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Das toxische Verhalten meines Vaters (Teil 1)

Ist das wirklich nötig? Egal wieviel Verachtung du für sie empfindest, mit einer solchen Äusserung zeigst du nur wieviel Macht sie noch immer über dich ausübt. Zumindest deine Gedanken hat sie voll im Griff.
Das habe ich auch nie bestritten. Selbst wenn sie tot ist, wird sie immer noch zu meinem Leidwesen einen kleinen Teil in meinem Gehirn einnehmen und mir von dort aus zuflüstern dass ich ein Nichtsnutz bin, ein Niemand, der niemals etwas sein wird und nie etwas können wird. Ein Platz, den ich ihr nicht gönne, den ich, wenn ich es könnte, heraus reißen würde.
 
Okay, Miss Hobby-Psychologin. Wenn Du das weißt, kannst Du mir ja sicher auch erklären wie ich das machen muss, damit das klappt.
Wenn es eine ultimative Methode geben würde, dann würde ich es dir nicht sagen, sondern diese für viel Geld verkaufen. Aber das Prinzip ist einfach: Du denkst und machst dich selber mit deinen Gedanken runter, also programmiere deine Gedanken um. Stichwort Gedankenstopp (informiere dich darüber). Stoppe jeglichen bösen Gedanken an sie bewusst und lass die Person aus deinem Kopf frei. Du machst das Gegenteil und hälst sie in deinen Gedanken fest.

Zusätzlich solltest du dich mit etwas ganz anderem beschäftigen, nämlich mit "vergeben und verzeihen". Es gibt auch ein Buch mit diesem Titel. Auch wenn du schon beim Gedanken daran kotzen könntest, lies es durch. Da findest du auch ganz viele Übungen. Vielleicht gibt es die eine oder andere, die auch für dich Sinn macht und die du für dich anwenden könntest.
 
Zusätzlich solltest du dich mit etwas ganz anderem beschäftigen, nämlich mit "vergeben und verzeihen". Es gibt auch ein Buch mit diesem Titel. Auch wenn du schon beim Gedanken daran kotzen könntest, lies es durch. Da findest du auch ganz viele Übungen. Vielleicht gibt es die eine oder andere, die auch für dich Sinn macht und die du für dich anwenden könntest.
Eine Frage am Rande: Wenn jemand mit Dir emotional Ping Pong gespielt hätte und das über Jahrzehnte hinweg, so dass Du verlernt hast vertrauen zu fassen und Du bei jedem netten Wort denkst "Das meint die Person nicht so", wenn Du dein Leben lang zu hören bekommen hast, dass du niemals gut genug sein und immer Fehler machen wirst, egal was du tust, wenn alle Bemühungen darin münden, dass du doch nur kritisiert wirst, ...
Was würdest Du tun? Könntest Du verzeihen?? .... Glaube ich nicht.
Zumal bei mir der Worst Case eingetreten ist. Eine Betreuerin hatte mich letztes Jahr angeschrieben und um Kontaktaufnahme gebeten. Hab es an meine große Schwester weitergeleitet, die dann hin ist und mir mitteilte, dass unsere Mutter schwere Demenz hat und im sterben liegt.
Jahrelang habe ich mir ihren Tod gewünscht, Jahrelang, nachdem ich endlich allein leben durfte, habe ich mir vorgestellt wie ich vor ihrem Totenbett stehe und ihr all das entgegen schreie, was sie mir angetan hat. Dass ich ihr klar mache, was sie mir angetan, was sie aus mir gemacht hat.
Doch jetzt ist das alles sinnlos, denn sie hat Alzheimer und würde es eh innerhalb kürzester Zeit wieder vergessen.
Es ist wie bei diesem Film, bei dem der Protagonist der Story erkennt, dass sein Feind vor seinen Augen stirbt, ohne dass er Rache nehmen kann. Er erkennt, dass er verloren hat und seine Seele niemals Frieden finden wird.
So zumindest fühle ich mich gerade.
 
Mir hat eine Therapie mit Genogrammarbeit und Familienaufstellung sehr geholfen.

Deine Eltern sind ein Produkt ihrer Elternbeziehung und ihrer eigenen Kindheit.

Ihre Macken werden sie aus dieser Zeit bekommen haben.

Nimm ihr Verhalten nicht so ernst und persönlich.
 
Google mal im Internet zu den 2 Themen....narzisstische Eltern und psychische emotionale Misshandlungen.

Diese Artikel zu diesen 2 Themen halfen mir auch.
 
