Hallo,
ich (34) hatte vor über einem Jahr schon einmal hier einen Account, habe aber leider Namen/Mail vergessen. Damals ging es um ein ähnliches Thema, danach war ich in Therapie. Dort habe ich gelernt, meine Gefühle vor meinen Eltern nicht mehr zu verstecken und Dinge anzusprechen. Seitdem ich das offen mache (Therapie ist inzwischen beendet), gibt es jedoch deutlich mehr Konflikte.
Leistungsdruck / Gaslighting-Gefühl
Ich habe im letzten Jahr viel mit meinen Eltern geredet. Ein Hauptthema ist der starke Leistungsdruck, den ich seit der Kindheit spüre – vor allem durch meinen Vater. Er hat mich oft mit anderen verglichen und teils sehr hart formuliert („du musst besser sein als X/Y“, „mehr verdienen als ich“ etc.). Wenn ich das heute anspreche, heißt es entweder „daran erinnere ich mich nicht“ oder „das hast du falsch verstanden“. Wenn ich sage, dass mich etwas verletzt, kommt häufig die Standardreaktion: „Sind wir so schlechte Eltern?“
Ungleichbehandlung zu meinem Bruder
Mich belastet außerdem, dass mein Bruder (aus meiner Sicht) deutlich mehr Unterstützung bekommt, während bei mir oft erwartet wird, dass ich funktioniere. Wenn ich Hilfe gebraucht habe, war oft anderes wichtiger. Gleichzeitig kommen meine Eltern bei mir ständig mit ungefragten „Tipps“ oder Einmischungen („du sitzt falsch auf dem Fahrrad“, „nimm unser Öl“, etc.). Sogar meine Hochzeit wollten sie unbedingt bezahlen, obwohl ich mehrfach abgelehnt habe – am Ende habe ich zugesagt, weil mein Vater beleidigt war. Praktische Hilfe vor Ort (Aufbauen etc.) kam dann aber nicht.
Mein Wunsch nach „Unterstützung nur auf Nachfrage“ wird nicht eingehalten
Letztes Jahr haben mich meine Eltern um konkrete Hinweise gebeten, was sie besser machen können. Ich habe es sehr simpel formuliert: Bitte unterstützt mich, wenn ich es möchte – nicht ungefragt. Sie haben sich damals gefreut, meinten „alles klar“ und ich war erleichtert.
Kurz danach kam wieder das alte Muster. Beispiel: Wir planen im Sommer zwei Wochen Urlaub, und meine Mutter hat – wie sonst auch – bereits zugesagt, auf unseren Hund aufzupassen. Nebenbei bekomme ich bei jedem Besuch Kommentare, wann wir ihn endlich kastrieren oder zum Hundefriseur bringen. Jetzt hat sie sich eine Katze angeschafft und sagte beim Essen: „Was macht ihr eigentlich mit dem Hund, wenn ihr weg seid – wegen der Katze?“
Für mich klang das nicht nach Unterstützung, sondern nach Problemverschiebung. Statt lösungsorientiert zu sagen „lass die Tiere früh zusammen kennenlernen“, wirkte es wie: „Naja, vielleicht geht das jetzt doch nicht.“ Ich habe kein Problem damit, dass sie eine Katze möchte – mich triggert eher, dass Absprachen nicht stabil eingehalten werden und ich mich wieder allein gelassen fühle.
Einmischung als Grund gegen Kinder
Dieses erdrückende Einmischen ist auch ein Grund, warum ich aktuell keine Kinder möchte: Ich habe große Angst, dass meine Eltern sich permanent in Erziehung/Alltag einmischen und Absprachen dann genauso wenig respektieren wie jetzt schon. Allein die Vorstellung, mit Kind ständig Grenzen verteidigen zu müssen, stresst mich.
Zusätzliches großes Thema: Mein Vater zerstört Beziehungen – auch zwischen den Familien
Mein Vater verkracht sich immer wieder mit Freunden und sucht viel Bestätigung. Er lästert häufig, wirkt neidisch (z.B. auf Erbschaften), und macht andere klein, um sich selbst besser zu fühlen. Inzwischen betrifft das auch meine Familie: Er hat sich mit meinem Schwiegervater (SV) zerstritten. Die beiden waren früher gut, bis es durch gemeinsame Motorradtouren, unterschiedliche Fahrweise, Vergleiche und ständiges Gerede eskaliert ist. Mein Vater redet über den SV auch bei dessen Freunden schlecht. Dabei verdreht er Dinge aus meiner Sicht oft so, dass sie zu seiner Geschichte passen.
