten Fällen sind es Zweckfreundschaften die sich durch Uni etc. ergeben haben. Durch Corona, Wegzug etc. haben sich andere Freundeskreise auch etwas aufgelöst oder sind inaktiv geworden.
Auch mit 25 noch bei den Eltern zu wohnen ist sicherlich nicht hilfreich. Ich wäre durchaus gerne selbständig und würde gerne auf eigenen Beinen stehen und auch von Zuhause ausziehen aber die Mietpreise sind bei uns in der Gegend jenseits von Gut und Böse.
Mir ist vollkommen klar, dass mit Selbstmitleid im Bett liegen die Probleme nicht löst sondern nur verstärkt, was mich aber noch mehr unter Druck setzt und wie ein Teufelskreis agiert. Ich habe mich bereits vor knapp einem Jahr für einen Kampfsport angemeldet um wieder mehr Sport zu machen und evtl. mein Selbstvertrauen zu stärken. Momentan habe ich aber extreme Probleme mich dafür aufzuraffen und hinzugehen. Um neues Auszuprobieren und meine Komfortzone zu verlassen habe ich mich im Sommer auch für einen Single-Tanzkurs angemeldet. Da sich dort aber fast keine Frauen angemeldet hatten mussten Damen von fortgeschrittenen Kursen einspringen die natürlich eigentlich schon einen festen Tanzpartner hatten. Ich habe dabei zwar durchaus das Tanzen für mich entdeckt und würde es gerne weiter verfolgen mir fehlt aber momentan noch die passende Tanzpartnerin dazu. Ich habe auch auf entsprechenden Portalen für Tanzpartner c.a. ein dutzend Profile angeschrieben, bisher ohne Erfolg.
Demnächst werde ich mal auf ein Konzert meiner Lieblingsband gehen wenn auch alleine...
Die gängigen Datingapps habe ich auch mehr oder weniger probiert allerdings halte ich nicht sehr viel davon. Das ist mir zu oberflächlich und die wenigen Matches bzw. die allgemein geringe Resonanz dort zieht mich eher noch stärker runter.
Momentan fühle ich mich aufgrund meiner Situation oft verzweifelt und weis nicht weiter. Das Aufstehen in der Früh bereitet mir bereits enorme Mühe und mir ist sämtliche Spaß am Leben bzw. Frohsinn abhanden gekommen. Ich stecke teilweise komplett in negativen Gedankenspiralen fest.. Es fühlt sich an wie wenn ich einen wichtigen Entwicklungsschritt in meiner Jugend verpasst hätte und es nur schwer möglich ist das wieder aufzuholen/zu kompensieren. Auch habe ich teilweise das Gefühl, da es mir materiell gut geht und ich ein intaktes Umfeld habe, gar kein Recht habe mich deswegen so schlecht zu fühlen. Andere habe ja deutlich gravierendere Probleme/Schicksalsschläge.
Ich könnte sicher noch mehr schreiben, aber ich denke der Beitrag ist fürs erste schon verworren und mehr als lang genug.
Eine wirklich konkrete Frage habe ich eigentlich nicht, außer was würdet ihr in meiner Situation machen bzw. mir raten? In erster Linie wollte ich mir mal die Seele vom Leib schreiben.
Danke fürs Lesen 🙂