Könntest Du verzeihen?? .... Glaube ich nicht.
Beim Verzeihen geht es nicht darum die Taten und Worte eines anderen gutzuheissen sondern darum neutral, ohne Hass und Wut an diese Person denken zu können. Es geht um deinen eigenen Seelenfrieden den du nie finden wirst, solange du voller Hass und Rachegefühlen bist. Du verschwendest deine Kraft und Energie, indem du damit deine negativen Gedanken fütterst, anstatt dass du die Energie für dich selber nutzt. Zum Beispiel dafür, langsam, Schritt für Schritt wieder Vertrauen in die Menschen zu fassen. Das braucht viel Arbeit mit vielen Rückschlägen und ständiger Überwindung von Ängsten. Und dafür brauchst du die Energie, die du momentan an deine Mutter verschwendest.
habe ich mir vorgestellt wie ich vor ihrem Totenbett stehe und ihr all das entgegen schreie, was sie mir angetan hat
Du kannst ihr einen Brief schreiben (den du bitte nicht abschickst) und ihr darin alles, aber auch alles unzensiert und in den übelsten Worten die du empfindest ungeschönt um die Ohren hauen. Mit ganz vielen Ausrufezeichen. Es erleichtert ungemein seine Gedanken in Worte zu fassen, dann sind sie endlich mal raus aus dem Kopf, wo sie sonst nonstop am kreisen sind. Deine Mutter interessiert es einen Dreck was du ihr zu sagen hast, ob nun dement oder nicht.
 
Beim Verzeihen geht es nicht darum die Taten und Worte eines anderen gutzuheissen sondern darum neutral, ohne Hass und Wut an diese Person denken zu können. Es geht um deinen eigenen Seelenfrieden den du nie finden wirst, solange du voller Hass und Rachegefühlen bist. Du verschwendest deine Kraft und Energie, indem du damit deine negativen Gedanken fütterst, anstatt dass du die Energie für dich selber nutzt. Zum Beispiel dafür, langsam, Schritt für Schritt wieder Vertrauen in die Menschen zu fassen. Das braucht viel Arbeit mit vielen Rückschlägen und ständiger Überwindung von Ängsten. Und dafür brauchst du die Energie, die du momentan an deine Mutter verschwendest.

Du kannst ihr einen Brief schreiben (den du bitte nicht abschickst) und ihr darin alles, aber auch alles unzensiert und in den übelsten Worten die du empfindest ungeschönt um die Ohren hauen. Mit ganz vielen Ausrufezeichen. Es erleichtert ungemein seine Gedanken in Worte zu fassen, dann sind sie endlich mal raus aus dem Kopf, wo sie sonst nonstop am kreisen sind. Deine Mutter interessiert es einen Dreck was du ihr zu sagen hast, ob nun dement oder nicht.
Das Problem bei toxischen Eltern ist, dass diese meist über Jahrzehnte dein Lebensmittelpunkt waren, deinen Charakter, deine Werte, dein Selbst geprägt haben. Oft haben sie auch heute noch eine zentrale Rolle in deinem Leben. Du siehst sie bei Familienfeiern und selbst wenn du willst, ist es oft schwer sie komplett aus deinem Leben auszugrenzen.

Im Kern hast du dabei vollkommen Recht. Das ständige Beschäftigen mit den toxischen Eltern raubt Energie und blockiert das Leben. Ich glaube für Viele ist es aber ein langer Prozess überhaupt zu erkennen, dass die Eltern toxisch sind. Und es hilft ihnen darüber zu sprechen. Sie müssen darüber sprechen gerade WEIL sie sonst keinen Seelenfrieden finden.

Toxische Eltern wirken oft nach außen liebevoll. Für die Betroffenen Kinder ist das eine Drucksituation. Sie werden von Anderen gefragt "Warum hast du so ein schlechtes Verhältnis mit deiner Mutter, die tut doch alles für dich". Solche Eltern schaffen es, dass du dich als Bösewicht fühlst. Und selbst wenn du dich 100% von ihnen löst, ploppen diese Fragen von Dritten immer mal wieder auf.

Mein Arzt hat mir damals zu einer Gruppentherapie geraten und gleichzeitig dazu den Kontakt zu meiner Mutter so weit zu reduzieren, wie es mir gut tut. Mein Problem ist, dass ich die Situation zwar inzwischen verstanden habe, aber inzwischen Ü40 bin. Klar, es ist nie zu spät sein Leben zu ändern, aber es wird mit zunehmendem Alter nicht leichter und vieles läuft unterbewusst ab.

Man weiß heute, dass Charakter und Werte primär in der frühen Kindheit und Jugend geprägt werden, wobei die entscheidendste Phase oft vor dem 10. Lebensjahr liegt. Grundlegende Haltungen entstehen durch Erziehung, Umfeld und Vorbilder. Eine weitere Phase der Identitätsfindung und Festigung von Weltanschauungen findet intensiv zwischen 16 und 25 Jahren statt. Wer bis 25 zuhause lebt und den toxischen Eltern ausgesetzt wurde, die dich abhängig gemacht und dir ein niedriges Selbstwertgefühl vermittelt haben, dem gelingt es im restlichen Leben wenn überhaupt nur schwer, sich zu ändern.

Wir reden von Menschen, die es zutiefst verinnerlicht haben, "nichts wert zu sein" oder andere negative Selbstwahrnehmungen. Ich persönlich glaube, dass die meisten Menschen ab 25 auf "Autopilot" laufen. Sie handeln entsprechend ihrer erlernten Werte und ihres Charakters und ändern diese bis zum Tod nicht.
 

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