Ein Satz meines Vaters hat mich extrem schockiert: Er meinte sinngemäß, mein SV habe bei einer Tour „gehofft“, dass mein Vater bei der Geschwindigkeit in die Gegenspur kommt. Später kam erst „habe ich nie gesagt“, dann „nicht so gemeint“, dann „ich war genervt“. Eine echte Entschuldigung oder Einsicht kam nicht, eher Rechtfertigungen.
Es gab Versuche, sich auszusprechen, aber es wurde nichts daraus. Der SV hat außerdem mitbekommen, dass mein Vater über ihn lästert, und zieht sich verständlicherweise zurück. Mein Vater ist nun wiederum beleidigt, dass der SV sich nicht meldet.
Ich stecke zwischen den Stühlen
Ich wollte nie zwischen beiden Familien stehen, aber mein Vater macht es dazu. Er ist sauer auf mich, weil ich das Problem überhaupt angesprochen habe („du hintergehst mich“, „du bist gegen mich“). Er stört sich sogar daran, dass ich mit meiner Frau über meine Probleme mit meinen Eltern rede.
Aktuell habe ich den Kontakt zu meinen Eltern reduziert, was ihnen nicht passt. Reden hat wenig verändert, und meine Therapeutin sagte damals: Ich soll auf mich achten, nicht darauf, wie meine Eltern sich fühlen. Meine Eltern sagen dagegen: „Wir sind halt so, wir können uns nicht ändern – du musst uns verstehen“, zeigen aber wenig Verständnis für meine Grenzen.
Ich bin überfordert, weil wir auch beruflich verbunden sind (Familienfirma). Ich möchte innerlich abschließen können bzw. emotional frei werden – so wie ich es bei anderen Themen geschafft habe. Aber bei dem Konflikt zwischen den Familien und dem ständigen Grenzthema weiß ich nicht, wie.
Fragen an euch:
ich (34) hatte vor über einem Jahr schon einmal hier einen Account, habe aber leider Namen/Mail vergessen. Damals ging es um ein ähnliches Thema, danach war ich in Therapie. Dort habe ich gelernt, meine Gefühle vor meinen Eltern nicht mehr zu verstecken und Dinge anzusprechen. Seitdem ich das offen mache (Therapie ist inzwischen beendet), gibt es jedoch deutlich mehr Konflikte.
Leistungsdruck / Gaslighting-Gefühl
Ich habe im letzten Jahr viel mit meinen Eltern geredet. Ein Hauptthema ist der starke Leistungsdruck, den ich seit der Kindheit spüre – vor allem durch meinen Vater. Er hat mich oft mit anderen verglichen und teils sehr hart formuliert („du musst besser sein als X/Y“, „mehr verdienen als ich“ etc.). Wenn ich das heute anspreche, heißt es entweder „daran erinnere ich mich nicht“ oder „das hast du falsch verstanden“. Wenn ich sage, dass mich etwas verletzt, kommt häufig die Standardreaktion: „Sind wir so schlechte Eltern?“
Ungleichbehandlung zu meinem Bruder
Mich belastet außerdem, dass mein Bruder (aus meiner Sicht) deutlich mehr Unterstützung bekommt, während bei mir oft erwartet wird, dass ich funktioniere. Wenn ich Hilfe gebraucht habe, war oft anderes wichtiger. Gleichzeitig kommen meine Eltern bei mir ständig mit ungefragten „Tipps“ oder Einmischungen („du sitzt falsch auf dem Fahrrad“, „nimm unser Öl“, etc.). Sogar meine Hochzeit wollten sie unbedingt bezahlen, obwohl ich mehrfach abgelehnt habe – am Ende habe ich zugesagt, weil mein Vater beleidigt war. Praktische Hilfe vor Ort (Aufbauen etc.) kam dann aber nicht.
Mein Wunsch nach „Unterstützung nur auf Nachfrage“ wird nicht eingehalten
Letztes Jahr haben mich meine Eltern um konkrete Hinweise gebeten, was sie besser machen können. Ich habe es sehr simpel formuliert: Bitte unterstützt mich, wenn ich es möchte – nicht ungefragt. Sie haben sich damals gefreut, meinten „alles klar“ und ich war erleichtert.
Kurz danach kam wieder das alte Muster. Beispiel: Wir planen im Sommer zwei Wochen Urlaub, und meine Mutter hat – wie sonst auch – bereits zugesagt, auf unseren Hund aufzupassen. Nebenbei bekomme ich bei jedem Besuch Kommentare, wann wir ihn endlich kastrieren oder zum Hundefriseur bringen. Jetzt hat sie sich eine Katze angeschafft und sagte beim Essen: „Was macht ihr eigentlich mit dem Hund, wenn ihr weg seid – wegen der Katze?“
Für mich klang das nicht nach Unterstützung, sondern nach Problemverschiebung. Statt lösungsorientiert zu sagen „lass die Tiere früh zusammen kennenlernen“, wirkte es wie: „Naja, vielleicht geht das jetzt doch nicht.“ Ich habe kein Problem damit, dass sie eine Katze möchte – mich triggert eher, dass Absprachen nicht stabil eingehalten werden und ich mich wieder allein gelassen fühle.
Einmischung als Grund gegen Kinder
Dieses erdrückende Einmischen ist auch ein Grund, warum ich aktuell keine Kinder möchte: Ich habe große Angst, dass meine Eltern sich permanent in Erziehung/Alltag einmischen und Absprachen dann genauso wenig respektieren wie jetzt schon. Allein die Vorstellung, mit Kind ständig Grenzen verteidigen zu müssen, stresst mich.
Zusätzliches großes Thema: Mein Vater zerstört Beziehungen – auch zwischen den Familien
Mein Vater verkracht sich immer wieder mit Freunden und sucht viel Bestätigung. Er lästert häufig, wirkt neidisch (z.B. auf Erbschaften), und macht andere klein, um sich selbst besser zu fühlen. Inzwischen betrifft das auch meine Familie: Er hat sich mit meinem Schwiegervater (SV) zerstritten. Die beiden waren früher gut, bis es durch gemeinsame Motorradtouren, unterschiedliche Fahrweise, Vergleiche und ständiges Gerede eskaliert ist. Mein Vater redet über den SV auch bei dessen Freunden schlecht. Dabei verdreht er Dinge aus meiner Sicht oft so, dass sie zu seiner Geschichte passen.
Ein Satz meines Vaters hat mich extrem schockiert: Er meinte sinngemäß, mein SV habe bei einer Tour „gehofft“, dass mein Vater bei der Geschwindigkeit in die Gegenspur kommt. Später kam erst „habe ich nie gesagt“, dann „nicht so gemeint“, dann „ich war genervt“. Eine echte Entschuldigung oder Einsicht kam nicht, eher Rechtfertigungen.
Es gab Versuche, sich auszusprechen, aber es wurde nichts daraus. Der SV hat außerdem mitbekommen, dass mein Vater über ihn lästert, und zieht sich verständlicherweise zurück. Mein Vater ist nun wiederum beleidigt, dass der SV sich nicht meldet.
Ich stecke zwischen den Stühlen
Ich wollte nie zwischen beiden Familien stehen, aber mein Vater macht es dazu. Er ist sauer auf mich, weil ich das Problem überhaupt angesprochen habe („du hintergehst mich“, „du bist gegen mich“). Er stört sich sogar daran, dass ich mit meiner Frau über meine Probleme mit meinen Eltern rede.
Aktuell habe ich den Kontakt zu meinen Eltern reduziert, was ihnen nicht passt. Reden hat wenig verändert, und meine Therapeutin sagte damals: Ich soll auf mich achten, nicht darauf, wie meine Eltern sich fühlen. Meine Eltern sagen dagegen: „Wir sind halt so, wir können uns nicht ändern – du musst uns verstehen“, zeigen aber wenig Verständnis für meine Grenzen.
Ich bin überfordert, weil wir auch beruflich verbunden sind (Familienfirma). Ich möchte innerlich abschließen können bzw. emotional frei werden – so wie ich es bei anderen Themen geschafft habe. Aber bei dem Konflikt zwischen den Familien und dem ständigen Grenzthema weiß ich nicht, wie.
Fragen an euch:
- Wie setzt man Grenzen gegenüber Eltern durch, die Absprachen kurzfristig „vergessen“ oder verdrehen?
- Wie bleibt man stabil, ohne wieder in die Rolle zu rutschen, alles reparieren zu müssen?
- Wie würdet ihr mit einem Vater umgehen, der Konflikte anheizt, lästert und dann Entschuldigung/Anpassung erwartet – besonders wenn man beruflich verbunden ist?
P.S: ich habe meinen Text mit einer KI anpassen bzw. kürzen lassen. Hoffe ihr habt Verständnis.